Vers-zu-Vers Betrachtung des Bibelbuches "Die Offenbarung" in Bearbeitung

Erfüllt sich die Offenbarung in unserer Zeit?


Einleitung


Kapitel 1 - Johannes sieht den verherrlichten Jesus

„Eine Offenbarung von Jesus Christus, die Gott ihm gab, um seinen Sklaven die Dinge zu zeigen, die in kurzem geschehen sollen“. Und er sandte seinen Engel aus und legte sie durch ihn in Zeichen seinem Sklaven Johannes dar, der von dem Wort, das Gott gab, Zeugnis ablegte und von dem Zeugnis, das Jesus Christus gab, ja von allem, was er sah.“ (Off 1:1, 2).

Der verherrlichte Jesus Christus empfing diese wichtige Botschaft von Gott, also ist Jesus nicht Gott selbst. Die „Sklaven“ sind die Mitglieder der Christenversammlung. Der Apostel Johannes, der die Offenbarung empfing und niederschrieb, bezeichnet sich selbst als einen solchen. Er hatte Jesus noch persönlich gekannt.

Wie konnte Johannes aber sagen, diese Dinge sollten in kurzem geschehen, wenn doch mittlerweile 2000 Jahre vergangen sind? Zum einen lebten Christen immer in Erwartung ihrer bevorstehenden Erlösung von dieser Welt (Php 1:20). Zum anderen bedeutet das mit „in kurzem“ wiedergegebene Wort im Urtext „in Schnelligkeit“. Die geschilderten Ereignisse sollten also in rascher Abfolge geschehen.

Gott bediente sich des Apostels Johannes zur Übermittlung und Weiterleitung der Offenbarung. Dieser schrieb seine Beobachtungen in eine Buchrolle und übermittelte sie so den damaligen Versammlungen. Gott sorgte durch Abschriften dafür, dass die Offenbarung erhalten blieb.

Für die Zeit des Abschlusses des Systems der Dinge annoncierte Jesus einen ‘treuen und verständigen Sklaven, den sein Herr über seine Hausknechte setzen würde, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben’ (Mat 24:45-47).

Die Offenbarung wurde „in Zeichen“ oder Sinnbildern dargelegt, die es zu entschlüsseln gilt. Die Botschaft sollte uns dazu anregen andere mit der Bedeutung der Prophezeiung bekannt zu machen. Wir können glücklich sein, dass Gottes Geist uns dazu befähigt.
Die Offenbarung besteht aus einer Anzahl packender Visionen, in die Johannes involviert ist. Die Visionen werden nicht in chronologischer Reihenfolge dargelegt und erfüllen sich in einem größeren Zeitrahmen. Bei der Deutung der Visionen sind frühere Prophezeiungen der Schlüssel dazu. Zum Beispiel werden in einer Prophezeiung Daniels vier furchterregende Tiere beschrieben, die Weltmächte aus der Geschichte ankündigen. Das legt nahe, dass die in der Offenbarung erwähnten Tiere ebenfalls politische Mächte darstellen. (Da 7:1-8, 17; Off 13:2, 11-13; 17:3).

Johannes konnte mithilfe des Heiligen Geistes ‘alles, was er sah’, ganz genau beschreiben. Wir können mithilfe den Heiligen Geist, die Dinge verstehen. „Glücklich der, der vorliest, und diejenigen, die die Worte dieser Prophezeiung hören und die darin geschriebenen Dinge halten; denn die bestimmte Zeit ist nahe“ (Off 1:3).

Aus dem Lesen der Offenbarung großen Nutzen ziehen wird nur, wer sich an die darin geschriebenen Dinge hält. Doch dazu muss man die Botschaft erst einmal verstehen. Und dazu wiederum ist es notwendig sich mit ihr zu befassen.

Die bestimmte Zeit ist nahe, wofür? Für die Erfüllung der in der Offenbarung erwähnten Prophezeiungen. Bald werden Gott und Jesus Christus an diesem Weltsystem ihr endgültiges Urteil vollziehen. „Die Vision ist noch für die bestimmte Zeit, und sie geht keuchend dem Ende zu, und sie wird keine Lüge mitteilen. Selbst wenn sie säumen sollte, so harre ihrer; denn sie wird sich bestimmt bewahrheiten. Sie wird sich nicht verspäten (Hab 2:3).“

Jesus wendet sich an die sieben Versammlungen

„Johannes an die sieben Versammlungen, die in dem Bezirk Asien sind: Unverdiente Güte und Friede sei euch von ‚Dem, der ist und der war und der kommt‘, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus“ ‚Der treue Zeuge‘ ..., ‚Der Erstgeborene von den Toten‘ und ‚Der Herrscher über die Könige der Erde‘ „Ihm, der uns liebt und der uns durch sein eigenes Blut von unseren Sünden erlöst hat — und er hat uns zu einem Königtum, zu Priestern für seinen Gott und Vater gemacht —, ja ihm sei die Herrlichkeit und die Macht immerdar! Amen“ (Off 1:4-6).

Mit diesen Worten wandte sich Johannes an „die sieben Versammlungen in dem Bezirk Asien“, deren Namen später in der Prophezeiung folgen werden. Die Zahl Sieben kommt in der Offenbarung wiederholt vor. Sie bezeichnet Vollständigkeit. Am Tag des Herrn beziehen sich die „sieben Versammlungen“ somit auf die Christenversammlung als Ganzes (Off 1:10).

Ihr Quell ist der Jehova selbst, der „König der Ewigkeit“, der schon immer war und immer sein wird (1. Tim 1:17). Damit in Verbindung stehen auch die „sieben Geister“. Mit diesem Ausdruck wird die Kraft Gottes oder sein Heiliger Geist bezeichnet, durch den alle zu einem Verständnis der Botschaft gelangen und gesegnet werden können. Eine wichtige Rolle spielt ferner Jesus Christus, der voller Wahrheit ist (Joh 1:14).

„Der treue Zeuge“

Jesus wurde nach seinem Opfertod bewahrt als erster Mensch zu unvergänglichem geistigem Leben auferweckt (Kol 1:18). Da er sich nun in der Gegenwart Jehovas befindet, steht er über allen irdischen Königen. Ihm ist „alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben worden“ (Mat 28:18). Alle, die Glauben an ihn ausüben, können vollkommenes Leben erlangen (Joh 3:16). Wie Johannes, erschloss der Opfertod Jesu allen geistgezeugten Christen sogar die Aussicht, zu himmlischem Leben auferweckt zu werden, um mit Jesus Christus in seinem Königreich als Könige und Priester zu dienen (Off 20:6).

Jesus kommt mit den Wolken

„Siehe! Er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, die ihn durchstochen haben; und alle Stämme der Erde werden sich seinetwegen vor Leid schlagen. Ja, Amen“ (Off 1:7). Jesus hatte schon früher prophezeit: „Dann wird das Zeichen des Menschensohnes im Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Stämme der Erde wehklagend schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen mit Macht und großer Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen“ (Mat 24:3, 30). Jesus „kommt“ insofern, als er in Königsmacht wiederkommt und darangeht, Jehovas Urteilssprüche an den Nationen zu vollstrecken. Das wird zu drastischen Veränderungen auf der Erde führen, da „alle Stämme der Erde“, die es versäumen, das Königtum Jesu anzuerkennen, ‘den Grimm des Zornes Gottes, des Allmächtigen’, zu verspüren bekommen werden (Off 19:11-21; 2. Psalm).

Jesus kommt insofern „mit den Wolken“, als er für das bloße Auge ebenso wenig sichtbar sein wird, wie die Sonne hinter den Wolken. Obwohl unsichtbar, wird er ‘in flammendem Feuer geoffenbart, wenn er an denen Rache übt, die der guten Botschaft über ihn nicht gehorchen’. Sie werden ihn dann gezwungenermaßen ebenfalls „sehen“, d.h. die Auswirkungen seines Eingreifens erkennen müssen (2. Thes 1:6-8; 2:8).

Jesus sagte zu seinen Jüngern beim letzten Abendmahl: „Noch eine kleine Weile, und die Welt wird mich nicht mehr sehen“ (Joh 14:19). Wie ist es denn zu verstehen, dass ‘jedes Auge ihn sehen wird’? Johannes gebrauchte das Wort „sehen“ offensichtlich im Sinne von „wahrnehmen“, so wie wir Gottes unsichtbare Eigenschaften aufgrund seiner Schöpfungswerke wahrnehmen können (Rö 1:20). Die Menschen können die Zeichen der Gegenwart Christi wahrnehmen. Auch die, „die ihn durchstochen haben“, werden Jesus „sehen“. Die verantwortlichen römischen Beamten und jüdischen Führer sind aber schon lange tot. Folglich stellen die, die ihn „durchstochen haben“, heute die Nationen dar, die Jesu Brüder verfolgen und töten, denn was sie dem Geringsten seiner Brüder antun, betrachtet Jesus so, als würde man es ihm antun (Mat 25:41-46).

Jehova, der Allmächtige

„Ich bin das Alpha und das Omega ..., der, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige“ (Off 1:8). Das ist die erste von drei Stellen in der Offenbarung, an denen Jehova selbst spricht. (Off 21:5-8; 22:12-15). Alpha und Omega sind der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. Vor Jehova gab es keinen allmächtigen Gott, und nach ihm wird es keinen geben. Er wird für immer der höchste Souverän seiner Schöpfung sein. (Jes 46:10; 55:10, 11.)

„Ich, Johannes, euer Bruder und ein Teilhaber mit euch an der Drangsal und am Königreich und am Ausharren in Gemeinschaft mit Jesus, gelangte durch das Predigen der Guten Botschaft und Jesus, auf die Insel Patmos. “ (Off 1:9). Der betagte Johannes harrte in dem Predigtwerk aus und erduldete, wie seine Brüder, Drangsale, in der festen Hoffnung, Teilhaber am kommenden Königreich zu werden. Auch wenn allgemein angenommen wird, dass er auf die Insel verbannt worden ist, könnte es, aufgrund des Textes, auch sein, dass er sich auf der Insel zum Predigen der Guten Botschaft befand. Er war er schon an die 100 Jahre alt und sicherlich hatte er Drangsal erfahren und ausgeharrt.

 „Durch Inspiration befand ich mich dann am Tag des Herrn. Und ich hörte hinter mir eine starke Stimme gleich der einer Trompete, die sprach: ‚Was du siehst, schreibe in eine Buchrolle, und sende es den sieben Versammlungen: in Ephesus und in Smyrna und in Pergamon und in Thyatira und in Sardes und in Philadelphia und in Laodicea‘ “ (Off 1:10, 11).  

Jetzt beginnt die erste Vision in der Offenbarung. Darin werden zwar die Verhältnisse in den sieben Versammlungen des ersten Jahrhunderts beschrieben, an die Johannes schreiben sollte, sie sollten aber auch am Tag des Herrn von Bedeutung sein.  Dieser Tag ist der Zeitabschnitt, an dem Jehova gegen seine Feinde vorgeht und zugunsten seiner Anbeter handelt. Mit dem Kommen dieses „Tages“ geht die Verwirklichung der großartigen Vorsätze Jehovas einher. Der Tag des Herrn beginnt mit der Krönung Jesu zum himmlischen König, erstreckt sich über die Urteilsvollstreckung an diesem System und die Wiederherstellung des Paradieses und der Menschheit bis Jesus schließlich „seinem Gott und Vater das Königreich übergibt“ (1. Kor 15:24-26).

Die Erfüllung biblischer Prophezeiungen hilft uns erkennen, wann der Tag des Herrn beginnt. Daniel beschrieb, wie die Herrschaft Königs Nebukadnezars unterbrochen werden sollte. Sieben Zeiten sollten über ihn vergehen, bis er erkennt, dass der Höchste der Herrscher ist im Königreich der Menschheit und dass er es gibt, wem er will. Dann würde er sein Königtum zurückbekommen (Da 4:23, 24, 31, 32). Dem letzten König aus der Königslinie Davids war ebenfalls angekündigt worden, dass er seine Herrschaft einbüßen würde, in der Folge sollte kein König mehr auf dem Thron Jehovas sitzen, bis der käme, welcher das gesetzliche Recht dazu hätte. Die Erfüllung dieser Prophezeiung begann mit der Absetzung König Zedekias von Juda, die um den Oktober 607 v. u. Z. war. Gemäß der Bibel machen 3 12 Zeiten 1260 Tage aus (Off 12:6, 14). Also sind sieben Zeiten 2 520 Tage, bzw. Jahre (Hes 4:16). Demnach begann Christus Jesus, er hatte das gesetzliche Recht dazu, 2520 Jahre nach 607 v.u.Z. , also in der zweiten Hälfte des Jahres 1914, im Himmel zu regieren. Dieses Datum wird von dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges in jenem Jahr bestätigt.  Zu Beginn der Gegenwart Jesu in Königsmacht sollte sich Nation gegen Nation erheben (Mat 24:3-14).

Die Offenbarung erfüllt sich am Tag des Herrn, also von 1914 an. Johannes empfängt zunächst Rat an die „sieben Versammlungen“ im Bezirk Kleinasien, doch ist zu erwarten, dass die Versammlung gesalbter Christen am Tag des Herrn vor ähnlichen Herausforderungen steht (Off 1:10, 19).

„Ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die mit mir redete, und als ich mich umgewandt hatte, sah ich sieben goldene Leuchter und inmitten der Leuchter einen gleich einem Menschensohn, bekleidet mit einem bis auf die Füße reichenden Kleid und mit einem goldenen Gürtel um die Brust. Überdies waren sein Haupt und sein Haar weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme. Und seine Füße waren gleich feinem Kupfer, wenn es im Ofen glüht; und seine Stimme war wie das Rauschen vieler Wasser. Und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund ging ein scharfes, langes zweischneidiges Schwert hervor, und sein Antlitz war wie die Sonne, wenn sie in ihrer Kraft leuchtet. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot“ (Off 1:12-17a).

Etwas später erklärt Jesus selbst, was die sieben Sterne bedeuten. Beachten wir aber, was aus seinem Mund hervorgeht: „ein scharfes, langes zweischneidiges Schwert“. Gottes Wort wird mit einem solchen Schwert verglichen, es ist lebendig und übt Macht aus, und ist imstande selbst Gedanken und Absichten des Herzens zu beurteilen. (Heb 4:12). Außerdem ist Jesus dazu bestimmt, Gottes Urteilssprüche gegen seine Feinde zu verkünden (Off 19:13, 15).

Das strahlende Antlitz Jesu erinnert uns daran, dass Moses’ Angesicht „Strahlen warf“, nachdem Jehova auf dem Berg Sinai mit ihm geredet hatte (2. Mo 34:29, 30). Denken wir auch daran, dass Jesus im Beisein dreier seiner Apostel umgestaltet wurde, ‘sein Angesicht leuchtete wie die Sonne und seine äußeren Kleider glänzend wurden wie das Licht’ (Mat 17:2). In der Vision, in der Jesus nun am Tag des Herrn erscheint, spiegelt sein Angesicht den strahlenden Glanz jemandes wider, der in der Gegenwart Jehovas war (2. Korinther 3:18). Alles in allem vermittelt die Vision des Johannes ein Bild strahlender Herrlichkeit. Von dem schneeweißen Haar, den glühenden Augen und dem leuchtenden Antlitz bis hinab zu den feurigglühenden Füßen ist es eine hervorragende Vision von demjenigen, der jetzt „in einem unzugänglichen Licht wohnt“ (1. Tim 6:16). Wie reagiert der tief beeindruckte Apostel Johannes? Er sagt: „Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot“ (Off 1:17).

Diese durch Inspiration hervorgerufene großartige Vision ist bewahrt worden, um uns zur Tätigkeit anzuspornen. Wie Johannes, so sollten auch wir die Bedeutung der Vision und die Stellung, die Jesus als inthronisierter König, als Hohepriester und als Richter einnimmt, anerkennen (Php 2:5-11).

Der Erste und der Letzte

Dennoch sollte unsere ehrfürchtige Scheu keine krankhafte Furcht sein. Jesus beruhigte den Apostel Johannes, was aus dessen Worten hervorgeht: „Und er legte seine Rechte auf mich und sprach: ‚Sei ohne Furcht. Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebende; und ich wurde ein Toter, doch siehe, ich lebe für immer und ewig‘ „Ich wurde ein Toter, doch siehe, ich lebe für immer und ewig, und ich habe die Schlüssel des Todes und des Hades“ (Off 1:17, 18). In Jesaja 44:6 beschreibt Jehova seine eigene Stellung als einziger allmächtiger Gott mit den Worten: „Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.“ Als sich Jesus mit dem Titel „der Erste und der Letzte“ vorstellte, wollte er sich dadurch nicht mit Jehova, dem großen Schöpfer, auf die gleiche Stufe stellen. Jehova ist der ewige und einzige Gott (1. Tim 1:17). In der Offenbarung lenkt Jesus nur die Aufmerksamkeit auf seine einzigartige Auferweckung.

Jesus war insofern tatsächlich „der Erste“, als er der erste Mensch war, der zu unvergänglichem geistigen Leben auferweckt wurde (Kol 1:18). Er ist auch „der Letzte“, weil er von Jehova persönlich auf diese Weise auferweckt wurde. Für alle übrigen Menschen ist Jesus „die Auferstehung und das Leben“. Jesus war bis dahin auch der Letzte, der auferweckt wurde, da die allgemeine Auferstehung erst „am letzten Tag“ stattfinden sollte (Joh 11:24, 25). Jehova hat ihm die Gewalt gegeben, die Toten aufzuerwecken. Deshalb kann er sagen, er habe die Schlüssel, um die zu befreien, die von Tod und Hades (Grabesreich) festgehalten werden. (Siehe Mat 16:18.)

„Schreibe die Dinge auf, die du gesehen hast, und die Dinge, die sind, und die Dinge, die nach diesen geschehen werden“ (Off 1:19).
Was sind diese Dinge? Die Zustände in den Versammlungen Kleinasiens.

Die Sterne und die Leuchter

„Was das heilige Geheimnis der sieben Sterne betrifft, die du auf meiner rechten Hand sahst, und der sieben goldenen Leuchter: Die sieben Sterne bedeuten die Engel der sieben Versammlungen, und die sieben Leuchter bedeuten sieben Versammlungen“ (Off 1:20).

Die „Sterne“ sind die „Engel der sieben Versammlungen“. Das müssen nicht buchstäbliche Engel sein, sondern können auch Vertrauenspersonen in den sieben Versammlungen sein, Aufseher, Älteste oder auch andere. Die Botschaften sind an die Sterne gerichtet, die für die Weiterleitung der Nachricht verantwortlich sind. Vielleicht soll die Botschaft in der Versammlungen verlesen werden. Da Jesus das Haupt der Versammlung ist, wird von den Sternen richtigerweise gesagt, sie seien in seiner rechten Hand, das heißt unter seiner Leitung (Kol 1:18).

Die sieben Leuchter sind die sieben Versammlungen, an die Johannes sich richtet. Christen sollten ihr Licht vor den Menschen leuchten lassen (Mat 5:14-16). Leuchter gehörten auch zum Tempel. Die Versammlung der Gesalbten dient als königliche Priesterschaft in Gottes großem geistigen Tempel, dessen Hohepriester Jesus ist (Heb 9:9-14).


Kapitelanfang

Kapitel 2 - Rat an die 7 Versammlungen - Teil 1

1.      EPHESUS        Die erste Liebe entfachen

„Dem Engel der Versammlung in Ephesus schreibe: Diese Dinge sagt der, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt“ (Off 2:1). Jesus erinnert daran, dass er die Versammlungen sichtet und durch seine Boten anleitet.

Ein Bild, das Karte enthält.??Automatisch generierte Beschreibung

Jesus beginnt mit einem Lob. „Ich kenne deine Werke und deine Arbeit und dein Ausharren und weiß, dass du schlechte Menschen nicht ertragen kannst und dass du diejenigen auf die Probe stellst, die sagen, sie seien Apostel, sind es aber nicht, und du hast sie als falsch erfunden. Auch bekundest du Ausharren, und du hast um meines Namens willen durchgehalten und bist nicht ermattet“ (Off 2:2, 3). Jahre zuvor hatte der Apostel Paulus die Ältesten von Ephesus vor „bedrückenden Wölfen“, die die Herde beunruhigen, gewarnt und hatte sie ermahnt, seinen Eifer nachzuahmen (Apg 20:29-31). Sie müssen diesen Rat beherzigt haben, denn Jesus lobt sie jetzt für ihre mühevolle Arbeit und für ihr Ausharren. Außerdem haben sie falschen Aposteln widerstanden. Auch am Tag des Herrn treten „falsche Apostel“ auf, die „verdrehte Dinge reden, um die Jünger hinter sich her wegzuziehen“ (2. Kor 11:13). Wie die Epheser sollten wir „schlechte Menschen nicht ertragen“ und meiden.

„Dennoch halte ich dir entgegen, dass du die erste Liebe verlassen hast“ (Off 2:4). Paulus hatte sie in seinem Brief auch ermahnt: „Wandelt weiterhin in der Liebe, so wie auch der Christus euch geliebt hat“ (Eph 5:1, 2). Und Jesu hatte geboten: „Jehova, unser Gott, ist e i n Gott, und du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn und mit deiner ganzen Kraft“ (Mar 12:29-31). Die Epheser hatten die Liebe verloren, die sie nach ihrer Bekehrung gehabt hatten.

Auch uns könnte das passieren. Die Liebe zum Geld und zur Arbeit, Vergnügungen und Ablenkungen, oder Sorgen und Ängste, könnten Gottes Wort allmählich ersticken (Luk 8:7,14). Anstatt geistig gesinnt zu bleiben, könnten wir mehr und mehr eine fleischliche Gesinnung entwickeln (Rö 8:5-8). Unsere Liebe zu Jehova sollte uns dazu bewegen ‘fortzufahren, zuerst das Königreich und seine Gerechtigkeit zu suchen’, indem wir sichere ‘Schätze im Himmel aufhäufen’ (Mat 6:19-21, 31-33).

Mögen wir nie zulassen, dass unsere Liebe zu Jehova, zu Jesus Christus und zu dem lebendigen Wort Gottes erkaltet. Wir dürfen auch nicht vernachlässigen unsere Geschwister zu lieben und auch die Außenstehenden. Das können wir am besten tun, indem wir sie mit Gottes Königreich bekanntmachen.

Die Epheser mussten die Liebe, die sie einst hatten, neu entfachen. „Daher erinnere dich daran, wovon du abgefallen bist, und bereue und vollbringe die früheren Taten. Wenn du das nicht tust, so komme ich zu dir, und ich will deinen Leuchter von seiner Stelle rücken, wenn du nicht bereust“ (Off 2:5). Die Versammlung von Ephesus oder zumindest einige von ihnen, mussten bereuen und ihre Liebe neu entfachen, sonst würden sie ihr Vorrecht einbüßen, die Wahrheit auszustrahlen.

„Doch das hast du, dass du die Taten der Nikolaus-Sekte hasst, die auch ich hasse“ (Off 2:6). Wenigstens verabscheuten sie falsche Lehrer und deren Fehlverhalten. Sie hatten einen Sinn für Wahrheit und Gerechtigkeit und waren eifrig im Dienst. Aber der Antrieb und der Beweggrund – die Liebe zu Gott und den Menschen – trat mehr und mehr in den Hintergrund. So könnten wir den Dienst aus reinem Pflichtbewusstsein verrichten oder um gut vor anderen dazustehen. Die Gleichgültigkeit der Menschen um uns herum kann auf uns abfärben. Oder auch die zunehmende Gesetzlosigkeit, die bewirkt, dass die Liebe der meisten erkaltet (Mat 24:13). Viele hörten im Laufe der Jahrhunderte auf, die gute Botschaft von Gottes Königreich zu predigen, auch weil es ihnen an Liebe mangelte. Stattdessen fing man an den Menschen mit dem Teufel, Höllenfeuer, Fegefeuer und anderen Strafen Gottes zu drohen. Wahre Christen beachten die Worte Jesu und predigen die gute Botschaft vom Königreich (Mat 24:14).
„Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt: Dem, der siegt, will ich gewähren, von dem Baum des Lebens zu essen, der im Paradies Gottes ist“ (Off 2:7). Diejenigen, die ein hörendes Ohr hätten, würden seinen Rat beachten und wie Jesus in der Liebe bleiben. Im Garten Eden gab es den Baum des Lebens. Die ersten Menschen wurden aber untreu und deshalb war ihnen der Baum des Lebens verwehrt. Wer vom Baum des Lebens essen darf, erhält Zugang zu allen Vorkehrungen Jehovas zum ewigen Leben.

2.      SMYRNADrangsal ertragen

Etwas über 50 Kilometer nördlich der Ruinen von Ephesus lag die Stadt Smyrna. Man beachte, was Jesus als nächstes sagt: „Und dem Engel der Versammlung in Smyrna schreibe: Diese Dinge sagt ‚der Erste und der Letzte‘, der ein Toter wurde und wieder zum Leben kam“ (Off 2:8). Jesus war der Erste, der von Jehova selbst zu himmlischen Leben auferweckt wurde, und der letzte, der so auferweckt wurde, also der Einzige. Wenn Jesus auferweckt wurde, dann ist es anderen auch möglich.

„Ich kenne deine Drangsal und Armut - doch du bist reich - und die Lästerung seitens derer, die behaupten, sie selbst seien Juden, und sie sind es doch nicht, sondern sind eine Synagoge des Satans“ (Off 2:9). Sie haben um ihres Glaubens willen viel Drangsal erduldet. Materiell gesehen sind sie arm, aber geistig gesehen sind sie reich. Sie haben Schätze im Himmel aufgehäuft (Mat 6:19, 20). Die natürlichen Juden waren im Alten Testament Gottes auserwähltes Volk. Wer behauptet ein Jude zu sein, behauptet demnach zu Gottes Auserwählten zu gehören. Jesus bezeichnet sie aber als „eine Synagoge des Satans“, denn sie widerstehen den tatsächlich Auserwählten und machen diesen das Leben und den Dienst schwer. Dabei kann es sich um starrsinnige Juden handeln, die sich dem Christentum verweigern oder um falsche Apostel, die behaupten Christus zu vertreten. Da diese materiell vielleicht bessergestellt sind, könnte man auf den ersten Blick meinen, dass sie Gottes Segen und Unterstützung haben.

Jesus tröstet seine Brüder mit folgenden Worten: „Fürchte dich nicht vor den Dingen, die zu leiden du im Begriff bist. Siehe! Der Teufel wird fortfahren, einige von euch ins Gefängnis zu werfen, damit ihr völlig auf die Probe gestellt werdet, und ihr werdet zehn Tage lang Drangsal haben. Erweise dich treu selbst bis in den Tod, und ich will dir die Krone des Lebens geben“ (Off 2:10). Jesus verspricht nicht, dass die Prüfungen der Christen in Smyrna bald enden werden. Einige von ihnen werden weiterhin verfolgt und ins Gefängnis geworfen werden. Sie werden „zehn Tage“ lang Drangsal haben. Die Zahl zehn symbolisiert irdische Vollständigkeit. Selbst Bewahrer der Lauterkeit müssen ihr Leben lang mit Prüfungen, Leiden und Ungerechtigkeiten rechnen. Deshalb stärken sie ihren Glauben, um vorbereitet zu sein. Jehova kann sie auch beschützen und aus der Prüfung befreien.  

„Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt: Wer siegt, der wird keinesfalls vom zweiten Tod Schaden erleiden“ (Off 2:11). Wer sich als treu erweist, selbst in den Tod, wird nicht endgültig tot sein, sondern von Jesus auferweckt werden.

3.      Pergamon – An der Wahrheit festhalten

Etwa 100 Kilometer nordöstlich lag Pergamon. Die Stadt war berühmt wegen ihres Zeus- oder Jupitertempels. Den Altar jenes Tempels kann man im Pergamonmuseum in Berlin besichtigen.

„Und dem Engel der Versammlung in Pergamon schreibe: Diese Dinge sagt der, der das scharfe, lange zweischneidige Schwert hat“ (Off 2:12). Jesus greift hier das Schwert auf, das gemäß Off 1:16 aus seinem Mund hervorgeht. Als Richter geht er nicht nach bloßem Augenschein oder Gutdünken vor. Er wendet Gottes gerechte Maßstäbe an und ist sehr wohl dazu imstande zwischen Recht und Unrecht, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.  Als „Bote des Bundes“, ist er, „ein schneller Zeuge“ gegen die Götzendiener, Hurer, Egoisten, Lügner, Ausbeuter und Betrüger (Mal 3:1, 5). Und er wird dem Recht Geltung verschaffen (Jes 11:2-5).

„Ich weiß, wo du wohnst, nämlich da, wo der Thron des Satans ist, und doch hältst du weiterhin an meinem Namen fest, und du hast deinen Glauben an mich nicht verleugnet, auch nicht in den Tagen des Antipas, meines Zeugen, des treuen, der an eurer Seite, dort, wo der Satan wohnt, getötet wurde“ (Off 2:13). Die Christen waren von Götzendienst umgeben. Außer dem Zeus-Tempel gab es noch das Heiligtum des Äskulaps, dem Gott der Heilkunde. Pergamon förderte auch den Kaiserkult. Der „Thron“ stellt die satanische Macht der Stadt dar. Sie leistet der wahren Anbetung und dem Predigtwerk der Christen Widerstand. Antipas (=gegen den allgemeinen Lauf) erlitt offensichtlich den Märtyrertod, weil er sich geweigert hatte, bei der Ergebenheit gegenüber Gott Kompromisse zu machen. Trotz der Todesgefahr verleugneten die Christen in Pergamon ihren Glauben und Herrn nicht. Sie ‘hielten an Jesu Namen fest’, als den von Gott bestimmten Richter der Lebenden und Toten (2.Ti 4:1,2).
Heute findet der Kaiserkult sein Gegenstück im Nationalismus und Patriotismus. Es gibt heute noch Länder, in denen Verehrung und Bekenntnis zum Staat, seinen politischen Führern und nationalistischen Symbolen vorgeschrieben werden. Von jungen Christen wird der Militärdienst gefordert oder das Mitsingen der Nationalhymne.

„Dessen ungeachtet habe ich einige wenige Dinge gegen dich. Du [hast] dort solche ..., die an der Lehre Bileams festhalten, der hinging, Balak zu lehren, den Söhnen Israels eine Schlinge zu legen, so dass sie Dinge äßen, die Götzen geopfert sind, und Hurerei begingen“ (Off 2:14).

Bileam, ein nichtisraelitischen Prophet Jehovas, sollte im Auftrag des Königs der Moabiter, Israel verfluchen. Bileam musste aber auf Veranlassung Jehovas die Israeliten segnen und ihre Feinde verwünschen. Bileam riet dem König Balak dann, die Moabiterinnen sollten die Männer von Israel zu buchstäblicher und geistiger Hurerei (=Götzendienst) verführen. Diese Taktik ging auf, Jehova entbrannte in gerechtem Zorn, und er sandte eine Plage, der 24 000 Hurer zum Opfer fielen. (4. Mo 24:10, 11; 25:1-3, 6-9; 31:16).

In Pergamon mögen ebenso Unmoral und Götzendienst in die Versammlung eingedrungen sein, zumindest wurden sie als nicht so gravierend angesehen. Wir müssen uns davor hüten, andere durch unangebrachte Toleranz zum Straucheln zu bringen. Auch moderne Formen des Götzendienstes müssen wir meiden, wie die Verehrung von Menschen und die Anbetung des Mammons (Mat 6:24).

Jesus weist die Christen in Pergamon außerdem zurecht mit den Worten: „So hast auch du solche, die ebenso an der Lehre der Nikolaus-Sekte festhalten“ (Off 2:15). Vorher hat Jesus die Epheser gelobt, weil sie die Taten dieser Sekte hassten. Aber die Christen in Pergamon müssen darüber Rat erhalten, wie sie die Versammlung vor Sektierertum bewahren können. „Bereue also. Wenn du es nicht tust, komme ich eilends zu dir, und ich will mit dem langen Schwert meines Mundes Krieg mit ihnen führen“ (Off 2:16).

Mit denen, die ihre sektiererischen Worte nicht bereuen wollen, wird der Herr Jesus „mit dem langen Schwert seines Mundes Krieg führen“. Wer den liebevollen Rat, der Sterne in der rechten Hand Jesu ablehnt, den straft Jesus „mit der größten Strenge“ und übergibt ihn der „Finsternis draußen“. Damit sie in der Christenversammlung nicht mehr als Sauerteig wirken können (Mat 24:48-51; 1. Kor 5:6, 9, 13).
„Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt: Dem, der siegt, will ich etwas von dem verborgenen Manna geben, und ich will ihm einen weißen Kieselstein geben und auf dem Kieselstein einen neuen Namen geschrieben, den niemand kennt außer dem, der ihn empfängt“ (Off 2:17). Die Christen in Pergamon werden, wie die Christen in Smyrna, angespornt, den Sieg zu erringen. Wenn sie in Pergamon, wo der Thron des Satans ist, den Sieg erringen wollen, müssen sie sich vor Götzendienst und Sektierertum hüten.

Zur Zeit Moses ernährte Jehova die Israeliten auf ihrer Wanderung durch die Wildnis mit Manna. Jeden Morgen außer am Sabbat bedeckte es auf wunderbare Weise die Erde; es war etwas Flockiges, so fein wie Reif. Es stammte von Gott und erhielt die Israeliten am Leben. (2. Mo 16:14, 15).

Sie empfangen auch einen „weißen Kieselstein“. An römischen Gerichtshöfen war es üblich, das Urteil mit Hilfe von Kieselsteinen zu fällen. Ein weißer Kieselstein bedeutete Freispruch, ein schwarzer dagegen Verurteilung, oft zum Tod. Wenn Jesus den Christen in Pergamon einen „weißen Kieselstein“ gibt, beurteilt er sie als unschuldig, rein und gerecht.

4.      Thyatira – Autorität achten

Etwa 65 Kilometer südöstlich von Pergamon lag die Handelsstadt Thyatira.

„Und dem Engel der Versammlung in Thyatira schreibe: Diese Dinge sagt der Sohn Gottes, er, der Augen hat gleich einer Feuerflamme und dessen Füße gleich glühendem Kupfer sind“ (Off 2:18).

Jesus spricht hier von sich als der Sohn Gottes. Er hat sich Gott nie gleichmachen wollen, und anerkannte, dass der Vater größer war als er. Aber der Vater liebte ihn, weil er allezeit das tat, was ihm wohlgefällig war (Joh 14:26; 8:29). Als Sohn „hat er Augen gleich einer Feuerflamme“ d.h. ihm entgeht nichts. So wie das Feuer die Nacht erhellt, so sind alle Dinge vor ihm nackt und bloßgelegt (Heb 4:13). Feuer kann auch verzehren, Jesus zum Einschreiten veranlassen. Seine gleich Kupfer glühenden Füße sind ein Hinweis auf seinen Eifer und seine Standhaftigkeit während seines irdischen Dienstes.

„Ich kenne deine Taten und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und dein Ausharren und weiß, dass deiner jüngsten Taten mehr sind als der früheren“ (Off 2:19). Jesus ist mit der Versammlung in Thyatira gut vertraut. Die gesalbten Christen in Thyatira sind eifrig und haben im Gegensatz zu den Ephesern ihre erste Liebe bewahrt. Ihr Glaube ist stark geblieben und ihre gottgefälligen Taten haben sogar noch zugenommen.

„Dessen ungeachtet habe ich dies wider dich, dass du das Weib Isebel duldest, die sich eine Prophetin nennt, und sie lehrt meine Sklaven und führt sie irre, so dass sie Hurerei begehen und Dinge essen, die Götzen geopfert sind“ (Off 2:20). Isebel, die Baalsanbeterin, war die Gattin des Königs Ahab von Israel. Sie widersetzte sich in großem Maße Jehova. Sie förderte die Anbetung des Baals im Land und verfolgte die Propheten Jehovas. Sie missachtete die Autorität ihres Mannes und war die eigentliche Herrscherin, die auch nicht vor Morden zurückschreckte. Das „Weib Isebel“ in Thyatira hat ebenfalls kein Recht, sich als Prophetin auszugeben. Sie hat nicht Gottes Geist, selbst wenn sie den Anschein zu erwecken sucht. Sie missachtet die Autorität der Christenversammlung, die vor einem halben Jahrhundert unter der Leitung des Heiligen Geistes beschlossen hatte, dass sich Christen von Dingen zu enthalten haben, die mit Götzen befleckt sind und von Hurerei (Apg 15:28,29). Sie übt einen schlechten Einfluss aus und bringt andere zum Straucheln, so dass diese unsittlich und gegen ihr Gewissen handeln.
Das eigentliche Problem aber ist, dass die Leitung der Versammlung in Thyatira den schlechten Einfluss des Weibes Isebel duldet. Liebe deckt zwar eine Menge von Sünden zu, aber Toleranz hat auch ihre Grenzen, besonders wenn es um die Reinheit der Versammlung geht. Paulus warnte vor Sauerteig, der die Versammlung verderben könnte (Gal 5:7-9).

„Und ich gab ihr Zeit zu bereuen, aber sie will ihre Hurerei nicht bereuen. Siehe! Ich bin im Begriff, sie auf ein Krankenbett zu werfen und die, die mit ihr Ehebruch begehen, in große Drangsal, wenn sie ihre Taten nicht bereuen“ (Off 2:21, 22). Jesus räumt Isebel und denen, die ihr nachfolgen, Zeit ein, zu bereuen, aber wird schließlich hart durchgreifen. Diejenigen, die die biblischen Grundsätze der Leitung und der Moral missachten und eigensinnig handeln, sind in einem gefährlichen Geisteszustand.  

„Und ihre Kinder will ich mit tödlichen Plagen töten, so dass alle Versammlungen erkennen werden, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht, und ich will euch, jedem einzelnen, gemäß euren Taten geben“ (Off 2:23). Wer dem Weib Isebel und ihren Hurereien nachfolgt, muss mit schmerzhafter Zurechtweisung rechnen, und, wenn er nicht bereut, damit aus der Versammlung ausgeschlossen zu werden. Und niemand denke, dass er seine unsittlichen Handlungen vor Gott verbergen kann. Jesus kennt die die verborgenen Empfindungen, und die Herzenseinstellung. Jehu sollte alle Spuren des „isebelschen“ Einflusses in Israel auslöschen. Die Verantwortlichen in der Versammlung müssen ebenfalls gegen den schädlichen Einfluss Isebels vorgehen.

„Indes sage ich den übrigen von euch, die in Thyatira sind, all denen, die diese Lehre nicht haben, denen nämlich, die nicht die ‚tiefen Dinge des Satans‘, wie sie sagen, kennengelernt haben: Ich lege euch keine andere Bürde auf. Dennoch, haltet an dem fest, was ihr habt, bis ich komme“ (Off 2:24, 25). Es gibt treue Menschen in Thyatira, die von Isebel unbeeinflusst geblieben sind, sie haben sich von den „tiefen Dingen Satans“ ferngehalten, von Hurerei und Götzendienst. Das ist weise. Jesus sagt: „Ich lege euch keine andere Bürde auf.“ Das erinnert an Apg15:28, 29: „Der Heilige Geist und wir selbst haben es für gut befunden, euch keine weitere Bürde aufzuerlegen als folgende notwendigen Dinge…  euch von Dingen zu enthalten, die Götzen geopfert wurden, … und von Hurerei. Wenn ihr euch vor diesen Dingen sorgfältig bewahrt, wird es euch gutgehen“. Jesus verlangt nur die notwendigen Dinge, wir sollten von anderen auch nicht mehr verlangen und selbst weiterhin das Gute tun und uns mit den „tiefen Dinge Gottes“ befassen (1. Kor 2:10).

„Und dem, der siegt und meine Taten bis zum Ende hin bewahrt, will ich Gewalt über die Nationen geben, und er wird die Menschen mit eisernem Stab hüten, so dass sie gleich Tongefäßen zerbrochen werden, ebenso wie ich von meinem Vater empfangen habe“ (Off 2:26, 27). Wer sich, wie Jesus, Gott und seinen gerechten Grundsätzen unterordnet und Versuchungen und Einflüssen zur Eigenmächtigkeit widersteht, wird von Gott mit Verantwortung belohnt werden. Wer Macht über andere ausüben will, muss dies auf gottgefällige Weise tun. Jesus hat Macht über die Völker erlangt und wer ihm nachfolgt, wird sie auch bekommen.

„Und ich will ihm den Morgenstern geben“ (Off 2:28). Jesus bezeichnet sich in Off 22:16 selbst als der hellglänzende Morgenstern. An Jesus erfüllt sich die Prophezeiung Bileams: „Ein Stern wird bestimmt aus Jakob hervortreten, und ein Zepter wird tatsächlich aus Israel erstehen“ (4. Mo 24:17). Wie wird Jesus „den Morgenstern“ denen geben, die siegen? Wer Jesus nachfolgt wird, durch ihn, selbst zu einem leuchtenden Stern werden.

„Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt“ (Off 2:29).

Kapitelanfang

Kapitel 3 - Rat an die 7 Versammlungen - Teil 2

 

 5.   SARDES –Die weißen Kleider bewahren

Etwa 50 Kilometer südlich von Thyatira lag die nächste Versammlung Sardes.

„Und dem Engel der Versammlung in Sardes schreibe: Diese Dinge sagt der, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: ‚Ich kenne deine Taten, du hast den Namen lebendig zu sein, bist aber tot‘ “ (Off 3:1).

Jesus hat die sieben Geister Gottes, die den Heiligen Geist Jehovas in seiner Fülle bezeichnen (Off 5:6). Er hat auch die „sieben Sterne“ in seiner rechten Hand und seine Boten sind gut informiert (Off 1:16).

Oberflächlich betrachtet ist die Versammlung in Sardes lebendig und aktiv, aber Jesus kann erkennen, dass sie geistig fast tot ist. Die meisten sind träge geworden.

„Sei wachsam, und stärke die verblieben Dinge, die am Sterben sind, denn ich habe deine Taten vor meinem Gott nicht für völlig ausgeführt befunden. Erinnere dich daran, wie du empfangen und wie du gehört hast, und bewahre es und bereue. Gewiss, wenn du nicht wachsam bist, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst überhaupt nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde“ (Off 3:2, 3).

Die Versammlung sollte an die Freude und die Segnungen zurückdenken, als sie die Wahrheit angenommen und in ihrem Leben angewandt hatten. Aber mittlerweile hat ihre Wertschätzung nachgelassen und sie sind geistiger Hinsicht fast tot. Dabei sollten sie ‘ein auserwähltes Geschlecht sein, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum besonderen Besitz, um die Vorzüglichkeit dessen weit und breit zu verkünden, der sie aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat’ (1.Pe 2:9). Über solche Wahrheiten nachzudenken, würde ihnen helfen zu bereuen und ‘die übrigen Dinge zu stärken’.

Jesus ermuntert sie, wieder eine geistig lebendige Versammlung zu werden. Sonst wird die Versammlung in Sardes, von Jesu Kommen überrascht werden (Mat 24:43, 44).

Der Prophet Maleachi warnte davor mit den Worten: „Plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der wahre Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, an dem ihr Gefallen habt. Siehe! Er wird gewiss kommen“ (Mal 3:1). Jesus kommt, um zu sichten und zu richten. Christen müssen stets wach bleiben, sonst geht es ihnen wie den törichten Jungfrauen aus dem Gleichnis Jesu. Sie waren nicht auf seine Ankunft vorbereitet. „Wacht daher beharrlich, denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde“ (Mat 25:1-13).

Jeder muss selbst wachsam bleiben und dagegen ankämpfen, in einen geistigen Schlaf zu fallen, damit er, wenn Jehovas Tag „wie ein Dieb in der Nacht“ kommt, tuend erfunden wird (Luk 21:34-36). Wir sollten einander helfen wach zu bleiben und den Außenstehenden helfen wach zu werden.

„Wenigstens hast du einige wenige Namen in Sardes, die ihre äußeren Kleider nicht beschmutzt haben, und sie werden mit mir in weißen Kleidern wandeln, weil sie würdig sind. Wer siegt, der wird so in weiße äußere Kleider gehüllt werden; und ich will seinen Namen keinesfalls aus dem Buch des Lebens auslöschen, sondern ich will seinen Namen vor meinem Vater und seinen Engeln bekennen“ (Off 3:4, 5).

Ja, diese „äußeren Kleider“ kennzeichnen jemanden als einen echten Christen (Off 16:15; 19:8). Lassen wir uns nicht von der Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit anderer anstecken und bewahren wir unsere christliche Persönlichkeit. Die Treuen in Sardes werden zum Zeichen ihrer Gerechtigkeit in weiße äußere Kleider gehüllt.

In dem Buch des Lebens sind alle eingetragen, die die Aussicht auf ewiges Leben haben (Mal 3:16). Ihre Namen bekennt Jesus vor seinem Vater und vor seinen Engeln. „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt.“ (Off 3:6).

6.   PHILADELPHIA – Auf die kleine Kraft vertrauen

Fünfzig Kilometer südöstlich von Sardes lag Philadelphia, eine ziemlich wohlhabende Stadt. Philadelphia bedeutet „geschwisterliche Zuneigung“.

„Und dem Engel der Versammlung in Philadelphia schreibe: Diese Dinge sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, so dass niemand schließen wird, und schließt, so dass niemand öffnet“ (Off 3:7).

Jesus ist der Heilige Gottes und der Wahrhaftige. Er ist die Wahrheit, das wahre Licht, das wahre Brot und der wahre Weinstock (Joh 6:68, 69; 14:6; 1:9; 6:32, 15:1).

Was ist der „Schlüssel Davids“? Nur Herrscher aus dem Haus König Davids sollten auf dem Thron Jehovas sitzen (Ps 89:1-4, 34-37). Der Engel Gabriel prophezeite schon vor der Geburt über Jesu: „Dieser wird groß sein und wird Sohn des Höchsten genannt werden; und Jehova Gott wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben, und er wird für immer als König über das Haus Jakob regieren, und sein Königreich wird kein Ende haben“ (Luk 1:31-33). Tatsächlich entstammte Jesus über David und Salomo bis hin zu Joseph der Königslinie und hatte somit das gesetzliche Recht auf den Thron Davids (1.Mo 49:10). Über Davids anderen Sohn Nathan bis hin zu Maria war er auch ein leiblicher Nachkomme Davids.

Jesus wurde im Jahre 29 u. Z. bei seiner Taufe im Jordan mit heiligem Geist zum König aus der Linie Davids gesalbt. Nach seiner Auferstehung im Himmel erbte er alle damit verbundenen Rechte. Er kann mit dem Schlüssel Davids anderen Gelegenheiten und Vorrechte in Verbindung mit dem Königreich Gottes eröffnen, aber auch verschließen. Niemand kann ihn daran hindern, denn ihm ist „alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben worden“ (Mat 28:18-20).

Eine geöffnete Tür

„Ich kenne deine Taten - siehe, ich habe eine geöffnete Tür vor dich gestellt, die niemand zu schließen vermag - und weiß, dass du eine kleine Kraft hast, und du hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet“ (Off 3:8). Die Versammlung ist aktiv und Jesu gegenüber treu geblieben. Vor ihr ist eine Tür für den Gottesdienst geöffnet worden, und mit Gottes Geist kann sie diese Gelegenheit und die „kleine Kraft“ kann so zu einer Kraftquelle werden, um ein gewaltiges weltweites Predigt- und Erntewerk zu verrichten nutzen (1. Kor 16:9; 2. Kor 12:10; Sach 4:6; Jes 40:28-31).

„Siehe! Ich will die aus der Synagoge des Satans geben, die sagen, sie seien Juden, und doch sind sie es nicht, sondern lügen — siehe, ich will sie veranlassen, zu kommen und vor deinen Füßen zu huldigen, und sie wissen lassen, dass ich dich geliebt habe“ (Off 3:9).
Wie die Versammlung in Smyrna hat auch die Versammlung in Philadelphia Schwierigkeiten mit Personen, die behaupten Gottes Auserwählte zu sein. Jesus bezeichnet diese falschen Apostel als die „Synagoge des Satans“, weil sie es den echten Christen schwer machen.

Juden mögen behaupten nach wie vor Gottes auserwählte Volk zu sein, aber sie sind es nicht mehr. Zu Pfingsten 33 u. Z. erwählte er an ihrer Stelle das Israel Gottes, die Christenversammlung. Ihre Glieder sind die geistigen Juden, die wirklich eine Beschneidung des Herzens aufweisen (Gal 6:16; Rö 2:28, 29). Danach gibt es für fleischliche Juden keine andere Möglichkeit, wieder in ein begünstigtes Verhältnis zu Jehova zu kommen, als Jesus als den Messias anzuerkennen (Mat 23:37-39). Einige kommen zu Jesu gesalbten Geschwistern und beugen sich in geistigem Sinne vor ihnen nieder, weil ‘sie gehört haben, dass Gott mit ihnen ist’ und unterstützen sie in dem Werk Gottes (Sacharja 8:23). Sie haben erkannt, dass die Versammlung in Philadelphia die auserwählten Christen sind, die Jesus und die Wahrheit vertreten. Sie bereuen und werden Christen. Heute gibt es in der Christenheit viele, die behaupten Gottes Vertreter zu sein. Aber sind sie wirklich Israel (Rö 9:4)?

In alter Zeit vertraute Jehova am Königshof Hiskias Eljakim, dem Verwalter, die Schlüssel des Hauses Davids an und in seiner Macht lag es zu öffnen und schließen (Jes 22:20, 22). Auch heute sollten wir diejenigen respektieren, denen Jesus die Schlüssel anvertraut hat (Mat 24:45-47).

Die Krone des Lebens

„Weil du das Wort über mein Ausharren bewahrt hast, will ich auch dich bewahren vor der Stunde der Erprobung, die über die ganze bewohnte Erde kommen soll, um die auf die Probe zu stellen, die auf der Erde wohnen. Ich komme eilends. Halte weiterhin fest, was du hast, damit niemand deine Krone nimmt“ (Off 3:10, 11).
Die Christen in Philadelphia erlebten damals nicht die „Stunde der Erprobung, die über die ganze Erde kommen soll“ (Off 7:9). Heute leben Christen auf der ganzen Erde in der „Stunde der Erprobung“ und müssen wach bleiben (Luk 21:34-36). Wahre Christen sind bemüht, ‘das Wort über das Ausharren Jesu zu bewahren’ und dürfen darauf vertrauen, dass Jesus sie trotz ihrer kleinen Kraft bewahren wird.

Eine Säule im Tempel Gottes

„Wer siegt, den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen, und er wird auf keinen Fall mehr aus ihm hinausgehen. Und ich will den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das von meinem Gott aus dem Himmel herabkommt, und meinen neuen Namen auf ihn schreiben“ (Off 3:12).

Im alten Jerusalem dienten Priester im Tempel Jehovas. Heute dienen Gesalbte Christen auf der Erde als Unterpriester in den irdischen Vorhöfen eines geistigen Tempels (1. Pe 2:9). Aber wenn sie gesiegt haben, betreten sie das himmlische Allerheiligste und werden zu einer von 144000 unvergänglichen Stützen im himmlischen Tempel (Heb 10:19; Off 20:6).

Auf jeden Sieger wird der Name Jehovas für alle sichtbar geschrieben. Jehova bekennt sich zu ihnen und sie gehören ihm. Sie erhalten auch den neuen Namen Jesu, der jetzt inthronisierter König ist (Php 2:9-11; Off 19:12). Sie erkennen ihn als ihren König an und Jesus anerkennt sie als seine vertrauensvollen Minister (Luk 22:29, 30). Auch wird auf sie der Name des Neuen Jerusalem geschrieben, das aus dem Himmel herabkommt, um die Menschheit zu segnen (Off 21:9-14). Alle Bürger des irdischen Bereiches des Königreiches werden sie als Vertreter des himmlischen Jerusalem anerkennen (Heb 12:22).

„Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt“ (Off 3:13).

Wir alle haben zumindest eine kleine Kraft und können etwas für Gott tun. Seien wir wachsam und willens durch jede Tür vermehrter Königreichsvorrechte einzutreten (Kol 4:2, 3). Ahmen wir Jesu Beispiel im Ausharren nach und erweisen wir uns seinem Namen gegenüber als zuverlässig und loyal.

7.   LAODICEA – Fortschritte machen

Laodicea lag knapp 100 km südöstlich von Philadelphia und war eine wohlhabende Handelsstadt und ein Bankenzentrum. Dem Wassermangel in der Stadt half man durch eine Wasserleitung ab. Doch wenn das Wasser in der Stadt eintraf, war es lauwarm.

„Und dem Engel der Versammlung in Laodicea schreibe: Diese Dinge sagt der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes“ (Off 3:14).

Jesus ist der „Amen“, weil alle kostbaren Verheißungen Jehovas durch Jesu Leben und Opfertod und Auferweckung ihre Erfüllung finden (2. Kor 1:20). Jesus ist „der treue und wahrhaftige Zeuge“, weil er einzigartig ist und in Prophezeiungen häufig mit Treue, Wahrheit und Gerechtigkeit in Verbindung gebracht wird. Er ist als Diener Jehovas völlig zuverlässig und vertrauenswürdig (Jes 11:4, 5; Off 1:5; 19:11). Als Mensch auf der Erde legte er bis zu seinem Tod mutig für die Wahrheit Zeugnis ab (Joh 18:36, 37).

„Ich kenne deine Taten, dass du weder kalt noch heiß bist. Ich wünschte, du wärst kalt oder heiß. Weil du nun lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich aus meinem Mund ausspeien“ (Off 3:15, 16).

Jesus, den sie als Christen nachahmen sollten, bekundete stets Feuereifer für Gott und seinen Tempel (Joh 2:17). Sein Lehren war stets erfrischend wie ein Becher kühlen Wassers an einem heißen Tag (Mat 11:28, 29). Aber die Christen in Laodicea sind weder heiß noch kalt. Sie brennen nicht für die Wahrheit. Wie das Wasser, das in ihre Stadt geleitet wird, sind sie gleichsam lau geworden. Sie stehen in der Gefahr von Jesus verworfen, ‘aus seinem Munde ausgespien’ zu werden.

Geistige Armut

„Weil du sagst: ‚Ich bin reich und habe Reichtum erworben und benötige gar nichts‘, du aber nicht weißt, dass du elend und bemitleidenswert und arm und blind und nackt bist“ (Off 3:17; (Luk 12:16-21). Da sie in einer wohlhabenden Stadt mit einem Stadion, Theater und höheren Schulen leben, fühlen sie sich aufgrund ihres Reichtums, der Bildung und Kultur vielleicht privilegiert. Die in materieller Hinsicht reichen Laodicener sind aber geistig verarmt und haben kein lauteres Auge bewahrt, da sie Gottes Königreich nicht an die erste Stelle in ihrem Leben setzen. (Mat 6:19-23,33). Sie besitzen keine geistigen Kleider, die sie als Christen kennzeichnen. (Off 16:15). Ihr Gewissen ist so weit abgestumpft, dass sie sich nicht einmal ihres erbärmlichen Zustandes bewusst sind.

Worum dreht sich unser Leben? Um den Besitz materieller Güter und die Annehmlichkeiten des Lebens oder um den Dienst für Gott? Worauf setzen wir unser Vertrauen? Auf Geld und Besitz oder auf Gott?

Wirklicher Reichtum

„Ich rate dir, durch Feuer geläutertes Gold von mir zu kaufen, damit du reich wirst, weiße äußere Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Nacktheit nicht offenbar gemacht wird, und Augensalbe, um deine Augen einzureiben, damit du siehst“ (Off 3:18). Echtes „Gold“, das durch Feuer von aller Schlacke befreit worden ist, wird sie „reich ... Gott gegenüber“ machen (Luk 12:21). Wo können sie solches Gold kaufen? Von keinem Bankier am Ort, sondern von Jesus. Sie sollten bereit sein „Gutes zu wirken, reich zu sein an vortrefflichen Werken, freigebig zu sein, bereit zu teilen, indem sie für sich sichere Schätze sammeln als vortreffliche Grundlage für die Zukunft. Die in materieller Hinsicht reichen Laodicener sollten den Rat des Paulus befolgen und die Erkenntnis Gottes erwerben. (Spr. 2:1-7). Allerdings muss man sie kaufen, Zeit und Mühe investieren. Sie sollen ihre geistige Blindheit durch geistige Augensalbe behandeln, auf diese Weise werden sie geistiges Verständnis und Unterscheidungsvermögen erlangen, was ihnen helfen wird, auf dem „Pfad der Gerechten“ zu wandeln. So können sie die vorzüglichen „weißen äußeren Kleider“ anlegen, die sie als echte Nachfolger Jesu Christi ausweisen.

„Alle, zu denen ich Zuneigung habe, weise ich zurecht und nehme sie in Zucht. Sei also eifrig und bereue“ (Off 3:19). Die Zurechtweisung Jesus ist genauso wie die Zucht von Jehova ein Zeichen von Liebe (Heb 12:4-7). Die Versammlung sollte den Rat anwenden.

Jesus ist auch heute durch die Sterne der Versammlungen bei uns „alle Tage bis zum Abschluss des Systems der Dinge“ (Mat 28:20). Wenn uns mitunter strenger Rat oder Zucht zuteilwird, sollten wir nicht vergessen: „Die Zurechtweisungen der Zucht sind der Weg des Lebens“ (Spr 6:23). Wir alle sind unvollkommen und sollten nötigenfalls bereuen, damit wir zurechtgebracht werden und in Gottes Liebe bleiben (2. Kor 13:11).

„Siehe! Ich stehe an der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, will ich in sein Haus kommen und das Abendessen mit ihm einnehmen und er mit mir“ (Off 3:20).
Jesus verheißt Allen reiche geistige Segnungen, die ihn und seinen Rat willkommen heißen. Er drängt sich aber nicht auf, sondern überlässt es uns ihm die Tür zu öffnen und zuzuhören. Während viele sogenannte Christen lau geworden sind, haben einige Jesus gleichsam zu einem geistigen Abendessen eingeladen. Sie erkennen die Wahrheit und erfahren, was Gott erwartet und sind bereit es umzusetzen.

„Wer siegt, dem will ich gewähren, sich mit mir auf meinen Thron zu setzen, so wie ich gesiegt und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe“ (Off 3:21).
Jesus empfing nach seinem Tod das Königtum. Auch seinen treuen Nachfolgern steht das in Aussicht: „Ich mache einen Bund mit euch, so wie mein Vater einen Bund mit mir gemacht hat, für ein Königreich, damit ihr an meinem Tisch in meinem Königreich esst und trinkt und auf Thronen sitzt, um die zwölf Stämme Israels zu richten“ (Luk 22:28-30).

„Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt“ (Off 3:22).

Jesu Rat an die sieben Versammlungen ist zu Ende.

Kapitelanfang

Kapitel 4 - Jehovas himmlischer Thron

Mit Hilfe dieser Vision gibt Jehova uns eine Vorstellung von der Herrlichkeit und Größe des Himmels.  

„Nach diesen Dingen sah ich, und siehe, eine geöffnete Tür im Himmel, und die erste Stimme, die ich wie die einer Trompete mit mir reden hörte, sprach: ‚Komm hierherauf, und ich werde dir die Dinge zeigen, die geschehen sollen‘ “ (Off 4:1). In einer Vision wird Johannes eingeladen durch eine geöffnete Tür in den Himmel einzutreten. Er soll erfahren, was in Zukunft geschehen wird. Gott gewährt ihm Einsicht in seinen Vorsatz.

„Nach diesen Dingen geriet ich sogleich unter die Macht des Geistes: Und siehe, ein Thron war im Himmel aufgestellt, und auf dem Thron saß einer“ (Off 4:2). Johannes wird in einem Augenblick durch Gottes wirksame Kraft im Geiste direkt zum Thron Jehovas gebracht. Er erhält eine Vorschau auf den Himmel, wo für ihn und andere gesalbte Christen ‘ein unvergängliches und unbeflecktes und unverwelkliches Erbe’ aufbehalten ist (1. Pe 1:3-5).

„Und der Sitzende ist dem Aussehen nach gleich einem Jaspisstein und einem kostbaren rotfarbenen Stein, und rings um den Thron ist ein Regenbogen, dem Aussehen nach gleich einem Smaragd“ (Off 4:3). Den Propheten Jesaja, Hesekiel und Daniel war schon Einblick in den Himmel und Gott auf seinem Thron gewährt worden.  (Jes 6:1-4; Hes 1:26, 27; Da 7:9).

24 Älteste

„Und rings um den Thron sind vierundzwanzig Throne, und auf diesen Thronen sah ich vierundzwanzig Älteste sitzen, in weiße äußere Kleider gehüllt und auf ihren Häuptern goldene Kronen“ (Off 4:4).
Jesus hatte mit seinen Nachfolgern einen Bund geschlossen, damit sie in seinem Königreich auf Thronen sitzen würden (Luk 22:28-30). Jesus hatte zuvor versprochen „Wer siegt, dem will ich gewähren, sich mit mir auf meinen Thron zu setzen“ (Off 3:21). Nur von Jesus und den 24 Ältesten wird gesagt, dass sie im Himmel in der Gegenwart Jehovas regieren. Die 24 Ältesten sind also die auferstandenen Gesalbten der Christenversammlung in ihrer himmlischen Stellung.

Jesus hat sie aber auch zu „Priestern für seinen Gott und Vater gemacht“ (Off 1:5, 6). Die jüdische Priesterschaft der alten Zeit war in 24 Abteilungen eingeteilt, die sich während des Jahres in ihrem Heiligen Dienst abwechselten, so dass der heilige Dienst nie unterbrochen wurde (1. Chr 24:1-19). Die himmlische Priesterschaft aus 24 Ältesten dient Jehova ebenfalls beständig. Die Zahl 12 steht schon für eine göttliche Organisation, die Zahl 24 noch mehr.

„Und aus dem Thron gehen Blitze und Stimmen und Donner hervor. Und da sind sieben Feuerlampen, die vor dem Thron brennen, und diese bedeuten die sieben Geister Gottes. Und vor dem Thron ist gleichsam ein gläsernes Meer wie Kristall“ (Off 4:5-6a).

Am Berg Sinai war Jehova einmal vom Himmel herabgekommen: „Es geschah am dritten Tag, als es Morgen wurde, dass ein Donnern und Blitzen anhob, und da war eine schwere Wolke auf dem Berg und ein sehr lauter Schall eines Horns“.  Und schließlich sprach Jehova zu Moses (2. Mo 19:16-19). Blitze und Donner künden von der Macht Jehovas. (Hiob 37:2-5).  Blitze können etwas erleuchten, aber auch vernichten. Die Blitze, die aus dem Thron Jehovas hervorgehen, stellen demnach erleuchtende Botschaften dar, aber auch feurige Gerichtsbotschaften. (Mat 24:27). Und den Blitzen folgt gewöhnlich der Donner. Auf beides folgten auf dem Berg Sinai die 10 Gebote Gottes (2. Mo 20:1-17). Stimmen aus dem Himmel übermittelten in der Vergangenheit also wichtige Botschaften Gottes. Welche Botschaft wird nun folgen?

Die Zahl Sieben symbolisiert göttliche Vollständigkeit. Die sieben Lampen bezeichnen also die erleuchtende Kraft des Heiligen Geistes in seiner Fülle.

Johannes sieht außerdem ein „gläsernes Meer wie Kristall“. Paulus sagte, dass Jesus die Versammlung durch das Wasserbad seines Wortes heilige (Eph 5:26). Ehe Jesus starb, erklärte er seinen Jüngern: „Ihr seid bereits rein des Wortes wegen, das ich zu euch geredet habe“ (Joh 15:3). Das gläserne Meer wie Kristall muss daher das reinigende inspirierte Wort Gottes darstellen. Die Glieder der königlichen Priesterschaft, die in die Gegenwart Jehovas kommen, müssen sich einer gründlichen Reinigung durch sein Wort unterzogen haben.

4 lebende Gescöpfe

„Und in der Mitte, rings um den Thron, sind vier lebende Geschöpfe, die vorn und hinten voller Augen sind. Und das erste lebende Geschöpf ist gleich einem Löwen, und das zweite lebende Geschöpf ist gleich einem jungen Stier, und das dritte lebende Geschöpf hat ein Angesicht gleich dem eines Menschen, und das vierte lebende Geschöpf ist gleich einem fliegenden Adler. Und was die vier lebenden Geschöpfe betrifft: Jedes von ihnen hat je sechs Flügel; ringsum und unterhalb sind sie voller Augen. Und sie haben Tag und Nacht keine Ruhe, während sie sagen: ‚Heilig, heilig, heilig ist Jehova Gott, der Allmächtige, der war und der ist und der kommt‘ “ (Off 4:6b-8).

Hesekiel sah in einer Vision, wie Jehova auf einem himmlischen Wagen thronte; dieser wurde von lebenden Geschöpfen begleitet, die ähnliche Merkmale aufwiesen wie diejenigen, die Johannes beschreibt (Hes 1:5-11, 22-28). Später sah Hesekiel noch einmal diesen Thronwagen in Begleitung der lebenden Geschöpfe. Diesmal bezeichnete er aber die lebenden Geschöpfe als Cherube (Hesekiel 10:9-15). Die vier lebenden Geschöpfe, die Johannes sieht, müssen Geschöpfe von hohem Rang in seiner geistigen Organisation.

Die vier lebenden Geschöpfe befinden sich „in der Mitte, rings um den Thron“, also in unmittelbarer Nähe zu Jehovas Thron. Gemäß Ps 99:1 hat Jehova seinen Sitz auf den Cheruben.

Diese verschiedenen lebenden Geschöpfe heben bestimmte göttliche Eigenschaften hervor. Das erste gleicht einem Löwen. Der Löwe wird in der Bibel als Symbol für Herrschaft gebraucht. Jesus wird als Löwe vom Stamm Juda bezeichnet, dem der Gehorsam der Völker gehören wird (1.Mo 49:9,10). Das zweite lebende Geschöpf gleicht einem jungen Stier, der Kraft darstellt. Das dritte lebende Geschöpf hat ein Gesicht wie das eines Menschen. Es muss Menschlichkeit darstellen. Das vierte lebende Geschöpf ähnelt einem fliegenden Adler, der bekannt ist für sein gutes Sehvermögen. Der Adler symbolisiert also passenderweise weitblickende Weisheit. Die Cherube ahmen Jehovas gerechte Herrschaft, seine dynamische Kraft, seine menschliche Liebe und weitblickende Weisheit nach.

Da die Cherube so viele Augen haben, können sie überall hinsehen und so entgeht ihnen nichts. Und mit den drei Flügelpaaren können sich die Cherube blitzschnell überall hin bewegen. Jehova gebraucht sie, um sich zu informieren. „Was Jehova betrifft, seine Augen durchschweifen die ganze Erde, damit er sich stark erweise zugunsten derer, deren Herz ihm gegenüber ungeteilt ist“ (2. Chr 16:9).

Die Cherube singen: „Heilig, heilig, heilig ist Jehova Gott, der Allmächtige, der war und der ist und der kommt.“ Die Cherube bestätigen mit Nachdruck und wiederholt die Heiligkeit Jehovas Gottes. Obwohl sie selbst eine sehr hohe Stellung direkt beim Thron Jehovas einnehmen sind sie sich doch der Einzigartigkeit ihres Gottes bewusst.

„Und wann immer die lebenden Geschöpfe demjenigen Herrlichkeit und Ehre und Danksagung darbringen, der auf dem Thron sitzt, der da lebt für immer und ewig, so fallen die vierundzwanzig Ältesten vor dem nieder, der auf dem Thron sitzt, und beten den an, der da lebt für immer und ewig, und sie werfen ihre Kronen vor den Thron hin und sagen: ‚Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast, und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen‘“ (Off 4:9-11).

Die 24 Ältesten werfen ihre Kronen vor Jehova hin. Sie räumen ein, dass sie ihre Macht von Jehova, dem höchsten Souverän, erhalten haben. Sie stimmen den Cheruben und allen anderen treuen Geschöpfen von ganzem Herzen zu, indem sie Gott, der alle Dinge erschaffen hat, lobpreisen und verherrlichen (Ps 150:1-6). Wir können Gott in unseren Gebeten, Liedern und Predigten ebenfalls lobpreisen. Und ihn durch unseren Gehorsam und unsere Unterordnung ehren.

Kapitelanfang

Kapitel 5 - Eine Buchrolle mit sieben Siegeln

„Und ich sah in der Rechten dessen, der auf dem Thron sitzt, eine Buchrolle, innen und auf der Rückseite beschrieben, fest versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sah einen starken Engel, der mit lauter Stimme ausrief: ‚Wer ist würdig, die Buchrolle zu öffnen und ihre Siegel zu lösen?‘ Doch kein einziger, weder im Himmel noch auf der Erde, noch unter der Erde, vermochte die Buchrolle zu öffnen oder in sie hineinzuschauen. Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, die Buchrolle zu öffnen oder in sie hineinzuschauen“ (Off 5:1-4).

Jehova selbst bietet die Buchrolle in seiner ausgestreckten geöffneten Hand an. Sie muss viele wichtige Informationen enthalten, denn sie ist auf der Vorder- und auf der Rückseite beschrieben und mit sieben Siegeln versehen. Darin stehen die Dinge geschrieben, die in Zukunft geschehen werden (Off 4:1).

Doch anscheinend ist niemand würdig, die Buchrolle zu nehmen und zu öffnen. Nicht einmal einer der treuen verstorben Dienern Gottes unter der Erde. Johannes ist verzweifelt. Auch heute sehnen sich Christen nach Gottes Offenbarungen.

„Doch einer von den Ältesten spricht zu mir: ‚Hör auf zu weinen. Siehe! Der Löwe, der vom Stamm Juda ist, die Wurzel Davids, hat gesiegt, so dass er die Buchrolle und ihre sieben Siegel öffnen kann‘ “ (Off 5:5). Johannes kann sich beruhigen. Und wir können die Vision verstehen und deren Bedeutung bekanntmachen.

Auf seinem Sterbebett verglich Jakob seinen Sohn Juda mit einem Löwen und prophezeite, „das Zepter wird nicht vom Stamm Juda weichen noch der Befehlshaberstab zwischen seinen Füßen hinweg, bis Schilo (=derjenige, dem es gehört), kommt; und ihm wird der Gehorsam der Völker gehören“ (1. Mo 49:9, 10). Jesus ist der Löwe aus dem Stamm Juda.

Der verheißene Messias wird prophetisch als „ein Reis aus dem Stumpf Isais [des Vaters König Davids] ... und ein Sproß“ bezeichnet sowie als „die Wurzel Isais ..., die dastehen wird als ein Signal für die Völker“ (Jes 11:1, 10). Jesus war insofern ein Reis Isais, als er in die Königslinie Davids, eines Sohnes Isais, hineingeboren wurde. Und als Wurzel Isais ließ er die davidische Dynastie wieder sprossen und erhält sie für immer aufrecht (2. Sam 7:16).

In seinem Dienst für Jehova bewahrte Jesus als vollkommener Mensch auf hervorragende Weise unter qualvollen Prüfungen seine Lauterkeit. Unter allen Dienern Gottes kann nur er die Buchrolle nehmen, die darin enthaltene bedeutsame Botschaft bekanntmachen und deuten.

„Und ich sah inmitten des Thrones und der vier lebenden Geschöpfe und inmitten der Ältesten ein Lamm stehen, als wäre es geschlachtet worden, das sieben Hörner und sieben Augen hatte, welche Augen die sieben Geister Gottes bedeuten, die nach der ganzen Erde hin ausgesandt worden sind“ (Off 5:6).

Anstatt eines Löwen bekommt Johannes ein geschlachtetes Lamm zu sehen. Jesus ist „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt“(Joh 1:29). Während seines irdischen Lebens blieb Jesus von der Welt unbefleckt, so dass er sein sündenloses Leben als Opfer für die Menschheit darbringen konnte (1. Kor 5:7; Heb 7:26).

Das Lamm hat sieben Hörner. Hörner werden in der Bibel oft als Symbol von Macht oder Amtsgewalt gebraucht, und die Zahl Sieben deutet auf Vollständigkeit hin. (1. Sam 2:1, 10; Psalm 112:9; 148:14.) Die sieben Hörner des Lammes stellen demnach die Fülle oder das volle Maß der Macht dar, die Jehova Jesus übertragen hat. Er wurde „hoch über jede Regierung und Gewalt und Macht und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht nur in diesem System der Dinge, sondern auch in dem künftigen“, gesetzt (Epheser 1:20-23; 1. Petrus 3:22).

Darüber hinaus ist Jesus vollständig mit heiligem Geist erfüllt; das wird durch die sieben Augen des Lammes dargestellt, die „die sieben Geister Gottes bedeuten“. Jesus ist ein Kanal, durch den die Fülle oder ein volles Maß der wirksamen Kraft Jehovas seinen irdischen Dienern zukommt (Titus 3:6). Offensichtlich sieht er mit Hilfe dieses Geistes vom Himmel her, was auf der Erde geschieht. Ihm entgeht nichts. (Sach 4:10.) Dieser Sohn — derjenige, der die Lauterkeit bewahrte, der die Welt besiegte, der der Löwe aus dem Stamm Juda und die Wurzel Davids ist, der sein Leben für die Menschheit opferte und von Jehova ein volles Maß an Macht und heiligem Geist sowie vollkommenes Wahrnehmungsvermögen erhielt —, ja dieser ist wirklich würdig, die Buchrolle aus Jehovas Hand entgegenzunehmen.

Es [das Lamm] ging und nahm sie sogleich aus der Rechten dessen, der auf dem Thron sitzt“ (Off 5:7).

„Und als es die Buchrolle nahm, fielen die vier lebenden Geschöpfe und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder, und jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen, die voll Räucherwerk waren, und das Räucherwerk bedeutet die Gebete der Heiligen“ (Off 5:8). Sowohl die vier lebenden Cherubgeschöpfe vor Gottes Thron als auch die 24 Ältesten beugen sich vor Jesus nieder, da sie seine Autorität anerkennen.

Im jüdischen System der Dinge durfte nur der Hohepriester das Allerheiligste betreten und vor die symbolische Gegenwart Jehovas kommen. Sein Leben hing davon ab, dass er Räucherwerk darbrachte. Im christlichen System der Dinge betritt schließlich nicht nur der Hohepriester, Jesus Christus, das gegenbildliche Allerheiligste, den Ort der Gegenwart Jehovas im Himmel, sondern auch die 144 000 Unterpriester (Heb 10:19-23). Diese Priester kommen auch im Himmel ihrer Pflicht dar.

Ein neues Lied

„Und sie singen ein neues Lied, indem sie sagen: ‚Du bist würdig, die Buchrolle zu nehmen und ihre Siegel zu öffnen, denn du bist geschlachtet worden, und mit deinem Blut hast du für Gott Personen aus jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk und jeder Nation erkauft‘ “ (Off 5:9). Der Ausdruck „neues Lied“ bezieht sich in der Bibel gewöhnlich auf ein Lied, mit dem Jehova wegen eines großartigen Befreiungsaktes gepriesen wird (Psalm 96:1; 98:1; 144:9). Das Lied ist deshalb neu, weil die Sänger die Erfüllung der verheißenen Befreiung von Sünde und Tod selbst erlebt haben.

Als Jehova in den Tagen Mose die Israeliten zu einer Nation machte, schloss er mit ihnen einen Bund und verhieß, dass sie ihm ein Königreich von Priestern werden würden, wenn sie diesen Bund treu hielten (2. Mose 19:5, 6). Dieser Bund erfüllt sich an dem Israel Gottes, dessen Glieder als Könige über die Erde herrschen und als Priester amten werden, um die Menschen mit Gott zu versöhnen. Es ist so, wie es in dem neuen Lied zum Ausdruck gebracht wird: „Und du hast sie zu einem Königtum und zu Priestern für unseren Gott gemacht, und sie werden als Könige über die Erde regieren“ (Off 5:10). Die 24 Ältesten haben allen Grund Jesus dankbar zu sein.

„Und ich sah, und ich hörte eine Stimme vieler Engel rings um den Thron und die lebenden Geschöpfe und die Ältesten, und ihre Zahl war Myriaden mal Myriaden und Tausende mal Tausende, die mit lauter Stimme sprachen: ‚Das Lamm, das geschlachtet wurde, ist würdig, die Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Segen zu empfangen‘ “ (Off 5:11, 12).

„Gott hat Jesus zu einer übergeordneten Stellung erhöht und ihm gütigerweise den Namen gegeben, der über jedem anderen Namen ist, so daß sich im Namen Jesu jedes Knie beuge, derer, die im Himmel, und derer, die auf der Erde, und derer, die unter dem Erdboden sind, und jede Zunge offen anerkenne, dass Jesus Christus Herr ist zur Verherrlichung Gottes, des Vaters“ (Php 2:9-11).

„Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: ‚Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei der Segen und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht für immer und ewig‘. „Und die vier lebenden Geschöpfe sprachen ferner: ‚Amen!‘, und die Ältesten fielen nieder und beteten an“ (Off 5:13, 14).

Wenn das bestehende irdisches System beseitigt worden ist, wird „jedes Geschöpf ... auf der Erde“ zum Lobpreis Jehovas und seines Sohnes in dieses Lied mit einstimmen.

Heute schon stimmen Millionen Menschen auf der Erde in dieses neue Lied mit ein (Jes 42:10). Am Ende des Millenniums, wenn die Menschheit vollkommen gemacht worden ist, wird es noch gewaltiger erschallen. Jeder Lebende wird schließlich Gott anbeten und ihm dienen.

Kapitelanfang

Kapitel 6 - Die vier apokalyptischen Reiter

„Und ich sah, als das Lamm eines der sieben Siegel öffnete, und ich hörte eines von den vier lebenden Geschöpfen wie mit Donnerstimme sagen: ‚Komm!‘ “ (Off 6:1). Es ist die Stimme des ersten Cherubs, dessen löwenähnliches Aussehen den Apostel möglicherweise an den mutigen Löwen aus dem Stamme Juda erinnert. An wen ist die Aufforderung gerichtet?



Das weiße Pferd steht für
Krieg in Gerechtigkeit

Das 1.Siegel - Ein weißes Pferd und sein siegender Reiter

„Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd; und der darauf saß, hatte einen Bogen; und es wurde ihm eine Krone gegeben, und er zog aus, siegend und um seinen Sieg zu vollenden“ (Off 6:2). Auf den lauten Ruf „Komm!“ stürmt ein weißes Pferd heran. In der Bibel ist das Pferd oft ein Sinnbild des Krieges (Spr 21:31) und weiß für makellose Heiligkeit. Das weiße Pferd steht somit für einen gerechten Krieg (Off 19:11).

Bei dem Reiter auf dem weißen Pferd handelt es sich offensichtlich um Jesus Christus, der zu Beginn des Tages des Herrn eine Krone, also das Königreich und die damit verbundene Macht erhält (Ps 2:6-8). Als neugekrönter König muss er sich gleich zum Krieg aufmachen und gegen die Feinde Gottes vorgehen. „Den Stab deiner Macht wird Jehova aus Zion senden: „Schreite zur Unterwerfung inmitten deiner Feinde.“ (Ps 110:1,2).

„In deiner Pracht zieh hin zum Erfolg; fahre einher in der Sache der Wahrheit und Demut und Gerechtigkeit, und deine Rechte wird dich in furchteinflößenden Dingen unterweisen. Deine Pfeile sind scharf — Völker fallen fortwährend unter dir — im Herzen der Feinde des Königs. Gott ist dein Thron auf unabsehbare Zeit, ja für immer; das Zepter deines Königtums ist ein Zepter der Geradheit. Du hast Gerechtigkeit geliebt, und du hasst Bosheit. Darum hat dich Gott, dein Gott, mit dem Öl des Frohlockens gesalbt, mehr als deine Mitgenossen“ (Ps 45:4-7).

Das griechische Wort στέφανος hat auch die Bedeutung von (Sieges)Kranz. Der Sieg ist ihm gewiss. Bis dahin muss der unbezwingbare Sieger aber auf dem weißen Pferd seinen Ritt fortsetzten. Doch die Gegner sind zahlreich und mächtig und setzen ihm - wissentlich oder unwissentlich –Widerstand entgegen.



Das feuerfarbene Pferd steht für Krieg!

Das 2.Siegel - Ein feuerfarbene Pferd mit einem langen Schwert

„Und als er das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite lebende Geschöpf sagen: ‚Komm!‘ “ (Off 6:3). Diese Aufforderung lässt der zweite Cherub, der aussieht wie ein Stier, ergehen.

„Und ein anderes, ein feuerfarbenes Pferd kam hervor; und dem, der darauf saß, wurde gewährt, den Frieden von der Erde wegzunehmen, so dass sie einander hinschlachten würden, und ein großes Schwert wurde ihm gegeben“ (Off 6:4).

Hier entfaltet sich die Macht auf zerstörerische Weise.
Jesus antwortete auf die Frage, was denn das Zeichen seiner Gegenwart (Wiederkunft) sei: „Nation wird sich gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich“. Kriege gibt es schon sehr lange. Jetzt aber wird dem Reiter auf dem roten Pferd „ein großes Schwert“ gegeben. Die Menschen erfinden immer schlimmere Vernichtungswaffen, mit denen sie immer mehr Zerstörung und Elend anrichten. Dem Reiter auf dem feuerfarbenen Pferd ist auch gewährt worden, den Frieden von der Erde wegzunehmen. Irgendwo auf der Erde gibt es immer Krieg. Solange die Gesellschaft von Nationalstolz und Selbstsucht durchdrungen ist, wird sich daran auch nichts ändern. Aber der Reiter auf dem weißen Pferd wird siegen und eine neue gerechte irdische Gesellschaft herbeiführen, die auf Liebe zu Gott und zum Nächsten basiert ohne die es keinen dauerhaften Frieden geben kann. Und es wird Frieden geben (Ps 72:7).



Das scharze Pferd steht für Hungersnot

Das 3.Siegel - Ein schwarzes Pferd mit einer Waage

„Und als er das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte lebende Geschöpf sagen: ‚Komm!‘ “ (Off 6:5a). Dieser dritte Cherub hat „ein Angesicht gleich dem eines Menschen“ (Off 4:7), was die Eigenschaft der Liebe bzw. Menschlichkeit veranschaulicht.

„Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd; und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand“ (Off 6:5b
).
Und ich hörte eine Stimme, als ob sie inmitten der vier lebenden Geschöpfe sagte: ‚Einen Liter Weizen für einen Denar und drei Liter Gerste für einen Denar, und das Olivenöl und den Wein beschädigt nicht‘ “ (Off 6:6).


Die Nahrungsmittel müssen bei Knappheit rationiert oder abgewogen zugeteilt werden (Hes 4:16). Was bedeuten die Worte: „Das Olivenöl und den Wein beschädigt nicht.“? In biblischer Zeit galten Brot, Öl und Wein als lagerfähige Hauptnahrungsmittel (Ps 104:14, 15.). Offensichtlich sollten die Lebensmittelvorräte bewahrt und nicht vorschnell aufgebraucht werden.
Ein Mangel an Nahrungsmitteln ist ein Zeichen der letzten Tage (Mat 24:7). Gerade in Zeiten der Hungersnot kommt es auf Liebe und Mitgefühl für die Bedürftigen an. Weltweit leiden viele Menschen am Lebensnotwendigen. Aber wir können sicher sein, dass der Reiter auf dem weißen Pferd, der „als König regieren muss, bis Gott alle Feinde unter seine Füße gelegt hat“, auch diesem Reiter Einhalt gebieten wird (1. Kor 15:25). „Es wird Fülle an Getreide auf der Erde geben; auf dem Gipfel der Berge wird Überfluss sein“ (Ps 72:16).


Das fahle Pferd steht für Tod.

Das 4.Siegel - Ein fahles Pferd zusammen mit dem Hades

„Und als er das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten lebenden Geschöpfes sagen: ‚Komm!‘ “ (Off 6:7). Das ist die Stimme des Cherubs, der einem fliegenden Adler gleicht. Das deutet auf weitblickende Weisheit hin. „Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd; und der darauf saß, hatte den Namen Tod. Und der Hades folgte dicht hinter ihm“ (Off 6:8a).

Passenderweise reitet der Tod ein bleiches Pferd und dem Tod folgt unmittelbar der Hades, denn der Hades ist bereit die Opfer des vierten Reiters in Empfang zu nehmen.

„Und es wurde ihnen Gewalt über den vierten Teil der Erde gegeben, um mit einem langen Schwert und mit Lebensmittelknappheit und mit tödlichen Plagen und durch die wilden Tiere der Erde zu töten“ (Off 6:8b).
„Es wurde ihnen Macht gegeben“, bedeutet, Jehova lässt es in seiner Weitsicht zu, dass weiterhin Menschen eines vorzeitigen Todes sterben. Der Tod und der Hades werden aber die Toten herausgeben müssen, die darin sind’ (Off 20:13).

Krieg, Hungersnot, Krankheit und wilde Tiere, galten in alter Zeit tatsächlich als Hauptursachen für einen vorzeitigen Tod (Hes 5:17). Sie schatten alle heutigen Ursachen eines frühzeitigen Todes vor. Ein großer Teil der Erdbevölkerung ist davon betroffen. Viele Menschen verhalten sich auch wie wilde Tiere, indem sie über andere herfallen, morden und vergewaltigen.


Das 5.Siegel - Märtyrer

„Und als er das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die wegen des Wortes Gottes und wegen des Zeugniswerkes, das sie innegehabt hatten, hingeschlachtet worden waren“ (Off 6:9). Nach dem gläsernen Meer, den Feuerlampen und dem Räucherwerk erblickt Johannes nun auch einen Altar. Und solche die wegen ihres Zeugniswerkes zu Tode gebracht wurden. Aber ihr Tod war nicht umsonst. Jehova betrachtet den Tod seiner treuen Zeugen als kostbares Opfer (Ps 116:15).

„Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: ‚Bis wann, Souveräner Herr, heiliger und wahrhaftiger, hältst du dich davon zurück, zu richten und unser Blut an denen zu rächen, die auf der Erde wohnen?‘ “ (Off 6:10). So wie Abels vergossenes Blut schreit ihr Blut nach gerechter Vergeltung (1. Mo 4:10). An der Erde und auch an der falschen Religion, Babylon die Große, die „trunken ist vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu“. „Ja, in ihr wurde das Blut von Propheten und Heiligen und von all denen gefunden, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind“ (Off 17:5, 6; 18:24). Solange dieses System und Babylon die Große existieren, wird das Blut ihrer Opfer nach Vergeltung schreien (Off 19:1, 2).

„Und es wurde jedem von ihnen ein weißes Gewand gegeben, und es wurde ihnen gesagt, noch eine kleine Weile zu ruhen, bis auch die Zahl ihrer Mitsklaven und ihrer Brüder voll wäre, die daran waren, getötet zu werden, so wie auch sie getötet worden waren“ (Off 6:11). Sie bleiben nicht als hingeschlachtete Seelen unter dem Altar liegen, sondern werden auferweckt. Die weißen Kleider sprechen sie gerecht zum Leben vor Gottes Thron, welch schmachvollen Tod sie auch immer erlitten haben (Off 3:5).

Solange Gott dieses ungerechte System zulässt, werden weiterhin Christen für ihren Glauben mit dem Tod bezahlen müssen. Aber bald wird damit Schluss sein. Sobald die letzten der 144000 versiegelt sind, nimmt Jehova Rache an diesem bösen System und seinen unverbesserlichen Unterstützern. Die gesalbten Märtyrer werden daran einen Anteil haben.

Das 6. Siegel - Erdbeben

„Und ich sah, als er das sechste Siegel öffnete, und es ereignete sich ein großes Erdbeben“ (Off 6:12a).

Jesus sagte in seiner Prophezeiung über das Zeichen seiner Gegenwart als regierender König „Erdbeben an einem Ort nach dem anderen“ voraus. Das Erdbeben in Off 16:12 meint sinnbildliche Erschütterungen dieses System der Dinge, das bis in seine Grundfesten ins Wanken gerät. Seit dem 1.Weltkrieg erschüttern politische Veränderungen und Krisen die menschliche Gesellschaft. Regierungen gehen und kommen. Klassenkämpfe, ideologische und religiöse Meinungsunterschiede führen zu Konflikten, Aufständen und Kriegen (Luk 21:9).

Dessen ungeachtet bewirkt Jehova auf seine Art eine Erschütterung. „Denn dies ist, was Jehova der Heerscharen gesprochen hat: ‚Noch einmal, für eine kleine Weile, erschüttere ich die Himmel und die Erde und das Meer und den trockenen Erdboden.‘ ‚Und ich will alle Nationen erschüttern, und die begehrenswerten Dinge aller Nationen sollen hereinkommen; und ich will dieses Haus mit Herrlichkeit füllen‘, hat Jehova der Heerscharen gesprochen.“ (Hag 2:6, 7). Jehova erschüttert durch die Verkündigung der Guten Botschaft die Welt und gottesfürchtige Menschen, „die begehrenswerten Dinge“, trennen sich von der Welt und der falschen Religion und wenden sich der wahren Anbetung zu.

Habakuk sah ebenfalls ein Beben voraus. „Jehova stand still, damit er die Erde erschüttere. Er sah und ließ dann die Nationen hüpfen. Und die ewigwährenden Berge wurden zerschmettert, die auf unabsehbare Zeit dauernden Hügel beugten sich nieder.“ (Habakuk 3:6).

Und auch Hesekiel sagte „ein großes Beben“ voraus, das Jehova „auf dem Boden Israels“ verursachen wird, wenn Gog von Magog seinen letzten Angriff auf Gottes Volk unternimmt (Hes 38:18, 19).

„Und die Sonne wurde schwarz wie härenes Sacktuch, und der ganze Mond wurde wie Blut, und die Sterne des Himmels fielen zur Erde, wie wenn ein Feigenbaum seine unreifen Feigen abwirft, wenn er von einem starken Wind geschüttelt wird“ (Off 6:12b, 13).

Der Prophet Joel sprach von ‘dem Kommen des großen und furchteinflößenden Tages Jehovas’ und stellte fest, dass „die Sonne ... in Finsternis verwandelt werden [wird] und der Mond in Blut“. Ferner sagte er: „Sonne und Mond, sie werden sich gewiss verfinstern, und die Sterne, sie werden ihren Glanz tatsächlich zurückziehen. Und Jehova wird aus Zion brüllen, und aus Jerusalem wird er seine Stimme erschallen lassen. Und Himmel und Erde werden gewiss erbeben; aber Jehova wird eine Zuflucht sein für sein Volk und eine Festung für die Söhne Israels“ (Joel 2:31; 3:14-16).

Auf ähnliche Weise wird das ganze gegenwärtige Weltsystem von Hoffnungslosigkeit umhüllt, die Lichtquellen dieses Systems erlöschen. Viele Politiker sind für ihre Korruption, ihre Lügen und ihre unmoralische Lebensweise bekannt, deshalb haben viele Menschen das Vertrauen in die Politik verloren.

„Und der Himmel entwich wie eine Buchrolle, die man zusammenrollt, und jeder Berg und jede Insel wurden von ihren Stellen gerückt“ (Off 6:14).

Mit dem „Himmel“, der ‘wie eine Buchrolle entwich’, sind die gottlosen Regierungen gemeint, die über unsere Erde herrschen. Jesaja kündigte Edom und anderen Nationen das Gericht Jehovas an: „Und alle vom Heer der Himmel sollen verwesen. Und die Himmel sollen zusammengerollt werden wie eine Buchrolle“ (Jes 34:4,5). Sie wurden weggestellt wie eine alte, ausgediente Buchrolle.

Wenn in biblischen Prophezeiungen auf große politische Umwälzungen Bezug genommen wird, heißt es, Berge und Inseln würden beben oder wanken. (Nah 1:5).

Es bezieht sich auf die Regierungen dieser Welt und davon abhängige Organisationen, von denen ein Großteil der Menschheit dachte, sie könnten nicht erschüttert werden. Sie werden aber zur Bestürzung und zum Entsetzen derer, die auf sie vertraut haben, „von ihren Stellen gerückt“ werden.

„Und die Könige der Erde und die Personen von oberstem Rang und die Militärbefehlshaber und die Reichen und die Starken und jeder Sklave und jeder Freie verbargen sich in den Höhlen und in den Felsen der Berge. Und sie sagen fortgesetzt zu den Bergen und zu den Felsen: ‚Fallt über uns, und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes, denn der große Tag ihres Zorns ist gekommen, und wer vermag zu bestehen?‘ “ (Off 6:15-17).

Als Hosea kündigte das Strafgericht Jehovas über das nördlichen Königreiches Israel an: „Man wird tatsächlich zu den Bergen sprechen: ‚Bedeckt uns!‘ und zu den Hügeln: ‚Fallt über uns!‘ “ (Hos 10:8). Als Samaria im Jahre 740 v. u. Z. von den grausamen Assyrern erobert wurde, konnten die Israeliten nirgendwohin fliehen. Die Worte Hoseas bringen das Gefühl der Hilflosigkeit und der schrecklichen Angst zum Ausdruck.

Jesus wies kurz vor seinem Tod auf die bevorstehende Belagerung und Zerstörung Jerusalems hin:  „Dann wird man anfangen, zu den Bergen zu sagen: ‚Fallt über uns!‘ und zu den Hügeln: ‚Bedeckt uns!‘ “ (Luk 23:29, 30). Es gab für die Einwohner Jerusalems keine Hoffnung mehr.

Wenn das gegenwärtige System der Dinge zum letzten Mal erschüttert wird, werden seine Unterstützer verzweifelt ein sicheres Versteck suchen, werden aber keines finden. Weder die falsche Religion, Babylon die Große, noch mit Bergen vergleichbare politische und auch keine wirtschaftlichen Organisationen werden irgendwelchen Schutz bieten können. Kann man überhaupt irgendwo Schutz finden?

Kapitelanfang

Kapitel 7 - Das Versiegeln des Israels Gottes und die Rettung der Großen Volksmenge

„Danach sah ich vier Engel an den vier Ecken der Erde stehen und die vier Winde der Erde festhalten, damit kein Wind über die Erde wehe oder über das Meer oder über irgendeinen Baum“ (Off 7:1).

Gott lässt nicht zu, dass die Sturmwinde der Verwüstung über die Erde wehen, ehe die bestimmte Zeit da ist. Obwohl auch er sich bestimmt nach dem Ende dieses bösen Systems sehnt, hält er sich und seine Engel zurück. Wenn die Engel die Winde des Zornes Gottes von den vier Himmelsrichtungen loslassen, wird es eine große, weltweite Vernichtung geben, die Erde (=böse irdische Gesellschaft), das Meer (=aufgewühlte Menschenmeer), und die Bäume (=hochmütigen Herrscher) werden verschwinden (Jes 34:1-4: 57:20; 2:11-17). Doch bis dahin hält er die vier Winde zurück, um noch Menschen einzusammeln, damit sie gerettet werden (Mat 24:31). Außerdem hat er es dem Königreich überlassen das Gericht an dieser Welt zu vollziehen.

144.000 aus den 12 Stämmen Israels

„Und ich sah einen anderen Engel vom Sonnenaufgang heraufkommen, der ein Siegel des lebendigen Gottes hatte; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen gewährt war, die Erde und das Meer zu beschädigen, und sagte: ‚Beschädigt nicht die Erde noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Sklaven unseres Gottes an ihrer Stirn versiegelt haben‘ “ (Off 7:2, 3).

Der Engel kommt vom Osten herauf wie „der König vom Sonnenaufgang“, Cyrus, der das alte Babylon eroberte (Jes 45:1).
Offensichtlich sind Engel bei dem Versiegeln der Gesalbten mitbeteiligt (Eph 1:13, 14) unter der Leitung des inthronisierten Jesus Christus. Dieser wird die himmlischen Heere anführen, um an den Nationen das Gericht zu vollziehen (Off 19:11-16). Gott wird mit allen ins Gericht gehen, die sich ihm widersetzen, Könige und Generäle, Starke und Schwache, Freie und Sklaven, Kleine und Große. (Off 19:18).

Zu Pfingsten 33 u. Z. wurde mit dem Versiegeln begonnen, als die ersten jüdischen Christen mit heiligem Geist gesalbt wurden. Später folgten Leute „aus den Nationen“ (Rö 3:29). Der Apostel Paulus schrieb gesalbten Christen, Gott habe ihnen sein Siegel aufgedrückt und das Unterpfand ihres himmlischen Erbes, den Geist, in ihr Herz gegeben (2. Kor 1:21, 22).

Um die Krone des Lebens zu bekommen, müssen gesalbte Christen den vortrefflichen Kampf kämpfen, den Lauf vollenden, und dabei den Glauben bis in den Tod bewahren. (2. Ti 4:7, 8). Deshalb werden sie ermahnt ihre Berufung und Auserwählung festzumachen (2.Pe 1:10,11). Hier auf der Erde muss das Berufen, Prüfen und Sichten der übriggebliebenen der geistgezeugten Söhne Gottes demnach so lange fortgesetzt werden, bis Jesus und seine Engel bei allen das Siegel „an ihrer Stirn“ fest angebracht haben und sie so endgültig als geprüfte und treue „Sklaven unseres Gottes“ gekennzeichnet sind. Wenn die vier Winde der Verwüstung losgelassen werden, sind offensichtlich alle geistigen Israeliten endgültig versiegelt, selbst wenn sich einige noch auf der Erde befinden.

„Und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt waren, hundertvierundvierzigtausend, versiegelt aus jedem Stamm der Söhne Israels: aus dem Stamm Juda zwölftausend versiegelt; aus dem Stamm Ruben zwölftausend; aus dem Stamm Gad zwölftausend; aus dem Stamm Ascher zwölftausend; aus dem Stamm Naphtali zwölftausend; aus dem Stamm Manasse zwölftausend; aus dem Stamm Simeon zwölftausend; aus dem Stamm Levi zwölftausend; aus dem Stamm Issachar zwölftausend; aus dem Stamm Sebulon zwölftausend; aus dem Stamm Joseph zwölftausend; aus dem Stamm Benjamin zwölftausend versiegelt“ (Off 7:4-8).

Die Zahl der versiegelten Gesalbten beträgt schließlich 144.000. Ihre Zahl ist begrenzt, sowie eine Regierung ja auch begrenzt ist, und ihre Aufgabe ist es als Könige und Priester über die Erde zu regieren“ (Off 5:9, 10). Ist die Zahl buchstäblich oder sinnbildlich zu verstehen? Auch wenn die Zahl der Regierungssitze im Parlament beschränkt ist, so variiert sie doch. Es wäre auch sehr einschränkend auf genau 144000 zu bestehen. Denn was passiert, wenn jemand abfällt, oder wenn jemand noch dazu kommen soll? Auch wenn die Bibel von einer festen Zahl spricht, so ist diese Zahl doch unbestimmt (Off 6:11, Rö 11:25). Erst am Ende wird sich zeigen wie viele es tatsächlich sind.

Die Stämme in Off 7:4-8 weichen von der Aufzählung in 4. Mose Kapitel 1 ab und lautet dort Ruben, Simeon, Gad, Juda, Ịssachar, Sebulon, Ephraim, Manasse, Benjamin, Dan, Ascher, Naphtali. Außerdem gab es keinen Stamm Joseph, aber seine beiden Söhne Manasse und Ephraim bildeten jeweils einen Stamm, dafür bekam der Stamm Levi keine Landzuteilung. Stellte aber die Priester.

Die 144000 setzen sich aus 12000 aus jedem der 12 Stämme zusammen. In diesem Israel Gottes (Gal 6:16) ist kein Stamm besonders privilegiert die Könige oder Priester hervorzubringen. Alle Glieder der königlichen Priesterschaft sollen als Könige herrschen und  als Priester dienen (1. Pe 2:9). So wie Gott im Alten Testament einschränkte, wer als König (Stamm Juda) herrschen und als Priester (Stamm Levi) dienen durfte, so bestimmt er im Neuen Testament, wer die Könige und Priester sind.

Seit 36 u.Z. konnten auch Nichtisraeliten mit Gottes Heiligem Geist versiegelt und ein Teil der Versammlung gesalbter Christen werden (Eph 2:11-13; 3:5, 6). Beide Gruppen bilden zusammen das Israel Gottes, dass das natürliche Israel als Bündnisvolk abgelöst hat (Rö 9:6-8; Mat 21:43, Jak 1:1). Die biblischen Wiederherstellungsprophezeiungen haben deshalb weder etwas mit den natürlichen Juden noch mit dem politischen Staat Israel zu tun, der ein Teil der Welt ist. Das Israel Gottes steht auch nicht mehr unter dem Gesetzesbund, sondern unter dem Neuen Bund.
Aber nicht nur das Israel Gottes zieht Nutzen daraus, dass die Engel die vier Winde der Vernichtung zurückhalten.

Eine große Volksmenge aus allen Nationen

„Nach diesen Dingen sah ich, und siehe, eine große Volksmenge, die kein Mensch zu zählen vermochte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen stand vor dem Thron und vor dem Lamm, mit weißen Gewändern bekleidet und Palmzweigen in ihren Händen“ (Off 7:9). Dadurch, dass die vier Winde zurückgehalten werden, kann außer den 144000 Gliedern des geistigen Israel eine weitere Gruppe gerettet werden - eine internationale große Volksmenge.

Könnte es sich bei dieser großen Volksmenge nicht einfach um die Gruppe der Nichtjuden handeln, die schließlich das Königreich miterben werden (Rö 8:17)? Dazu kommen wir später.

Wenn gesagt wird, die große Volksmenge ‘stehe vor dem Thron’, bedeutet das nicht, dass sie sich im Himmel befinden muss. Das Stehen vor dem Thron ist sinnbildlich zu verstehen. Jehova und sein eingesetzter König, Christus Jesus gewähren ihnen Zutritt, wodurch sie anerkannt werden und ein günstiges Urteil erhalten.

„Und sie rufen fortwährend mit lauter Stimme, indem sie sagen: ‚Die Rettung verdanken wir unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm‘ “ (Off 7:10). Alle sind sich darin einig, wem sie ihre Rettung zu verdanken haben: Jehova Gott, der für die Lösegeldvorkehrung gesorgt hat, und Jesus Christus, der sein Leben für sie gab. Sie können hier auf der Erde ein Loblied erheben, indem sie von Jehova, Jesus und dem Königreich Zeugnis ablegen.

„Und alle Engel standen rings um den Thron und die Ältesten und die vier lebenden Geschöpfe, und sie fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an, indem sie sprachen: ‚Amen! Der Segen und die Herrlichkeit und die Weisheit und die Danksagung und die Ehre und die Macht und die Stärke seien unserem Gott für immer und ewig. Amen‘ “ (Off 7:11, 12).

Die Szene erinnert an Off 5:9-14, wo die 24 Ältesten - die 144000 in ihrer himmlischen Herrlichkeit – Gott und das Lamm mit lauter Stimme loben und sich ihnen alle anderen himmlischen Geschöpfe Gottes anschließen. Diese Geschöpfe konnten die Verwirklichung des Vorsatzes Jehovas miterleben und beobachten, wie treue Gesalbte von Gott auferweckt wurden, um im Himmel eine herrliche Stellung einzunehmen. Und jetzt kommt noch die große Volksmenge dazu.

 „Und einer der Ältesten ergriff das Wort und sprach zu mir: ‚Wer sind diese, die in die weißen langen Gewänder gehüllt sind, und woher sind sie gekommen?‘ Da sprach ich sogleich zu ihm: ‚Mein Herr, du weißt es‘. Und er sprach zu mir: ‚Das sind die, die aus der großen Drangsal kommen, und sie haben ihre langen Gewänder gewaschen und sie in dem Blut des Lammes weiß gemacht. Darum sind sie vor dem Thron Gottes; und Tag und Nacht bringen sie ihm in seinem Tempel heiligen Dienst dar. Und der, der auf dem Thron sitzt, wird sein Zelt über sie ausbreiten‘ “ (Off 7:13-15).

Die große Volksmenge hat eine andere Bestimmung als die 144000 und ihre Zahl ist unbegrenzt. Sie haben ihre Kleider im Blut des Lammes weißgewaschen, das heißt sie stehen aufgrund ihres Glaubens an das Opfer Jesu gerecht da (Off 7:14). Sie haben sich als Zeichen ihrer Hingabe taufen lassen und einen entsprechenden Lebenswandel geführt. Deshalb sind sie aus Gottes Sicht rein und gerecht. Und in ihren Händen haben sie Palmzweige, mit denen sie den Messias als ihrem König willkommen heißen und als Jehovas eingesetzten König anerkennen.

Es heißt zwar, sie bringen Gott „in seinem Tempel“ Dienst dar, aber mit diesem Tempel ist nicht das Allerheiligste, die Gegenwart Jehovas gemeint, sondern der irdische Vorhof. Sie dienen Gott, indem sie eifrig mit anderen über Gottes Vorsätze sprechen.

Gott bringt „in dem Christus alle Dinge wieder zusammen, die Dinge in den Himmeln und die Dinge auf der Erde“ (Eph 1:10). Die gesalbten Miterben des himmlischen Königreiches, die seit den Tagen Jesu erwählt wurden, sind „die Dinge in den Himmeln“. Die Glieder der großen Volksmenge treten nun als die ersten der „Dinge auf der Erde“ in Erscheinung. Jehova schafft „neue Himmel und eine neue Erde“ (Jes 65:17, 18).

„Sie werden nicht mehr hungern und auch nicht mehr dürsten, noch wird die Sonne auf sie niederbrennen, noch irgendeine sengende Hitze, weil das Lamm, das inmitten des Thrones ist, sie hüten und sie zu Wasserquellen des Lebens leiten wird. Und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen“ (Off 7:16, 17).

In geistiger Hinsicht erleiden Christen heute schon selten Mangel. Sie sind gut versorgt, so dass sie keinen geistigen Hunger und Durst zu erleiden brauchen. Auch brennt auf sie nicht die Hitze des göttlichen Zornes nieder, sondern sie stehen in seiner Gunst (Jes 49:10).
Jesus Christus umsorgt sie und führt sie zum ewigen Leben. Sie erfreuen sich eines guten Herzenszustandes, selbst wenn sie mit Schwierigkeiten und Leiden konfrontiert werden.

Gott wird aber durch sein Königreich für noch weit mehr sorgen. Schmerzhafte Erinnerungen werden verblassen (Jes 65:14,17-19). Gott wird jede Träne abwischen. Tod, Trauer, Schmerz und Geschrei wird es nicht mehr geben (Off 21:4). Diese Segnungen wird ihnen Gott durch das Königreich zukommen lassen. Die „Wasserquellen des Lebens“ stellen alle Vorkehrungen Jehovas dar, die er getroffen hat, damit Menschen ewiges Leben erlangen können.

Werden die, welche aus der Großen Drangsal kommen, überhaupt nicht zu sterben brauchen? Gott kann es bewirken, auf jeden Fall stehen treue Diener Gottes, selbst, wenn sie tot sind, im Buch des Lebens.

In Anbetracht der wunderbaren Aussichten strengen sich die gesalbten Christen an und jagen dem Ziel entgegen, dem Preis der Berufung Gottes nach oben durch Christus Jesus (Php 3:14). Sie halten am Glauben und Dienst fest und freuen sich, dass ihre Namen „in den Himmeln eingeschrieben sind“ (Luk 10:20). Auch die Glieder der großen Volksmenge müssen bis ans Ende ausharren (Mat 24:13).

Nichts deutet darauf hin, dass außer diesen zwei Gruppen noch andere am Tag des Zornes Jehovas zu „bestehen“ vermögen (Off 6:17). Was bedeutet das für diejenigen, die sich noch nicht Jehova hingeben haben? Oder für diejenigen, die im Laufe der Zeit schläfrig wurden? Mögen sie aufwachen, damit es ihnen „gelingt, all diesen Dingen, die geschehen sollen, zu entgehen und vor dem Menschensohn zu stehen“ (Luk 21:34-36).

Kapitelanfang

Kapitel 8 - Das 7. Siegel - Die ersten vier Trompetenstöße

„Und als das Lamm das siebte Siegel öffnete, entstand für etwa eine halbe Stunde eine Stille im Himmel. Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen, und es wurden ihnen sieben Trompeten gegeben. Und ein anderer Engel trat an den Altar heran, er hatte ein goldenes Räuchergefäß in seiner Hand und sehr viel Räucherwerk wurde ihm gegeben, damit er es zusammen mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron darbringe. Und der Rauch des Räucherwerks stieg aus der Hand des Engels zusammen mit den Gebeten der Heiligen vor Gott empor“ (Off 8:1-4).

Das Räucherwerk stellt die Gebete der Heiligen dar (Off 5:8). Die Gesalbten sind dazu aufgerufen ihre Gebete an Gott zu richten. Danach geht es zur bestimmten Zeit weiter.

Das Räuchergefäß wird zur Erde geschleudert

„Und der Engel nahm das Räuchergefäß und füllte es mit Feuer vom Altar und schleuderte es zur Erde. Und es entstanden Donner und Stimmen und Blitze und ein Erdbeben“ (Off 8:5). Offenbar als Antwort auf die Gebete der Heiligen geht es weiter und das Räuchergefäß wird zur Erde herabgeschleudert. Laute Stimmen, Donner, Blitze und Erdbeben brechen das Schweigen.
Jesus entfachte ein Feuer auf der Erde (Joh 12:49). Er war der Funke, der das Predigtwerk vom Königreich entfachte. Dann sprang es auf seine Apostel über, heute wird die Gute Botschaft von Gottes Königreich überall auf der Erde bekanntgemacht. So wie Feuer eine Reaktion erfordert, so müssen die Menschen auf die Gute Botschaft reagieren. Die einen laufen davon, die anderen versuchen es zu unterbinden und einige lassen sich davon anstecken.
Die Botschaft ist deutlich zu vernehmen, die donnernden Gerichtsbotschaften weithin zu hören, die Lichtstrahlen der Wahrheit weithin sichtbar. Die menschliche Gesellschaft wird in seinen Grundfesten erschüttert.

Zum Blasen der Trompeten bereit

„Und die sieben Engel mit den sieben Trompeten machten sich zum Blasen bereit“ (Off 8:6). Was bedeutet das Blasen dieser Trompeten? In alter Zeit wurden in Israel wichtige Tage und Ereignisse durch Trompetenstöße bekanntgemacht (3. Mo 23:24). Die Trompetenstöße in der Offenbarung lenken in ähnlicher Weise die Aufmerksamkeit auf göttliche Botschaften. Die Trompetenstöße erinnern an die 10 Plagen, die Gott in den Tagen Mose über Ägypten brachte, um sein Volk auf Dauer aus der Knechtschaft zu befreien.

1.     Trompete: Hagel, Feuer und Blut werden zur Erde geschleudert

„Und der erste blies seine Trompete. Und es entstand ein Hagel und Feuer, mit Blut vermischt, und es wurde zur Erde geschleudert; und ein Drittel der Erde wurde verbrannt, und ein Drittel der Bäume wurde verbrannt, und die ganze grüne Pflanzenwelt wurde verbrannt“ (Off 8:7).
Das erinnert an die siebte Plage, die über Ägypten kam, als Jehova Hagel und Feuer auf das Land Ägypten niederregnen ließ. Jehova hatte die Ägypter zuvor gewarnt, und wer ihn fürchtete, der brachte sich und sein Vieh in Sicherheit (2.Mo 9:20-24).

Die „Erde“ bezieht sich auf die scheinbar stabile menschliche Gesellschaft, die aber bald vergehen wird (2. Pe 3:5-13). Ein Drittel der Erde wird von der Hitze des Missfallens Jehovas versengt. Ihre Führer, die wie Bäume herausragen, werden durch die Verkündigung des ungünstigen Urteils Jehovas verbrannt, und ihre Anhänger werden zu versengten Grashalmen. In Gottes Augen sind sie geistig verwelkt (Ps 37:1, 2). Auch die Blutschuld der menschlichen Gesellschaft wird aufgedeckt.

Kein Teil der Welt mehr.

Was ist mit dem „Drittel“ gemeint? Die ersten vier Trompetenstöße bringen Plagen über „ein Drittel“ der Erde, des Meeres, der Flüsse, der Wasser- und der Lichtquellen der Erde (Off 8:7-12). Jehovas Königreich muss trotz Ablehnung, Hasses und Verfolgung unter allen Nationen verkündigt werden. Dann kommt das Ende dieses Systems (Mar 13:10, 13).

2.     Trompete: Ein brennender Berg wird ins Meer geschleudert

„Und der zweite Engel blies seine Trompete. Und etwas gleich einem großen brennenden Berg wurde ins Meer geschleudert. Und ein Drittel des Meeres wurde zu Blut; und ein Drittel der Geschöpfe im Meer starb, und ein Drittel der Schiffe wurde zerstört“ (Off 8:8, 9).

Ein großer brennender Berg wird ins „Meer“ geschleudert. In der Bibel symbolisieren Berge oft Regierungen wegen ihrer Größe und scheinbaren Beständigkeit.

Der brennende Berg symbolisiert zum einen die zerstörerische Kraft der Regierungen, die an ihrer Macht festhalten. Wer dagegen rebelliert wird oftmals grausam verfolgt und getötet. Viele Regierungen haben so große Blutschuld auf sich gebracht, aber auch solche, die gerechte Regierungen gestürzt haben. Auch Diener Jehovas, die auf die Unzulänglichkeiten der heutigen Regierungen hinweisen, sind von Verfolgung nicht ausgenommen.  

Aber auch Gottes Königreich wird als ein Berg dargestellt, der schließlich die ganze Erde erfüllen wird (Da 2:35, 44). Der ins Meer geschleuderte brennende Berg zeigt, wie die Vertreter des Königreiches eifrig im Menschenmeer fischen und tatsächlich etwas bewirken. Immer wieder reagieren Menschen positiv und hören auf, ein Bestandteil des rebellischen, aufgewühlten Menschenmeeres zu sein, sie sterben gewissermaßen, leben fortan für den Willen Gottes und werden aktive Menschenfischer.

Die Frage nach der richtigen und besten Regierungsform ist zu einer brennenden Streitfrage und zu einem andauernden Problem für die Menschheit geworden. Das aufgewühlte Menschenmeer brachte immer wieder revolutionäre und neue Regierungsformen hervor. Kommunismus, Faschismus, Nationalsozialismus, Diktaturen und Demokratien, entstanden und verschwanden wieder. Sie konnten die Probleme nicht lösen und das Volk dauerhaft zufriedenstellen.

3.     Trompete: Ein Stern fällt vom Himmel

28 „Und der dritte Engel blies seine Trompete. Und ein großer Stern, der wie eine Lampe brannte, fiel vom Himmel, und er fiel auf ein Drittel der Flüsse und auf die Wasserquellen. Und der Name des Sterns heißt ‚Wermut‘. Und ein Drittel der Wasser wurde zu Wermut, und viele der Menschen starben von den Wassern, weil diese bitter gemacht worden waren“ (Off 8:10, 11).

Bei dem großen, leuchtenden Stern könnte man die mächtigen geistigen und politischen Führer denken, die sich über das Volk erheben und den Menschen Anleitung und Sicherheit versprechen.  Das Fallen vom Himmel würde sich dann auf den Verlust ihrer hohen Stellung und der damit verbundenen Macht beziehen. Und tatsächlich erheben sich immer wieder falsche Christusse, falsche Propheten und geistliche Leiter und führen die Menschen durch bitter schmeckende, falsche Lehren wie die Lehre von der Hölle, dem Fegefeuer, der Dreieinigkeit und der Prädestination in die Irre. Es ergeht dem Volk ähnlich wie in den Tagen Jeremias, sie bekommen „Wermut zu essen, und Giftwasser zu trinken“ (Jer 2:13; 23:15). In der Folge sind sie für Gott nicht mehr annehmbar und sterben gewissermaßen in seinen Augen.

Aber beim Blasen der 5. Trompete ist ebenfalls von einem Stern die Rede, der vom Himmel fällt und die Diener Gottes befreit, um sein Werk zu verrichten (Off 9:1). Und so bezieht sich der Auftrag des leuchtenden Sternes darauf, die Wasser als das zu entlarven, was sie tatsächlich sind, nämlich Wermut, bitter schmeckende und vergiftete Lehren. Durch das Blasen der dritten Trompete wenden sich viele von der falschen Religion und ihren Lehren ab. und sich den erfrischen Wahrheiten Gottes zu. In den Augen ihrer falschen Hirten sterben sie, wenn sie sich nicht mehr von diesen irreführen lassen, für Gott aber werden sie lebendig gemacht (Eph 2:1). 

4.    Trompete: Die Himmel werden mit Finsternis geschlagen

„Und der vierte Engel blies seine Trompete. Und geschlagen wurde ein Drittel der Sonne und ein Drittel des Mondes und ein Drittel der Sterne, damit ein Drittel derselben verfinstert werde und der Tag während seines dritten Teils keine Beleuchtung habe und die Nacht desgleichen“ (Off 8:12). Die neunte Plage, die über Ägypten kam, war buchstäbliche Finsternis (2. Mo 10:21-23). Doch das Gegenbild Ägyptens, die heutige Welt, befindet sich ebenfalls in Finsternis. Die politischen Führer enttäuschen das Volk immer wieder und die Menschen verlieren das Vertrauen in die Politik. Das Gleiche gilt für die religiösen Vertreter. Die Kirchen versäumen es oft auf die einzige Hoffnung der Menschheit, Gottes Königreich, hinzuweisen. Stattdessen verblenden Sie mit Halbwahrheiten den Sinn der Menschen (2. Kor 4:4). Außerhalb Jesus Christus ist die Finsternis noch größer. Wer Jesus Christus, das wahre Licht, gar nicht kennt, tappt, wie die ersten Christen, vor ihrer Bekehrung, in tiefer geistiger Finsternis (1. Pe 2:9). Wahre Christen hören deshalb nicht auf als Lichtspender zu leuchten und so auf die Finsternis in Babylon hinzuweisen. Hier wird nicht gesagt, wie die Menschen darauf reagieren. Hoffentlich wenden sie sich dem Licht zu.

„Und ich sah und hörte einen Adler, der in der Mitte des Himmels flog, mit lauter Stimme rufen: ‚Wehe, wehe, wehe denen, die auf der Erde wohnen, wegen der übrigen Trompetenstöße der drei Engel, die im Begriff sind, ihre Trompeten zu blasen!‘ “ (Off 8:13).

Der Adler fliegt hoch am Himmel, so dass er in großem Umkreis gesehen werden kann. Er sieht auch sehr gut und kann weit in die Ferne blicken; und im übertragenen Sinne in die Zukunft. Er weiß, dass noch drei schreckliche Trompetenstöße folgen werden.

< Kapitelanfang

Kapitel 9 - Das erste und zweite Wehe

5. Trompete - Das erste Wehe - Heuschrecken

Der fünfte Engel macht sich zum Blasen seiner Trompete bereit. Er kündigt das erste Wehe an, eine furchtbare Heuschreckenplage.

„Und der fünfte Engel blies seine Trompete. Und ich sah einen Stern, der vom Himmel zur Erde gefallen war, und der Schlüssel zum Schlund des Abgrunds wurde ihm gegeben (Off 9:1).

Der Stern ist ein Engel, der den Auftrag erhält mit einem Schlüssel den Abgrund zu öffnen. In der Bibel ist der „Abgrund“ ein Ort der Untätigkeit (Off 17:8; 20:1, 3.)

Und er öffnete den Schlund des Abgrunds, und Rauch stieg aus dem Schlund empor wie der Rauch eines großen Ofens, und die Sonne wurde verfinstert, ebenso die Luft durch den Rauch aus dem Schlund (Off 9:2).

Die Öffnung des Abgrundes geht mit viel Rauch einher. Für die Welt und ihre angeblich erleuchteten Führer verdüstert sich die Lage. (Joel 2:30, 31.) und die „Luft“ – der Geist der Welt - wird mit göttlichen Gerichtsbotschaften erfüllt.

Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken heraus auf die Erde; und es wurde ihnen Gewalt gegeben, dieselbe Gewalt, wie die Skorpione der Erde sie haben (Off 9:3).

Ein Schwarm von Heuschrecken kann in kurzer Zeit die Vegetation ganzer Landstriche verwüsten. Schon im Bibelbuch Joel wird eine sinnbildliche Insektenplage mit Heuschrecken angekündigt (Joel 2:1-11, 25). Sie bereitete den abtrünnigen Israeliten große Qualen, bewirkte aber auch, dass einzelne Juden bereuten und in Jehovas Gunst zurückkehrten (Joel 2:6, 12-14). Jehova würde aber seinen Geist auf „Fleisch von jeder Art“ ausgießen, und furchteinflößende Zeichen und Wunder würden dem Tag des Gerichts vorausgehen (Joel 2:11, 28-32).

Es wurde ihnen gesagt, keine Pflanzen der Erde noch etwas Grünes, noch irgendeinen Baum zu beschädigen, sondern nur die Menschen, die das Siegel Gottes nicht an ihrer Stirn haben.

Diese Plage ist nicht gegen das Volk und seine Vorsteher - ‘die Pflanzen und Bäume der Erde’ - gerichtet, sondern gegen all jene, die das Siegel Gottes nicht an ihrer Stirn haben, die sich also in ihrem Denken und Handeln nicht von Gottes Willen und seiner Gerechtigkeit leiten lassen (Off 8:7; 7:3; 14:1).

Joel, Kapitel 2 erfüllte sich auch zu Pfingsten 33 u. Z. worauf der Apostel Petrus in einer Ansprache vor dem Volk hinwies (Apg 2:1-21). Jehova goß seinen Geist auf die ersten Christen aus und diese predigten unaufhörlich und riefen die Juden auf zu bereuen und umzukehren (Apg 2:38-40; 3:19). Später zogen sie durch ganz Judäa und Samaria und quälten die ungläubigen Juden mit der Botschaft über Jesu Wirken und Auferstehung. Sie setzten dieses Quälen fort bis kurz vor dem „furchteinflößenden Tag“ im Jahre 70 u. Z., als Jehova die Stadt und den Tempel zerstören ließ. Nur die Christen, die ihr Denken mit Gottes gerechten Maßstäben in Übereinstimmung gebracht hatten, wurden gerettet (Joel 2:32).

Und es wurde den Heuschrecken gewährt, sie nicht zu töten, sondern dass sie fünf Monate lang gequält werden sollten, und die Qual, die über sie kam, war wie eine Qual durch einen Skorpion, wenn er einen Menschen schlägt. Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen, werden ihn aber keineswegs finden, und sie werden zu sterben begehren, aber der Tod flieht fortwährend vor ihnen“ (Off 9:4-6).

Die Heuschrecken dürfen die Menschen fünf Monate quälen, das entspricht der Lebenszeit einer buchstäblichen Heuschrecke. Sie stechen daher solange sie leben. Die Qual ist so groß und so anhaltend, dass die Menschen zu sterben begehren. Sie können die Qual nur beenden, wenn sie bereuen und umkehren.

Aber am Tag des Herrn sollte eine weitere Heuschreckenplage auftreten und Joels Prophezeiung sollte eine weiteres Mal erfüllen.

Das Aussehen der Heuschrecken

„Und die Gestalten der Heuschrecken glichen zur Schlacht gerüsteten Pferden, und auf ihren Köpfen war etwas gleich goldenen Kronen, und ihre Angesichter waren gleich Menschenangesichter, und sie hatten Haar gleich Frauenhaar. Und ihre Zähne waren gleich denen von Löwen; und sie hatten Brustpanzer gleich eisernen Brustpanzern. Und das Geräusch ihrer Flügel war gleich dem Geräusch vieler Pferdewagen, die in die Schlacht ziehen“ (Off 9:7-9).

Auf ihren Köpfen tragen die Heuschrecken nur etwas ähnliches wie goldene Kronen, da sie, solange sie auf der Erde sind, noch nicht regieren (1. Kor 4:8; Off 20:4).

Die Heuschrecken haben eiserne Brustpanzer, was für ihre unerschütterliche Gerechtigkeit steht (Eph 6:14-18). Ihre menschenähnlichen Angesichter deuten auf ihre Liebe und Menschlichkeit hin. Ihr Frauenhaar versinnbildet treffend die Demut sich ihrem König, den Engel des Abgrunds unterzuordnen. Die Zähne eines Löwen versinnbildlichen den Mut mit dem sie die Gerichtsbotschaft verbreiten. Diese Heuschrecken gehen dabei nicht im Verborgenen vor, sondern ziehen die Aufmerksamkeit auf sich durch den Lärm, den die verursachen.

„Auch haben sie Schwänze und Stacheln wie Skorpione; und in ihren Schwänzen ist ihre Gewalt, die Menschen fünf Monate lang zu schaden (Off 9:10). Gottes Gesalbte machen bis zu ihrem Tod in Wort und Schrift Gottes Warnung vom herannahenden Tag seiner Rache bekannt (Jes 61:2).

„Sie haben über sich einen König, den Engel des Abgrunds. Auf hebräisch ist sein Name Abaddon, auf Griechisch aber hat er den Namen Apollyon“ (Off 9:11). Als „Engel des Abgrunds“ und als „Vernichter“ geht Jesus mit seinem Heer gegen die rebellischen Menschen vor.

6.  Trompete - Das zweite Wehe - Reiterheere

„Das eine Wehe ist vorbei. Siehe! Zwei weitere Wehe kommen nach diesen Dingen. Und der sechste Engel blies seine Trompete. Und ich hörte eine Stimme aus den Hörnern des goldenen Altars, der vor Gott steht, zu dem sechsten Engel sagen, der die Trompete hatte: ‚Binde die vier Engel los, die an dem großen Strom Euphrat gebunden sind‘ “ (Off 9:12-14).
Das Losbinden der Engel erfolgt als Reaktion auf die Stimme aus den Hörnern des goldenen Räucheraltars. Bei der Stimme handelt es sich offensichtlich um eine Reaktion auf die Gebete der Heiligen auf der Erde. Sie bitten darum als Gottes Boten tätig sein zu dürfen.

Die vier Engel sind an dem großen Strom Euphrat gebunden. Nach der Eroberung Jerusalems im Jahre 607 v. u. Z. waren die Israeliten dort gebunden, das heißt 70 Jahre in babylonischer Gefangenschaft (Psalm 137:1). Sie konnten die wahre Anbetung dort nicht ausüben. In gleicherweise können heute Menschen, die in Babylon der Großen gefangen sind, Gott nicht auf annehmbare Weise anbeten.

„Und losgebunden wurden die vier Engel, die bereitgemacht worden sind für die Stunde und den Tag und den Monat und das Jahr, um ein Drittel der Menschen zu töten“ (Off 9:15).
Die Boten werden zur festgesetzten Zeit, freigelassen und können ihr Zeugniswerk verrichten. Ihr Auftrag bezieht sich auf „ein Drittel der Menschen“. Sie sollen die in Babylon verbliebenen, wenn möglich, zur Reue und Umkehr bewegen, damit auch sie daraus befreit werden. Sie sterben dann zwar für Babylon, werden aber lebendig für Gott. Ein Drittel der Menschen gehörte im Jahr 2010 zur Christenheit.

Das Aussehen der Reiterheere

„Und die Zahl der Reiterheere war zwei Myriaden mal Myriaden; ich hörte deren Zahl. Und so sah ich die Pferde in der Vision und die darauf saßen: Sie hatten feuerrote und hyazinthblaue und schwefelgelbe Brustpanzer; und die Köpfe der Pferde waren wie Köpfe von Löwen, und aus ihren Mäulern kam Feuer und Rauch und Schwefel hervor. Durch diese drei Plagen wurde ein Drittel der Menschen getötet, von dem Feuer und dem Rauch und dem Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen“ (Off 9:16-18).

Eine Myriade sind zehntausend. Zwei Myriaden mal Myriaden entsprechen demnach 200 Millionen. Es ist eine große, aber nicht näher bestimmte Zahl, so wie Sandkörner am Ufer des Meeres (Off 20:8). Die Zahl, der zum Leben im Himmel Berufenen, beträgt viel weniger. Sie werden aber durch die Große Volksmenge unterstützt, die auf ein Leben auf der Erde hofft (Off 7:9). Unter der Leitung der vier Engel — der gesalbten Johannes-Klasse — verkündigt die große Volksmenge ebenfalls die göttlichen Botschaften.

Die Heuschrecken glichen Pferden; in den Reiterheeren dagegen sind Pferde. Die Heuschrecken hatten Zähne wie Löwen; die Pferde der Reiterheere haben Köpfe wie Löwen. Sowohl die Heuschrecken als auch die Reiterheere beteiligen sich an Jehovas Werk. Die Heuschrecken kamen aus dem Rauch heraus, aus den Mäulern der Pferde kommt Feuer, Rauch und Schwefel hervor. Die Heuschrecken hatten eiserne Brustpanzer der Gerechtigkeit, die Reiter tragen rot-blau-gelbe Brustpanzer, die das Feuer, den Rauch und den Schwefel widerspiegeln — die tödlichen Gerichtsbotschaften, die aus den Mäulern der Pferde hervorgehen. Die Heuschrecken hatten Schwänze wie Skorpione, mit denen sie quälen konnten; die Pferde haben schlangenähnliche Schwänze, mit denen sie töten können. Allem Anschein nach setzen die Reiterheere die von den Heuschrecken begonnene Tätigkeit noch intensiver fort.

„Denn die Gewalt der Pferde liegt in ihren Mäulern und in ihren Schwänzen; denn ihre Schwänze sind gleich Schlangen und haben Köpfe, und mit diesen richten sie Schaden an“ (Off 9:19). Jehova hat seine ihm ergebenen getauften Diener ordiniert, ausgebildet und ausgerüstet ‘das Wort zu predigen’. Die Gesalbten und die große Volksmenge überbringen mündlich und schriftlich in Form von Bibeln, Büchern und Artikeln Gottes Botschaft und verursachen dabei oft sinnbildliche Schmerzen, weil die Menschen erkennen müssen, dass sie falsch liegen und Änderungen vornehmen müssten.

Durch die Qualen wird „ein Drittel der Menschen getötet“. Vielen wenden sich Gott und der Wahrheit zu. Sanftmütige Menschen nehmen die Botschaft bereitwillig an. Sie bereuen und nehmen die notwendigen Änderungen vor, um für Gott lebendig zu werden. Sie sterben in den Augen der Welt und Babylons, weil sie kein Teil mehr davon sind.

„Aber die übrigen der Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, bereuten die Werke ihrer Hände nicht, dass sie die Dämonen nicht angebetet hätten sowie die Götzen aus Gold und Silber und Kupfer und Stein und Holz, die weder sehen noch hören, noch gehen können; und sie bereuten ihre Mordtaten nicht noch ihre spiritistischen Bräuche, noch ihre Hurerei, noch ihre Diebstähle“ (Off 9:20, 21).

Gott wird sie dafür zur Rechenschaft ziehen.

Kapitelanfang


Kapitel 10 – Eine süße und bittere Buchrolle 

„Und ich sah einen anderen starken Engel vom Himmel herabkommen, umhüllt mit einer Wolke, und ein Regenbogen war über seinem Haupt, und sein Angesicht war wie die Sonne, und seine Füße waren wie Feuersäulen“ (Off 10:1).

Offensichtlich handelt es sich auch hier um den verherrlichten Jesus Christus (Off 1:14,15). Er ist mit einer Wolke umhüllt und kommt vom Himmel herab, das erinnert an Off 1:7 „Siehe! Er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, die ihn durchstochen haben“. Der Regenbogen über seinem Haupt ist ein Symbol für den göttlichen Frieden, von dem er sich leiten lässt. (Off 4:3) Jesus ist der von Jehova vorhergesagte „Fürst des Friedens“ (Jes 9:6, 7). Als „Sonne der Gerechtigkeit“ leuchtet er mit Heilung in seinen Flügeln zum Nutzen derer, die Jehovas Namen fürchten (Mal 4:2). Seine Füße „wie Feuersäulen“, weisen auf seine Standfestigkeit und seinen Eifer hin.

„Und in seiner Hand hatte er eine kleine geöffnete Buchrolle. Und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer, seinen linken aber auf die Erde“ (Off 10:2).

Eine weitere Buchrolle, diese ist aber nicht versiegelt.
Der Engel setzt seine Füße auf die Erde und auf das Meer, das heißt er beansprucht die Macht über die Erde und das Meer. Nachdem Jesus zum König eingesetzt wurde, schreitet er zur Unterwerfung seiner Feinde (Ps 110:1-6).

„Und er schrie mit lauter Stimme, so als ob ein Löwe brüllt. Und als er schrie, erhoben die sieben Donner ihre eigenen Stimmen“ (Off 10:3). Dieser laute Schrei erinnert an Jesus, den ‚Löwen aus dem Stamm Juda’ (Off 5:5). Durch sein „Brüllen“ verkündet er prophetisch dem Meer und der Erde seine Ansprüche. Dabei wird er von den „sieben Donnern“ unterstützt. Die Donner unterstützen als Chor die Verkündigung der Vorsätze Jehovas.

„Als nun die sieben Donner redeten, war ich im Begriff zu schreiben; aber ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: ‚Versiegle die Dinge, die die sieben Donner redeten, und schreib sie nicht auf‘ “ (Off 10:4). Auch der Prophet Daniel hätte gerne mehr verstanden, aber ihm teilte der Engel mit, dass die Worte geheim gehalten und versiegelt würden bis zur Zeit des Endes (Da 12:8, 9). Zur Enthüllung der Vorsätze Gottes kommt es erst zur bestimmten Zeit.

„Und der Engel, den ich auf dem Meer und auf der Erde stehen sah, erhob seine rechte Hand zum Himmel, und bei dem, der da lebt für immer und ewig, der den Himmel und das, was darin ist, und die Erde und das, was darauf ist, und das Meer und das, was darin ist, erschaffen hat, schwor er: ‚Es wird keine Verzögerung mehr geben‘ “ (Off 10:5, 6). Gott wird keinen Aufschub mehr gewähren.

„In den Tagen der Stimme des siebten Engels, wenn er daran ist, seine Trompete zu blasen, wird das heilige Geheimnis Gottes gemäß der guten Botschaft, die er seinen eigenen Sklaven, den Propheten, verkündet hat, tatsächlich vollendet sein“ (Off 10:7).
Die gute Botschaft vom aufgerichteten Königreich ist ein heiliges Geheimnis, das nur den Eingeweihten bekannt ist. Jetzt ist die Zeit für die Bekanntmachung dieses heiligen Geheimnisses gekommen. Die gute Botschaft von dem himmlischen Königreich muss auf der ganzen Erde gepredigt werden, dann wird das Ende kommen (Mat 24:14). Für Menschen, die das gegenwärtige System bevorzugen, ist es aber eine schlechte Nachricht.

„Und die Stimme, die ich aus dem Himmel hörte, redet wieder mit mir und spricht: ‚Geh, nimm die geöffnete Buchrolle, die sich in der Hand des Engels befindet, der auf dem Meer und auf der Erde steht.‘ Und ich ging zu dem Engel hin und sagte ihm, er solle mir die kleine Buchrolle geben. Und er sprach zu mir: ‚Nimm sie, und iss sie auf, und sie wird deinen Bauch bitter machen, aber in deinem Mund wird sie süß sein wie Honig.‘ Und ich nahm die kleine Buchrolle aus der Hand des Engels und aß sie auf, und in meinem Mund war sie süß wie Honig; aber als ich sie aufgegessen hatte, wurde mein Bauch bitter gemacht. Und er sprach zu mir: ‚Du musst wieder prophezeien über Völker und Nationen und Zungen und viele Könige‘ “ (Off 10:8-11).

Diese Vision des Johannes ist der des Propheten Hesekiels in Babylon ähnlich. Auch er sollte eine Buchrolle essen, die in seinem Mund süß schmeckte. Aber dann musste er dem rebellischen Haus Israel bittere Dinge vorhersagen (Hes 3:1-3). Die geöffnete Buchrolle, die Johannes erhält, ist ebenfalls eine göttliche Botschaft, die er ‘Völkern, Nationen, Zungen und vielen Königen’ predigen soll. Er isst diese Buchrolle, und sie ist süß, weil sie göttlichen Ursprungs und für schafähnliche Menschen die beste Botschaft ist. Sie schlägt ihm aber auf den Magen, denn er muss rebellischen Menschen unangenehme Dinge ankündigen.

Alle gesalbte Christen haben von Jehova Gott und Jesus Christus den Auftrag erhalten zu prophezeien. Gott offenbart ihnen sein heiliges Geheimnis und sie verkündigen der Menschheit die dann offene Botschaft. Sie nehmen den Auftrag bereitwillig an, so wie Johannes die Buchrolle aufaß. Sie verleiben sie sich ein, identifizierten sich damit und ernähren sich davon. Für aufrichtige Christen ist sie „süß“, jetzt kennen auch sie das Heilige Geheimnis Gottes, stellen sich darauf ein und dürfen mitwirken es bekanntzumachen. Für rebellische Menschen enthält sie aber einen bitteren Nachgeschmack.

Kapitelanfang

Kapitel 11 - Die zwei Zeugen

„Und es wurde mir ein Rohr gegeben, gleich einem Stab, und er sprach: ‚Steh auf, und miss den Tempel Gottes und den Altar und die darin Anbetenden. ‘ “

Gott beurteilt die Anbetung (Tempel), die Opfer (Altar) und die Gläubigen (Anbeter) nach seinen gerechten Maßstäben.

„Aber was den Vorhof außerhalb des Tempels betrifft, lass ihn aus und miss ihn nicht, denn er ist den Nationen gegeben worden, und sie werden die Heilige Stadt zweiundvierzig Monate lang niedertreten“ (Off 11:2).

Wer sich noch nicht der wahren Anbetung zugewandt hat, wird nicht nach diesen Maßstäben beurteilt. Bei der Heiligen Stadt handelt es sich um das Königreich Gottes (Off 21:2). Die Nationen treten die Heilige Stadt durch das Verfolgen ihrer Vertreter nieder (Luk 21:24).  

„Und ich will meine zwei Zeugen bemächtigen tausendzweihundertsechzig Tage mit Sacktuch bekleidet zu prophezeien“ (Off 11:3).

Die 1260 Tage entsprechen den 42 Monaten aus dem vorherigen Vers und scheinen eine von Gott festgesetzte Zeitdauer zu beschreiben. Die zwei Zeugen prophezeien unter schwierigen Umständen eine unheilverkündende Botschaft und rufen zu Buße und Reue auf.

„Diese sind versinnbildlicht durch die zwei Olivenbäume und die zwei Leuchter und stehen vor dem Herrn der Erde“ (Off 11:4).

Gemäß Sach 4:14 handelt es sich bei den zwei Olivenbäumen um die zwei Gesalbten. Sie wurden von Gott zu einem Zeugniswerk berufen. Da es mindestens zwei übereinstimmende Zeugnisse sind, ist ihr Zeugnis wahr und bestätigt.
“Auf die Aussage zweier Zeugen oder auf die Aussage dreier Zeugen sollte die Sache feststehen“. (5. Mo 19:15).

„Und wenn ihnen jemand schaden will, geht Feuer von ihrem Mund aus und verzehrt ihre Feinde; und sollte ihnen jemand schaden wollen, so muss er auf diese Weise getötet werden“ (Off 11:5).

Sie machen mutig die Wahrheit bekannt und ihre Gegner können es nicht verhindern, vielmehr stehen sie verurteilt da und können nichts entgegensetzen.

„Diese haben die Gewalt, den Himmel zu verschließen, damit während der Tage, da sie prophezeien, kein Regen falle, und sie haben Gewalt über die Wasser, um sie in Blut zu verwandeln, und die Erde mit jeder Art von Plagen zu schlagen, sooft sie es wünschen“ (Off 11:6).

Solange die Menschen die Botschaft der zwei Zeugen nicht annehmen, werden sie keinen Segen von oben (Gott) bekommen. Die Gesalbten weisen immer wieder auf die todbringenden Wasser (=falsche Lehren) Babylons (= falsche Religion) hin. Auch die Erde (=verdorbene menschliche Gesellschaft) wird nicht verschont.

„Und wenn sie ihr Zeugnisgeben beendet haben, wird das Untier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, Krieg mit ihnen führen und sie besiegen und sie töten“ (Off 11:7).

Das Untier stellt das politische System dar. Es erinnert auch an das scharlachfarbige Untier aus Off 17:6-8, das den Völkerbund darstellt. Es steigt aus dem Abgrund herauf, das heißt es wird wieder aktiv und unterbindet schließlich das Predigtwerk der zwei Zeugen. Allerdings erst nach dem diese ihr Zeugniswerk beendet haben, also erst wenn Gott es zulässt.

„Und ihre Leichname werden auf der breiten Straße der großen Stadt liegen, die in geistigem Sinne Sọdom und Ägypten genannt wird, wo auch ihr Herr an den Pfahl gebracht wurde. 9 Und Menschen aus den Völkern und Stämmen und Zungen und Nationen werden ihre Leichname dreieinhalb Tage lang anschauen, und sie lassen nicht zu, dass ihre Leichname in eine Gruft gelegt werden. 10 Und die, die auf der Erde wohnen, freuen sich über sie und sind froh, und sie werden einander Gaben senden, weil diese zwei Propheten die, die auf der Erde wohnen, quälten“ (Off 11:8-10).

Die zwei Zeugen erleiden für kurze Zeit Schmach, scheinbar hatten sie doch nicht Gottes Unterstützung, denn sie predigen nicht mehr. Die Menschen sind erleichtert und empfinden Genugtuung, weil das anklagende Predigtwerk endlich ein Ende hat.

„Und nach den dreieinhalb Tagen kam von Gott her Geist des Lebens in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße, und große Furcht befiel die, die sie sahen“ (Off 11:11).

Doch plötzlich geht das Predigtwerk mit Gottes Hilfe weiter und die Menschen geraten in Furcht.

„Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel zu ihnen sagen: ‚Kommt hierherauf‘. Und sie gingen in der Wolke in den Himmel hinauf, und ihre Feinde sahen sie“ (Off 11:12).

Die zwei Zeugen werden von Gott anerkannt und erhöht, was auch ihren Gegnern auffällt.

„Und in jener Stunde ereignete sich ein großes Erdbeben, und ein Zehntel der Stadt fiel, und 7000 Personen wurden durch das Erdbeben getötet, und die übrigen gerieten in Furcht und verherrlichten den Gott des Himmels“ (Off 11:13).

Das erneute Predigen führt zu großen Erschütterungen in der Gesellschaft. Dass ein Zehntel der Stadt fällt, erinnert an eine Prophezeiung Jesajas, die besagte, dass ein Zehntel der Stadt Jerusalem als heiliger Same übrigbleiben sollte (Jes 6:13). Und die Zahl 7 000 erinnert daran, dass es zur Zeit Elias noch 7 000 Treue gab (1. Kö 19). Sie haben auch hier Gottes Gunst und sterben lediglich in den Augen, derer, die sie gefangen hielten, weil sie sich bekehren und von der falschen Religion abwenden. Die übrigen müssen zumindest Gottes Werk anerkennen.

14 Das zweite Wehe ist vorbei. Siehe! Das dritte Wehe kommt eilends. 15 Und der siebte Engel blies seine Trompete. Und es geschahen laute Stimmen im Himmel, die sprachen: ‚Das Königreich der Welt ist das Königreich unseres Herrn und seines Christus‘ geworden, und er wird für immer und ewig als König regieren‘ “ (Off 11:14,15).

Jehova ist natürlich schon immer der Allmächtige und er regiert schon immer, aber er hat sich in der Vergangenheit auch immer wieder zurückgehalten. Zum einen, um zu zeigen, dass der Mensch es allein nicht schafft, zum anderen, weil er seine Souveränität durch das messianische Königreich ausüben möchte (Jer 10:23). Dafür ist jetzt ist Zeit gekommen. Jehova regiert wieder durch einen König aus der königlichen Linie Davids. Der König Christus Jesus sitzt im himmlischen Jerusalem auf seinem Thron, von wo aus er Recht spricht (Heb 12:22).

„Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen auf ihr Angesicht und beteten Gott an 17 und sprachen: „Wir danken dir, Jehova Gott, du Allmächtiger, der ist und der war, weil du deine große Macht an dich genommen und als König zu regieren begonnen hast“ (Off 11:16,17).

Die 24 Ältesten, die Jehova Gott danken und preisen, versinnbildlichen die gesalbten Brüder Christi in ihrer himmlischen Stellung.

„Aber die Nationen wurden zornig, und dein eigener Zorn kam und die bestimmte Zeit für die Toten, um gerichtet zu werden, und den Lohn zu geben deinen Sklaven, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und die zu verderben, die die Erde verderben“ (Off 11:18).

Die meisten möchten von Gottes Königreich aber nichts wissen. Sie offenbaren ihren Zorn auf Gottes Königreich durch die Verfolgung der zwei Zeugen. Die Nationen haben, besonders in den letzten Jahren, die Erde buchstäblich verdorben, aber auch sinnbildlich verdorben durch Machtstreben, Habsucht, Korruption, Ausbeutung, Unterdrückung. Es entsteht ein Klima der Kälte, Ohnmacht und Angst (Luk 21:25-28).
Doch ist jetzt für Jehova die Zeit gekommen „die zu verderben, die die Erde verderben und gegen die egoistischen, bösen und gottlosen Nationen vorzugehen (Da 2:35, 44).
Es ist auch die Zeit für die „Auferstehung der Gerechten“. Ihr Lohn ist das wirkliche Leben, entweder im Himmel oder auf der Erde.

„Und das Tempelheiligtum Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Bundeslade wurde in seinem Tempel gesehen. Und es entstanden Blitze und Stimmen und Donner und ein Erdbeben und ein großer Hagel“ (Off 11:19).

Die Bundeslade war das sichtbare Symbol für Jehovas Gegenwart bei seinem Bundesvolk Israel. Sie befand sich lange Jahre zunächst in der Stiftshütte und später in dem von Salomo erbauten Tempel, verschwand aber bei der Verwüstung Jerusalems im Jahre 607 v. u. Z. Jetzt ist die Lade wieder zu sehen. Nicht nur für den Hohepriester Jesus, sondern auch für seine Unterpriester, den 24 Ältesten.
Die Botschaft von der Aufrichtung des Königreiches führt zu Erschütterungen auf der Erde. Donnergleiche „Sturmwarnungen“ erschallen. Die Erkenntnis über Gottes prophetisches Wort leuchtet wie Blitze weithin sichtbar auf. Auf die falsche Religion und die menschliche Gesellschaft hagelt es göttliche Richtersprüche herab. „Das heilige Geheimnis Gottes gemäß der guten Botschaft“ wird „bis zu den äußersten Enden der bewohnten Erde“ bekanntgemacht (Off 10:7; Rö 10:18).

Kapitelanfang


Kapitel 12 - Die Geburt des Königreiches

Das heilige Geheimnis Gottes ist vollendet (Off 10:7, 11:15). Jehovas Königreich unter seinem Messias ist eine Realität. Die Existenz dieses Königreiches bedeutet für Satan und dessen Samen den Untergang, aber für den Samen der himmlischen Organisation Gottes einen glorreichen Sieg.

„Und ein großes Zeichen wurde im Himmel gesehen: eine Frau, umhüllt mit der Sonne, und der Mond war unter ihren Füßen, und eine Krone von zwölf Sternen war auf ihrem Haupt, und sie war schwanger. Und sie schreit in ihren Wehen und Geburtsschmerzen“ (Off 12:1, 2).

Israel wird als die Jehovas Ehefrau bezeichnet (Jer 3:14), und die Versammlung gesalbter Christen als Braut Christi (2. Kor 11:2, Off 21:9-14). Diese Frau ist aber im Himmel und im Begriff zu gebären. Später wird ihr Kind „entrückt zu Gott und zu seinem Thron“ (Off 12:5). Jehova ist also der Vater des Kindes. Die Frau muss demnach eine himmlische Frau Gottes sein. Paulus bezeichnet sie als „das Jerusalem droben“ als „unsere Mutter“ (Gal 4:26), an derer Stelle bezeichnet er sie als das „Himmlische Jerusalem“: ¸ Sondern ihr habt euch einem Berg, Zion, genaht und einer Stadt [des] lebendigen Gottes, [dem] himmlischen Jerusalem, und Myriaden von Engeln, (Heb 12:22). Die „Frau“, die Johannes sieht, ist nicht „das Jerusalem droben“. Das Jerusalem droben sind die „24 Ältesten“, also die 144000 auferweckten Gesalbten oder auch das „Neue Jerusalem“, das im Millennium vom Himmel herabkommt (Off 21:2). Die Geistgesalbten bezeichnet die Bibel zwar als Kinder Gottes (Rö 8:14), aber das werden sie im vollständigen Sinne erst nach der Auferweckung zu himmlischen Leben. Sie gehören erst dann zu den „Söhnen Gottes“, den himmlischen Geschöpfen Gottes.

Die Frau hier ist mit 12 Sternen gekrönt. Zwölf ist eine Zahl, die Vollständigkeit in Verbindung mit organisatorischen Einrichtungen bezeichnet. Und mit Sternen sind hier Engel gemeint. Die Frau ist offensichtlich eingebettet in Jehovas Universalorganisation von Geistgeschöpfen.

Da die Frau auch mit der Sonne umhüllt ist, und sich der Mond unter ihren Füßen befindet, ist sie vollständig von himmlischen Lichtern umgeben. Tag und Nacht scheint Gottes Gunst auf sie. Außerdem ist sie schwanger und liegt in den Wehen, ihre Zeit zum Gebären ist gekommen. In der Bibel werden Geburtswehen häufig mit der harten Arbeit verglichen, die erforderlich ist, um etwas Bedeutendes zustande zu bringen (Ps 90:2). Jehovas himmlische Organisation erlebte sicher im Vorfeld der Geburt solche Geburtswehen.

Ein großer, feuerfarbener Drache

„Und ein anderes Zeichen wurde im Himmel gesehen, und siehe, ein großer, feuerfarbener Drache mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und auf seinen Köpfen sieben Diademe; und sein Schwanz zieht ein Drittel der Sterne des Himmels fort, und er schleuderte sie zur Erde hinab. Und der Drache blieb vor der Frau stehen, die im Begriff war zu gebären, damit er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind verschlänge“ (Off 12:3, 4).

Bei diesem Drachen handelt es sich um Satan, „die Urschlange“ (Off 12:9; 1. Mo 3:15). Die sieben Köpfe und zehn Hörner weisen darauf hin, dass er das politische wilde Tier schuf, das kurz danach in Offenbarung, Kapitel 13 beschrieben wird. Auch dieses Tier besitzt sieben Köpfe und zehn Hörner. Da Satan auf jedem seiner Köpfe ein Diadem trägt — sieben insgesamt —, können wir sicher sein, dass die durch dieses wilde Tier dargestellten Weltmächte von ihm regiert werden (Joh 16:11). Die zehn Hörner sind ein passendes Symbol für die Vollständigkeit der Macht, die er über diese Welt ausübt.

Der Drache hat auch Einfluss auf den geistigen Bereich. Sein Schwanz „zieht ein Drittel der Sterne des Himmels fort“. Eine beträchtliche Anzahl von Engeln schließt sich ihm an und Satan schleudert sie zur Erde hinab. Dies erinnert an die Tage Noahs vor der Flut, als Satan die ungehorsamen Söhne Gottes verleitete, auf die Erde zu kommen und mit den Töchtern der Menschen intime Beziehungen zu pflegen. Zur Strafe hat Gott diese „Engel, die gesündigt hatten“, in den Tartarus — einen gefängnisähnlichen Zustand — geworfen (1. Mose 6:4; 2. Petrus 2:4; Judas 6).

Auf diese Weise sind zwei rivalisierende Organisationen deutlich erkennbar geworden: Jehovas himmlische Organisation, versinnbildlicht durch die Frau, sowie Satans dämonische Organisation, versinnbildlicht durch den Drachen. Er möchte das Kind schon bei der Geburt verschlingen.

Ein männlicher Sohn

„Und sie gebar einen Sohn, einen Männlichen, der alle Nationen mit eisernem Stab hüten soll. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron. Und die Frau floh in die Wildnis, wo sie eine von Gott bereitete Stätte hat, damit man sie dort tausendzweihundertsechzig Tage ernähre“ (Off 12:5, 6).

Die Frau gebiert einen männlichen Herrscher. Die Aufgabe aller 144000 ist es über die Erde zu regieren und „alle Nationen mit eisernem Stab zu hüten“ (Off 2:27).

Jehova verhieß in einer Prophezeiung über Jesus: „Du wirst sie mit eisernem Zepter zerbrechen, wie ein Töpfergefäß wirst du sie zerschmettern“ (Psalm 2:9). Bei der Geburt hier handelt sich aber um mehr, nämlich um die Geburt des Königreiches Gottes, das zu regieren beginnt (Off 12:10).

Kurz nach der Geburt wird das männliche Kind ‘zu Gott und zu seinem Thron entrückt’. Somit befindet es sich nun völlig unter dem Schutz Jehovas, der dieses neugeborene Königreich in seine Obhut und Fürsorge nimmt. Gleichzeitig flieht die Frau an einen von Gott bereiteten Ort in der Wildnis, wo sie vor dem Drachen sicher ist.

Krieg im Himmel!

„Und Krieg brach aus im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und der Drache und seine Engel kämpften, doch gewann er nicht die Oberhand, auch wurde für sie keine Stätte mehr im Himmel gefunden.  Und hinabgeschleudert wurde der große Drache — die Urschlange —, der Teufel und Satan genannt wird, der die ganze bewohnte Erde irreführt; er wurde zur Erde hinabgeschleudert, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeschleudert“ (Off 12:7-9).

Gott kümmert sich um das Neugeborene. Er entzieht es schädlichen Einflüssen. Satan wird aus dem Himmel geworfen und zusammen mit seinen Dämonen zur Erde geschleudert. Als inthronisierter König geht Jesus in seiner Stellung als Michael zuerst gegen die Opposition im Himmel vor (Off 1:10).

Der Name „Michael“ bedeutet „Wer ist wie Gott?“ Wenn Michael und seine Engel gegen den Drachen und seine Engel kämpfen, dann kämpfen die, welche dieselbe Einstellung wie Gott haben, gegen die, welche sie nicht offenbaren“. Dabei werden die gerechten Engel offensichtlich von Jesus angeführt (2. Thes 1:7). Der einst in Eden verheißene Same der Frau, der jetzt Satan und seinen Samen aus dem Himmel wirft, ist dem Endziel einen Schritt nähergekommen, der Schlange den Kopf zu zermalmen (1. Mo 3:15).

Das Königreich hat es geschafft

„Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: ,Jetzt ist die Rettung und die Macht und das Königreich unseres Gottes und die Gewalt seines Christus herbeigekommen, denn der Ankläger unserer Brüder ist hinabgeschleudert worden, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagt! Und sie haben ihn wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses besiegt, und sie haben ihre Seele selbst angesichts des Todes nicht geliebt.‘ “ (Off 12:10,11).

Offensichtlich sagte dies einer der 24 auferweckten Ältesten, denn er bezeichnet die gesalbten Diener Gottes, die sich noch auf der Erde befinden, hier als „unsere Brüder.

Satan wird „der Ankläger unserer Brüder“ genannt, was zeigt, dass er weiterhin die Lauterkeit der irdischen Diener Gottes angezweifelt hat. Offensichtlich wiederholte er bei vielen Gelegenheiten seine Behauptung, jeder denke zuerst an sich. (Hiob 1:9-11; 2:4, 5).

Trotz Verfolgung und Gefahren fahren gesalbte Christen und ihre Gefährten fort, über Gott und sein Wort, und über Jesus Christus und sein Königreich Zeugnis abzulegen. Sie verstärken ihr Zeugnis durch einen christlichen Lebenswandel und besiegen so Satan, der nichts mehr entgegnen kann (Spr 27:11).

Des einen Freud – des anderen Leid

Darum seid fröhlich, ihr Himmel und ihr, die ihr darin weilt! Wehe der Erde und dem Meer, weil der Teufel zu euch hinabgekommen ist und große Wut hat, da er weiß, dass er nur eine kurze Frist hat“ (Off 12:12). Satan kann im Himmel nichts mehr ausrichten, deshalb bleibt ihm nur noch die Erde. Unter seinem Einfluss verderben machthungrige Politiker und selbstsüchtige Menschen die menschliche Gesellschaft und die ruhelosen Menschenmassen rebellieren. Der satanische Zorn und Hass zeigen sich auch in Kriegen und in der Verfolgung der übriggeblieben Gesalbten.

„Als nun der Drache sah, dass er zur Erde hinabgeschleudert worden war, verfolgte er die Frau, die das männliche Kind geboren hatte. Aber der Frau wurden die beiden Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wildnis an ihre Stätte fliege; dort wird sie für eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit fern von dem Angesicht der Schlange ernährt“ (Off 12:13, 14).

Man mag sich fragen, wie es dem Drachen möglich ist, die Frau zu verfolgen, da sie sich doch im Himmel befindet und der Drache zur Erde hinabgeschleudert worden ist. Wie schon erwähnt, hat die Frau hier auf der Erde Kinder, die ihr Same sind. Etwas später erfahren wir in dieser Vision, daß Satan seine Wut gegen die Frau richtet, indem er ihren Samen verfolgt (Off 12:17). Was dem Samen der Frau hier auf der Erde widerfährt, widerfährt sozusagen der Frau selbst. (Mat 25:40.)

Eine neue Nation

In der Wildnis brachte Jehova die Israeliten als Nation hervor, indem er in geistiger und in physischer Hinsicht für sie sorgte. In ähnlicher Weise sorgt Jehova unter schwierigen Umständen für den Samen der Frau. Diese neue Nation besteht aus dem Überrest gesalbter Zeugen auf der Erde, die ein geistiges „Land“ und ihr „Maß an Speisevorrat zur rechten Zeit“ erhalten. (Luk 12:42; Jes 66:8).

Offenbarung 12:6 spricht von 1260 Tagen. In Offenbarung 12:14 wird diese Zeitperiode als eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit beschrieben, d. h. dreieinhalb Zeiten. Beide Ausdrücke bezeichnen offensichtlich dreieinhalb Jahre.

„Und die Schlange spie aus ihrem Maul Wasser gleich einem Strom hinter der Frau her, um sie durch den Strom zu ertränken“ (Off 12:15). Was ist mit dem „Wasser gleich einem Strom“ gemeint? Voller Wut geht Satan in seiner Erniedrigung daran, die Übriggebliebenen ihres Samens auf der Erde anzugreifen und zu vernichten, entweder direkt oder indirekt so, dass sie ihre Lauterkeit oder das Zeugniswerk aufgeben und so Gottes Gunst verlieren.

„Aber die Erde kam der Frau zu Hilfe, und die Erde öffnete ihren Mund und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Maul gespien hatte. Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den Übriggebliebenen ihres Samens, die die Gebote Gottes halten und das Werk des Zeugnisgebens für Jesus innehaben“ (Off 12:16, 17). „Die Erde“ — Elemente innerhalb Satans eigenem System der Dinge — beginnt, „den Strom“ oder die „Flut“ zu verschlingen. Religionsfreiheit ist in vielen Ländern Realität. Auf diese Weise verschlingt die Erde in Erfüllung der Prophezeiung weiterhin den Strom der Verfolgung.

Somit unterstützt die Erde die Durchführung von Gottes Werk weltweit. Die Lauterkeit wahrer Christen ist eine Antwort auf Satans Vorwürfe und ein deutlicher Hinweis auf das bevorstehende Ende Satans und seines Systems der Dinge (Spr. 27:11).

Kapitelanfang


Kapitel 13 - Drei Untiere


Thema: Das siebenköpfige Untier, das zweihörnige Untier und das Bild des Untieres.
Ein Bild, das Text enthält.??Automatisch generierte Beschreibung
Das siebenköpfige Untier

„Und er [der Drache] stand still auf dem Sand des Meeres. Und ich sah aus dem Meer ein Untier mit zehn Hörnern und sieben Köpfen aufsteigen und auf seinen Hörnern zehn Diademe, aber auf seinen Köpfen lästerliche Namen. Das Untier nun, das ich sah, war gleich einem Leoparden, aber seine Füße waren wie die eines Bären, und sein Maul war wie das Maul eines Löwen. Und der Drache gab dem Tier seine Macht und seinen Thron und große Gewalt“ (Off 13:1, 2).

Was ist unter diesem Ungeheuer zu verstehen? Wieder einmal legt die Bibel sich selbst aus. Der Prophet Daniel sah in einer Vision vier Tiere, die aus dem Meer heraufkamen, das erste glich einem Löwen, das zweite einem Bären, das dritte einem Leoparden, und das vierte Tier war furchteinflößend, schrecklich und ungewöhnlich stark und hatte zehn Hörner. (Da 7:2-8). Das Tier aus der Offenbarung weist Merkmale aller dieser Tiere auf, die eines Löwen, eines Bären und eines Leoparden und hat ebenfalls zehn Hörner. „Diese riesigen Tiere ... sind vier Könige, die von der Erde aufstehen werden“ Ja, diese Tiere stellen Könige bzw. Königreiche dar (Da 7:17,18).

Die sieben Köpfe dieses Untieres stehen für sechs Weltmächte, die in der biblischen Geschichte bis zur Zeit des Johannes eine wichtige Rolle bei der Unterdrückung des Volkes Gottes spielten: Ägypten, Assyrien, Babylon, Medo-Persien, Griechenland und Rom, sowie für eine siebte, die später kommen sollte (Siehe Off 17:9, 10). Rom war im 1.Jahrhundert nicht nur daran beteiligt den Sohn Gottes zu Tode zu bringen, sondern verfolgte danach die junge Christenversammlung.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde der echte christliche Weizen, „die Söhne des Königreiches“, von dem Unkraut, den ‘Söhnen dessen, der böse ist’, überwuchert. Doch zu Beginn des Abschlusses des Systems der Dinge sollten wieder gesalbte Christen erscheinen. Jesus würde den Weizen in sein Vorratshaus einsammeln und die Gerechten sollten „so hell leuchten wie die Sonne“ im Königreich ihres Vaters. Die Christenversammlung organisierte sich zur Tätigkeit (Mat 13:24-30, 36-43). Mittlerweile spielten das Britische Reich und die Vereinigten Staaten von Amerika eine bedeutende Rolle. Diese Doppelweltmacht erwies sich als der siebte Kopf des Untieres.

Weil sich die führenden Köpfe dieses Untieres so bei der Verfolgung von Gottes Volk hervorgetan haben, ist es passend zu sagen, der Satan gebe dem Untier große Macht. Letztlich sind es die politischen Mächte, die dem Volk Gottes Widerstand leisten, wenngleich oft die falsche Religion dahintersteckt. Diese Nationen sollten sich nicht dazu gebrauchen lassen die Auserwählten Gottes zu verfolgen und so den Interessen Satans zu dienen.

Das Untier hat insgesamt zehn Hörner auf seinen sieben Köpfen. Vielleicht hatten drei Köpfe je zwei Hörner, um eine Doppelweltmacht zu veranschaulichen. Im Daniel, Kapitel 8 werden Tiere beschrieben, wobei ein Horn jeweils für ein Königreich bzw. eine politische Macht steht. (Da 8:3, 8, 20-22). Die 10 Hörner dieses Untieres stellen die Gesamtheit der souveränen Staaten dar, die gleichzeitig mit dem dominierenden Weltreich Macht ausüben. Die zehn Diademe bekräftigen das. Der letzte und siebte Kopf sollte erst am Tag des Herrn erscheinen.

Das Untier hat „auf seinen Köpfen lästerliche Namen“, was bedeutet, dass es Dinge sagt und tut, die von großer Respektlosigkeit gegenüber Jehova Gott, Christus Jesus und deren Vertreter zeugen. Das Untier kommt aus dem „Meer“ herauf, es entstammt den aufgewühlten Menschenmassen (Jes 17:12, 13).

„Und ich sah einen von seinen Köpfen wie zum Tode geschlachtet, doch wurde seine Todeswunde geheilt, und die ganze Erde folgte dem Untier mit Bewunderung“ (Off 13:3). Es herrscht zu einer bestimmten Zeit immer nur ein Kopf. Eine Todeswunde an diesem Kopf bringt gemäß Vers 12 das ganze Untier in große Bedrängnis. Diese Todeswunde bzw. dieser Schwertstreich (Off 13:14) ist offensichtlich eine Kriegsverletzung. Nach dem Ersten Weltkrieg war das Untier geschwächt und die Menschen enttäuscht. Die damals bestehende politische Ordnung war zerfallen, aber es entstanden neue Gesellschafts- und Regierungsformen. Gleichzeitig gingen vor allem die Vereinigten Staaten, aber auch Großbritannien aus dem Krieg eindeutig als Sieger und als der siebte Kopf hervor. Mit der Gründung des Völkerbundes wollte man zukünftige Kriege verhindern und es sah so aus, als ob man Lehren aus der Geschichte gezogen hatte. Kein Wunder, dass die Menschheit im Allgemeinen „dem Untier mit Bewunderung“ gefolgt ist.
Auch auf technischen Gebieten gelangen große Fortschritte.

„Und sie beteten den Drachen an, weil er dem Untier die Gewalt gab, und sie beteten das Untier an mit den Worten: ‚Wer ist dem Untier gleich, und wer kann mit ihm kämpfen?‘ “ (Off 13:4). Die Bewunderung des Untiers kommt einer Anbetung des Drachens gleich, da dieser ja dem Tier die Gewalt gegeben hatte. Das Tier erlangt seine Gewalt auf einer nationalistischen Grundlage, die die Menschheit immer noch teilt. Die einzelnen Länder verlangen von ihren Bürgern Ehre und Gehorsam. Anbeter Gottes werden aber bei übertriebenem Nationalismus und Patriotismus nicht mitmachen, da sie einer Anbetung gleichkommen. Außerdem sind sie verpflichtet auch Menschen anderer Nationen zu lieben.
Die Menschen glauben im Allgemeinen nicht, dass es eine Alternative zu dem Tier gibt, denn „wer kann es schon mit dem Tier aufnehmen“? Dabei vergessen sie aber Gott und seinen Vorsatz in Verbindung mit dem Königreich, durch das er die Menschheit einigen und segnen wird. Zu der von Gott bestimmten Zeit, werden die, welche wie Gott sind, das Untier besiegen (Off 19:11, 19-21).

„Und ein Maul wurde dem Untier gegeben, das große Dinge und Lästerungen redete, und Gewalt wurde ihm gegeben, zweiundvierzig Monate zu handeln. Und es tat sein Maul auf zu Lästerungen gegen Gott, um seinen Namen und seine Wohnstätte zu lästern, ja die, die im Himmel weilen. Und es wurde ihm gewährt, mit den Heiligen Krieg zu führen und sie zu besiegen, und es wurde ihm Gewalt gegeben über jeden Stamm und jedes Volk und jede Zunge und jede Nation. Und alle, die auf der Erde wohnen, werden es anbeten, jeder dessen Name nicht in des geschlachteten Lammes Buchrolle des Lebens von der Grundlegung der Welt an geschrieben steht“ (Off 13:5-8).

Auch in einer Prophezeiung Daniels werden die Heiligen von einem Horn dreieinhalb Jahre befehdet (Da 7:23-25; siehe ferner Off 11:1-4). Das Untier setzt die Menschen unter Druck, sich der Religion des Nationalismus hinzugeben, wodurch sie aber das Untier anbeten würden. Leider gelang es dem Untier selbst Christen irrezuführen, wodurch diese ihre Heiligkeit einbüßten und so besiegt wurden. Auch durch den Widerstand gegen das Predigtwerk handelt das Untier wirksam. Das Untier, das Gewalt hatte „über jeden Stamm und jedes Volk und jede Zunge und jede Nation“, ging in der ganzen Welt rücksichtslos gegen Gottes Werk vor.

Der Name von keinem Unterstützer der Gegner Gottes steht „in des Lammes Buchrolle des Lebens“ geschrieben. Die treuen Unterstützer des Königreiches aber sind darin verzeichnet. Daher ist jeder Sieg, den das Untier anscheinend über die „Heiligen“ erringt, nur vorübergehend.

Wenn jemand ein Ohr hat, so höre er. Wenn jemand für Gefangenschaft bestimmt ist, so geht er hin in Gefangenschaft. Wenn jemand mit dem Schwert töten wird, soll er mit dem Schwert getötet werden. Hier kommt es auf das Ausharren und den Glauben der Heiligen an“ (Off 13:9, 10). Mehrere Jahre vor 607 v. u. Z. schrieb Jeremia ähnliche Worte nieder, um zu zeigen, dass die Vollstreckung des Urteils, das Jehova über die treulose Stadt Jerusalem gefällt hatte, nicht mehr abzuwenden war, selbst in Ägypten würden sie keine Zuflucht finden (Jer 15:2; Jer 43:11).
Der einzige Ausweg war damals auf das Wort Jehovas zu hören und in die babylonische Gefangenschaft zu gehen und für die im Land übriggeblieben war das Gebot der Stunde nicht nach Ägypten zu gehen. Auch heute sollten wir nicht meinen bei den politischen Mächten oder in der Welt Zuflucht zu finden oder meinen uns mit ihnen gut stellen zu müssen. Besser als das Untier anzubeten, ist es sich auf die Seite Gottes zu stellen und Verfolgung zu erdulden, aber in der Buchrolle des Lebens verzeichnet zu bleiben. Denn wer mit dem Schwert töten wird, soll mit dem Schwert getötet werden.

Das zweihörnige Untier

„Und ich sah ein anderes Untier aus der Erde aufsteigen, und es hatte zwei Hörner gleich einem Lamm, doch begann es zu reden wie ein Drache. Und es übt die ganze Gewalt des ersten Untieres vor dessen Augen aus. Und es veranlasst, dass die Erde und die, die darauf wohnen, das erste Untier anbeten, das von seinem Todesstreich geheilt worden war. Und es tut große Zeichen, so dass es vor den Augen der Menschen sogar Feuer vom Himmel zur Erde herabkommen lässt“ (Off 13:11-13). Dieses Untier hat zwei Hörner, was auf eine Partnerschaft zwischen zwei politischen Mächten hindeutet. Es wird von ihm gesagt, es komme aus der Erde, nicht aus dem Meer. Es entstammt somit dem bereits bestehendem irdischem System der Dinge. Es muss eine schon existierende Macht sein, die am Tag des Herrn aufsteigt und eine wichtige Rolle übernimmt.

Was kann damit gemeint sein? Die anglo-amerikanische Doppelweltmacht — dieselbe, die durch den siebten Kopf des ersten Untieres dargestellt wird. Es handelt auf der Erde unabhängig vom ersten Untier. Die zwei Hörner des Untiers weisen auf zwei gleichzeitig existierende kooperierende politischen Mächtenhin. Seine zwei Hörner „gleich einem Lamm“ erwecken den Anschein, als ob es sanft und harmlos sei und eine fortschrittliche Regierung habe, der sich die ganze Welt zuwenden sollte. Es redet aber „wie ein Drache“, insofern als es überall Druck, Drohungen und sogar Gewalt anwendet, wo sein Regierungsmodell nicht akzeptiert wird. Es ermuntert nicht zur Unterwerfung unter Gottes Königreich, die Herrschaft des Lammes Gottes, sondern fordert zur Unterstützung der des ersten Untiers auf. Es fördert nationalistische Gefühle und ideologische Streitigkeiten, wodurch die Anbetung des ersten Untieres gefördert wird.

Das zweihörnige Untier tut große Zeichen, ja es lässt sogar Feuer vom Himmel herabkommen. (Vergleiche Matthäus 7:21-23). Das erinnert an Elia, der erfolgreich Feuer vom Himmel herabrief und sich so als wahrer Prophet erwies. Das zweihörnige Untier beeindruckt ebenso die Menschen durch seine fortschrittliche Regierungsform, seine militärischen Erfolge gegen die Mächte des Bösen und gegen den gottlosen Kommunismus und gilt als Hüter und Kämpfer für Recht, Freiheit und Demokratie und ein Garant für materiellen Wohlstand.

Das Bild des Untieres

„Und es führt die irre, die auf der Erde wohnen, durch die Zeichen, die ihm vor dem Untier zu tun gewährt wurde, während es die, die auf der Erde wohnen, beredet, dem Untier, das den Schwertstreich empfangen hatte und dennoch wieder lebte, ein Bild zu machen. Und es wurde ihm gewährt, dem Bild des Untieres Odem zu geben, damit das Bild des Untieres sowohl rede als auch veranlasse, dass alle, die das Bild des Untieres nicht auf irgendeine Weise anbeteten, getötet würden“ (Off 13:14, 15).

Was ist unter diesem „Bild des Untieres“ zu verstehen, und welchem Zweck dient es? Ein Bild soll die Anbetung fördern, in diesem Fall die Anbetung, den Status und Fortbestand des siebenköpfigen Untieres. Dieses Bild wird angefertigt, nachdem das siebenköpfige Untier von seinem Schwertstreich wiederhergestellt ist, also nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Das zweihörnige Untier haucht diesem Bild Lebensodem ein, indem es für seine Existenz sorgt.

Die geschichtliche Entwicklung lässt erkennen, dass dieses Bild die von Großbritannien und den Vereinigten Staaten beantragte, befürwortete und unterstützte Organisation ist, die anfänglich als Völkerbund bekannt war. Im Kapitel 17 erscheint es unter einem anderen Symbol: als ein lebendiges, scharlachfarbenes Untier, das selbständig existiert. Diese internationale Vereinigung redet in dem Sinne, dass sie kühn behauptet, für Frieden und Sicherheit sorgen zu können. Weltführer und haben wiederholt beteuert, dieses Bild sei des Menschen letzte und sicherste Hoffnung auf Frieden, und wenn die Menschheit ihm nicht diene, werde sie sich selbst zerstören. So veranlassen sie, dass alle, die sich weigern, dem Bild zuzustimmen, in übertragenem Sinn getötet werden, d.h. geächtet werden und droht mit Boykott, Sanktionen oder Ausschluss (5. Mo 5:8, 9). Das Untier beteiligt sich immer mehr an dem politischen Weltgeschehen und sein Einfluss nimmt ständig zu.
Das Kennzeichen des Untieres

„Und es übt auf alle Menschen einen Zwang aus, auf die Kleinen und die Großen und die Reichen und die Armen und die Freien und die Sklaven, dass man diesen an ihrer rechten Hand oder auf ihrer Stirn ein Kennzeichen anbringe und dass niemand kaufen oder verkaufen könne, ausgenommen jemand, der das Kennzeichen hat, den Namen des Untieres oder die Zahl seines Namens. Hier kommt es auf Weisheit an: Wer Verstand hat, berechne die Zahl des Untieres, denn sie ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist 666“ (Off 13:16-18).

Die Zahl Sechs bleibt mit einem Zahlenwert unter der Zahl Sieben, die von Gottes Standpunkt aus für Vollständigkeit steht. Die dreifache Sechs stellt daher offenkundige Unvollkommenheit dar. Ebenso wie die Zahl Sechs nicht an die Sieben heranreicht, entspricht auch das Weltsystem bei weitem nicht dem göttlichen Maßstab für Vollkommenheit. Die Macht es Untiers erhalten Politik, Religion und Hochfinanz aufrecht. Wer sich mit alltäglichen Dingen beschäftigt wie mit Kaufen oder Verkaufen, wird unter Druck gesetzt, alles so zu tun, wie das Untier es vorschreibt, beispielsweise gewisse Feiertage einzuhalten. Es wird von jedermann erwartet, dass er das Untier anbetet, sich von ihm beherrschen lässt und so dessen Kennzeichen empfängt.

Was bedeutet es, auf der Stirn oder an der rechten Hand mit dem Namen des Untieres gekennzeichnet zu sein? Als Jehova den Israeliten das Gesetz gab, sagte er zu ihnen: „Ihr sollt diese meine Worte auf euer Herz und eure Seele legen und sie als ein Zeichen auf eure Hand binden, und sie sollen als ein Stirnband zwischen euren Augen dienen“ (5. Mo 11:18). Das bedeutete, dass die Israeliten das Gesetz ständig vor Augen haben sollten, damit es ihre Taten und Gedanken beeinflusste. Von den 144 000 Gesalbten wird gesagt, sie hätten den Namen Jesu und den Namen seines Vaters an ihrer Stirn geschrieben. Das kennzeichnet sie als Personen, die Jehova Gott und Jesus Christus gehören und sich in ihrem Denken und Handeln von ihnen leiten lassen (Off 14:1).

Immer wieder werden Menschen verfolgt, bloß weil sie gemäß ihres christlichen Gewissens handeln wollen, oder auch bloß, weil sie sich zum christlichen Glauben bekennen.  

Es ist für alle, die das Kennzeichen des Untieres ablehnen, schwierig geworden, in dieser Welt zu leben. In einer Welt, in der die Mehrheit den Materialismus zu ihrem Gott gemacht hat und Unehrlichkeit an der Tagesordnung ist, müssen wahre Christen oft völlig auf die Unterstützung Jehovas vertrauen, um ein rechtschaffenes Leben führen zu können (Ps 11:7; Heb 13:18). Dass sie es schaffen, ist ein hervorragender Beweis der Macht und des Segens Jehovas. Wer sich weigert das Kennzeichen des Untieres anzunehmen, wird reichlich belohnt werden.

Kapitelanfang

Kapitel 14 - Ein neues Lied erschallt

Inhalt: Die 144000 befinden sich mit dem Lamm auf dem Berg Zion. Die Ernte wird eingebracht.

„Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm 144000, die seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihrer Stirn geschrieben trugen“ (Off 14:1).

Johannes sieht nicht nur Jesus, sondern auch die Gesamtheit der 144000 Miterben des himmlischen Königreiches auf dem Berg Zion stehen. Während all der Jahrhunderte haben gesalbte Christen als „lebendige Steine“ ernstlich darauf gewartet, auf dem himmlischen Berg Zion zu sein, vereint mit dem verherrlichten Herrn Jesus Christus, dem Grundeckstein des geistigen Tempels, um gemeinsam Gott zu dienen und zu preisen (1. Pe 2:4-6). Und die Vision wird schließlich Wirklichkeit werden. Alle treuen 144.000 gesalbten werden zu himmlischem Leben im Königreich Gottes auferweckt werden. Es wird genauso kommen, wie Jehova voraussagte: „Ich, ja ich, habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg“ (Ps 2:6; 110:2). Auf dem irdischen Berg Zion, auf dem das irdische Jerusalem lag, regierten menschliche Könige aus der Linie Davids (1. Chr 11:4-7). Hier aber ist der himmlische Berg Zion und das himmlische Jerusalem gemeint (Heb 12:22). In gewissem Sinne befinden sich die Gesalbten, obwohl noch auf der Erde bereits auf dem Berg Zion. Sie reagieren auf die Einladung „Kommt hierherauf“, und sinnbildlich „gehen sie in der Wolke in den Himmel hinauf“ (Off 11:12). Folglich stellt der „Berg Zion“ hier ihre erhöhte Stellung in Folge ihres treuen Ausharrens dar. Obwohl sie sich noch auf der Erde befinden, sind sie bereits in geistigem Sinne auferweckt worden, um mit Christus Jesus in himmlischen Örtern in Gemeinschaft zu sein (Eph 2:5, 6). Sie haben den Geist, als ein Unterpfand, für das, was kommen soll, erhalten (Eph 1:6). Diese Loyalen tragen den Namen Gottes und den des Lammes an ihrer Stirn geschrieben, dadurch geben sie allen zu verstehen, dass sie Jehovas Sklaven sind (Off 3:12). Jesu Namen an ihrer Stirn weist darauf hin, dass sie ihn als ihren Besitzer und König anerkennen. Sie lassen sich in ihrem Leben, in ihrem Denken und Handeln davon leiten.

Sie singen gleichsam ein neues Lied

„Und ich hörte ein Geräusch aus dem Himmel wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Geräusch eines lauten Donners; und die Stimme, die ich hörte, war wie von Sängern, die sich, Harfe spielend, auf ihren Harfen begleiteten. Und sie singen gleichsam ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier lebenden Geschöpfen und den Ältesten; und niemand vermochte dieses Lied zu meistern als nur die 144.000, die von der Erde erkauft worden sind“ (Off 14:2, 3).

Und was ist dieses „neue Lied“? Wie wir bei der Betrachtung von Off 5:9, 10 festgestellt haben, hat das Lied mit Jehovas voranschreitenden Königreichsvorsätzen zu tun. Die Gesalbten preisen Gott, weil er sie durch Jesus Christus „zu einem Königtum und zu Priestern für unseren Gott“ macht und er sie als seine Zeugen gebraucht, um seine Botschaften zu überbringen. Ihnen wurden die heiligen Geheimnisse Gottes anvertraut und sie handeln dankbar als treue Verwalter.

Warum sind jedoch nur die 144000 imstande, das neue Lied zu meistern? Das hat mit ihren Erfahrungen als auserwählte Erben des Königreiches Gottes zu tun. Nur sie sind als Söhne Gottes adoptiert und mit heiligem Geist gesalbt. Nur sie sind von der Erde erkauft, um ein Teil des himmlischen Königreiches zu werden, und nur sie „werden Priester ... sein und werden als Könige“ mit Jesus Christus tausend Jahre lang regieren, um die Menschheit zur Vollkommenheit zu führen. Nur sie sieht Johannes „gleichsam ein neues Lied“ in der unmittelbaren Gegenwart Jehovas „singen“. Diese einzigartigen Erfahrungen und Zukunftsaussichten vermitteln ihnen ein unvergleichliches Verständnis über das Königreich und befähigen sie, über das Königreich auf eine Weise zu singen, wie es sonst niemand vermag (Off 20:6; Kol 1:13).

Dessen ungeachtet lauschen andere ihrem Gesang und reagieren darauf. Auch sie preisen Gott für seine Güte und lassen einen Lobgesang zur Ehre Jehovas erschallen. Auf diese Weise kommen sie der Aufforderung des Psalmisten nach: „Singt Jehova ein neues Lied. Singt Jehova, all ihr Bewohner der Erde. Singt Jehova, segnet seinen Namen. Von Tag zu Tag tut die gute Botschaft der von ihm bewirkten Rettung kund. Verkündet unter den Nationen seine Herrlichkeit, unter allen Völkern seine wunderbaren Werke. O ihr Familien der Völker, schreibt Jehova zu, schreibt Jehova Herrlichkeit und Stärke zu. Sprecht unter den Nationen: ‚Jehova selbst ist König geworden‘ “ (Ps 96:1-3, 7, 10; 98:1-9).

Wie ist es möglich, dass die 144 000 „vor“ den Ältesten singen, da doch die 24 Ältesten die 144 000 in ihrer herrlichen himmlischen Stellung sind? Zu Beginn des Tages des Herrn wurden „die in Gemeinschaft mit Christus Verstorbenen“ als Geistgeschöpfe auferweckt. Somit befinden sich treue gesalbte Christen, die gesiegt haben, nun im Himmel und gehören zu Jehovas himmlischer Organisation (1. Thes 4:15, 16; 1. Chronika 24:1-18; Off 4:4; 6:11). Der Überrest der 144.000, der sich noch auf der Erde befindet, singt somit vor den bereits auferweckten Geschwistern im Himmel das neue Lied.

Nachfolger des Lammes

„Diese sind es, die sich nicht mit Frauen befleckt haben; in der Tat, sie sind jungfräulich. Diese sind es, die dem Lamm beständig folgen, ungeachtet, wohin es geht. Diese wurden als Erstlinge aus den Menschen für Gott und für das Lamm erkauft, und in ihrem Mund wurde keine Unwahrheit gefunden; sie sind ohne Makel“ (Off 14:4, 5).
Was die 144.000 auszeichnet, ist ihre geistige Jungfräulichkeit. Die Glieder dieser Klasse haben sich nicht mit dem politischen System dieser Welt und der falschen Religion auf geistigen Ehebruch eingelassen (Jak 4:4; Off 17:5). Als die zur Ehe versprochene Braut Christi bewahren sie sich rein, „ohne Makel inmitten einer verkehrten und verdrehten Generation“ (Php 2:15).

Außerdem wurde „in ihrem Mund ... keine Unwahrheit gefunden“. Sie bemühen sich ernstlich ihrem König, Jesus Christus, nachzufolgen, der „keine Sünde beging, noch wurde Trug in seinem Mund gefunden“ (1. Pe 2:21, 22). Weil die 144 000 aufgrund des Loskaufsopfers ohne Makel und wahrhaftig sind, sind sie als keusche Braut für Jehovas großen Hohenpriester bereitgemacht. Sie ahmen seine Lebensweise nach und gehorchen seinen Lehren und Anweisungen. Auf diese Weise „folgen“ sie während ihres irdischen Lebens „dem Lamm beständig ..., ungeachtet, wohin es geht“.

Die 144.000 sind eine „gewisse Erstlingsfrucht“ erkauft durch Jesu Opfer (Jak 1:18). Sie werden als erste zu unvergänglichem himmlischem Leben auferweckt, um die 1000 Jahre mit Jesus zu regieren. Die anderen Schafe müssen sich erst noch bewähren.

Eine ewige gute Botschaft verkünden

„Und ich sah einen anderen Engel in der Mitte des Himmels fliegen, und er hatte eine ewige gute Botschaft, um sie als frohe Nachricht denen zu verkünden, die auf der Erde wohnen, sowie jeder Nation und jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk, indem er mit lauter Stimme sprach: ‚Fürchtet Gott, und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen, und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat‘ “ (Off 14:6, 7). Der Engel fliegt „in der Mitte des Himmels“. Folglich kann man seine Stimme auf der ganzen Erde hören. Wenngleich Engel das Predigtwerk unterstützen, so erfüllt doch die Versammlung gesalbter Christen den Auftrag und die Prophezeiung Jesu: „Und diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Mat 24:14).

Alle Menschen sind dazu aufgerufen, Jehova zu fürchten und nicht das wilde Tier und sein Bild. Jehova hat den Himmel und die Erde geschaffen, und jetzt ist für ihn die Zeit gekommen, die Erde zu richten. (Off 11:18.)

Babylon fällt

„Und ein anderer, ein zweiter Engel, folgte und sprach: ‚Sie ist gefallen! Babylon die Große ist gefallen, sie, die alle Nationen veranlasst hat, von dem Grimmwein ihrer Hurerei zu trinken!‘ “ (Off 14:8). Zum ersten Mal wird in der Offenbarung die Aufmerksamkeit auf Babylon die Große gelenkt. Später wird sie als eine Hure beschrieben, „mit der die Könige der Erde Hurerei begingen, während die, welche die Erde bewohnen, mit dem Wein ihrer Hurerei trunken gemacht wurden“. (Off 17:2). In alter Zeit gebrauchte Jehova Babylon, um alle Nationen seinen Grimmwein trinken zu lassen (Jer 25:15, 16). Heute lässt er zu, dass Babylon die Große alle Nationen mit ihren falschen Lehren und Bräuchen trunken macht, wodurch sich diese das Missfallen Jehovas zuziehen. Babylon die Große ist die falsche Religion. Mit Lehren wie der von der Unsterblichkeit der Seele oder einem allverzeihenden Gott berauscht sie die Menschen. Sie gibt die Gerechtigkeit Gottes auf, um die Anerkennung der Nationen zu erhalten und Verfolgung zu entgehen. Aber am Tag des Herrn fällt Babylon aus ihrer hohen Stellung. Die Könige vom Sonnenaufgang, die Gesalbten, erobern die Stadt und die Wasser Babylons gehen zurück. Die Menschen erkennen aufgrund ihres Zeugniswerkes die falsche Religion als solche und wenden sich von ihr ab.

Nach der Eroberung Babylons war das Volk Israel frei und konnte in sein Heimatland zurückkehren, um dort die wahre Anbetung wiederherzustellen. Und heute können die Menschen vielerorts Gott mit Geist und Wahrheit anbeten. Wie Heuschrecken schwärmen gesalbte Christen aus und werden dabei von den Reiterheeren unterstützt (Off 9:1-3; 11:11, 12) um Babylons wahren Charakter zu enthüllen.

Auch die Könige der Erde, die sich viele Jahrhunderte die falsche Religion zunutze machen konnten, wenden sich von Babylon ab und wollen sie loswerden.

Ausharren für die Heiligen

„Und ein anderer Engel, ein dritter, folgte ihnen und sprach mit lauter Stimme: ‚Wenn jemand das wilde Tier und sein Bild anbetet und ein Kennzeichen an seiner Stirn oder auf seiner Hand empfängt, wird er auch von dem Grimmwein Gottes trinken, der unverdünnt in den Becher seines Zorns eingeschenkt worden ist‘ “ (Off 14:9, 10a). Nicht nur Babylon und ihre Anhänger ziehen sich das Missfallen Gottes zu, auch diejenigen, die das wilde Tier oder sein Bild anbeten. Das ist nur gerecht, schließlich verfolgen die politischen Mächte ja Gottes Diener, so dass sie sogar getötet werden. Jetzt werden sie gezwungen den bitteren ‘Becher des Zorns’ Jehovas zu trinken. Sie werden Unglück erleiden und beseitigt werden.

„Und er wird vor den Augen der heiligen Engel und vor den Augen des Lammes mit Feuer und Schwefel gequält werden. Und der Rauch ihrer Qual steigt auf für immer und ewig, und Tag und Nacht haben sie keine Ruhe, diejenigen, die das wilde Tier und sein Bild anbeten, und wer immer das Kennzeichen seines Namens empfängt“ (Off 14:10b, 11).

Diejenigen, die das Kennzeichen des wilden Tieres haben, werden „mit Feuer und Schwefel gequält“. durch die Verkündigung der Wahrheit und der Warnung vor dem kommenden Gericht Gottes. Der Höhepunkt wird die Vernichtung dieser Gegner wie mit Feuer und Schwefel sein. Dann steigt „der Rauch ihrer Qual ... auf für immer und ewig“, indem das Strafgericht Gottes für immer im Gedächtnis der Menschen bleiben wird.

Wer richtet die quälende Botschaft heute aus? Die symbolischen Heuschrecken haben Gewalt, die Menschen, die das Siegel Gottes nicht an ihrer Stirn haben, zu quälen (Off 9:5). Die symbolischen Heuschrecken sind beharrlich, so dass die, „die das wilde Tier und sein Bild anbeten, und wer immer das Kennzeichen seines Namens empfängt“, Tag und Nacht keine Ruhe haben.

„Hier kommt es für die Heiligen, die, welche die Gebote Gottes halten und den Glauben Jesu bewahren, auf das Ausharren an“ (Off 14:12).

„Das Ausharren“ bedeutet „für die Heiligen“, dass sie Jehova in ausschließlicher Ergebenheit und durch Jesus Christus anbeten. Ihre Botschaft ist bei vielen nicht beliebt. Sie führt zu Gegnerschaft, Verfolgung, ja sogar zu gewaltsamem Tod. Aber sie werden durch das, was Johannes als nächstes berichtet, gestärkt: „Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: ‚Schreibe: Glücklich sind die Toten, die von dieser Zeit an in Gemeinschaft mit dem Herrn sterben. Ja, spricht der Geist, mögen sie ruhen von ihren mühevollen Arbeiten, denn die Dinge, die sie getan haben, gehen gleich mit ihnen‘ “ (Off 14:13).

Diese Verheißung ist in Einklang mit dem, was Paulus über die Gegenwart Jesu prophezeit hat: „Die in Gemeinschaft mit Christus Verstorbenen werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die Lebenden, welche überleben [diejenigen der Gesalbten, die am Tag des Herrn noch leben], mit ihnen zusammen in Wolken entrückt werden zur Begegnung mit dem Herrn in der Luft“ (1. Thes 4:15-17). Den Gesalbten, die während des Tages des Herrn sterben, erhalten ein besonderes Vorrecht. Ihre Auferstehung zu geistigem Leben im Himmel geht sofort vor sich, „in einem Augenblick“ (1. Kor 15:52). Ihre gerechten Werke sind nicht vergessen, sondern folgen ihnen in den himmlischen Bereich nach.

Die Ernte der Erde

„Und ich sah, und siehe, eine weiße Wolke, und auf der Wolke saß einer gleich einem Menschensohn mit einer goldenen Krone auf seinem Haupt und einer scharfen Sichel in seiner Hand. Und ein anderer Engel [der vierte] trat aus dem Tempelheiligtum hervor und rief mit lauter Stimme dem zu, der auf der Wolke saß: ‚Schick deine Sichel hinein und ernte, weil die Stunde zum Ernten gekommen ist, denn die Ernte der Erde ist ausgereift.‘ Und der, der auf der Wolke saß, legte seine Sichel auf der Erde an, und die Erde wurde abgeerntet“ (Off 14:14-16).

Der auf einer weißen Wolke sitzt, einem Menschensohn gleicht und eine goldene Krone auf dem Haupt hat, ist offensichtlich Jesus, der messianische König, den auch Daniel in einer Vision sah (Da 7:13, 14). Wir können beruhigt sein, dass er der Richter, sowohl der Toten, als auch der Lebenden ist. Aber von welcher Ernte wird hier prophezeit? Als Jesus auf der Erde war, verglich er das Werk des Jüngermachens mit einer Ernte (Mat 9:37, 38; Joh 4:35, 36). Er lässt seine Engel zuerst das Einsammeln der 144.000 beenden (Matthäus 13:39, 43; Johannes 15:1, 5, 16). Darauf folgt das Ernten oder Einsammeln der anderen Schafe (Johannes 10:16; Offenbarung 7:9).

Den Weinstock der Erde zertreten

„Und noch ein anderer Engel [der fünfte] trat aus dem Tempelheiligtum, das im Himmel ist, hervor, auch er hatte eine scharfe Sichel. Und noch ein anderer Engel [der sechste] trat vom Altar hervor, und er hatte Gewalt über das Feuer. Und er rief mit lauter Stimme dem zu, der die scharfe Sichel hatte, indem er sprach: ‚Schick deine scharfe Sichel hinein, und sammle die Trauben vom Weinstock der Erde ein, denn seine Traubenbeeren sind reif geworden‘ “ (Off 14:17, 18).

Jesus Christus und seine Miterben werden mit einem Weinstock verglichen (Joh 15:1-8) und der wahre christliche Weinstock hat zum Lobpreis Jehovas eine Fülle von Früchten hervorgebracht (Mat 21:43). Bei dem „Weinstock der Erde“ handelt es sich um das gegenwärtige System der Dinge, das schlechte Früchte hervorgebracht hat.

 „Und der Engel legte seine Sichel an die Erde und erntete den Weinstock der Erde ab, und er schleuderte ihn in die große Kelter des Grimmes Gottes. Und die Kelter wurde außerhalb der Stadt getreten, und Blut kam aus der Kelter heraus bis an die Zäume der Pferde, 1600 Stadien weit“ (Off 14:19, 20). Jehovas heftiger Zorn gegen diesen Weinstock war lange angekündigt worden (Ze 3:8). Gemäß der Vision des Johannes werden nicht nur die Trauben abgeerntet, sondern der ganze symbolische Weinstock wird umgehauen und in die Kelter geworfen, wo er vernichtet wird. Das bestehende System, die gegenwärtigen Himmel und Erde, werden durch Gottes gerechte neue Welt ersetzt werden (Off 21:1,2). Diese Vision hat eine Parallele in dem Zermalmen der Königreiche der Erde durch den Stein, das Königreich, wie es in Daniel 2:34, 44 beschrieben wird.

In der Vision treten Pferde die Kelter, denn das Blut, das aus dem Weinstock ausgetreten wird, reicht bis an „die Zäume der Pferde“. Da sich der Ausdruck „Pferde“ gewöhnlich auf Krieg bezieht, muß es Kriegszeit sein. Von den Heeren des Himmels, die Jesus in den Schlusskrieg gegen Satans System der Dinge folgen, heißt es, daß sie „die Weinkelter des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen“, treten (Off 19:11-16). Offensichtlich sind sie es, die den Weinstock der Erde treten. Die Weinkelter wird „außerhalb der Stadt“ getreten, es betrifft nicht die Angehörigen des Neuen Jerusalems.


Kapitelanfang

Kapitel 15 - Jehovas Werke - groß und wunderbar

Inhalt:Jehova in seinem Heiligtum; die sieben Schalen seines Grimms sollen nach der Erde hin ausgegossen werden.

„Und ich sah ein anderes Zeichen im Himmel, groß und wunderbar, sieben Engel mit sieben Plagen. Diese sind die letzten, denn durch sie wird der Grimm Gottes zu Ende gebracht“ (Off 15:1).
Engel werden beauftragt, die sieben letzten Plagen auszugießen.

Worin bestehen diese Plagen? Wie bei den sieben Trompetenstößen handelt es sich dabei um scharfe Gerichtsbotschaften, durch die Jehovas Ansicht über die verschiedenen Merkmale dieser Welt bekanntgemacht und vor dem endgültigen Ausgang seiner richterlichen Entscheidungen gewarnt wird (Off 8:1 bis 9:21). Das Ausgießen der Plagen weist auf die Ankündigung dieser Urteilssprüche hin. Durch diese Plagen wird „der Grimm Gottes zu Ende gebracht“. Bevor Johannes aber das Ausgießen der Plagen beschreibt, erwähnt er Menschen, die davon nicht betroffen werden. Diese Loyalgesinnten weigern sich, das Kennzeichen des wilden Tieres anzunehmen; sie lobpreisen Jehova, während sie seinen Tag der Rache verkünden (Offenbarung 13:15-17).

Das Lied Mose und des Lammes

Nun bekommt Johannes ein erstaunliches Bild zu sehen: „Und ich sah etwas, was ein gläsernes Meer, mit Feuer vermischt, zu sein schien, und die, die als Sieger über das wilde Tier und über sein Bild und über die Zahl seines Namens hervorgehen, am gläsernen Meer stehen, und sie hatten Harfen Gottes“ (Off 15:2).

Das „gläserne Meer“ ist das gleiche wie das „gläserne Meer“, das Johannes früher vor dem Thron Gottes sah (Offenbarung 4:6). Es gleicht dem „gegossenen Meer“ im Tempel Salomos, dessen Wasser die Priester benutzten, um sich zu reinigen (1. Könige 7:23). Es ist daher ein treffendes Bild des „Wasserbades“, das heißt des Wortes Gottes, durch das Jesus die aus Priestern bestehende Versammlung gesalbter Christen reinigt (Epheser 5:25, 26; Hebräer 10:22). Dieses gläserne Meer ist „mit Feuer vermischt“, was bedeutet, daß die Gesalbten erprobt und geläutert sind, da sie dem für sie geltenden hohen Maßstab entsprechen.

Sie haben „Harfen Gottes“, wie die 24 Ältesten und die 144.000, die ebenfalls mit Harfenbegleitung singen (Off 5:8; 14:2). Die Sänger, die Johannes sieht, ‘gehen als Sieger über das wilde Tier und über sein Bild und über die Zahl seines Namens hervor’. Demnach muss es sich bei ihnen um diejenigen aus den 144 000 handeln, die während der letzten Tage auf der Erde leben. Viele von ihnen haben bereits bis in den Tod treu ausgeharrt; sie befinden sich jetzt im Himmel und verfolgen höchstwahrscheinlich mit besonderer Freude den Gesang ihrer Brüder, die noch auf der Erde sind (Off 14:11-13).

Diese loyalen Überwinder haben Harfen Gottes. Sie gleichen daher den Tempelleviten der alten Zeit, die Jehova mit Liedern und Harfenspiel anbeteten. Die Harfen Gottes, die in dieser Vision zu sehen sind, sollten in uns die Erwartung eines jubelnden Triumphgesangs des Lobpreises unseres Gottes und der Danksagung wecken.

„Und sie singen das Lied Mose, des Sklaven Gottes, und das Lied des Lammes, indem sie sagen: ‚Groß und wunderbar sind deine Werke, Jehova Gott, du Allmächtiger. Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, König der Ewigkeit. Wer wird dich nicht wirklich fürchten, Jehova, und deinen Namen verherrlichen, denn du allein bist loyal? Denn alle Nationen werden kommen und vor dir anbeten, weil deine gerechten Verordnungen offenbar gemacht worden sind‘ “ (Off 15:3, 4).

Diese Sieger singen „das Lied Mose“, das heißt ein Lied, das mit dem Lied verglichen werden könnte, das Moses unter ähnlichen Umständen sang. Nachdem die Israeliten Zeugen der zehn Plagen in Ägypten und der Vernichtung des ägyptischen Heeres im Roten Meer gewesen waren, leitete Moses sie im Singen eines Siegesliedes zum Lobpreis Jehovas an, in dem verkündet wurde: „Jehova wird als König regieren auf unabsehbare Zeit, ja immerdar“ (2. Mose 15:1-19).

Sie singen auch „das Lied des Lammes“. Moses war Jehovas Prophet und Sklave Gottes für Israel, aber Jesus war der Sohn Gottes für alle Menschen. (Apostelgeschichte 3:22, 23; Hebräer 3:5, 6).

Da Jehova loyal ist, werden sich seine herrlichen Verheißungen unfehlbar erfüllen. Sicherlich stimmen wir daher mit den loyalen Sängern, mit dem Lamm und mit Moses überein und pflichten den Worten des Liedes bei: „Wer wird dich nicht wirklich fürchten, Jehova, und deinen Namen verherrlichen?“

Die Engel mit den Schalen

Selbstverständlich hört man das Lied dieser gesalbten Sieger. Warum? Weil sie die Urteilssprüche in den Schalen, die voll des Grimmes Gottes waren, auf der Erde bekanntmachen. Am Ausgießen dieser Schalen sind aber nicht nur Menschen beteiligt, denn Johannes erklärt weiter: „Und nach diesen Dingen sah ich, und das Heiligtum des Zeltes des Zeugnisses wurde im Himmel geöffnet, und die sieben Engel mit den sieben Plagen kamen aus dem Heiligtum heraus, bekleidet mit reiner, hellglänzender Leinwand und um die Brust gegürtet mit goldenen Gürteln. Und eines der vier lebenden Geschöpfe gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen, die voll des Grimmes Gottes waren, der da lebt für immer und ewig“ (Off 15:5-7).

Im Himmel haben außer dem Hohenpriester, Jesus Christus, auch die Engel das Vorrecht, vor Jehova zu treten (Matthäus 18:10; Hebräer 9:24-26). Es sollte uns daher nicht überraschen, dass sieben Engel zu sehen sind, die aus dem Heiligtum im Himmel herauskommen. Sie haben einen Auftrag von Jehova Gott selbst: Sie sollen die Schalen, die voll des Grimmes Gottes sind, ausgießen (Off 16:1).

Diese Engel sind für ihr Werk gut ausgerüstet. Sie sind mit reiner, hellglänzender Leinwand bekleidet, was zeigt, daß sie in geistiger Hinsicht rein und heilig sind, gerecht in den Augen Jehovas. Sie haben auch goldene Gürtel angelegt, um eine Aufgabe zu verrichten (Lukas 12:37). Überdies sind ihre Gürtel golden. In der Stiftshütte wurde Gold verwendet, um göttliche oder himmlische Dinge darzustellen (Hebräer 9:4, 11, 12). Die Engel verrichten einen edlen, göttlichen Auftrag.

Jehova in seinem Heiligtum

„Und das Heiligtum wurde wegen der Herrlichkeit Gottes und wegen seiner Macht mit Rauch erfüllt, und niemand war imstande, das Heiligtum zu betreten, bis die sieben Plagen der sieben Engel zu Ende waren“ (Off 15:8). In der Geschichte Israels kam es vor, dass das buchstäbliche Heiligtum von einer Wolke erfüllt war und die Priester es wegen dieser Offenbarung der Herrlichkeit Jehovas nicht betreten konnten (1. Könige 8:10, 11; 2. Chronika 5:13, 14; vergleiche Jesaja 6:4, 5). Das geschah jeweils, wenn sich Jehova in die Vorgänge auf der Erde einschaltete.

Jehova ist auch an dem, was heute auf der Erde geschieht, sehr interessiert. Er erwartet, dass die sieben Engel ihre Aufgabe erfüllen. Die Gegenwart ist eine ihrem Höhepunkt entgegengehende Gerichtszeit, wie dies in Psalm 11:4-6 beschrieben wird: „Jehova ist in seinem heiligen Tempel. Jehova — in den Himmeln ist sein Thron. Seine eigenen Augen schauen, seine eigenen blitzenden Augen prüfen die Menschensöhne. Jehova selbst prüft den Gerechten wie auch den Bösen, und jeden, der Gewalttat liebt, hasst SEINE Seele gewiss. Er wird auf die Bösen Fallstricke, Feuer und Schwefel herabregnen lassen und Glutwind als den Teil ihres Bechers.“ Erst wenn die sieben Plagen über die Bösen
Kapitelanfang

Kapitel 16 - Die 7 Schalen des Grimmes Gottes

„Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Heiligtum zu den sieben Engeln sagen: ‚Geht und gießt die sieben Schalen des Grimmes Gottes nach der Erde hin aus‘ “ (Off 16:1). Es muss Jehova selbst sein, der den Befehl erteilt, denn wegen des Glanzes seiner Herrlichkeit und Macht konnte niemand anders das Heiligtum betreten. Die Schalen des Grimmes Jehovas enthüllen seine Ansicht über die Merkmale des Weltgeschehens und warnen vor seiner Urteilsvollstreckung. An dem Ausgießen der Schalen sind nicht nur Engel beteiligt, sondern auch die Versammlung gesalbter Christen auf der Erde, sie singen das Lied Mose und das Lied des Lammes. Sie verkünden nicht nur die Gute Botschaft vom Königreich, sondern auch Gottes Missfallen an dem gegenwärtigen System. (Mat 24:14; Off 14:6, 7). „Diese sind die letzten, denn durch sie wird der Grimm Gottes zu Ende gebracht“ (Off 15:1).

Die Schalen und die Trompeten

Die Ziele der ersten vier Schalen des Grimmes Gottes sind die gleichen wie die der ersten vier Trompetenstöße: die Erde, das Meer, die Flüsse und die Wasserquellen sowie die himmlischen Lichtquellen (Off 8:1-12). Die Trompetenstöße kündigten aber Plagen für „ein Drittel“ an, wogegen vom Ausgießen der Schalen des Grimmes Gottes „das Ganze“ betroffen wird. Während also am Tag des Herrn zuerst nur ‘einem Drittel’ Aufmerksamkeit geschenkt wurde, werden schließlich alle Menschen erreicht werden.

Die letzten drei Trompetenstöße wurden als Wehe bezeichnet (Offenbarung 8:13; 9:12). Die ersten beiden standen besonders mit den Heuschrecken und den Reiterheeren in Verbindung, während das dritte die Geburt des Königreiches Jehovas bekanntmachte (Off 9:1-21; 11:15-19). Die letzten drei Schalen seines Zorns unterscheiden sich von den drei „Wehen“.

Was kündigen diese Plagen der Menschheit und den Herrschern des gegenwärtigen bösen Systems an? Wie können Christen beim Ausgießen der Plagen einen Anteil haben? Wie können Christen vermeiden selbst geplagt zu werden?

Die erste Schale trifft die Erde

„Und der erste ging weg und goss seine Schale nach der Erde hin aus. Und ein schmerzhaftes und bösartiges Geschwür befiel die Menschen, die das Kennzeichen des wilden Tieres hatten und die sein Bild anbeteten“ (Off 16:2). Wie bei dem ersten Trompetenstoß, so symbolisiert die hier erwähnte „Erde“ die menschliche Gesellschaft samt dem scheinbar stabilen politischen System (Off 8:7).

Immer wieder verhalten sich die Herrschenden wie Götter. Sie fordern vom Volk absoluten Gehorsam und bedingungslose Unterstützung. Die Interessen oder das Gewissen des Einzelnen müssen zurücktreten zugunsten der Interessen des Volkes, seiner Werte und seiner Zukunft.
Die Loyalität, die sie fordern kommt einer Anbetung gleich, die aus Gottes Sicht Götzendienst ist.  Sie opfern ihre Kinder auf den Schlachtfeldern des Krieges. Am Tag des Herrn haben die Nationen außerdem einen Ersatz für Gottes Königreich geschaffen: das Bild des Untieres — den Völkerbund und seinen Nachfolger, die Vereinten Nationen. Wer sie anbetet, ist in religiöser Hinsicht unrein, geschwürig, ebenso, wie die Ägypter, die in den Tagen Mose mit buchstäblichen Geschwüren geplagt wurden (2. Mo 9:10, 11). Wenn sie nicht bereuen, führt diese schmerzhafte Krankheit am Gerichtstag zum Tod.

Immer wieder wird auf die Menschen Zwang ausgeübt, dieser Zwang kann auch in Verlockung bestehen. Wer mitmacht, dem verspricht man Sicherheit, Anerkennung, Macht, Geld oder ähnliches. Doch dafür ist ein Preis zu zahlen, oft in Form von Abhängigkeit. Manchmal muss man sich entscheiden zwischen dem Missfallen der Welt oder dem Zorn Jehovas (Jak 4:4).

Die zweite Schale trifft das Meer

„Und der zweite goss seine Schale in das Meer aus. Und es wurde zu Blut wie von einem Toten, und jede lebende Seele starb, ja alles, was im Meer war“ (Off 16:3). Wie bei dem zweiten Trompetenstoß, so ist das Ausgießen dieser Schale gegen „das Meer“ gerichtet. Damit ist die unruhige, rebellische, von Gott entfremdete, Menschheit gemeint (Jes 57:20, 21; Off 8:8, 9). Alle, die sich in diesem Meer befinden, sind in Jehovas Augen unrein und tot. Deshalb dürfen Christen kein Teil der Welt sein (Joh 17:14). Und wer sich im Meer befindet, ist aufgerufen es zu verlassen, denn schließlich wird das Meer nicht mehr sein (Off 21:1). Natürlich hat es Gründe, warum Menschen keine Ruhe finden und rebellieren. Die heutige Welt macht das Leben nicht leicht und es gibt viel Ungerechtigkeiten auf der Welt. Und viele wollen sich nicht damit abfinden. Die Gute Nachricht ist, dass Gott für eine Lösung sorgen wird: Es gibt Neue Himmel und eine Neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnen wird.

Die dritte Schale trifft die Flüsse und Wasserquellen

„Und der dritte goss seine Schale in die Flüsse und die Wasserquellen aus. Und sie wurden zu Blut. Und ich hörte den Engel der Wasser sagen: ‚Du, der Eine, der ist und der war, du Loyaler, bist gerecht, weil du diese Entscheidungen gefällt hast, denn sie haben das Blut von Heiligen und von Propheten vergossen, und du hast ihnen Blut zu trinken gegeben. Sie verdienen es.‘ Und ich hörte den Altar sprechen: ‚Ja, Jehova Gott, du Allmächtiger, wahrhaftig und gerecht sind deine richterlichen Entscheidungen‘ “ (Off 16:4-7).

Diese „Flüsse und die Wasserquellen“ stellen die angeblich erfrischenden Quellen der Anleitung und der Weisheit der Welt dar, zum Beispiel die politischen, kommerziellen, wissenschaftlichen, pädagogischen, sozialen und religiösen Philosophien, die die Handlungsweise und Entscheidungen der Menschen bestimmen. Statt sich an Jehova zu wenden, dem Quell lebendigen Wassers, „hauen sie sich zerbrochene Zisternen aus“ und trinken in großen Zügen ‘die Weisheit dieser Welt, die Torheit bei Gott ist’ (Jer 2:13; 1. Kor 1:19; 2:6; 3:19).

Natürlich ist nicht alles in der Welt schlecht, aber vieles ist gefährlich und langfristig schädlich. Es zeigt sich, dass es keine Weisheit im Widerstand gegen Jehova gibt und dass „die Flüsse und die Wasserquellen“ der Welt zu Blut geworden sind und dass alle, die davon trinken, in geistiger Hinsicht sterben (Hes 33:11). Der Altar, das heißt die Seelen derer unter dem Altar, bezeugen dies und stimmen zu, dass „sie es verdienen“ (Off 6:9, 10). Sie werden gezwungen, selbst Blut zu trinken, das heißt sie müssen die Konsequenzen für ihr schlechtes Handeln tragen.

Die vierte Schale trifft die Sonne

„Und der vierte goss seine Schale auf die Sonne aus; und der Sonne wurde gewährt, die Menschen mit Feuer zu versengen. Und die Menschen wurden mit großer Hitze versengt, aber sie lästerten den Namen Gottes, der die Gewalt über diese Plagen hat, und sie bereuten nicht, um ihm Ehre zu zollen“ (Off 16:8, 9).

Heute ist „Die Sonne der Gerechtigkeit“ aufgegangen und die Gerechten leuchten „so hell wie die Sonne im Königreich ihres Vaters“ (Mal 4:2, Mat 13:40, 43). Die Menschheit hat jedoch ihre eigene „Sonne“, ihre eigenen Herrscher, die auch leuchten und sich über die Menschen erheben wollen. Doch bringt die Sonne der Welt kein Licht und keine Wärme, sondern unerträgliche Hitze. Immer wieder spielen sich Menschen zu ungerechten und eigensinnigen Führern auf, die das Volk versengen. Anstatt sich Jehova und dem Königreich zuzuwenden, geben sie Gott die Schuld, weil er die Plagen zulässt.

Diese historischen Tatsachen werden auf der ganzen Erde bekanntgemacht. Trotzdem leiden sie lieber unter der sengend heißen „Sonne“ der bedrückenden Menschenherrschaft, als sich dem messianischen Königreich zuzuwenden.
Auch hier gilt wieder, dass nicht alle Herrscher zum Schaden des Volkes regiert haben, aber dennoch konnte kein Herrscher die Probleme der Menschheit lösen.

Die fünfte Schale trifft den Thron des Untieres

„Und der fünfte goss seine Schale auf den Thron des Untieres aus“ (Off 16:10a). Das „Untier“ ist das politische System. Und der Thron ist ein Symbol für Herrschaft. Ja, der „Thron des Untieres“ ist der Ursprung oder der Quell der Gewalt des Untieres. In Offenbarung 13:1, 2 hieß es „der Drache gab dem Tier seine Macht und seinen Thron und große Gewalt“. Die Art und Weise, wie das Untier seine Macht ausübt, findet Gottes Missfallen. Das Untier widersteht Gottes Vorsatz und erweist sich somit als satanisch. Das zeigt der Charakter des gegenwärtigen Weltsystems, das immer noch auf engstirnigem Nationalismus, auf Hass, Selbstsucht, Kontrolle aufgebaut ist. Die Korruption in den Regierungen, die Machtgier, die lügenhafte Diplomatie, das Wettrüsten sind Folgen davon. Der Thron des wilden Tieres wird erst umgestürzt, wenn das Tier vernichtet wird der Satan in den Abgrund geworfen wird (Off 19:20, 21; 20:1-3).

„Und sein Königreich wurde verfinstert, und sie begannen, vor Schmerz ihre Zunge zu zernagen, aber sie lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre, und sie bereuten ihre Werke nicht“ (Off 16:10b, 11).

Die fünfte Schale des Grimmes Gottes hat nicht genau die gleiche Auswirkung wie der fünfte Trompetenstoß, denn dieser kündigte eine Heuschreckenplage an. Es ist jedoch beachtenswert, daß durch diese Plage die Sonne und die Luft verfinstert wurden, wie auch damals in Ägypten (Off 9:2-5; 2. Mo 10:14, 15). Von den Herrschern dieser Welt ist keine Erleuchtung, Anleitung und Hoffnung zu erwarten. Immer wieder verursachen sie viel Leid. Sie leiden unter der sengenden Hitze, aber anstatt sich an Jehova zu wenden und Zuflucht in seinem reich zu suchen, machen sie ihn sogar noch dafür verantwortlich.

Hungersnöte, Kriege, Gewalttaten, Kriminalität, Unmoral, Unehrlichkeit, Unterdrückung und Ausbeutung sind typisch für dieses Systems der Dinge. Die bösen Herrscher fühlen sich bedroht und verfolgen diejenigen, die die Wahrheit und Ungerechtigkeiten veröffentlichen. Es ist nicht zu erwarten, dass die Mächtigen dieser Welt von sich aus Reue und Umkehr offenbaren werden.

Die sechste Schale trifft den Euphrat

Durch den sechsten Trompetenstoß wurde bekanntgegeben, dass „die vier Engel ..., die an dem großen Strom Euphrat gebunden sind“, losgebunden werden sollten (Off 9:14). Die große Stadt Babylon lag am Strom Euphrat. „Und der sechste goss seine Schale auf den großen Strom Euphrat aus, und sein Wasser vertrocknete, damit für die Könige vom Sonnenaufgang der Weg bereitet werde“ (Off 16:12). Schlechte Nachrichten für Babylon die Große!

Der wasserreiche Strom Euphrat bildete einen wichtigen Teil des Verteidigungssystems der Stadt. Im Jahre 539 v. u. Z. vertrocknete sein Wasser, denn der Strom wurde unter der Führung des Cyrus umgeleitet. Auf diese Weise wurden Cyrus, dem Perser, und Darius, dem Meder - den Königen vom „Sonnenaufgang“ (=Osten)- ,  der Weg bereitet. In diesem kritischen Moment bot der Euphrat der großen Stadt keinen Schutz (Jesaja 44:27 bis 45:7; Jeremia 51:36). Babylon wurde dann auch erobert. Etwas Ähnliches wird mit dem heutigen Babylon, der falschen Religion, geschehen.

Babylon die Große sitzt „auf vielen Wassern“. Diese symbolisieren „Völker und Volksmengen und Nationen und Zungen“ (Off 17:1, 15).

Die vielen Anhänger bilden ihr vermeintlich Schutz. Doch die „Wasser“ vertrocknen. In den Ländern, in denen Babylon die Große früher großen Einfluss hatte, kehren viele der Religion den Rücken. So wird es auch sein, wenn für Babylon die Große die Zeit der Vernichtung kommt. Die übriggeblieben Anhänger werden für sie keinen Schutz bilden (Off 17:16). Gegen die „Könige vom Sonnenaufgang“ wird sie chancenlos sein.

Um wen handelt es sich bei diesen Königen? Im Jahre 539 v. u. Z. handelte es sich dabei um Darius, den Meder, und Cyrus, den Perser, und Jehova gebrauchte sie, um die alte Stadt Babylon zu erobern. Die Gesalbten, die zwei Zeugen, sind „die Könige vom Sonnenaufgang“, Auch Jehova Gott und Jesus Christus habeneinen Anteil daran, denn sie geben den Nationen den „Gedanken“ ins Herz, sich gegen Babylon die Große zu wenden (Off 17:16, 17).

Die ersten sechs Schalen des Grimmes Jehovas sind eine Warnung für die ganze Erde. Jehova gibt den Menschen die Gelegenheit einen rechtschaffenen Weg einzuschlagen und am Leben zu bleiben (Hes 33:14-16). Vor dem Ausgießen der letzten Schale folgt ein Einschub. Die Bekanntmachung der Gerichtsbotschaften Jehovas und die Umkehr der Menschen sollen verhindert werden.

Der Krieg Gottes

Johannes berichtet: „Und ich sah drei unreine inspirierte Äußerungen, die aussahen wie Frösche, aus dem Maul des Drachen und aus dem Maul des wilden Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten ausgehen. Sie sind tatsächlich von Dämonen inspirierte Äußerungen und vollbringen Zeichen, und sie ziehen aus zu den Königen der ganzen bewohnten Erde, um sie zu versammeln zum Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“ (Off 16:13, 14).
Am Tag des Herrn gibt es etwas, was mit der abscheulichen Froschplage zu vergleichen ist, die Gott damals über Ägypten brachte (2. Mose 8:5-15). Es handelt sich dabei um Satans „unreine inspirierte Äußerungen“, die eindeutig eine Propaganda versinnbildlichen, mit der die Absicht verfolgt wird, alle menschlichen Herrscher - die „Könige“ - auf die Seite der Gegner Jehovas zu manövrieren. Satan möchte nämlich sichergehen, dass die Herrscher durch das Ausgießen der Schalen des Grimmes Gottes in ihrer Gesinnung nicht wankend werden, sondern beim Ausbruch des ‘Krieges des großen Tages Gottes, des Allmächtigen’, fest zu ihm stehen.

Die Propaganda geht vom „Drachen“ (Satan) und von dem „Untier“ (das politische System) aus. Bei dem falschen Propheten handelt es sich offensichtlich um das zweihörnige Untier. Zuvor wurde ein wildes Tier behandelt, das vor dem siebenköpfigen wilden Tier große Zeichen vollbringt. Es fördert die Anbetung des wilden Tieres und imitierte das Bild des Untiers (Off 13:11-14). An einer späteren Stelle in der Offenbarung wird von dem falschen Propheten ebenfalls gesagt wird, dass er „vor dem siebenköpfigen Untier die Zeichen tat, durch die er die irreführte, welche das Kennzeichen des wilden Tieres empfingen, und die, die seinem Bild Anbetung darbringen“ (Off 19:20).

Bei soviel Propaganda ist es wichtig wach zu bleiben: „Siehe! Ich komme wie ein Dieb. Glücklich ist, wer wach bleibt und seine äußeren Kleider bewahrt, damit er nicht nackt einhergehe und man seine Schande sehe“ (Off 16:15). Als sich Jesus noch auf der Erde befand, verglich er sein Kommen mit dem Kommen eines Diebes, indem er sagte: „Wacht deshalb beharrlich, weil ihr nicht wisst, an welchem Tag euer Herr kommt. Deswegen erweist auch ihr euch als solche, die bereit sind, denn zu einer Stunde, da ihr es nicht denkt, kommt der Sohn des Menschen“ (Mat 24:42, 44). Der Apostel Paulus äußerte eine ähnliche Warnung: „Denn ihr selbst wisst sehr wohl, dass Jehovas Tag genauso kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wann immer sie sagen: ‚Frieden und Sicherheit!‘, dann wird plötzliche Vernichtung sie überfallen.“

Jesus warnte auch mit den Worten: „Gebt ... auf euch selbst acht, damit euer Herz niemals durch zu viel Essen und zu viel Trinken und Sorgen des Lebens beschwert werde und jener Tag plötzlich, in einem Augenblick, über euch komme wie eine Schlinge ... Bleibt also wach, und fleht allezeit, damit es euch gelinge, all diesen Dingen, die geschehen sollen, zu entgehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen“ (Luk 21:34-36). „Jener Tag“ ist der ‘große Tag Gottes, des Allmächtigen’ (Off 16:14). Christen müssen ständig auf der Hut und wachsam bleiben bis zu jenem Tag.

Diejenigen, die man schlafend vorfindet, werden ihre „äußeren Kleider“ verlieren und Schande erleiden. In alter Zeit konnten einem Wächter, der schlafend vorgefunden wurde, die Kleider ausgezogen und verbrannt werden, so dass er öffentlich gedemütigt wurde.

Die hier erwähnten äußeren Kleider kennzeichnen den Träger als einen christlichen Diener Gottes. (Off 3:18; 7:14.) Wer sich durch den Druck dieser Welt einschläfern lässt, so dass er untätig wird, verliert seine äußeren Kleider, sein Kennzeichen als Christ und bringt Schande über sich.

 „Und sie [die von Dämonen inspirierten Äußerungen] versammelten sie [die Könige der Erde] an den Ort, der auf hebräisch Har-Magedon genannt wird“ (Off 16:16).

Der Name Har-Magedon bedeutet „Berg von Megiddo“. Diese Bezeichnung steht jedoch nicht für einen buchstäblichen Ort, sondern für die Widerstand den alle Nationen gegen Jehova Gott aufbringen und umfasst die ganze Erde. (Jer 25:31-33; Da 2:44). Die Nationen werden versammelt, um von Jehova gerichtet zu werden (Off 14:19; Joel 3:12, 14). Es besteht auch ein Zusammenhang zwischen Har-Magedon und dem „Boden Israels“, wo die Heere Gogs von Magog vernichtet werden, und der Stelle „zwischen dem großen Meer und dem heiligen Berg der ‚Zierde‘ “, wo der König des Nordens „völlig zu seinem Ende kommen“ wird (Hes 38:16-18, 22, 23; Da 11:45 bis 12:1).

Der satanischen Propaganda setzt Gott aber etwas entgegen. Die letzte Schale des Grimmes Gottes wird ausgegeossen.

Der siebte Engel trifft die Luft

„Und der siebte goss seine Schale auf die Luft aus. Darauf kam eine laute Stimme aus dem Heiligtum vom Thron her, die sprach: ‚Es ist geschehen!‘ “ (Off 16:17).

Es ist nicht die buchstäbliche Luft gemeint. Vielmehr ist die „Luft“, von der Paulus sprach, als er Satan den „Herrscher der Gewalt der Luft“ nannte (Eph 2:2). Es handelt sich um den Geist oder die allgemeine Geisteshaltung, die Satans gesamtes System der Dinge kennzeichnet.

Wenn die letzte Schale ausgegossen sein wird, wird Jehova selbst sprechen: „Es ist geschehen!“. Aber es ist noch nicht das Ende.

„Und es entstanden Blitze und Stimmen und Donner, und ein großes Erdbeben ereignete sich, wie sich ein solches nicht ereignet hatte, seitdem es Menschen auf der Erde gibt, ein so weitreichendes, so großes Erdbeben. Und die große Stadt spaltete sich in drei Teile, und die Städte der Nationen fielen; und Babylon der Großen wurde vor Gott gedacht, um ihr den Becher mit dem Wein des Grimmes seines Zorns zu geben. Auch entfloh jede Insel, und Berge wurden nicht gefunden. Und ein großer Hagel, jeder Stein ungefähr im Gewicht von einem Talent, kam aus dem Himmel auf die Menschen herab, und die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagels, denn seine Plage war außergewöhnlich groß“ (Off 16:18-21).

Die Menschheit wird durch ein letztes verheerendes Erdbeben erschüttert. (Joel 3:16.) Dieses schwere Erdbeben wird die „große Stadt“, Babylon die Große, erschüttern, so dass sie sich in drei Teile spalten wird, sie einen nicht reparablen Schaden erleiden. Auch die „Städte der Nationen“ werden fallen. „Jede Insel“ und „Berge“ - Einrichtungen und Organisationen des gegenwärtigen Systems, die von Bestand zu sein scheinen - werden verschwinden. Ein „großer Hagel“ — weit schlimmer als der, der bei der siebten Plage über Ägypten kam, denn jeder Hagelstein wird etwa ein Talent wiegen — wird auf schmerzliche Weise auf die Menschheit niederprasseln (2. Mo 9:22-26). Das hartgefrorene Wasser, das als Strafe auf die Menschen niedergeht, stellt wahrscheinlich ungewöhnlich harte Botschaften dar, die das Gericht Jehovas betreffen und die anzeigen, daß das Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge endgültig herbeigekommen ist.

Das gerechte Gericht Jehovas wird also Satans Welt ereilen. Die meisten Menschen werden sich bis zum Ende Gott widersetzen und ihn lästern. Wie es bei Pharao der Fall war, werden sie sich durch die Plagen, die wiederholt über sie kommen, nicht erweichen lassen oder sich von ihm lossagen (2. Mo 11:9, 10). Aber „sie werden erkennen müssen, dass ich Jehova bin“ (Hes 38:23).

Kapitelanfang

Kapitel 17 - Das Gericht an der großen Hure

Inhalt: Babylon die Große reitet auf einem scharlachfarbigen Untier, das schließlich über sie herfällt und sie vernichtet.

„Und einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen hatten, kam und sprach zu mir: ‚Komm, ich will dir das Gericht über die große Hure zeigen, die auf vielen Wassern sitzt, mit der die Könige der Erde Hurerei begingen, und die die Erdbewohner mit dem Wein ihrer Hurerei betrunken gemacht hat‘ “ (Off 17:1, 2).

Identität der Hure

Wer ist diese große Hure? Das wird nach und nach klar. Sie begeht mit den Königen der Erde Hurerei und berauscht mit dem „Wein ihrer Hurerei“ alle Menschen. Später wird hinzugefügt, dass sie durch ihre spiritistischen Bräuche alle Nationen irregeführt hat (Off 18:23). Das lässt auf die falsche Religion schließen.
Sie wird auch mit der Stadt Babylon verglichen. Babylon (oder Babel, was „Verwirrung“ bedeutet) war ein religiös-politischer Staat mit vielen Anbetungsstätten. Die Priesterschaft übte großen Einfluss aus. Bis in unsere Zeit beeinflussen Vertreter der Religionen politische Angelegenheiten. Viele babylonische Lehren und Bräuche sind in den verschiedenen Religionen zu finden. Zum Beispiel die Lehre von der unsterblichen Seele, die Hölle als einen Ort der Qual und eine Dreiheit von Göttern. Die falsche Religion war im alten Babylon sehr präsent. Zur Zeit Nebukadnezars erreichte sie ihre größte Macht.

Sein Bündnisvolk Israel bezeichnete Jehova als eine Prostituierte, weil es sich mit der falschen Anbetung einließ und mit den Nationen Bündnisse schloss, statt auf Jehova zu vertrauen (Jer 3:6, 8, 9; Hes 16:28-30). Heute verführt Babylon die Große die Könige der Erde und alle Völker sich mit ihr einzulassen und auf sie zu vertrauen, anstatt auf Gott und die Wahrheit (1. Tim 4:1). Jesus fordert von seinen Nachfolgern kein Teil der Welt zu sein (Joh 17:16). Anstatt die Freundschaft mit der Welt zu suchen sollten sie die Freundschaft mit Gott suchen (Jak 4:4). Die falsche Religion übt deshalb so großen Einfluss aus, weil sie sich in Religionen und Religionsgemeinschaften organisiert. Sie möchte, dass die Interessen ihrer Anhänger und Förderer vertreten werden, und damit auch ihre Eigenen. Die Mächtigen wiederum üben Einfluss auf diese Organisationen aus, um sie für ihre Zwecke zu gebrauchen. Diese religiös-politischen Verstrickungen haben viel Leid verursacht.

Sie sitzt auf vielen Wassern. Das alte Babylon lag an vielen Wasserläufen, vor allem dem Euphrat. Sie schützten die Stadt, bis sie, wie vorhergesagt, in einer Nacht „austrockneten“ (Jer 50:38; 51:12, 13). Auch Babylon die Große wird von „vielen Wassern“ beschützt, den „Völkern, Volksmengen, Nationen und Zungen“, von Menschen, die sie religiös und materiell unterstützen. Aber diese Wasser trocknen ebenfalls aus, bzw. die Menschen entziehen ihr immer mehr die Unterstützung (Off 17:15).

Des Weiteren machte das Babylonische Reich durch ihren großen Einfluss „die ganze Erde trunken“ (Jer 51:7). Sie berauschte die Massen durch ihre Größe, ihre scheinbar mächtigen Götter und ihre anziehenden Lehren. So verblendete sie die Völker, die in der Folge unsinnig handelten

Die Hure reitet auf einem Untier. „Und er führte mich durch den Geist hinweg in eine Wildnis. Und ich erblickte eine Frau, die auf einem scharlachfarbigen Untier saß voll lästerlicher Namen und das sieben Köpfe und zehn Hörner hatte“ (Off 17:3).

Die Frau ist die große Hure. Sie sitzt auf einem schrecklich aussehenden Untier. Dieses Untier hat ebenfalls sieben Köpfe und zehn Hörner, wie das Tier, das Johannes zuvor sah (Off 13:1). Aber es bestehen Unterschiede. Dieses Untier ist scharlachfarbig, und es wird von ihm nicht gesagt, dass es Diademe habe. Außerdem hat es nicht nur auf seinen sieben Köpfen lästerliche Namen, sondern ist „voll lästerlicher Namen“. Dennoch sind die beiden Tiere so ähnlich, dass zwischen ihnen eine Verbindung bestehen muss.

Dieses scharlachfarbige Untier muss das Bild des Untieres sein, das auf Drängen des anglo-amerikanischen Untieres, das zwei Hörner wie ein Lamm hat, hervorgebracht wurde. Nach der Anfertigung des Bildes durfte das zweihörnige Untier dem Bild des Untieres Odem geben (Off 13:14, 15). Johannes sieht nun das tatsächliche Bild. Es stellt den Völkerbund dar, den das zweihörnige Untier im Jahre 1920 ins Leben rief. Der Völkerbund sollte „ein Forum für die Entscheidung von Rechtsstreitigkeiten für alle sein und die Gefahr eines Krieges für immer beseitigen“ (US-Präsident Wilson). Als der Völkerbund nach dem Zweiten Weltkrieg in Form der Vereinten Nationen wieder ins Leben gerufen wurde, bestand sein erklärter Zweck darin, „den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit aufrechtzuerhalten“.

Inwiefern ist dieses symbolische Untier voll lästerlicher Namen? Die Mitglieder machten den Völkerbund zu einem Götzen. Viele betrachten die Vereinten Nationen als die letzte Hoffnung für die Eintracht und den Frieden. Das Bild des Untiers wurde auch als „der politische Ausdruck des Königreiches Gottes auf Erden“ bezeichnet, das Mittel durch das Gott sein Wort wahrmacht für weltweiten Frieden sorgt. Jehovas himmlisches Königreich unter Christus, und nicht eine von Menschen geschaffene Institution, ist das Mittel, durch das Gott Frieden herbeiführen wird. Von Menschen geschaffener Frieden wird immer nur kurzzeitig sein, solange sich die Menschen und die Gesellschaft nicht ändern. Selbstsucht, Hass, Gewalt, Unbeherrschtheit, Unmoral, Ungerechtigkeit, Armut, Krankheit, Kummer und Tod sind die Wurzeln von Kriegen.

Babylon die Große reitet auf dem scharlachfarbigen Untier. In Übereinstimmung damit hat sich die babylonische Religion mit dem Völkerbund und seiner Nachfolgeorganisation verbunden und diese gelenkt.

Sie ist Babylon die Große. „Und die Frau war in Purpur und Scharlach gehüllt und war mit Gold und kostbaren Steinen und Perlen geschmückt und hatte in ihrer Hand einen goldenen Becher, der voll von abscheulichen Dingen und den Unreinheiten ihrer Hurerei war. Und auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben, ein Geheimnis: ‚Babylon die Große, die Mutter der Huren und der abscheulichen Dinge der Erde.‘ Und ich sah, dass die Frau trunken war vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu“ (Off 17:4-6a).

Die Hure wird durch den Namen an ihrer Stirn identifiziert. „Babylon die Große, die Mutter der Huren und der abscheulichen Dinge der Erde“. Dieser Name ist trotzdem „ein Geheimnis“, weil die Bedeutung des Namens nicht unmittelbar klar ist und lange unklar blieb. Aber zur bestimmten Zeit ist das Geheimnis gelüftet worden. Tatsächlich liefert die Beschreibung genügend Informationen, so dass es aufrichtigen Erforschern der Bibel heute möglich ist, die volle Bedeutung dieses Namens zu verstehen. Sie ist „die Mutter der Huren“, denn all die verschiedenen falschen Religionen auf der Erde, einschließlich der vielen Sekten, ahmen, als ihre Töchter, ihre geistige Hurerei nach. Außerdem ist sie die Mutter der „abscheulichen Dinge“, und zwar insofern als sie widerliche Nachkommen geboren hat, wie z. B. den Götzendienst, den Spiritismus, die Wahrsagerei, die Astrologie, das Handlesen, usw. (5.Mo 18:9-11).

Babylon die Große ist in „Purpur und Scharlach“ gekleidet, den königlichen Farben, und sie ist „mit Gold und kostbaren Steinen und Perlen geschmückt“. Das erinnert an all die Prachtbauten, kostbaren Kirchen, Tempel, Statuen, Gemälde, und Heiligenbilder oder an den Reichtum in Form von Immobilien und Bankguthaben, den die Religionen dieser Welt aufgehäuft haben.

Babylon die Große hält in ihrer Hand einen goldenen Becher „voll von abscheulichen Dingen und den Unreinheiten ihrer Hurerei“. Dies ist der Becher, in dem sich der „Wein der Wut ihrer Hurerei“ befindet, mit dem sie alle Nationen trunken gemacht hat (Off 14:8). Der goldene Becher ist äußerlich kostbar, aber sein Inhalt ist ekelerregend und unrein (Siehe Mat 23:25, 26.) Er enthält all die schmutzigen Praktiken und Lügen, die die große Hure benutzt hat, um die Nationen irrezuführen und zu lenken. Die Hure ist selbst berauscht, trunken vom Blut der Diener Gottes. „In ihr wurde das Blut von Propheten und Heiligen und von all denen gefunden, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind“ (Off 18:24). Zuvor hatte Johannes einen Ruf vom Altar her gehört: „Bis wann, Souveräner Herr, heiliger und wahrhaftiger, hältst du dich davon zurück, zu richten und unser Blut an denen zu rächen, die auf der Erde wohnen?“ (Off 6:10). Babylon die Große, die Mutter der Huren und der abscheulichen Dinge der Erde, wird zur bestimmten Zeit zur Rechenschaft gezogen werden.

Das Geheimnis wird offenbart

„Als ich sie nun erblickte, wunderte ich mich mit großer Verwunderung“ (Off 17:6b). Menschliche Fantasie hätte eine solche Erscheinung niemals hervorrufen können, eine betrunkene Prostituierte auf einem scharlachfarbigen Untier in einer Wildnis! (Off 17:3). Diese Vision erfüllt sich gegenwärtig auf erstaunliche Weise, und wird sich erfüllen, bis der erstaunliche Höhepunkt erreicht ist.

„Da sagte der Engel zu mir: ‚Warum wunderst du dich? Ich will dir das Geheimnis der Frau und des Untieres kundtun, das sie trägt und das die sieben Köpfe und die zehn Hörner hat‘ “ (Off 17:7). Der Engel will also das Geheimnis enträtseln.

„Das Untier, das du sahst, war, ist aber nicht und ist doch daran, aus dem Abgrund heraufzukommen, und es wird in die Vernichtung hinweggehen“ (Off 17:8a).

Der Völkerbund, dem es nicht gelang, den Frieden in der Welt aufrechtzuerhalten, versank in einen Abgrund der Untätigkeit. Er war offensichtlich gescheitert, sollte aber wieder aus dem Abgrund heraufsteigen, also wieder in Aktion treten.
Das scharlachfarbige Untier stieg tatsächlich wieder aus dem Abgrund herauf. 1945 stimmten 50 Nationen der Charta der Vereinten Nationen zu. Der Zweck dieser Organisation bestehe darin, „den Weltfrieden und die internationale Sicherheit aufrechtzuerhalten“. Die UNO ist damit eine Wiederbelebung des scharlachfarbigen Untiers. Mittlerweile hat sie ca. 200 Mitglieder.

„Und wenn sie sehen, wie das Untier war, aber nicht ist und doch gegenwärtig sein wird, werden es die Erdbewohner bewundern, aber ihre Namen sind seit Grundlegung der Welt nicht auf die Buchrolle des Lebens geschrieben worden“ (Off 17:8b). Die Bewohner der Erde haben diesen Zusammenschluss von Nationen bewundert. Wahren Frieden und Sicherheit vermochte die UNO jedoch nicht herbeizuführen. Die Uno und unvollkommene Menschen werden es auch nie erreichen, sondern Jehova durch sein Königreich und seinen Friedefürsten, Jesus Christus (Off 11:15, Jes 9:6, 7). Die Namen derjenigen, die ihre Hoffnung auf die Uno setzen, „sind seit Grundlegung der Welt nicht auf die Buchrolle des Lebens geschrieben worden.“ Die Namen der Treuen, die sich geweigert haben mit Babylon geistige Hurerei zu treiben oder das Bild des Untiers anzubeten werden, stehen in Gottes Buchrolle des Lebens, die Übrigen nicht. Dazu wäre es notwendig, sich im Namen Jesu an Jehova zu wenden, Gottes Willen zu tun, und die Hoffnung auf sein Königreich zu setzen (Mat 6:9,10).  

Über das scharlachfarbige Untier sagt der Engel weiter: „Hier ist der Verstand, der Weisheit hat: Die sieben Köpfe bedeuten sieben Berge, auf denen die Frau sitzt. Und da sind sieben Könige: fünf sind gefallen, einer ist, der andere ist noch nicht gekommen, doch wenn er gekommen ist, soll er eine kurze Weile bleiben“ (Off 17:9, 10). Der Engel vermittelt die Weisheit von oben, die notwendig ist die Prophezeiung zu verstehen (Jak 3:17). Wir müssen dann nur unseren Verstand gebrauchen.  

Die sieben Köpfe dieses Untieres bedeuten sieben „Berge“ oder sieben „Könige“. Beides wird in der Bibel auf Regierungen angewandt (Jer 51:24, 25; Da 2:34, 35, 44, 45). Gemäß der Bibel gab es sechs Weltmächte, welche die Geschichte des Volkes Gottes stark beeinflussten: Ägypten, Assyrien, Babylon, Medo-Persien, Griechenland und Rom. Von diesen waren bis zu der Zeit, als Johannes die Offenbarung empfing, fünf gekommen und wieder gegangen, während Rom als Weltmacht gegenwärtig war. Was ist aber mit ‘dem anderen’, der noch kommen sollte?

Das Römische Reich bestand nach den Tagen des Johannes noch Jahrhunderte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es aber schon längst Vergangenheit. England dagegen beherrschte ein riesiges Reich. Es erstreckte sich über große Teile Afrikas, Indiens und Südostasiens. Die USA hatten sich im 18. Jahrhundert von dem britischen Empire losgesagt und es bestanden lange Zeit Spannungen. Der Erste Weltkrieg zwang die beiden Nationen jedoch, ihre gemeinsamen Interessen zu erkennen und ihr Verhältnis zu festigen. Auf diese Weise entstand eine Art Doppelweltmacht, bestehend aus den freiheitlichen Vereinigten Staaten von Amerika, und dem konservativen weitreichendem Großbritannien. Diese Doppelweltmacht ist der siebte „Kopf“ oder die siebte Weltmacht, die immer noch besteht.

„Und das Untier, das war, aber nicht ist, es ist auch selbst ein achter König, aber es ist aus den sieben, und es geht hin in die Vernichtung“ (Off 17:11). Das sinnbildliche scharlachfarbige Untier ist aus den sieben Königen.  Im Jahre 1919 war die anglo-amerikanische Macht der aufkommende Kopf. Die vorhergehenden sechs Köpfe waren gefallen, und nun hatte dieser siebte Kopf die Stellung als führende Weltmacht inne. Nach und durch diesen siebten Kopf ging der Völkerbund hervor. Der siebte Kopf ist der Hauptbefürworter und Hauptunterstützer der Vereinten Nationen. Das stimmt mit dem überein, was zuvor über die Entstehung des Bildes des Untiers gesagt worden ist (Off 13: 11, 14, 15).

Das scharlachfarbige Untier ist auch ‘selbst ein achter König. Die Uno entwickelt sich immer mehr zu einer Weltregierung. Sie wird wirksam handeln, danach aber selbst „in die Vernichtung hinweggehen“.

„Und die zehn Hörner, die du sahst, bedeuten zehn Könige, die noch kein Königtum empfangen haben, aber sie empfangen Gewalt wie Könige für e i n e Stunde mit dem Untier. Diese haben e i n e n Gedanken, und so geben sie ihre Macht und Gewalt dem Untier. Diese werden mit dem Lamm kämpfen, doch wird das Lamm sie besiegen, weil es Herr der Herren und König der Könige ist. Auch die mit ihm Berufenen und Auserwählten und Treuen werden das tun“ (Off 17:12-14).

Die zehn Hörner stellen sämtliche politischen Mächte dar, die gegenwärtig die Weltbühne beherrschen und die das Bild des Untieres unterstützen. Im ersten Jahrhundert hatten viele der heutigen souveränen Staaten, ‘die zehn Hörner noch kein Königtum empfangen’. Jetzt aber, am Tag des Herrn, haben sie ein „Königtum“, das heißt politische Gewalt. Diese herrschen mit dem Untier eine kurze Zeit - nur „e i n e Stunde“, ehe Jehova der gesamten weltlichen politischen Gewalt ein Ende macht.

Die zehn Hörner haben insofern „e i n e n Gedanken“, als sie sich einig sind, weshalb sie dem Völkerbund und der Organisation der Vereinten Nationen zustimmten. Diese Einstellung bewirkt, dass die Hörner gegen das Lamm, ‘den Herrn der Herren und König der Könige’, kämpfen, da es Jehovas Vorsatz ist, alle diese Königreiche in Kürze durch sein Königreich unter Jesus Christus zu ersetzen (Da 7:13, 14).

Selbstverständlich können die Herrscher dieser Welt gegen Jesus selbst nichts unternehmen. Er ist im Himmel, für sie unerreichbar. Seine Geschwister dagegen, die Übriggebliebenen des Samens der Frau, sind immer noch auf der Erde und verletzlich (Off 12:17). Viele Hörner haben sich ihnen gegenüber bereits als erbitterte Feinde erwiesen und haben auf diese Weise mit dem Lamm gekämpft Die Könige der Erde werden aber bald ihren letzten Kampf gegen das Lamm führen (Off 19:11-21). Sie und das scharlachfarbige Untier, die UNO, haben zwar ihren „e i n e n Gedanken“, aber sie werden weder den großen ‘Herrn der Herren und König der Könige’ besiegen noch „die mit ihm Berufenen und Auserwählten und Treuen“, zu denen auch seine noch auf der Erde lebenden gesalbten Nachfolger gehören. Diese werden gesiegt haben, weil ihnen die Herrschaft übertragen wird und sie ihre Lauterkeit bewahrt haben.

„Und er spricht zu mir: ‚Die Wasser, die du sahst, wo die Hure sitzt, bedeuten Völker und Volksmengen und Nationen und Zungen. Und die zehn Hörner, die du sahst, und das Untieres, diese werden die Hure hassen und werden sie verwüsten und nackt machen und werden ihr Fleisch auffressen und werden sie gänzlich mit Feuer verbrennen‘ “ (Off 17:15, 16).

Babylon die Große wird von unzähligen Menschen aus ‘Völkern und Volksmengen und Nationen und Zungen’ beschützt. Doch die politischen Herrschaftssysteme der Welt werden über Babylon die Große herfallen und die Wasser werden vertrocknen (Off 16:12). Diese Wasser werden schließlich vollständig versickern.

Der ungeheure materielle Reichtum Babylons der Großen wird sie gewiss nicht retten. Er könnte sogar ihre Vernichtung beschleunigen, denn gemäß der Vision werden das Untier und die zehn Hörner in ihrem Hass ihr die königlichen Gewänder abstreifen und all ihren Reichtum plündern. Sie werden sie „nackt machen“, indem sie ihren wahren Charakter zu ihrer Schande bloßstellen. Sie werden sie vernichten, „ihre Fleischteile auffressen“, und sie werden sie „gänzlich mit Feuer verbrennen“.

Warum werden die Regierungen die falsche Religion so behandeln? Die Menschen haben kein Vertrauen mehr zu den Religionen, von denen sie bitter enttäuscht sind. Die Regierungen möchten sich deshalb nicht mehr reinreden lassen.

Im Jahre 607 v. u. Z. benutzte Jehova Nebukadnezar, um jener des geistigen Ehebruchs schuldigen Stadt ‘die Kleider abzustreifen und ihre schönen Gegenstände wegzunehmen und sie nackt und bloß zurückzulassen’ (Hes 23:4, 26, 29). Auch jetzt benutzt Jehova irdische Herrscher, um sein Urteil zu vollstrecken. „Denn Gott hat es ihnen ins Herz gegeben, seinen Gedanken auszuführen, ja ihren e i n e n Gedanken auszuführen, indem sie ihr Königtum dem Untier geben, bis die Worte Gottes erfüllt sein werden“ (Off 17:17). Worin besteht denn Gottes „Gedanke“? Babylon die Große zu beseitigen. Die Nationen wollen dasselbe. Sie mögen den Fortbestand der organisierten Religion als eine Gefahr für ihre Souveränität betrachten. Aber Jehova wird in Wirklichkeit die Dinge lenken; sie werden seinen Gedanken ausführen, den „er ihnen in ihr Herz gibt“.

Die Vereinten Nationen werden sich gegen die falsche Religion wenden und erfolgreich gegen sie kämpfen, „bis die Worte Gottes vollbracht sein werden“. Auf diese Weise findet die große Hure ihr endgültiges Ende.

„Und die Frau, die du sahst, bedeutet die große Stadt, die ein Königtum hat über die Könige der Erde“ (Off 17:18). Eine Bestätigung der Identität Babylons der Großen. Sie übt Gewalt aus über die Könige der Erde und ist gut organisiert wie eine Stadt.

Kapitelanfang

Kapitel 18 - Das Gericht an der großen Stadt

Inhalt: Der Fall und die Vernichtung Babylons der Großen

Babylon die Große, die falsche Religion, gibt es schon sehr lange, deshalb können es sich viele nicht vorstellen, dass sie je vernichtet werden wird. Es ist daher passend, dass in der Offenbarung der Untergang der falschen Religion bestätigt wird, indem darin zweimal eingehend ihr Fall und ihre Vernichtung beschrieben werden. In Kapitel 17 wird sie als Hure dargestellt, die schließlich von ihren politischen Liebhabern gehasst und vernichtet wird, in Kapitel 18 wird sie als große Stadt beschrieben, die fällt und schließlich in Flammen aufgeht.  

Babylon die Große ist gefallen!

„Nach diesen Dingen sah ich einen anderen Engel aus dem Himmel herabkommen, der große Gewalt hatte; und die Erde wurde von seiner Herrlichkeit erleuchtet. Und er rief aus mit starker Stimme, indem er sprach: ‚Sie ist gefallen! Babylon die Große ist gefallen‘ “ (Off 18:1, 2a). Johannes hört die Bekanntmachung zum zweiten Mal (Off 14:8). Die Erde wird durch die Herrlichkeit des Engels erleuchtet. Das ist auch ein Grund, warum Babylon fällt. Die Verkündigung der Guten Botschaft und der Wahrheit, die Gerichtsbotschaften der Trompeten und der Schalen lassen die Anzahl der Anhänger und Unterstützer Babylons zurückgehen. Die Menschen werden frei und können sich den übriggebliebenen Gesalbten anschließen, Jehova dienen und allen verkünden, dass Babylon die Große zum Untergang verurteilt ist (Jes 45:1-4). Sie können, als des Herrn treuer und verständiger Sklave, dienen und geistige Speise zur rechten Zeit austeilen (Mat 24:45-47; 25:21, 23; Apg 1:8).

Babylon die Große ist von Gottes Standpunkt aus schon lange gefallen. Sie stand nie in seiner Gunst. Aber die Menschen müssen erfahren, wie Gott über die falsche Religion denkt. In der Vergangenheit konnte sie nämlich die Gläubigen, die darin gefangen waren, täuschen und von der wahren Anbetung abhalten. In der Zeit des Endes sollte aber die wahre Erkenntnis überströmend werden, deshalb können die Menschen vielerorts Gott mit Geist und Wahrheit anbeten (Da 12:3,4).

Jesaja sprach prophetisch von einem Wächter, der wie ein Löwe ausrief: „Sie ist gefallen! Babylon ist gefallen, und all die gehauenen Bilder ihrer Götter hat Jehova zur Erde geschmettert!“ (Jes 21:8, 9). Die Stadt Babylon fiel dann tatsächlich. Das dasselbe Schicksal ereilt Babylon die Große, wenn gleich ihr Fall nicht in einer Nacht erfolgt. Das ‘Vertrocknen des Euphrats’ ist seit vielen Jahren zu beobachten.

„Und sie ist eine Wohnstätte von Dämonen und ein Gefängnis allerlei unreiner Geister und ein Gefängnis allerlei unreiner Vögel und verhasster Geschöpfe geworden!“ (Off 18:2b).

Das erinnert an Jesajas Beschreibung vom gefallenen Babylon: „Und dort werden gewisslich die lagern, die ständig wasserlose Gegenden aufsuchen, und ihre Häuser werden mit Uhus gefüllt sein. Und dort sollen die Strauße hausen, und wilde Böcke werden dort umherhüpfen“ (Jes 13:21). Dass es in Babylon der Großen allerlei unreine Geschöpfe gibt, zeigt an wie weit es von Jehovas Heiligkeit abweicht.  

Der Prophet Jeremia rief eine Dürre über ihre Wasser aus, dass sie vertrocknen mögen, denn es sein ein Land der Götzen und sie soll auf unabsehbare Zeit unbewohnt bleiben. (Jer 50:38,39).

„Denn alle Nationen haben von dem Wein ihrer Hurerei getrunken, und die Könige der Erde haben Hurerei mit ihr begangen, und die Kaufleute der Erde sind zufolge der Macht ihres Luxus reich geworden“ (Off 18:3).

Babylon die Große berauscht alle Nationen mit ihren unreinen religiösen Lehren, Sitten und Bräuchen. Bei den „Kaufleuten der Erde“ handelt es sich um Geschäftsleute oder Unternehmer, die wegen Babylons enormen Reichtum gerne Geschäfte mit ihr machen.  

„Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: ‚Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt‘ “ (Off 18:4). In alter Zeit forderte Jehova durch den Prophet Jeremia sein Volk auf: „Flieht aus der Mitte Babylons. Es gibt eine Handlungsweise, die er ihr vergilt. Geht aus ihrer Mitte hinaus, mein Volk, und jeder sorge für das Entrinnen seiner Seele vor der Zornglut Jehovas“ (Jer 51:6). Heute sind alle Menschen dazu aufgerufen, aus Babylon der Großen zu fliehen, damit sie nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen.

 „Denn ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht. Erstattet ihr so, wie sie selbst erstattet hat, und tut ihr doppelt so viel, ja doppelt die Zahl der Dinge, die sie tat; in den Becher, in den sie ein Gemisch tat, tut doppelt so viel Gemisch für sie. In dem Maße, wie sie sich verherrlichte und in schamlosem Luxus lebte, in dem Maße gebt ihr Qual und Trauer. (Off 18:5-7a).

Wir brauchen die richtige Einstellung zu Babylon der Großen. Er bezeichnet sie als eine große Hure, deren Sünden sich bis zum Himmel aufgehäuft haben. Die wahren Anbeter müssen sich von der falschen Religion distanzieren, wenn sie diese Plagen nicht mit erleiden wollen. Die Juden mussten die Stadt Babylon verlassen und zu der weit entfernten Heimat ziehen und alle unreinen Bräuche der babylonischen Religion aufgeben. Der Apostel Paulus zitierte in seinem Brief an die Korinther den Propheten Jesaja „Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab‘, spricht Jehova, ‚und hört auf, das Unreine anzurühren“. Paulus warnt die Christen in Korinth weiter: „Lasst euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. Denn welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis?  (Jes 52:11, 2. Kor 6:14-17). Wahre Christen sollten sich von allem trennen, wodurch die Anbetung verunreinigt wird.

„Denn in ihrem Herzen sagt sie beständig: ‚Ich sitze als Königin, und Witwe bin ich nicht, und ich werde niemals Trauer sehen.‘ Darum werden an einem Tag ihre Plagen kommen, Tod und Trauer und Hungersnot, und sie wird gänzlich mit Feuer verbrannt werden, denn Jehova Gott, der sie gerichtet hat, ist stark“ (Off 18:7b,8).

Der Fall und die Verödung Babylons war die Strafe für ihre Sünden. „Denn bis an die Himmel hat ihr Gericht gereicht“ (Jer 51:9). Der Fall Babylons der Großen und ihre letztendliche Vernichtung sind ebenfalls ein Ausdruck der Rache für das, was sie im Laufe der Jahrhunderte wahren Anbetern angetan hat. Gemäß dem Gesetz musste ein Dieb mindestens doppelten Ersatz leisten. In Übereinstimmung damit soll Babylon die Große das Doppelte von dem erhalten, was sie ausgeteilt hat. Sie hat keine Barmherzigkeit zu erwarten, denn sie hat auf Kosten der Menschen in „schamlosem Luxus“ gelebt. Nun wird sie Qual und Trauer erleiden. Das alte Babylon fühlte sich absolut sicher und sagte prahlend: „Ich werde nicht als Witwe sitzen, und keine Kinder verlieren“ (Jes 47:8). Babylon die Große fühlt sich ebenfalls sicher. Aber ihre Vernichtung wird ganz gewiss und schnell kommen, wie „an einem Tag“, denn Jehova ist dazu imstande.

Trauer und Freude über Babylons Ende

„Und die Könige der Erde, die mit ihr Hurerei begingen und in Luxus lebten, werden weinen und sich vor Leid über sie schlagen, wenn sie den Rauch ihres Brandes anschauen, während sie aus Furcht vor ihrer Qual in der Ferne stehen und sagen: ‚Wie schade, wie schade, du große Stadt, Babylon, du starke Stadt, denn in einer Stunde ist dein Gericht gekommen!‘ “ (Off 18:9, 10).

Babylon die Große wurde von den Die Könige der Erde hatten maßgeblichen Anteil an der Vernichtung der Hure (Off 17:16). Doch nach dem Ende Babylons der Großen wird es den „Königen der Erde“ erst bewusst, wie nützlich sie war, das Volk zu besänftigen und untertan zu halten. Geistliche haben Kriege unterstützt und für heilig erklärt, korrupte Herrscher gedeckt, die das einfache Volk unterdrückten. (Jer 5:30, 31) Es ist bemerkenswert, dass diese, nach außen hin tiefbetrübten, Könige den Untergang der Stadt aus der sicheren Ferne beobachten. Sie sind nicht bereit ihr zur Hilfe zu kommen oder etwas für sie zu riskieren.

„Auch die Kaufleute der Erde weinen und trauern über sie, weil niemand mehr da ist, der ihr volles Lager kauft, ein volles Lager an Gold und Silber und kostbaren Steinen und Perlen und feines Leinentuch und Purpur und Seide und Scharlach; und aromatischen Hölzer und jede Art eines elfenbeinerne Gegenstände und jede Art Gegenstand aus sehr kostbarem Holz und aus Kupfer und aus Eisen und aus Marmor; auch Zimt und indisches Gewürz und Räucherwerk und wohlriechendes Öl und duftendes Harz und Wein und Olivenöl und Feinmehl und Weizen und Rinder und Schafe und Pferde und Wagen und Sklaven und Menschenseelen. Ja, die reife Frucht, die deine Seele begehrte, ist von dir gewichen, und all die feinen Dinge und die prächtigen Dinge sind dir verlorengegangen, und niemals wieder wird man sie finden“ (Off 18:11-14).

Ja, Babylon die Große war eine enge Freundin und gute Kundin der reichen Kaufleute. Im Laufe der Jahrhunderte sind in den Anbetungsstätten riesige Mengen Gold, Silber, kostbarer Steine, wertvoller Hölzer und anderer materieller Reichtümer aufgehäuft worden.

„Die Kaufleute, die mit diesen Dingen handelten und durch sie reich wurden, werden aus Furcht vor ihrer Qual in der Ferne stehen und weinen und trauern und sagen: ‚Wie schade, wie schade - die große Stadt, bekleidet mit feinem Leintuch und Purpur und Scharlach und reich geschmückt mit Gold und kostbaren Steinen und Perlen, denn in einer Stunde ist so großer Reichtum verwüstet worden!‘ “ (Off 18:15-17a). Nach der Vernichtung Babylons der Großen trauern die Kaufleute über den Verlust dieses Handelspartners. Die Kaufleute trauern aber weniger um die Stadt als um den vernichteten Reichtum der Stadt. Wie die Könige der Erde stehen auch sie in sicherer Entfernung.  

„Und jeder Schiffskapitän, alle Schiffsreisende, und Seeleute und alle, die sich ihren Lebensunterhalt durch das Meer verdienen, standen in der Ferne und schrien, als sie den Rauch ihres Brandes anschauten, und sprachen: ‚Welche Stadt ist gleich der großen Stadt?‘ Und sie warfen sich Staub auf ihre Häupter und schrien, weinend und trauernd, und sprachen: ‚Wehe, wehe - die große Stadt, durch deren Reichtum sich alle, die Schiffe auf dem Meer haben, bereichert haben. denn in einer Stunde ist sie verwüstet worden!‘“ (Off 18:17b-19). Das alte Babylon war eine Handelsstadt und verfügte über eine große Flotte. Ebenso beteiligt sich Babylon die Große durch ihr Volk, die „vielen Wasser“, eifrig an geschäftlichen Aktivitäten. Dies brachte auch für ihre religiösen Angestellten gute Einkommen.

 „Sei fröhlich über sie, o Himmel, auch ihr Heiligen und ihr Apostel und ihr Propheten, weil Gott für euch richterliche Strafe an ihr vollzogen hat!“ (Off 18:20). Über den Sturz Babylons sollten „die Himmel und Erde und alles, was darin ist, gewiss jubeln“ (Jer 51:48). Nach der Vernichtung Babylons der Großen werden sich die Himmel - Jehova, die Engel und die auferstandenen Gesalbten freuen, sowie alle wahren Christen, die noch auf der Erde leben, später auch die Treuen der alten Zeit. All das vergossene Blut ist an Babylon der Großen gerächt worden.

„Und ein starker Engel hob einen Stein auf gleich einem großen Mühlstein und schleuderte ihn ins Meer, indem er sprach: ‚So wird Babylon, die große Stadt, mit Schwung hinabgeschleudert werden, und sie wird nie wieder gefunden werden‘ “ (Off 18:21). Die Vernichtung Babylons ist sicher und endgültig, sowie das alte Babylon versinken und nie wieder aufstehen sollte (Jer 51:63,64).

„Und die Stimme von Sängern, die sich auf der Harfe begleiten, und von Musikern und von Flötenspielern und von Posaunenbläsern wird nie wieder in dir gehört werden, und kein Handwerker irgendeines Handwerks wird je wieder in dir gefunden werden, und kein Geräusch eines Mühlsteins wird je wieder in dir gehört werden, und kein Licht einer Lampe wird je wieder in dir leuchten, und keine Stimme eines Bräutigams und einer Braut wird je wieder in dir gehört werden; denn deine Kaufleute waren die Männer von oberstem Rang auf der Erde, denn durch deine spiritistischen Bräuche wurden alle Nationen irregeführt“ (Off 18:22, 23).

Eine ähnliche Prophezeiung äußerte Jeremia über Jerusalem: „Ich will aus ihrer Mitte den Klang des Frohlockens und den Klang der Freude austilgen, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, den Laut der Mühlen und das Licht der Lampe. Und dieses ganze Land soll ein verwüsteter Ort werden, ein Gegenstand des Entsetzens“ (Jer 25:10, 11). In Babylon der Großen wird kein Leben, kein Treiben und keine Freude mehr sein. Niemand wird mit ihr Geschäfte machen und sie wird die Nationen nicht mehr irreführen können.

„Ja“, „in ihr wurde Blut von Propheten und Heiligen und von all denen gefunden, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind“ (Off 18:24).

Babylon die Große ist für viel vergossenes Blut verantwortlich. Oftmals haben die religiösen Führer dem Volk nicht die göttliche Wahrheit und Gerechtigkeit mitgeteilt oder diejenigen daran gehindert, die es machen wollten. Auch bei vielen Kriegen und Konflikten spielt die Religion eine entscheidende Rolle. Als sich Jesus auf der Erde befand, sagte er zu den religiösen Führern in Jerusalem, dass sie für „alles vergossene gerechte Blut“, zur Rechenschaft gezogen würden. Folglich wurde diese verkehrte Generation im Jahre 70 u. Z. vernichtet (Mat 23:35-38). Also muss sich Babylon die Große vor Jehova nicht nur für „das Blut von Propheten und Heiligen“, die sie verfolgt und getötet hat, verantworten, sondern auch für viel Blut „derer, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind“.

Kapitelanfang


Kapitel 19 - Jehovas Gerichte und die Hochzeit des Lammes

„Nach diesen Dingen hörte ich einen lauten Chor im Himmel: ‚Halleluja! Die Rettung und die Herrlichkeit und die Macht gehören unserem Gott, denn seine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht. Denn er hat das Gericht an der großen Hure vollzogen, die die Erde mit ihrer Hurerei verdarb, und er hat das Blut seiner Sklaven an ihrer Hand gerächt.‘ Und gleich darauf sagten sie zum zweiten Mal: ‚Halleluja! Und ihr Rauch steigt auf für immer und ewig‘ “ (Off 19:1-3).

Babylon die Große existiert nicht mehr. Ein Grund zu großer Freude! Halleluja! Das Wort bedeutet „Preiset Jah!“, und „Jah“ יָהּ ist eine Kurzform des göttlichen Namens יהוה Jahwe bzw. Jehova. Der Gott, der den Fall und Untergang des alten Babylons herbeiführte, hat nun auch Babylon die Große gerichtet und vernichtet. Es ist nicht der Macht der Nationen zuzuschreiben, sondern Jehova, der sich ihrer bediente. Jehova allein haben wir die Rettung zu verdanken (Jes 12:2; Off 7:9,10).

Jahrtausendelang hat Babylon die Große Blutschuld auf sich geladen und in großem Ausmaß geistige Hurerei getrieben durch ihre Bündnisse mit der korrupten Politik und das Verbreiten von Unwahrheiten über Gott und seine Gerechtigkeit (Off 18:5).

Babylon die Große ist wie eine eroberte Stadt in Brand gesetzt worden, und der Rauch von ihr steigt „auf für immer und ewig“. Wenn eine buchstäbliche Stadt von ihren Eroberern niedergebrannt wird, steigt der Rauch nur auf, solange die Asche heiß ist. Aber ihr Rauch steigt auf für immer und ewig, weil ihre Vernichtung nie in Vergessenheit geraten wird (Jes 34:5, 9, 10.)

„Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier lebenden Geschöpfe fielen nieder und beteten Gott an, der auf dem Thron sitzt, und sprachen: ‚Amen. Halleluja!‘ “ (Off 19:4). Die vier lebenden Geschöpfe rings um den Thron und die 24 Ältesten schließen sich dem Chor an.

„Auch ging eine Stimme vom Thron aus, die sprach: ‚Preiset unseren Gott, ihr alle seine Sklaven, die ihn fürchten, die Kleinen und die Großen‘ “ (Off 19:5). Alle sind dazu aufgerufen in den Chor miteinzustimmen, nicht nur im Himmel, sondern auch auf der Erde. Nach der Vernichtung der Hure werden unzählige Überwinder der Großen Drangsal mit einstimmen, später auch die, die auf der Erde auferstehen. Heute schon können wir Gott dafür preisen, dass er Babylon die Große für immer beseitigen wird und dies den Menschen bekanntmachen.

Jehova wird König

„Und ich hörte einen gewaltigen Chor einer großen Menge wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Geräusch schwerer Donner: ‚Halleluja, denn Jehova, unser Gott, der Allmächtige, hat seine Herrschaft angetreten‘ “ (Off 19:6). Dieses vierte und letzte Halleluja ist das gewaltigste und umfassendste. Alle danken Gott dafür, dass er endlich als König zu regieren begonnen hat. Aber regiert Gott nicht schon immer? Gott hat aus guten Gründen zugelassen, dass andere Macht ausüben, wie die falsche Religion. Aber damit ist jetzt Schluss. Als das alte Babylon fiel, hieß es auch „Dein Gott ist König geworden!“ (Jes 52:7). Nach der Geburt des Königreiches riefen die 24 Ältesten aus: „Wir danken dir, Jehova Gott, du Allmächtiger, der ist und der war, weil du deine große Macht an dich genommen und als König zu regieren begonnen hast“ (Off 11:17). Gott weitet seinen Herrschaftsbereich nach und nach aus, andererseits beteiligt er auch immer mehr seiner treuen Geschöpfe daran.

Die Hochzeit des Lammes

„Freuen wir uns und frohlocken wir, und verherrlichen wir ihn, denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht. Ja, es ist ihr gewährt worden, in hellglänzendes, reines, feines Leinentuch gehüllt zu werden, denn das feine Leinentuch stellt die gerechten Taten der Heiligen dar“ (Off 19:7, 8).

Gottes Plan ist durch sein Königreich seine Souveränität auszuüben. Nach dem Jubel über das Gericht an der abscheulichen Hure, Babylon der Großen, herrscht jetzt große Freude über die jungfräuliche, reine Braut des Lammes, die sich zur Hochzeit bereit gemacht hat und dafür vorbereitet wurde. (Off 14:1-5, 2. Kor 11:2). Alle Glieder der 144 000 wurden gereinigt, so dass die Versammlung ohne Flecken oder Falten oder dergleichen, sondern heilig und makellos ist (Eph 5:25-27). Sie wurden berufen und auserwählt, haben sich als treu erwiesen und wurden versiegelt (Eph 1:13, Off 17:14). Danach können die Engel die vier Winde der Vernichtung loslassen (Off 7:1-3). Die Hochzeit wird aber erst nach ihrer Auferweckung zur bestimmten Zeit im Himmel stattfinden.

Babylon der Großen gelang es seit dem 1. Jahrhundert immer wieder die voraussichtlichen Glieder der Frau des Lammes durch falsche Lehren und Apostel zu verunreinigen. Ihre Größe, ihre Macht und ihr Reichtum verblendeten viele (2. Kor 11:13, 14). Außer Babylon der Großen, müssen auch die politischen Mächte, die Menschen und Engel, die sich gegen Gottes Königreich stellen, beseitigt werden.

Der prophetische Bericht in Psalm 45 beschreibt die Reihenfolge der Ereignisse. Zuerst zieht der inthronisierte König zur Unterwerfung seiner Feinde aus (Vers 1-7). Dann findet die Hochzeit statt, und die himmlische Braut wird von ihren jungfräulichen Gefährtinnen auf der Erde, von der großen Volksmenge, begleitet (Vers 8-15). Als nächstes wird die Ehe fruchtbar, indem die auferweckten Menschen unter der Aufsicht von ‘Fürsten, die auf der ganzen Erde eingesetzt werden’, zur Vollkommenheit emporgehoben werden (Vers 16, 17). Diese herrlichen Segnungen werden mit der Hochzeit des Lammes einhergehen.

Glücklich sind diejenigen, die eingeladen sind

„Und er sagt zu mir: ‚Schreibe: Glücklich sind diejenigen, die zum Abendessen der Hochzeit des Lammes eingeladen worden sind.‘ Auch sagt er zu mir: ‚Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes‘ “ (Off 19:9). Alle der zur Braut gehörenden Gesalbten sind glücklich, diese Einladung erhalten zu haben. Sie sind der Einladung gefolgt und haben sich angestrengt zu den Berufenen zu gehören und das Hochzeitskleid zu erhalten (Mat 22:1-14). Schließlich wird dieses Hochzeitsfest im Himmel stattfinden. Dazu sind nicht nur der Bräutigam und die Braut eingeladen. Auch die Geschöpfe im Himmel und die Große Volksmenge dürfen als Gäste an dem Freudenfest teilnehmen. Die Ehe zwischen Jesus und seiner Braut wird sich als fruchtbar erweisen, denn unzählige Menschen werden zu ewigen Leben auf der Erde auferweckt werden. All das war nur möglich, weil ihnen irgendjemand die Einladung überreicht hat.

„Darauf fiel ich vor seinen Füßen nieder, um ihn anzubeten. Er aber sagt zu mir: ‚Sieh dich vor! Tu das nicht! Ich bin nichts weiter als ein Mitsklave von dir und deinen Brüdern, die das Werk des Zeugnisgebens für Jesus innehaben. Bete Gott an. Denn das Zeugnisgeben für Jesus ist der Zweck des Prophezeiens“ (Off 19:10).

Die Anbetung von Engeln ist nicht angebracht. Die Engel unterstützen Menschen beim Predigen der guten Botschaft und beim Ausgießen der sinnbildlichen Plagen. Sie kämpfen an der Seite Jesu gegen Widerstand im Himmel und auf der Erde. Aber sie sind nur Geschöpfe und Diener Gottes, wie auch alle übrigen Christen, die nur zu Jehova beten sollten. Und zwar im Namen Jesu in Anerkennung seiner besonderen Rolle, die er in Jehovas Vorsatz spielt (Joh 14:12, 13). „Jesus betreffend legen alle Propheten Zeugnis ab“ und „So viele Verheißungen Gottes es auch gibt, sie sind durch Jesus zum Ja geworden“ (Apg 10:43; 2. Kor 1:20).

Jesus hat nie versucht, sich Gott gleich zu machen. Jehova verlieh Jesus aber große Machtbefugnis, und sich Jesu Herrschaft unterzuordnen, bedeutet sich auch Jehova Gott unterzuordnen. Die ganze Schöpfung muss Jesu Stellung anerkennen (Php 2:6-11).

Der kriegführende König und sein Heer siegen

„Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd. Und der, der darauf sitzt, wird Treu und Wahrhaftig genannt, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit. Seine Augen sind eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Diademe. Er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt außer ihm selbst“ (Off 19:11, 12).

Wie in der früheren Vision von den vier Reitern ist das weiße Pferd ein passendes Symbol für einen gerechten Krieg (Off 6:2). Und welcher Sohn Gottes könnte gerechter sein als dieser starke Krieger? Da er „Treu und Wahrhaftig genannt“ wird, muss er „der treue und wahrhaftige Zeuge“, Jesus Christus, sein (Off 3:14). Er führt Krieg, um Jehovas neue gerechte Welt herbeizuführen. Somit handelt er in seiner Eigenschaft als der von Jehova eingesetzte Richter (Jes 9:6). Seine Augen sind furchteinflößend wie eine verzehrende Feuerflamme.

Das wilde Tier, das Johannes aus dem Meer heraufkommen sah, hatte zehn Diademe, was seine vorübergehende irdische Herrschaft versinnbildlicht (Off 13:1). Jesus hingegen hat „viele Diademe“. Seine glorreiche Herrschaft ist weitreichende und umfassender, denn er ist der „König derer, die als Könige regieren, und Herr derer, die als Herren herrschen“ (1. Timotheus 6:15).

Jesus trägt schon viele Namen wie Immanuel, Michael oder auch Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Ewigvater, Fürst des Friedens (Jes 9:6) und sein Name steht schon über allen anderen Namen (Php 2:9, 10). Aber dieser neue „Name“ umfasst die Stellung und die Verdienste Jesus am Tag des Herrn als inthronisierter König (Off 2:17).

Von allen Dienern Gottes kann nur Jesus völlig verstehen, was mit diesem Namen verbunden ist. Jesus lässt aber seine Braut an einigen seiner Vorrechte teilhaben. So gibt er die Verheißung: „Wer siegt - ich will diesen meinen neuen Namen auf ihn schreiben“ (Off 3:12).

Johannes fügt hinzu: „Und er ist in ein mit Blut besprengtes äußeres Kleid gehüllt, und der Name, nach dem er genannt wird, ist ‚Das Wort Gottes‘“ (Off 19:13). Dies erinnert an eine frühere Vision, in der der Weinstock der Erde in der großen Weinkelter des Grimmes Gottes zertreten wurde und das Blut reichte „an die Zäume der Pferde“ (Off 14:18-20). Es bezieht sich hier deshalb wohl auf das vergossene Blut der Feinde Gottes, ein Zeichen für den sicheren Sieg. Dass Jesu äußeres Gewand mit Blut besprengt ist, weist auch auf einen Heiligen Krieg hin, da das Besprengen mit Blut Gegenstände und Personen heiligte (1.Pe 1:2). Der Reiter auf dem Pferd wird „Das Wort Gottes“ genannt. Er lässt sich in dem Krieg von Gottes Willen und gerechten Maßstäben leiten.  

 „Und die Heere, die im Himmel waren, folgten ihm auf weißen Pferden, und sie waren in weißes, reines, feines Leinen gekleidet“ (Off 19:14). Der Heerführer kämpft in dieser Schlacht nicht allein. Die weiße Farbe der Pferde bezeichnet die gerechte Kriegführung. und die reine weiß Kleidung deutet auf einen gerechten Stand vor Gott hin. Die Heere bestehen aus den Heiligen Engeln, die Jesus unterstützen, wenn er alle Nationen der Erde richtet (Mat 25:31, 32). Aber auch die Brüder Christi im Himmel haben einen Anteil daran „die Völker und Nationen mit diesem eisernen Stab zu hüten, so dass sie gleich Tongefäßen zerbrochen werden“ (Off 2:26, 27).

Menschen auf der Erde werden sich nicht direkt an dem Krieg beteiligen. Sie beobachten die Geschehnisse allerdings mit großem Interesse und großer Erwartung. Außerdem warnen sie die Nationen vor Gottes Engreifen und ermuntern die Menschen dazu sich auf Gottes Seite zu stellen. Da Gottes Wort zeigt, dass die Regierungen dieser Welt nur vorübergehend bestehen, bereiten sich Jehovas Zeugen heute schon auf ein inhaltsreicheres Leben vor, auf das wirkliche Leben, dessen sie sich bald unter Christi Königreichsherrschaft erfreuen werden (1. Tim 6:17-19).

„Und aus seinem Mund geht ein scharfes langes Schwert hervor, dass er damit die Nationen schlage, und er wird sie mit eisernem Stab hüten. Auch tritt er die Weinkelter des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen“ (Off 19:15). Dieses „scharfe lange Schwert“ stellt Jesu von Gott verliehene Machtbefugnis dar, die Hinrichtung all derer anzuordnen, die sich weigern, Gottes Königreich anzuerkennen (Off 1:16; 2:16). Diese anschauliche symbolische Beschreibung ähnelt den Worten Jesajas: „Er [Jehova] hat meinen Mund dann wie ein scharfes Schwert gemacht. Im Schatten seiner Hand hat er mich versteckt. Und er machte mich allmählich zu einem geglätteten Pfeil“ (Jes 49:2). Hier schattete Jesaja Jesus vor, der Gottes Gericht ankündigt und ausführt wie mit einem Pfeil, der sein Ziel nicht verfehlt. „Er muss die Erde schlagen mit der Rute seines Mundes; und mit dem Geist seiner Lippen wird er den Bösen zu Tode bringen“ (Jes 11:4).

Jehova spricht prophetisch zu diesem Sohn Gottes und sagt: „Du wirst sie [die Herrscher der Erde] mit eisernem Zepter zerbrechen, wie ein Töpfergefäß wirst du sie zerschmettern.“ Wie begehrenswert auch immer diese Herrscher auf eine böse Welt gewirkt haben mögen, so werden sie doch mit einem Schlag mit dem eisernen Zepter des Königs zerschmettert, als ob man ein schönes Gefäß zerbricht. (Ps 2:9, 12; 110:1,2,5,6).

„Und auf seinem äußeren Kleid, nämlich auf seinem Oberschenkel, trägt er einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren“ (Off 19:16). Jesus wird sich als weitaus mächtiger und stärker erwiesen als irgendein irdischer Herrscher. Er fährt einher „in der Sache der Wahrheit und Demut und Gerechtigkeit“ (Ps 45:4). Auf seinem blutbesprengten Kleid steht der Name, den ihm der Souveräne Herr Jehova verliehen hat.

Das große Abendessen Gottes

„Ich sah auch einen Engel in der Sonne stehen, und er schrie mit lauter Stimme und sagte zu allen Vögeln, die in der Mitte des Himmels fliegen: ‚Kommt hierher, werdet versammelt zum großen Abendessen Gottes, damit ihr die Fleischteile von Königen fresst und die Fleischteile von Militärbefehlshabern und die Fleischteile von Starken und die Fleischteile von Pferden und von denen, die darauf sitzen, und die Fleischteile von allen, von Freien wie auch von Sklaven und von Kleinen und Großen‘ “ (Off 19:17, 18).

Der Engel ‘steht in der Sonne’, ein günstiger Standort, um die Aufmerksamkeit der Vögel zu erregen. Er lädt sie ein, sich bereit zu halten, um sich am Fleisch derjenigen zu laben, die von dem kriegführenden König und seinen himmlischen Streitkräften bald erschlagen werden. Dass die Toten auf der Oberfläche des Erdbodens liegengelassen werden sollen, zeigt an, dass sie in aller Öffentlichkeit eines schmachvollen Todes sterben. Dass diejenigen, deren Leichname dort liegengelassen werden, aufgezählt werden, deutet auf das Ausmaß der Vernichtung hin: Könige, Militärbefehlshaber, Starke, Freie und Sklaven. Dies ist das „große Abendessen Gottes“, denn Jehova ist es, der die Vögel einlädt, daran teilzunehmen. In einer Vision Hesekiels wurden nach der Vernichtung der Menge Gogs die Vögel und die wilden Tiere ebenfalls zu einem Fest eingeladen. Sie reinigen die Erdoberfläche von den Leichen der Feinde Jehovas, indem sie sie auffressen (Hes 39:11, 17-20). Und so wird die letzte Spur dieser rebellischen Welt ausgemerzt.

„Und ich sah das wilde Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferd sitzt, und mit seinem Heer. Und das wilde Tier wurde gefasst und mit ihm der falsche Prophet, der vor ihm die Zeichen tat, durch die er die irreführte, welche das Kennzeichen des wilden Tieres empfingen, und die, die seinem Bild Anbetung darbringen. Noch lebendig wurden sie beide in den Feuersee geschleudert, der mit Schwefel brennt. Die übrigen aber wurden mit dem langen Schwert getötet, das aus dem Mund dessen hervorging, der auf dem Pferd saß. Und alle Vögel wurden von ihren Fleischteilen gesättigt“ (Off 19:19-21).

Nach der Ausgießung der sechsten Schale des Grimmes Jehovas wurden „die Könige der Erde“ durch dämonische Propaganda „zum Kampf des großen Tages des allmächtigen Gottes“ versammelt.

Das siebenköpfige, zehnhörnige Untier aus dem Meer, das das politische System darstellt, wird restlos beseitigt und mit ihm der falsche Prophet, die siebte Weltmacht (Off 13:1, 11-13; 16:13). Noch „lebendig“, d. h., noch während sie wirksam handeln, werden sie in „den Feuersee“ geschleudert, das heißt vollständig und endgültig vernichtet. In den Feuersee werden später auch der Tod, der Hades sowie der Teufel geschleudert (Off 20:10, 14). All die ein unverbesserlicher Teil dieser verdorbenen Menschenwelt sind, werden ebenfalls „mit dem langen Schwert dessen getötet, ... der auf dem Pferd sitzt“. Wie Jesus selbst erklärte, werden all diejenigen, die keine „Schafe“ sind, „in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist“, d. h. „in die ewige Abschneidung“, weggehen (Mat 25:33, 41, 46; 2. Pe 3:7).

Der „frühere Himmel“ der politischen Herrschaft und die „Erde“, die gegenwärtige menschliche Gesellschaft, sind nun völlig aufgelöst. Auch das „Meer“, die rebellische Menschheit, gibt es nicht mehr (Jes 65:17-19, Off 21:1).

Kapitelanfang


Kapitel 20 - Die Millenniumsherrschaft

Im Garten Eden hatte Gott angekündigt: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen“ (1. Mo 3:15). Die Feindschaft zwischen dem Samen der Schlange und dem der Frau erreicht jetzt ihren Höhepunkt. Der irdische Same der Schlange hat den Samen der Frau, Jesus Christus und die 144 000 Gesalbten verfolgt. Viele starben eines qualvollen Todes. Doch dies ist nur wie eine schmerzhafte, aber vorübergehende Fersenwunde, denn Gott erweckt sie am Tag des Herrn zum Leben. Dann wird der irdische Same der Schlange völlig zermalmt werden zusammen mit der falschen Religion, der korrupten Politik, der gewinnsüchtigen Hochfinanz, der ausbeuterischen Wirtschaft, und dem zerstörerischen Militär und deren Unterstützer, aber auch Satan und die Dämonen (Rö 16:20). Zunächst wurden sie von Gottes „Frau“ – den treuen Engeln - aus dem Himmel verbannt (Off 12:9). Aber das ist noch nicht das Ende.

Der Satan wird weggesperrt

 „Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herabkommen mit dem Schlüssel des Abgrunds und einer großen Kette in seiner Hand. Und er ergriff den Drachen, die Urschlange, welche der Teufel und der Satan ist, und band ihn für tausend Jahre. Und er schleuderte ihn in den Abgrund und verschloss diesen und versiegelte ihn über ihm, damit er die Nationen nicht mehr irreführe, bis die tausend Jahre zu Ende wären. Nach diesen Dingen muss er für eine kleine Weile losgelassen werden“ (Off 20:1-3).

Wer ist dieser Engel? Der „Engel des Abgrunds“ wurde zuvor als der König der Heuschrecken bezeichnet, was auf Jesus Christus schließen lässt (Off 9:11). Als der große, feuerfarbene Drache aus dem Himmel geworfen wurde, wurde er schon einmal „die Urschlange“ genannt, „der Teufel und Satan“, „der die ganze bewohnte Erde irreführt“ (Off 12:3, 9). Gott wird keinen teuflischen Einfluss auf das Königreich und die Menschheit dulden. Das gleiche gilt für die Dämonen (Luk 8:31). Wie das scharlachfarbige, siebenköpfige Untier im Abgrund auf der Weltbühne nicht existent war, können sie nichts mehr ausrichten (Off 17:8).

Die erste Auferstehung

„Und ich sah Throne, und solche, die sich daraufsetzten, und es wurde ihnen Macht zu richten gegeben. Ja, ich sah die Seelen derer, die mit dem Beil hingerichtet worden waren wegen des Zeugnisses, das sie für Jesus abgelegt, und weil sie von Gott geredet hatten, und die, die weder das Untier noch sein Bild angebetet und die das Kennzeichen nicht auf ihre Stirn und auf ihre Hand empfangen hatten. Und sie kamen zum Leben und regierten als Könige mit dem Christus für tausend Jahre“ (Off 20:4).
Bei denen, die sich auf Throne setzen, handelt es sich um „das Volk der Heiligen“, die mit dem Menschensohn im Königreich herrschen werden (Da 7:13,14, 27). Sie wurden früher schon auf ihren Thronen sitzend als 24 Älteste dargestellt (Off 4:4). Jesus hatte ihnen auf der Erde versprochen: „In der Wiedererschaffung, wenn der Menschensohn sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzt, werdet auch ihr selbst, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten“ (Mat 19:28). Zu ihnen gehören die gesalbten christlichen Märtyrer (Off 6:9-11). Sie beteten weder das Untier noch dessen Bild an und lehnten das Kennzeichen des Untieres ab. Mit ihrer Auferweckung erhalten sie unvergängliches Leben im Himmel. Sie herrschen und richten dann tausend Jahre lang. Die tausend Jahre bezeichnete Paulus als den Tag, an dem Gott die bewohnte Erde in Gerechtigkeit richten wird (Apg 17:31). Wiederum ist ein Tag bei Jehova wie tausend Jahre für uns (2.Pe 3:8).

„(Die übrigen der Toten kamen nicht zum Leben, bis die tausend Jahre zu Ende waren.)“ (Off 20:5a) Alle übrigen der Toten, für die kein Thron vorgesehen ist, werden erst während der tausend Jahre auferweckt. Sie haben dann noch kein unvergängliches Leben. Sie müssen erst noch zu menschlicher Vollkommenheit gebracht werden. Dies ist Aufgabe des Christus und seiner Mitkönige und Mitpriester am Gerichtstag. Gegen Ende dieses Tages werden „die übrigen der Toten“ in dem Sinne ‘zum Leben gekommen sein, dass sie vollkommene Menschen sein werden. Das ist das wirkliche Leben, das Gott für die Menschheit vorgesehen hat. Danach müssen sie sich noch einer Schlussprüfung unterziehen. Anschließend können sie für immer auf der Erde leben (Ps 37:29).

Johannes wendet sich nun wieder denjenigen zu, die bereits zum Leben im Himmel kamen. „Das ist die erste Auferstehung“ (Off 20:5b). Gesalbte Sieger wurden „als Erstlinge aus den Menschen für Gott und für das Lamm erkauft“ (Off 14:4). Die himmlische Auferstehung beinhaltet unverwesliches Leben (1. Tim 6:16). Sie unterliegen nicht mehr den Einschränkungen und Gefahren eines irdischen Daseins.

„Glücklich und heilig ist, wer an der ersten Auferstehung teilhat; über diese hat der zweite Tod keine Gewalt. Sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und werden als Könige die tausend Jahre mit ihm regieren“ (Off 20:6). Sie haben bereits gesiegt und können nicht mehr vom „zweiten Tod“ Schaden erleiden (Off 2:11). Der zweite Tod bedeutet endgültige Vernichtung (Off 20:14). Der zweite Tod hat „keine Gewalt“ über diese Sieger, denn sie werden Unverweslichkeit und Untödlichkeit angezogen haben (1. Kor 15:53).

Mit Jesus werden sie für „tausend Jahre“ über die Erde regieren. Durch ihre Priesterdienste bringen sie willige Menschen zu geistiger, moralischer und körperlicher Vollkommenheit unter idealen Lebensbedingungen. Und ihre Dienste als Könige werden dazu führen, dass weltweit eine menschliche Gesellschaft entsteht, die Jehovas Gerechtigkeit und Heiligkeit entspricht. Auf der Erde werden sie durch von Jesus eingesetzte Fürsten vertreten.

Der tausendjährige Gerichtstag

Gegen Ende der Tausendjahrherrschaft wird die ganze Erde ein Paradies sein. Das Königreich wird Gottes Vorsatz verwirklicht haben. Dann wird Jesus „seinem Gott und Vater das Königreich übergeben“ (1. Kor 15:22-26). Die vollkommene Menschheit wird keinen Hohepriester mehr benötigen, der für sie bei Gott Fürsprache einlegt, denn die Folgen der Erbsünde werden beseitigt sein, und der letzte Feind, der Tod, ist zunichte gemacht worden.

„Und sobald die tausend Jahre zu Ende sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden, und er wird ausziehen, um die Nationen, die an den vier Ecken der Erde sind, irrezuführen, Gog und Magog, um sie zum Krieg zu versammeln. Die Zahl dieser ist wie der Sand am Meer. Und sie rückten über die Breite der Erde vor und umringten das Lager der Heiligen und die geliebte Stadt. Aber Feuer kam aus dem Himmel herab und verzehrte sie.“ (Off 20:7-9).

Nach den tausend Jahren wird der Satan für kurze Zeit aus dem Abgrund freigelassen. Er benutzt „die Nationen, die an den vier Ecken der Erde sind und verleitet sie zum „Krieg“. Es sollte uns nicht überraschen, wenn Einige sogar nach tausend Jahren unter der gesegneten Königreichsherrschaft auf den Satan reinfallen werden und dem Königreich und seinen Vertretern Widerstand leisten. Es gelang der Urschlange im Garten Eden schon einmal die ersten Menschen irrezuführen und auch die Engel.

Der Satan wird versuchen überall, „an den vier Ecken der Erde“, Unterstützung für seine Rebellion zu bekommen. Und dann werden sie gemeinsam überall auf der Erde „über die Breite der Erde“ vorrücken. Wie der Gog von Magog in Hesekiels Prophezeiung werden sie „einen schädlichen Plan ersinnen“ mit der Absicht, die göttliche Regierung auf der Erde zu stürzen (Hes 38:3, 10-12). Daher werden sie als „Gog und Magog“ bezeichnet.

Die Zahl derer, die sich Satan in seiner Rebellion anschließen, wird „wie der Sand am Meer“ sein, ist unbestimmt, aber zahlreich, denn sie werden sich stark genug fühlen, „das Lager der Heiligen und die geliebte Stadt“ einzunehmen.

Mit der „geliebten Stadt“ ist das Neue Jerusalem gemeint, „das von meinem Gott aus dem Himmel herabkommt“ (Off 3:12). Wie ist es irdischen Streitkräften möglich, sie zu ‘umringen’, da sie sich doch im Himmel befindet? Sie umringen „das Lager der Heiligen“. Und ein Lager befindet sich außerhalb einer Stadt. Demnach muss „das Lager der Heiligen“ die loyalen Vertreter und Unterstützer des Königreichs auf der Erde darstellen. Wenn sie „das Lager der Heiligen“ angreifen, greifen sie damit auch „die geliebte Stadt“ an.

„Und der Teufel, der sie irreführte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geschleudert, wo schon sowohl das Untier als auch der falsche Prophet waren. „Und sie werden Tag und Nacht gequält werden für immer und ewig“ (Off 20:10). Diesmal wird der Satan, die Urschlange, nicht lediglich im Abgrund gefangengesetzt, sondern wie durch Feuer völlig vernichtet.

Der „Feuer- und Schwefelsee“ ist kein buchstäblicher Ort der Qual, sondern gemäß Off 20:14 der zweite Tod. Er ist mit der Gehenna identisch, von der Jesus sprach, einem sinnbildlichen Ort, wo die Bösen endgültig vernichtet werden (Mat 10:28).

Das was dem Satan, dem Untier und dem falschen Propheten widerfährt, dient als Präzedenzfall für die Streitfrage der Rechtmäßigkeit und Gerechtigkeit der Herrschaft Jehovas. Es wird nicht mehr erforderlich sein, eine Herausforderung der Souveränität Jehovas zuzulassen. Für immer wird klar sein, dass es keine Alternative zur göttlichen Herrschaft gibt. und der Satan wird auch keine Unterstützer mehr haben, denn das ewige Feuer ist auch für die Dämonen bereitet (Mat 25:41).

„Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß. Vor ihm entflohen die Erde und der Himmel, und keine Stätte wurde für sie gefunden“ (Off 20:11). Bei dem „großen weißen Thron“ muss es sich um den Richterstuhl ‘Gottes, des Richters aller’, handeln (Heb 12:23). Dass Gottes Thron „groß“ ist, betont Jehovas Erhabenheit als Souveräner Herr, und die „weiße“ Farbe lenkt die Aufmerksamkeit auf seine makellose Gerechtigkeit. Er ist der höchste Richter der Menschheit (Jes 33:22). Mit der eigentlichen richterlichen Tätigkeit hat er allerdings Jesus Christus beauftragt: „Der Vater richtet überhaupt niemand, sondern er hat das gesamte Gericht dem Sohn übertragen“ (Joh 5:22). Außer Jesus wurde auch seinen 144 000 Miterben „Macht zu richten gegeben ... für tausend Jahre“ (Off 20:4). Dabei ist Jesus an die gerechten Maßstäbe Jehovas gebunden.

Was ist mit dem Himmel gemeint? Es sind die menschlichen Regierungen, die beim Öffnen des sechsten Siegels wie eine Buchrolle entwichen, die „aufgespart sind für das Feuer und aufbehalten für den Tag des Gerichts und der Vernichtung der gottlosen Menschen“ (Off 6:14; 2. Pe 3:7). Bei der Erde handelt es sich um die gegenwärtige menschliche Gesellschaft, die von diesen Regierungen gesteuert wird (Off 8:7). Das Untier und die Könige der Erde und ihre Heere, zusammen mit denen, die das Kennzeichen des Untiers empfingen, und denjenigen, die seinem Bild Anbetung darbringen, werden entweichen, sie werden vergehen und nicht mehr existieren (Off 19:19-21).

Buchrollen werden geöffnet

„Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Buchrollen wurden geöffnet. Aber eine andere Buchrolle wurde geöffnet; es ist die Buchrolle des Lebens. Und die Toten wurden nach den Dingen gerichtet, die in den Buchrollen geschrieben sind, gemäß ihren Taten.“ (Off 20:12).

Über wen muss denn noch Gericht gehalten werden, nachdem die alte Erde und der alte Himmel entflohen sind? Die große Volksmenge, die aus der großen Drangsal gekommen ist, steht „vor dem Thron“. Sie sind aufgrund ihres Glaubens an das vergossene Blut Jesu zwar bereits zum Überleben gerecht gesprochen worden, aber sie müssen sich im Verlauf der tausend Jahre weiterhin bewähren, während Jesus sie zu „Wasserquellen des Lebens“ leitet. Nachdem sie menschliche Vollkommenheit erlangt haben und geprüft worden sind, werden sie zum ewigen Leben gerecht gesprochen werden (Off 7:9, 10, 14, 17).

„Die Großen und die Kleinen“ umfassen alle Menschen, Prominente und Unbekannte, alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, und Jesu Stimme hören und herauskommen (Joh 5:27-29). Die Unzähligen, die Gott im Gedächtnis bewahrt hat, werden sinnvoller Weise allmählich auferstehen und in die neue Welt integriert werden.

Bei der „Buchrolle des Lebens“ handelt es sich um ein Verzeichnis der Personen, die die Aussicht haben, von Jehova ewiges Leben zu erhalten. In diese Buchrolle wurden die Namen der gesalbten Brüder Jesu, der Glieder der großen Volksmenge und der treuen Männer der alten Zeit eingetragen ( Da 12:1; Off 3:5). Allerdings steht noch kein Name eines auferweckten „Ungerechten“ in der Buchrolle des Lebens. Daher wird diese während der Tausendjahrherrschaft geöffnet, damit die Namen derjenigen eingeschrieben werden können, die die Voraussetzungen erfüllen. Wer nicht in der Buchrolle des Lebens geschrieben steht, wird am Ende „in den Feuersee geschleudert“ (Off 20:15).

Was ist erforderlich, damit ein Name in die Buchrolle des Lebens eingetragen wird? Dasselbe wie in den Tagen Adams und Evas: Ehrfurcht vor Jehova und seinen Geboten. Der Apostel Johannes schrieb an geliebte Mitchristen: „Die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar“ (1. Joh 2:4-7, 17).

Wie im Garten Eden, wird es auf die richtige Herzenseinstellung ankommen. „Das erste Gebot ist: ‚Höre, o Israel: Jehova, unser Gott, ist ein Gott, und du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn und mit deiner ganzen Kraft.‘ Das zweite ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘ “ (Mar 12:29-31). Den Grundsatz der Liebe zu beachten, schließt Dinge wie Stehlen, Lügen, Morden und Unsittlichkeit aus (Off 21:8).

Worum handelt es bei den Buchrollen, die geöffnet werden? Jehova hat bei verschiedenen Gelegenheiten bestimmte Anweisungen gegeben. So schloss er mit dem Hause Israel den Gesetzesbund. Im ersten Jahrhundert wurden neue Anweisungen herausgegeben, wie zu taufen und Jünger zu machen (Mat 28:19, 20). Jetzt berichtet Johannes, dass die Toten „nach den Dingen gerichtet werden, die in den Buchrollen geschrieben sind, gemäß ihren Taten“. Offensichtlich wird Jehova durch das Königreich neue Anforderungen an die Menschheit richten. Wer die Richtlinien, die in diesen Buchrollen enthalten sind, in seinem Leben anwendet, wird seine Tage verlängern und schließlich ewiges Leben erlangen. Alle, welche das Gute tun, werden zum Leben auferstehen. Wer Schlechtes treibt, für den wird es eine Auferstehung zum Gericht sein (Joh 5:28, 29). Ihr Name wird nicht in die Buchrolle des Lebens eingeschrieben, oder wieder daraus gelöscht, sollten sie sich während der Tausendjahrherrschaft von Gott abwenden.

Und das Meer gab die Toten heraus, die darin waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten heraus, die darin waren, und sie wurden als einzelne gerichtet gemäß ihren Taten“ (Off 20:13).

Nachdem in Vers 11 Himmel und Erde weichen mussten, ist hier das Menschenmeer dran. Menschen, die sich darin befinden, sind geistig tot, aber sie kommen jetzt zum Leben. Bald wird das Meer nicht mehr sein, so kann es keine Menschen mehr vom richtigen Leben abhalten (Off 21:1).

Menschen mit einer Auferstehungshoffnung befinden sich im Hades, denn der Hades gibt alle seine Toten heraus. Es gibt allerdings auch Menschen, die nicht auferweckt werden. Jesus sagte vorher, dass Menschen „in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist“, gehen würden, das heißt „in die ewige Abschneidung“ (Mat 25:41, 46).

Wer wird auferstehen?  Der Apostel Paulus hatte "die Hoffnung, dass es eine Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten geben wird“ (Apg 24:15). Treue gläubige Männer und Frauen der alten Zeit gehören zu den „Gerechten" und auch solche, die Jehova in unserer Zeit bis in den Tod treu blieben. Die „Ungerechten“ sind alle Menschen, die im Laufe der Zeit gestorben sind, ohne eine Gelegenheit zu haben Jehovas Willen kennenzulernen. Oder sie haben es nicht mehr geschafft sich Gott hinzugeben und sich taufen zu lassen. Nach ihrer Auferstehung werden die Betreffenden Fortschritte machen müssen, um ewiges Leben zu erlangen.

„Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geschleudert. Dies ist der zweite Tod - der Feuersee. Und wer nicht im Buch des Lebens eingeschrieben war, wurde in den Feuersee geschleudert“ (Off 20:14, 15). Solange Menschen mit der Erbsünde behaftet sind, ist der adamische Tod noch nicht beseitigt und Menschen können in den Hades kommen. Aber Jesu Loskaufsopfer wird von Unvollkommenheiten, wie dem Alter und Krankheiten befreien. Dann wird der ererbte Tod zusammen mit dem Hades „in den Feuersee geschleudert“, d.h. für immer beseitigt werden.

„Jesus muss als König regieren, bis Gott alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod zunichte gemacht.“ Damit ist der von Adam ererbte Tod gemeint. „Wenn ihm aber alle Dinge unterworfen sein werden, dann wird sich auch der Sohn selbst demjenigen unterwerfen, der ihm alle Dinge unterworfen hat.“ Jesus ‘übergibt seinem Gott und Vater das Königreich’, die zur Vollkommenheit gebrachte Menschheit (1. Kor 15:24-28). Die Werke des Teufels werden abgebrochen sein (1. Joh 3:8). Danach wird der Satan freigelassen, um in der Schlussprüfung festzustellen, wessen Name dauerhaft in der Buchrolle des Lebens steht.

Kapitelanfang


Kapitel 21 - Das Neue Jerusalem

„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen, und das Meer existiert nicht mehr“ (Off 21:1). Siehe Off 20:11,13.

Der Apostel Petrus wies auf die Erfüllung einer Prophezeiung Jesajas am Tag des Herrn hin. „Doch gibt es neue Himmel und eine neue Erde, die wir gemäß seiner Verheißung erwarten, und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen“ (2. Pe 3:13, Jes 65:17). „Der frühere Himmel und die frühere Erde“, das gegenwärtige, satanische, unvollkommene System der Dinge wird vergehen. Das aufgewühlte „Meer“ der bösen, unruhigen und rebellischen Menschheit wird ebenfalls vergehen. Stattdessen wird es „einen neuen Himmel und eine neue Erde“ geben — eine neue irdische Gesellschaft unter einer neuen Regierung, dem Königreich Gottes. (Off 20:11.)

 „Ich sah auch die heilige Stadt, das Neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitgemacht wie eine für ihren Mann geschmückte Braut“ (Off 21:2). Das Neue Jerusalem ist die Braut Christi, bestehend aus gesalbten Christen, die bis zu ihrem Tod treu bleiben und die auferweckt werden, um an der Seite des verherrlichten Christus Könige und Priester zu werden (Off 3:12; 20:6). So, wie das irdische Jerusalem im alten Israel zum Regierungssitz wurde, bildet das Neue Jerusalem die Regierung des neuen Systems der Dinge. Das ist der neue Himmel. Die Stadt kommt nicht buchstäblich ‘aus dem Himmel herab’, sondern in dem Sinne, dass sie der Erde ihre Aufmerksamkeit zuwendet.

„Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: ‚Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein als ihr Gott‘ “ (Off 21:3). Jehova weilte einst durch das Zelt der Zusammenkunft unter seinem Bündnisvolk Israel (3. Mo 26:11, 12). Heute verheißt Jehova dies Menschen aus allen Völkern. Jehova wird in geistigem Sinne, durch seinen Geist und durch das Königreich bei den Menschen weilen.

„Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Wehklagen, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen“ (Off 21:4). Auch Jesaja sah diesen Verheißungen entgegen. die sich während des tausendjährigen Gerichtstages erfüllen werden (Jes 25:6-9). Die Menschen werden sich eines geistigen und buchstäblichen Paradieses erfreuen können.

„Und der, der auf dem Thron saß, sprach: ‚Siehe! Ich mache alles neu.‘ Auch sagt er: ‚Schreibe, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr.‘ Und er sprach zu mir: ‚Es ist geschehen! Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende‘ “ (Off 21:5, 6a).

Jehova Ist „das Alpha und das Omega, ... der ist und der war und der kommt, der Allmächtige“ (Off 1:8). Deshalb kann er sich so ausdrücken, als hätten sich seine Verheißungen bereits erfüllt. Gott wird alle Dinge neu machen und niemand kann dies verhindern.

„Wen dürstet, dem will ich kostenfrei vom Quell des Wassers des Lebens geben“ (Off 21:6b). Dieser „Quell des Wassers des Lebens“ fließt durch Jesus Christus der Menschheit zu, um sie zu vollkommenem Leben unter vollkommenen Verhältnissen zu führen. Es liegt an uns ein Verlangen nach diesem Wasser zu entwickeln und daraus zu schöpfen. (Mat 5:3,6). Gott stellt diese Wasser allen gerne kostenfrei zur Verfügung (Jes 55:1).

„Wer siegt, wird diese Dinge erben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein“ (Off 21:7). Die Mildgesinnten werden die Erde erben (Mat 5:5). Für die gesalbten Christen bedeutet dies, dass sie ihr himmlisches Erbe antreten können. Die übrigen Menschen erhalten ihren Teil auf der Erde (Mat 25:34). Allerdings geht das nicht ohne Anstrengungen. Um zu siegen, muss man auch kämpfen.

„Was aber die Feiglinge und die Ungläubigen und die betrifft, die zufolge ihrer Unsauberkeit abscheulich sind, und Mörder und Hurer und Spiritisten und Götzendiener und alle Lügner, ihr Teil ist in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt, welcher den zweiten Tod bedeutet“ (Off 21:8). Wer die verheißenen Segnungen ererben möchte, muss nach Gottes Regeln kämpfen. Das gilt besonders für diejenigen, die Eingang in das Neue Jerusalem erlangen wollen.

Eine herrliche Stadt

„Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, die voll der sieben letzten Plagen waren, und er redete mit mir und sprach: ‚Komm hierher, ich will dir die Braut, die Frau des Lammes, zeigen.‘ Und er trug mich in der Kraft des Geistes weg zu einem großen und hohen Berg, und er zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, die von Gott aus dem Himmel herniederkam und die Herrlichkeit Gottes hatte. Ihr strahlender Glanz war gleich einem überaus kostbaren Stein, wie ein Jaspisstein, der kristallklar leuchtet. Sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore und an den Toren zwölf Engel, und Namen waren darauf geschrieben, welche die der zwölf Stämme der Söhne Israels sind. Von Osten waren es drei Tore und von Norden drei Tore und von Süden drei Tore und von Westen drei Tore. Die Mauer der Stadt hatte auch zwölf Grundsteine und darauf die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes“ (Off 21:9-14).

Von der günstigen Stelle aus auf dem hohen Berg kann Johannes die herrliche geistige Stadt sehen. Sie besteht aus 144 000 loyalen Bewahrern der Lauterkeit, welche die Herrlichkeit Jehovas widerspiegeln. Das Neue Jerusalem ist atemberaubend schön: Auf die 12 Tore sind die Namen der 12 Stämme Israels geschrieben. Und auf den Grundsteinen der die Namen der 12 Apostel des Lammes. Die Stadt ist das geistige Israel, aufgebaut auf der Grundlage „der Apostel und Propheten“ (Eph 2:20).

Die symbolische Stadt ist von einer gewaltigen Mauer umgeben, was zeigt, dass es in geistiger Hinsicht sicher ist. Kein Feind der Gerechtigkeit, niemand, der unrein oder unehrlich ist, wird je in diese Stadt hineinkommen (Off 21:27). An den Eingängen der heiligen Stadt sind Engel aufgestellt, die dafür sorgen, dass die geistige Reinheit der Stadt erhalten bleibt.

Die Maße der Stadt

„Der nun, der mit mir redete, hielt als Messstab ein goldenes Rohr, damit er die Stadt und ihre Tore und ihre Mauer messe. Und die Stadt liegt im Viereck, ihre Länge ist so groß wie ihre Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr, zwölftausend Stadien; ihre Länge und Breite und Höhe sind gleich. Auch maß er ihre Mauer, hundertvierundvierzig Ellen, nach Menschenmaß, das zugleich Engelsmaß ist“ (Off 21:15-17). Das Messen des Tempelheiligtum war eine Gewähr dafür, dass Jehovas Vorsätze in Verbindung damit verwirklicht werden (Off 11:1). Jetzt bezieht es sich auf die herrliche Stadt.

Eine gewaltige Stadt! Ein vollkommener Würfel mit einer Seitenlänge von 12 000 Stadien (ca. 2 220 Kilometer), umgeben von einer 144 Ellen (64 Meter) hohen Mauer. Das Allerheiligste des salomonischen Tempels, in dem die Gegenwart Jehovas symbolisch dargestellt war, hatte ebenfalls die Form eines vollkommenen Würfels (1. Könige 6:19, 20). Es ist eine Stadt ohne Unregelmäßigkeiten oder Unvollkommenheiten (Off 21:22).

Die 144 Ellen hohe Mauer erinnert uns daran, dass die Stadt aus 144 000 Personen gebildet wird. Die Zahl 12 (12000 Stadien) wird in der Bibel in Bezug auf organisatorische Einrichtungen gebraucht. Das Neue Jerusalem zusammen mit dem König Jesus Christus ist Jehovas Königreichsvorkehrung.

Das kostbare Baumaterial

„Nun die Mauer war aus Jaspis, und die Stadt war lauteres Gold gleich klarem Glas. Die Grundsteine der Stadtmauer waren mit jeder Art von kostbaren Steinen geschmückt: Der erste Grundstein war aus Jaspis, der zweite aus Saphir, der dritte aus Chalzedon, der vierte aus Smaragd, der fünfte aus Sardonyx, der sechste aus Sardion, der siebte aus Chrysolith, der achte aus Beryll, der neunte aus Topas, der zehnte aus Chrysopras, der elfte aus Hyazinth, der zwölfte aus Amethyst. Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen; jedes der Tore bestand aus einer einzigen Perle. Und die breite Straße der Stadt war aus purem Gold, gleich durchsichtigem Glas“ (Off 21:18-21).

Die Stadt ist mit den kostbarsten Materialien gebaut und ist unvorstellbar schön und wertvoll.

Jehova ist ein meisterhafter Läuterer und Reiniger von Gold und Silber, und er läutert die einzelnen treuen Glieder des geistigen Israel, wobei er alle Unreinheiten von ihnen entfernt (Mal 3:3, 4). Jehova baut die Stadt mit diesem vortrefflichen, lebendigen Baumaterial

Die Grundlagen der Stadt erinnern an das Ephod des Hohenpriesters, der es an Feiertagen trug und das mit 12 verschiedenen Edelsteinen besetzt war (2. Mo 28:15-21). Dadurch wird die priesterliche Funktion des Neuen Jerusalem betont, in dem Jesus, der große Hohepriester, die „Lampe“ ist (Off 20:6; 21:23). Die 12 Tore der Stadt, jedes eine Perle von großer Schönheit, bringen Jesu Gleichnis in Erinnerung, in dem er das Königreich mit einer Perle von hohem Wert vergleicht. Alle, die durch diese Tore eintreten, haben echte Wertschätzung für geistige Werte bekundet (Mat 13:45, 46).

Eine Stadt des Lichts

Zur Zeit Salomos beherrschte Jerusalem ein Tempel, der auf der höchsten Erhebung der Stadt erbaut worden war, auf dem im Norden gelegenen Berg Moria. Wie steht es mit dem Neuen Jerusalem? Johannes sagt: „Und ich sah keinen Tempel darin, denn Jehova Gott, der Allmächtige, ist ihr Tempel und das Lamm. Und die Stadt hat nicht nötig, dass die Sonne oder der Mond auf sie scheine, denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtete sie, und ihre Lampe war das Lamm“ (Off 21:22, 23). Dieser Tempel ist ein großer geistiger Tempel mit Jesus als Hohenpriester und einer aus 144.000 bestehenden Priesterschaft, die zugunsten der Menschen Opfer darbringen und ihren Dienst verrichten.

In dieser geistigen Stadt gibt es keine Nacht. Sie benötigt deshalb keine himmlischen Lichter. Jehova selbst ist zu ihrem Licht geworden (Jes 60:19, 20).

 „Und die Nationen werden durch ihr Licht wandeln, und die Könige der Erde werden ihre Herrlichkeit in sie bringen. Und ihre Tore werden überhaupt nicht geschlossen werden bei Tag, denn Nacht wird dort nicht sein. Und sie werden die Herrlichkeit und die Ehre der Nationen in sie bringen“ (Off 21:24-26). Nationen sollten „bestimmt zu deinem Licht gehen und Könige zum Glanz deines Aufleuchtens“ (Jes 60:3). Wer sind diese „Nationen“? Es sind Menschen, die den Nationen dieser bösen Welt angehört haben, aber auf das von dieser herrlichen himmlischen Stadt ausgestrahlte Licht reagieren. Vor allem ist es die große Volksmenge, die bereits aus „allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen“ herausgekommen ist und die im Verein mit der Johannes-Klasse Gott Tag und Nacht anbetet (Off 7:9, 15). Wenn das Neue Jerusalem aus dem Himmel herabgekommen sein wird und Jesus die Schlüssel des Todes und des Hades gebrauchen wird, um die Toten aufzuerwecken, werden sich ihnen weitere Millionen, die ursprünglich den „Nationen“ angehörten, anschließen und beginnen, Jehova und seinen Sohn, den mit einem Lamm verglichenen Ehemann des Neuen Jerusalem, zu lieben (Off 1:18).

„Die Könige der Erde“, die ihre Herrlichkeit in das Neue Jerusalem bringen, müssen die 144 000 sein, die „aus jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk und jeder Nation erkauft“ wurden, um mit dem Lamm, Jesus Christus, als Könige zu regieren (Off 5:9, 10; 22:5). So machen sie die Stadt noch strahlender.

„Doch etwas Unheiliges und wer Abscheuliches und Lüge verübt, wird keinesfalls in sie eingehen, nur wer in des Lammes Buchrolle des Lebens eingeschrieben ist“ (Off 21:27). Nichts Beflecktes kann ein Teil des Neuen Jerusalems werden. Obschon seine Tore immer offenstehen, wird niemand hineingelassen, der „Abscheuliches und Lüge verübt“. Nur geläuterte Personen, deren Namen in die Buchrolle des Lebens geschrieben steht, dürfen die Stadt betreten (Mat 13:41-43, Da 12:3).

Kapitelanfang


Kapitel 22 - Nutzen aus der Offenbarung ziehen

Ein Strom von Wasser des Lebens

Durch das Neue Jerusalem kommen der Menschheit großartige Segnungen zu. „Und er zeigte mir einen Strom von Wasser des Lebens, klar wie Kristall, der vom Thron Gottes und des Lammes aus hinabfloss inmitten ihrer breiten Straße. Und diesseits des Stromes und jenseits standen Bäume des Lebens, die zwölf Fruchternten hervorbringen, indem sie jeden Monat ihre Früchte geben. Und die Blätter der Bäume dienten zur Heilung der Nationen“ (Off 22:1, 2).

Nachdem „die Rettung und die Macht und das Königreich unseres Gottes und die Gewalt seines Christi’ herbeigekommen“ ist, fließt ein lebenspendender Strom „vom Thron Gottes und des Lammes aus“ bereits durch das Neue Jerusalem der Menschheit zu (Off 11:15; 12:10). Wenn das Neue Jerusalem ‘von Gott aus dem Himmel herabkommt’, nehmen diese Wasser noch zu und fließen als ein breiter Strom herab (Off 21:2).

Worum handelt es sich bei diesem „Strom von Wasser des Lebens“? Buchstäbliches Wasser ist die lebensnotwendig. Somit muss das Wasser des Lebens etwas darstellen, was für das Leben und die Gesundheit der Menschen unerlässlich ist. Der Prophet Hesekiel empfing auch eine Vision von diesem „Strom von Wasser des Lebens“, darin kam der Strom aus dem Tempel hervor und floss ins Tote Meer. Und dann verwandelte sich das Meer in ein Süßwassermeer, in dem es von Fischen nur so wimmelte (Hes 47:1-12). In der Vision bringt der Strom etwas wieder zum Leben, was bis dahin tot war. Der Strom von Wasser des Lebens versinnbildlicht demnach Gottes heilige und reine Vorkehrungen, der Menschheit durch Jesus Christus vollkommenes menschliches Leben zu geben.

Der Strom entspringt am „Thron Gottes und des Lammes“. Die Grundlage der lebengebenden Vorkehrungen ist das Loskaufsopfer für das Jehova in seiner Liebe gesorgt hat (Joh 3:16). Auch das Wort Gottes gehört zu dem Wasser des Lebens (Eph 5:26). Doch der Strom von Wasser des Lebens schließt alle Vorkehrungen Jehovas ein, willige Menschen von Sünde und Tod zu befreien und ihnen ewiges Leben zu geben (1. Joh 2:1, 2). Alle Nationen können aus diesem Wasser schöpfen.

In Hesekiels Vision wurde das Wasser zu einem Wildbach, an dessen Ufern allerlei fruchttragende Bäume wuchsen (Hes 47:12). Diese „Bäume des Lebens“ müssen ebenfalls einen Teil der Vorkehrung Jehovas darstellen, gehorsamen Menschen Leben zu geben.

Menschen dürfen nicht nur von Gottes erfrischenden Wassern trinken und darin baden, sondern sie dürfen auch ständig wohlschmeckende und gesunde Früchte von den Bäumen pflücken. Jehova sorgt sogar durch die Blätter dieser symbolischen Bäume für die „Heilung der Nationen“. Durch die wohltuende Wirkung dieser symbolischen Blätter werden gläubige Menschen zu geistiger und körperlicher Vollkommenheit gelangen. Diese Früchte und Blätter wachsen auf Bäumen. Jesaja spricht von Menschen, als von „großen Bäumen der Gerechtigkeit“ (Jes 61:1-3). Während der Tausendjahrherrschaft sind Personen im Himmel und auf der Erde daran beteiligt der Menschheit Segnungen zukommen zu lassen.

„Und es wird keinen Fluch mehr geben, sondern der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt sein, und seine Sklaven werden ihm heiligen Dienst darbringen; und sie werden sein Angesicht sehen, und sein Name wird auf ihrer Stirn sein“ (Off 22:3, 4). Als die israelitische Priesterschaft korrupt wurde, kam Jehovas Fluch über sie (Mal 2:2). Aber im Neuen Jerusalem wird es „keinen Fluch mehr geben“. Alle seine Bewohner hatten auf der Erde harte Prüfungen zu bestehen, aber sie haben gesiegt und haben so ‘Unverweslichkeit und Untödlichkeit’ angezogen. Die Stadt befindet sich in Sicherheit, da der „Thron Gottes und des Lammes“ dort ist. Als „Sklaven“ Gottes tragen sie den Namen ihres Besitzers – Gott - auf ihrer Stirn geschrieben (3:12). Sie lassen sich in ihrem Denken und Handeln von Gott leiten und sehen es als Vorrecht an, als Teil des Neuen Jerusalem heiligen Dienst darzubringen. Als glückliche Sklaven dürfen sie Gott sehen und in seiner Gegenwart anbeten (Mat 5:8).

„Auch wird es keine Nacht mehr geben, und sie haben kein Lampenlicht nötig, noch haben sie Sonnenlicht, denn Jehova Gott wird ihnen Licht geben. Und sie werden für immer und ewig als Könige regieren“ (Off 22:5). Im alten Jerusalem verließ man sich wie in jeder anderen Stadt der Erde am Tag auf das Sonnenlicht und nachts auf künstliches Licht. Im himmlischen Neuen Jerusalem wird man dieser Lichter nicht bedürfen, denn die Stadt wird von Jehova selbst erleuchtet werden. In der herrlich strahlenden Gegenwart Gottes, des Allmächtigen, könnte es niemals Finsternis geben.

Am Ende der tausend Jahre wird Jesus seinem Vater das Königreich und eine vollkommene Menschheit übergeben (1. Kor 15:25-28). Jesu Vermittlerrolle ist zu Ende. Die Vertreter des Königreiches werden aber darüber hinaus in alle Ewigkeit heiligen Dienst darbringen werden.

„Und er sprach zu mir: ‚Diese Worte sind zuverlässig und wahr; ja, Jehova, der Gott der der Prophetie, sandte seinen Engel aus, um seinen Sklaven die Dinge zu zeigen, die in kurzem geschehen sollen. Und siehe, ich komme eilends. Glücklich ist jeder, der die Worte der Prophezeiung dieser Buchrolle hält‘ “ (Off 22:6, 7). All die wunderbaren Verheißungen aus der Offenbarung werden sich wirklich erfüllen. Jesus kommt „eilends“. Damit wir zu jener Zeit glücklich gepriesen werden, sollten wir die Worte der Offenbarung in unserem Leben anwenden.

„Nun, ich, Johannes, war es, der diese Dinge hörte und sah. Und als ich gehört und gesehen hatte, fiel ich nieder, um vor den Füßen des Engels anzubeten, der mir diese Dinge gezeigt hatte. Er aber spricht zu mir: ‚Sieh dich vor! Tu das nicht! Ich bin nichts weiter als ein Mitsklave von dir und von deinen Brüdern, die Propheten sind, und von denen, die die Worte dieser Buchrolle halten. Bete Gott an!‘ “ (Off 22:8, 9). Die Warnung ergeht zum zweiten Mal an Johannes (Off 19:10). Wir dürfen nur Gott allein anbeten und müssen uns vor Götzendienst hüten (Mat 4:10).

„Weiter spricht er zu mir: ‚Versiegle die Worte der Prophezeiung dieser Buchrolle nicht, denn die bestimmte Zeit ist nahe. Wer ungerecht handelt, handle weiterhin ungerecht, und der Unreine verunreinige sich weiterhin, der Gerechte aber handle weiterhin gerecht, und der Heilige heilige sich weiterhin‘ “ (Off 22:10, 11).

Gott respektiert den freien Willen des Menschen. Er zwingt niemanden dazu seinen Rat und die Warnungen aus der Offenbarung zu beachten. Wir sollten aber unsere Freiheit dazu nutzen demütig das Rechte zu erforschen und zu tun und immer wieder eine Prüfung unseres Glaubens vornehmen. (Zeph 2:3; 2. Kor 13:5).

„Siehe! Ich komme eilends, und ich habe den Lohn, den ich gebe, bei mir, um einem jeden zu erstatten, wie sein Werk ist. Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Glücklich sind die, die ihre langen Gewänder waschen, damit ihnen die Befugnis zuteilwerde, zu den Bäumen des Lebens zu gehen, und damit sie Eingang in die Stadt erlangen durch deren Tore. Draußen sind die Hunde und die, die Spiritismus treiben, und die Hurer und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der einer Lüge zuneigt und sie verübt“ (Off 22:12-15).

Nur diejenigen, die wirklich „ihre langen Gewänder waschen“, um in Jehovas Augen rein zu sein, genießen das Vorrecht, „zu den Bäumen des Lebens zu gehen“. Das bedeutet, dass ihnen das Recht auf Leben gewährt wird. Die treuen Gesalbten erlangen durch die Auferstehung Zutritt zum Neuen Jerusalem. Die 12 Engel gewähren ihnen Einlass. Auch die Gläubigen auf der Erde müssen „ihre langen Gewänder waschen und sie in dem Blut des Lammes weiß machen“ und rein bewahren (Off 7:14, Off 16:15).

„Ich, Jesus, sandte meinen Engel, um euch für die Versammlungen von diesen Dingen Zeugnis abzulegen. Ich bin die Wurzel und der Spross Davids und der hellglänzende Morgenstern“ (Off 22:16). Die Offenbarung ist in erster Linie an die Versammlung der gesalbten Christen auf der Erde gerichtet ist, die im Neuen Jerusalem wohnen werden. Diese müssen die Botschaft aber an andere weitergeben. Jesus ist „die Wurzel und der Spross Davids“. Dem Fleisch nach stammt er von König David ab und ist somit befugt das Königreiches Jehovas zu erben. Er wird auch als die Wurzel Davids bezeichnet, weil durch ihn dieses Königreich überhaupt erst ermöglicht wird (Jes 11:1, 10). Er ist der der „Tagesstern“, der aufgeht (2. Petrus 1:19).

Sage: „Komm!“

„Und der Geist und die Braut sagen fortwährend: ‚Komm!‘ Und jeder, der es hört, sage: ‚Komm!‘ Und jeder, den dürstet, komme; jeder, der wünscht, nehme Wasser des Lebens kostenfrei“ (Off 22:17). Der Auftrag die Botschaft Gottes zu verkünden ist nicht auf die 144 000 beschränkt. Wenngleich Gottes Geist besonders sie dazu antreibt das lebengebende Wasser an andere weiterzugeben. Jeder, der die Botschaft annimmt, sollte dies auch weitergeben. Und jeder, der nach Gerechtigkeit dürstet, ist eingeladen, zu „kommen“ und Jehovas großzügige Gabe anzunehmen (Jes 55:1; Mat 5:3, 6).

„Ich lege vor jedermann Zeugnis ab, der die Worte der Prophezeiung dieser Buchrolle hört: Wenn jemand einen Zusatz zu diesen Dingen macht, wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in dieser Buchrolle geschrieben stehen; und wenn jemand irgendetwas von den Worten der Buchrolle dieser Prophezeiung wegnimmt, wird Gott dessen Teil von den Bäumen des Lebens und aus der heiligen Stadt wegnehmen, Dinge, die in dieser Buchrolle geschrieben stehen“ (Off 22:18, 19).

Die Offenbarung ist von Gott inspiriert niemand sollte es wagen darin etwas zu ändern, etwas hinzuzufügen oder wegzulassen oder auch nur falsch zu interpretieren. Sonst muss er die, für Babylon die Große und die Welt bestimmte, Plagen erleiden (Off 18:4).

„Es spricht der, der von diesen Dingen Zeugnis ablegt: ‚Ja; ich komme eilends‘ Amen! Komm, Herr Jesus. Die unverdiente Güte des Herrn Jesus Christus sei mit den Heiligen“ (Off 22:20, 21).

Sowohl Jehova Gott, als auch Jesus betonen wiederholt, dass sie „eilends“ kommen (Off 2:16; 3:11; 22:7, 12, 20). Wer die Botschaft vernimmt, sollte nicht zögern, darauf zu reagieren und Änderungen in seinem Leben vornehmen, um ganz persönlich die Segnungen zu empfangen. Das „Kommen“ hat zum Ziel Gottes Sklaven den Lohn zu geben, aber auch an Allen Gericht zu üben, die sich dem „Königreich unseres Herrn und seines Christus“ widersetzen (Off 11:15). Wir sollten deshalb die Gegenwart des Tages Jehovas fest im Sinn behalten’ (2. Petrus 3:12). Rettung ist allein bei Jehova und seinem Königreich zu finden und in der verheißenen zukünftigen Welt. Von der Welt dürfen wir uns nicht irreführen lassen (1. Joh 2:15-17).

Es ist ein Vorrecht dem herrlichen und heiligen Gott zu dienen (Off 4:1 bis 5:14). Deshalb ist es weise den Rat, den Jesus den sieben Versammlungen zu befolgen und Dinge wie Materialismus, Götzendienst, Unmoral, Trägheit, Sektierertum und dergleichen zu meiden, was uns im Dienst für Jehova unbrauchbar und unannehmbar machen könnte (Off 2:1 bis 3:22). Beteiligen wir uns lieber daran „das Jahr des Wohlwollens Jehovas und den Tag seiner Rache“ zu verkünden und machen wir die ewige guten Botschaft des aufgerichteten Königreiches Jehovas und seines Christus bekannt (Jes 61:2; Off 11:15; 14:6, 7). Denn „die bestimmte Zeit ist nahe!“ (Off 1:3). Amen!