Kommentar zum Johannes-Evangelium


Autor des Bibelbuches

Das Johannes-Evangelium wurde, wie zuvor die Offenbarung, von dem Apostel Johannes am Ende des 1. Jahrhunderts wohl in Ephesus geschrieben. Die anderen drei Evangelien lagen zu diesem Zeitpunkt bereits vor und waren weit verbreitet. In diesen wird noch die Eroberung Jerusalems und vor allem die  Zerstörung des Tempels angekündigt, zu der es tatsächlich im Jahr 70 n. Chr. auch kam. Johannes geht nicht auf dieses Ereignis ein. Offensichtlich war es einige Zeit her und abgehakt. Obwohl sich ja so die Worte Gottes und Jesu erfüllt hatten. Außerdem beschränkt sich der Schreiber auf die Zeit des irdischen Dienstes Jesu. Er war ein Weggefährte und enger Vertrauter Jesu, jemand, „den Jesus liebte“. Alles dreht sich um Jesus. Deshalb könnte Johannes nicht nur die Unterstützung des Heiligen Geistes, sondern die des auferstandenen Jesu selbst gehabt haben.

Die Einzelgespräche, die Jesus mit Nikodemus und der Samariterin am Brunnen führte, und auch den Dialog mit Pilatus, kann Jesus am besten wiedergeben. 
Jesus bezeichnet dann selbst Johannes als den Jünger, den er liebte. Verständlich, wenn man bedenkt, dass Johannes kurz zuvor das Vorrecht erhalten hatte. die Offenbarung in Visionen zu sehen und niederschreiben zu dürfen. Es war bestimmt auch Johannes, dem Jesus unter dem Kreuz seine „Mutter“ anvertraute. (19:26, 27). Auch wenn sich der Schreiber, wie auch die anderen Evangelisten, nie selbst namentlich zu erkennen gibt. Offensichtlich, weil das Buch ein Produkt des Heiligen Geistes ist.


Sprache

Das Johannes-Evangelium ist in einem einfachen Griechisch und in einem anderen Stil als die übrigen Evangelien geschrieben worden.

Die Redenden unterscheiden sich sprachlich kaum, deshalb wirkt es etwas konstruiert. Manchmal weiß man gar nicht, spricht jetzt der Erzähler oder Jesus. Wobei die darin geschilderten Ereignisse schon über sechzig Jahre her sind. Es ist geistig sehr tiefgehend und inspirierend, obwohl es einfache Worte sind. Diese haben aber einen gewaltigen Inhalt.

Alle reden im gleichen Stil, eine dualistische Sprache mit vielen Gegensätzen wie Alles oder nichts, Leben oder Tod, Licht und Finsternis (3:19-21), Geist und Fleisch, Glaube und Unglaube, aus und in, und das wechselseitig, oben und unten, Vater und Sohn, ausgegangen, zurückgekehrt, Stunde nicht gekommen - Stunde gekommen. Wobei das bei dem Erzähler und Jesus nicht verwundert, da die beiden schon seit fast sieben Jahrzehnten eng miteinander verbunden waren.Solche Verallgemeinerungen vereinfachen den Sacherhalt oft stark. Sie verkürzen den Bericht, aber Pauschalisierungen können auch Vorurteile bedingen.  Wenn zum Beispiel von „den Juden“ die Rede ist.  Oft ist damit eigentlich die geistliche Führung gemeint, die sich Jesus widersetzt.

„amen, amen“ ist eine Besonderheit im Johannesevangelium, was viele mit „wahrlich, wahrlich, ich sage euch“ übersetzen. Dadurch soll wohl die Ernsthaftigkeit, Zuverlässigkeit und Wahrhaftigkeit dessen betont werden, was dann folgt. Vor Gericht galt etwas nur, wenn es von zwei Zeugen bestätigt wurde. Der Sprecher scheint sich selbst bestätigen zu wollen. Nur Jesus verwendet in seinen Reden diesen Ausdruck an, und das ganze 26 mal!

Wir-Stil des Erzählers: „Wir schauten seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit, wie sie einem einziggezeugten Sohn vom Vater gehört.“ 16 Denn wir alle haben aus seiner Fülle empfangen, ja Gnade über Gnade. . . (Johannes 1:14,16).

„Wir wissen, dass das Zeugnis, das er ablegt, wahr ist“ (21:24).

Johannes schreibt als Aufseher und Mitglied der Christenversammlung.

Die Auferweckung des Lazarus und das Gespräch mit Pilatus sind dramaturgisch und literarisch sehr bewusst und sehr klar gestaltet. Jesus redet in der Hoheit des auferstandenen Königs. Der Menschensohn sollte erhöht und verherrlicht werden.



Zweck des Bibelbuches

1.

Die Person Jesu steht im Mittelpunkt. Jesus ist der Messias, der Sohn Gottes und hier besonders ein König. Es verherrlicht den auferstandenen Bezwinger der Welt. Jesus ist nicht der „Befreier der Juden“, er ist der „Retter der Welt“. Jesus hat schon vor der Grundlegung der Welt existiert.

2.

Das Buch möchte erreichen, dass wir an Jesus als den Christus und Sohn Gottes glauben, damit wir leben werden (Joh 20:31). Sünde ist bei Johannes der Unglaube an Jesus.

3.

Das Buch ergänzt die anderen Evangelien um wichtige Wahrheiten.
Jesus wurde während seines Dienstes massiv von Engeln unterstützt (Joh 1:51).
Jesus war informiert über die Menschen, denen er begegnete (Joh 4:16-19).

4.

Das Buch stellt klar, was die drei anderen Evangelien nicht völlig beleuchteten.
Die Männer am Grab Jesus waren Engel (Mar 16:5,6; Joh 20:11-13).

5.

Das Buch korrigiert Missverständnisse.
Jesus ist nicht König der Juden, sein Königreich ist nicht von dieser Welt.
Maria ist nicht die Mutter Jesu.

6.

Das Buch rechtfertigt Gottes Vorgehensweise.
Judas war ein gewohnheitsmäßiger Dieb, der sein Ende verdiente. Manches in den Evangelien wirkt inszeniert, aber sollte den Glauben der Zeitgenossen Jesu stärken.

Zu 1 Das Johannesevangelium verherrlicht Jesus. Durch den Geist, den Jesus sendet, wird Jesus verherrlicht. „Alles, was der Vater hat, ist mein“ (16:15). Sitzt Jesus dann überhaupt noch zur Rechten Gottes (Ps 110:1,2), oder zusammen mit Gott auf dem Thron? Geht Gott sogar so weit, dass er seinem geliebten Sohn den Thron überlässt? Vielleicht um sich anderen Dingen zu widmen? Der göttliche Jesus wird als Sieger über Sünde und Tod gefeiert. Der König zieht ein in Herrlichkeit. Die Engel sind ihm unterworfen.
Zu 2 Die in dem Buch enthaltenen Wunder und Prophezeiungen sollen unseren Glauben an Jesus, den Retter der Welt, stärken. Jesus richtet sich in seinen Abschiedsreden an alle, die ihm nachfolgen wollen. Es gibt viele Wohnungen im Haus seines Vaters (14:1). Alle müssen mit Verfolgung rechnen, aber wenn sie, wie Jesus, die Welt besiegen, dann werden sie schließlich bei Jesus sein.
Zu 3

Das größte Gebot im Gesetz, war Gott und seinen Nächsten zu lieben, wie sich selbst. Jetzt sind wir aufgerufen, Jesus und unsere Geschwister zu lieben (13:34,35; 15:12,13).

Die Einhaltung des Gesetzesbundes ist nicht mehr nötig. Offensichtlich hat Jesus die Schafe aus dem Gesetzesbund in den Neuen Bund überführt (Kapitel 10). Auch Heidenchristen profitieren von dem Neuen Bund. Maria hat das Öl auch über Jesu Füße ausgegossen (12:2,3).
Zu 4 Die synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas) berichten von Männern am Grab. Johannes aber spricht von Engeln.
Zu 5 In den anderen Evangelien bekennt sich Jesus vor den jüdischen Führern, der Messias und Sohn Gottes zu sein, bei Johannes bekennt sich Jesus, ein König zu sein, allerdings ist sein Königreich nicht von dieser Welt.
Jesus redet Maria immer mit „Frau“, nicht mit „Mutter“, an, wodurch er sich von ihr distanziert.
Zu 6 Judas erscheint im Johannes-Evangelium in einem ganz schlechten Licht. Er war nicht nur ein gewohnheitsmäßiger Dieb, der die gemeinsame Kasse raubte, sondern ein Teufel und Verräter. Der Teufel und Satan ist in ihn gefahren, deshalb hat er Jesus an die geistlichen Führer ausgeliefert.
Siehe auch Personen-Judas, der Verräter.
Die Auferweckung des Lazarus wirkt inszeniert, besonders weil die Beteiligten Jesus enge Freunde sind und die anderem Evangelisten nicht darüber berichten. Der Bericht stärkt trotzdem unseren Glauben an die Auferstehung.

Bei den Christen im 1. Jahrhundert waren Fragen aufgetaucht, die mithilfe des Johannes-Evangeliums besser zu beantworten sind.

·       Wer ist und war Jesus eigentlich? Mensch, Engel oder gar Gott?

·       Woher kam Jesus, hatte er eine vormenschliche Existenz?

·       Wie konnte Jesus denn Wunder wirken?

·       Ist Jesus wirklich auferstanden? Was macht er seitdem?

·       Regiert Jesus als König?

·       Wieso gibt es weiterhin viel Ungerechtigkeit und Leid?


Erzählfolge

Johannes ändert die Erzählfolge. (Wobei Johannes nicht den Anspruch erhebt, die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge zu erzählen). Die Tempelreinigung findet bei ihm schon im 2. Kapitel statt. In allen anderen Evangelien findet die Tempelreinigung erst kurz vor der Passion statt. Sie ist offensichtlich ein Grund, warum die geistlichen Führer Jesus umbringen wollen, ein weiterer Grund ist die Auferweckung des Lazarus, die in den anderen Evangelien fehlt.

Auch, dass Simon einmal Petrus genannt werden wird, sagt Jesus bei Matthäus erst kurz vor der Passion Christi, bei Johannes schon bei dessen Berufung zu Beginn.

Auch andere Apostel werden gleich zu Beginn berufen.



Aufbau

1. Prolog: Der Logos 1:1-18
2. Der öffentliche Dienst des Sohnes Gottes 1:19-12:50
3. Abschiedsreden Jesus 13:1-16:33
4. Gebet für seine Jünger 17:1-26
5. Passion, Tod und Auferstehung 18:1-20:31
6. Epilog:Jesus mit Johannes und Petrus am See 21:1-25

Inhalt des Bibelbuches

Neunzig Prozent des Inhalts finden sich nicht in den anderen Evangelien.

Warum finden sich der Stoff nicht schon in den synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas)? Eine Antwort finden wir wohl in 16:12, 13. 12 Ich habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus eigenem Antrieb reden, sondern was er hört, wird er reden, und er wird euch die kommenden Dinge verkünden.

Andererseits findet sich vieles von den Evangelien nicht bei Johannes. Die Gleichnisse Jesu, die Dämonenaustreibungen, die Gute Botschaft vom Gottes Königreich.
Selbst die Einsetzung des Abendmahls fehlt. Die Frage der Einhaltung der Thora spielt keine Rolle mehr. Selbst das größte Gebot im Gesetz, Gott und den Nächsten zu lieben, taucht nicht auf, schon gar nicht die Feindesliebe. Gott mit ganzem Herzen, ganzem Sinn, ganzer Kraft und ganzer Seele ist wohl überholt, da wir ebenso Jesus zu lieben haben. Unsere Liebe ist geteilt.

Alles dreht sich um Jesus Christus. Wenn Jesus spricht, dann sind das Selbstoffenbarungsreden Jesu. Er selbst ist das Thema in seinen Reden und auch in den Dialogen. Jesus Christus, der Superstar, wird von Gott verherrlicht und er wiederum verherrlicht seinen Vater.



Überblick

1:1-18

Prolog: Jesus, der Logos.

1:19-34

Die Berufung einiger Apostel.

2:1-12

Auf einer Hochzeit in Kana verwandelt Jesus Wasser in Wein.

2:13-22

Die Tempelreinigung.

3:1-21

Gespräch mit dem Vorsteher Nikodemus über die Wiedergeburt.

4:1-41

Begegnung mit der Samariterin am Brunnen.

4:46-53

Heilung des Kindes des königlichen Beamten.

5:1-18

Heilung des Gelähmten.

5:19-47

Jesus offenbart sich als der Sohn Gottes, er ist die Auferstehung und das Leben.

6

Wunderbare Brot-Vermehrung, Jesus ist das Brot des Lebens.

7

Jesus besucht Fest in Jerusalem und die Menschen sind uneins darüber, wer er ist

8:1-11

Jesu Begegnung mit der Ehebrecherin

8:12-20

Jesus ist das Licht der Welt.

8:21-36

Jesus befreit von Sünde und Tod.

8:37-59

Jesus verurteilt seine Gegner als Kinder des Teufels.

9

Jesus heilt den Blindgeborenen.

10

Jesus ist die Tür der Schafe und der vortreffliche Hirte, der den Schafen Leben gibt.

11

Jesus auferweckt Lazarus. Er ist die Auferstehung und das Leben.

12:1-8

Jesus wird von Maria mit Öl eingerieben.

12:12-18

Jesus, der designierte König, reitet auf einem Esel in Jerusalem ein.

12:23-28

Gott bekennt vom Himmel aus Jesus als seinen Sohn, der bereit ist zu sterben.

12:29-50

Jesus ist als ein Licht in die Welt gekommen, aber die Menschen hören nicht auf ihn.

13:1-17

Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße.

13:18-30

Jesus wird von Judas verraten werden.

13:34,35

Jesus gibt neues Gebot der Liebe untereinander.

13:36-38

Jesus kündigt Petrus an, dass dieser ihn dreimal verleugnen wird.

14:1-14

Jesus, der Weg, die Wahrheit und das Leben.

14:15-41

Die Rolle des Heiligen Geistes.

15:1-16

Jesus, der wahre Weinstock.

15:17-27

Widerstand in der Welt vorhergesagt.

16

Jesus bereitet seine Jünger auf seinen Tod vor und die Zeit danach.

17

Jesus betet zum Vater für seine Nachfolger.

18:1-14

Jesus wird im Garten Gethsemane verhaftet.

18:15-32

Jesus wird verhört von den Oberpriestern und dem Statthalter.

18:33-38

Jesus gibt sich als König zu erkennen.

18:39-19:16

Jesus wird misshandelt und verurteilt.

19:17-37

Jesu Leiden am Kreuz und Tod.

19:38-20:10

Jesu Begräbnis und Auferstehung.

20:11-19

Jesus erscheint Maria Magdalena.

20:20-28

Jesus erscheint den Jüngern zweimal trotz verschlossener Türen.

21:1-14

Prophetischer Epilog: Jesus erscheint den Jüngern am Ufer des Sees.

21:15-23

Jesus prophezeit, was mit Johannes und Petrus geschehen wird.


Sieben Identitäten Jesu

Im Johannesevangelium dreht sich alles um Jesus. Es ist wichtig, sich mit der Person Jesus näher zu beschäftigen, denn um die Anerkennung und den Segen Gottes zu haben, muss man an Jesus glauben (3:16), auf ihn hören (3:36), seine Gebote beachten (15:9) und ihn ehren (5:23,24). Als Belohnung werden wir frei (8:32). Aber wer war, bzw. wer ist Jesus eigentlich und was erwartet er von uns?

Im Evangelium des Johannes, und nur in diesem, wird (1) Jesu vormenschliche Existenz betont. Jesus war nicht einfach ein guter Mensch, sondern existierte schon viele Jahre davor im Himmel. Aber trotzdem  wurde Jesus ein Mensch, von der Jungfrau Maria geboren und heilig, um als (2) der vorhergesagte Menschensohn künftig die Herrschaft über die Erde zu erlangen (3:13-15). Jesus ist aber auch (3) der Sohn Gottes. Er beschreibt sein inniges Verhältnis zum Vater. Bei seiner Taufe mit Heiligem Geist anerkannte Gott ihn als seinen Sohn. Bei dieser Gelegenheit wurde er auch zum (4) Messias, denn Gott salbte ihn als den zukünftigen Retter der Welt. Im Prolog (1:1-18) wird Jesus auch als (5) das Wort Gottes beschrieben, das Fleisch wurde, unter den Menschen weilte, Gott verherrlichte und anderen die Gelegenheit eröffnete selbst Kinder Gottes zu werden. Nach seiner Auferstehung wurde Jesus wieder zu (6) einem Geistgeschöpf, der während 40 Tagen Menschengestalt annahm und den Jüngern erschien. Johannes betont auch, dass Jesus zwar (7) ein König ist, aber nicht der König der Juden, denn sein Königreich ist nicht von dieser Welt (18:36,37).


Das sagt Jesus selbst immer wieder – aber nur – im Johannes-Evangelium.

In Kapitel 6:38 sagt Jesus: „Denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.

In 8:23 sagt Jesus zu seinen Zuhörern: „Ihr seid von unten her, ich bin von oben her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.“

Vater, verherrliche mich ... mit der Herrlichkeit, die ich neben dir hatte, bevor es die Welt gab“ (17:5).

3:13 13 „Überdies ist kein Mensch in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem, der vom Himmel herabkam, der Menschensohn, der im Himmel ist“. Das bezieht sich auf Daniel 7:13,14. Dort ist von einem „gleich einem Menschen“ die Rede, der zum Thron Gottes Zutritt erlangen sollte. Johannes schreibt so, als wäre es schon geschehen – Der Menschensohn ist im Himmel. Zur Zeit der Niederschrift war das auch so. Dann sind die Worte ein Einschub des Erzählers. Das macht der Erzähler später auch so. Jesus konnte dies aber auch sagen, weil sich Gottes Wort ganz bestimmt erfüllen wird. Jesus wäre der erste Mensch, der in den Himmel auffahren würde. 

(Matthäus 3:16-4:1) 16 Als Jesus getauft war, kam er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel wurden geöffnet, und er sah Gottes Geist wie eine Taube herabfahren und auf ihn kommen. 17 Siehe! Da kam auch eine Stimme aus den Himmeln, welche sprach: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ 4 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wildnis hinaufgeführt, um vom Teufel versucht zu werden“.


Weil es im Text heißt, die Himmel wurden geöffnet, vermuten einige. dass Jesus sich nach seiner Taufe an seine vormenschliche Existenz im Himmel erinnern konnte, zumindest teilweise, und dies erst einmal in der Wildnis verarbeiten musste.


Jesus war offensichtlich schon vor der Erschaffung der Welt bei Gott.  „Vater, ich möchte, dass alle, die du mir gegeben hast, mit mir dort sind, wo ich sein werde, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich vor der Grundlegung der Welt geliebt.“ (17:24).

Der Zeitpunkt der Grundlegung der (erlösbaren) Welt war, als die ersten Menschen Nachkommen zur Welt brachten. Schon davor, nach dem Sündenfall im Garten Eden, hatte Gott einen Samen der Frau angekündigt, der der Schlange den Kopf zermalmen sollte (Genesis 3:15). Gott hatte schon damals einen Retter angekündigt.

Wobei Gott Unterstützung bei der Erschaffung des Menschen hatte.

„Lasst uns Menschen machen in unserem Gleichnis“ (Genesis 1:26). Und dieses Wort erwies sich als mächtig, da es sich schließlich erfüllte, es kehrte nicht ergebnislos zu Gott zurück (Jesaja 55:10,11).

Wenn Johannes lehren wollte, dass der verherrlichte Jesus schon vor der Schöpfung bei Gott im Himmel war, hätte er auch einfach so etwas sagen können wie: „Jesus lebte im Himmel, bevor Gott die Welt schuf.“

Die Lehre von einer Existenz Jesus vor seiner Geburt gibt es in den anderen Evangelien nicht.

Die „vormenschliche Existenz“ Christi könnte sich auf die vorherige Existenz eines Retters im Plan GOTTES beziehen, der gleich nach dem Sündenfall im Garten Eden angekündigt wird. Später verhieß Gott einen Messias, der die Menschheit erlösen wird.

Schließlich erwies sich Jesus als der Retter und Messias.




Gleich zu Beginn im Prolog ist von dem Logos (das Wort) die Rede, der schon im Anfang bei Gott war.  Jesus wird auch als das Wort Gottes bezeichnet (Offenbarung 19:13).

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei [dem] Gott, und Gott [göttlich] war das Wort. 2 Dieses war im Anfang bei [dem] Gott. 3 Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde nichts, was geworden ist.

Die Worte im Anfang erinnern an den ersten Vers der Bibel: Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.

War der vormenschliche Jesus schon bei der Schöpfung bei Gott? Hat er mit seinem Vater zusammen alles geschaffen, auch den Menschen? „Alles wurde durch das Wort“, kann auch bedeuten, dass Gott zunächst den Plan gefasst und seinen Vorsatz bekanntgemacht hat, und dann dafür gesorgt hat, dass es auch so kam. Gott sprach: „Lasst uns Menschen machen in unserem Bildnis“. Und schließlich ging Gott zusammen mit anderen daran es umzusetzen, bis die Schöpfung vollendet und sehr gut war.



War Jesus hier auf der Erde ein Mensch oder doch mehr ein Engel?  Der Messias musste ein Mensch sein. Nur ein Mensch konnte und durfte sein vollkommenes Leben als Lösegeld im Austausch gegen die gefallene Menschheit geben (Matthäus 20:28).

Die Bibel bestätigt, dass Jesus sich selbst als ein entsprechendes Lösegeld gegeben hat (1. Timotheus 2:5, 6).

„Denn so, wie in Adam alle sterben, so werden in dem Christus alle lebendig gemacht werden (1. Korinther 15:22)“.

Jesus wurde von der Jungfrau Maria als Mensch geboren und lebte als solcher unter den Menschen. So kannte er die Grenzen und Nöte der Menschen. Das, was Jesus als Mensch hier auf der Erde erlebte, wurde dann Teil seiner himmlischen Persönlichkeit.
Jesus musste ein Mensch, ein Kind von Menschen, sein, denn der Menschensohn erlangt in Daniel 7:13,14 Zutritt zu Gottes Thron und erhält Herrschaft, Würde und Königtum.

Jesus selbst bezeichnete sich indirekt immer wieder als diesen Menschensohn.

Markus 8:38 „Wer sich aber meinetwegen und meiner Worte schämt in dieser ehebrecherischen und sündigen Generation, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln“.

Matthäus 26:63, 64 63 Jesus aber schwieg. Da sprach der Hohepriester zu ihm: „Bei dem lebendigen Gott stelle ich dich unter Eid, uns zu sagen, ob du der Christus, der Sohn Gottes, bist!“ 64 Jesus sprach zu ihm: „Du selbst sagst es. Doch ich sage euch: Von jetzt an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen“.

Jesus bekannte nicht nur der Menschensohn zu sein, sondern auch der Sohn Gottes. Was ist damit gemeint?


Jesus war und ist der Sohn Gottes. Somit war Gott sein Vater.
Das Evangelium dient gerade diesem Zweck. Damit wir glauben, dass Jesus sowohl der Messias, als auch der Sohn Gottes ist (20:31).
Der Engel Gabriel kündigte schon vor der Geburt in Bezug auf Jesus an: “Dieser wird groß sein und wird Sohn des Höchsten genannt werden; und Jehova Gott wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben, und er wird für immer als König über das Haus Jakob regieren, und sein Königreich wird kein Ende haben (Lukas 1:32, 33).“

Jesus wird auch als einziggezeugter Sohn bezeichnet (1:14).
Jesu Zeugung wurde durch Heiligen Geist bewirkt. Und er wurde von der Jungfrau Maria geboren. Das ist einzigartig.  Da Jesus eine vormenschliche Existenz hat, war er aber schon vorher Gottes Sohn.  Bei Jesu Taufe kam der Heilige Geist auf ihn herab. Er wurde von oben geboren und somit wiederum zum Sohn Gottes. Gott bestätigte dies vom Himmel aus: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen habe“. Das ist ein Vorbild für Christen, die bei ihrer Taufe mit Heiligem Geist wiedergeboren und zu Kindern Gottes werden (1:12,13). Jesus stellte sich bei der Taufe dar, um fortan den Willen Gottes ihn betreffend zu tun, das war für ihn eine Art Wiedergeburt, eine Geburt von oben. Er wurde durch den Heiligen Geist zum Messias.

(5:19-23) 19 Daher fuhr Jesus fort, ihnen zu antworten und zu sagen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann gar nichts aus sich selbst tun, sondern nur das, was er den Vater tun sieht. Denn was immer jener tut, das tut auch der Sohn in gleicher Weise. 20 Denn der Vater hat Zuneigung zum Sohn und zeigt ihm alle Dinge, die er selbst tut, und er wird ihm größere Werke als diese zeigen, so daß ihr euch wundern mögt. 21 Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. 22 Denn der Vater richtet überhaupt niemand, sondern er hat das gesamte Gericht dem Sohn übergeben, 23 damit alle den Sohn ehren, so wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

Gott bekannte bei Jesu Taufe, dass dieser sein geliebter Sohn sei (Mat 3:17); später bei der Umgestaltung (Mat 17:5). Bei Johannes spricht Gott ein drittes Mal vom Himmel (12:28).

Der Messias wird im Alten Testament angekündigt. Er sollte in Bethlehem geboren werden. Sein Ursprung sollte aber viel weiter zurückreichen (Micha 5:2). „Und du, o Bẹthlehem-Ẹphratha, das zu klein ist, um schließlich unter den Tausenden Judas zu sein, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher in Israel werden soll, dessen Ursprung aus frühen Zeiten ist, aus den Tagen unabsehbarer Zeit“.

Jesus wurde bei seiner Taufe mit Wasser und Geist zum Messias, dem Gesalbten. Jesus wurde zum Messias also nicht schon bei seiner Geburt, sondern erst durch die Taufe mit Heiligem Geist. So erfüllte sich die Prophezeiung aus Daniel Kapitel 9: „Und du solltest wissen und die Einsicht haben, dass es vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und wieder zu bauen, bis [zu dem] Messịas, [dem] Führer, sieben Wochen, ferner zweiundsechzig Wochen sein werden. Sie wird wiederkehren und tatsächlich wieder gebaut werden, mit einem öffentlichen Platz und Graben, aber in der Bedrängnis der Zeiten. 26 Und nach den zweiundsechzig Wochen wird der Messịas abgeschnitten werden mit nichts für sich selbst“ (Daniel 9:25,26). 

Gegenüber der Samariterin am Brunnen (4:7-26) bekannte Jesus ganz offen, der Messias zu sein. Das löste allerdings eine Kettenreaktion aus, und denn viele Samariter kamen aufgrund ihres Zeugnisses zum Glauben. Das war vielleicht zu früh, Deshalb gebot Jesus seinen Jüngern wiederholt niemanden zu sagen, dass er der Messias sei (Matthäus 16:20).

(9:22) . . .die Juden waren bereits übereingekommen, dass, wenn ihn jemand als Christus bekenne, er aus der Synagoge ausgeschlossen werden solle.

Jesus bekannte sich dazu, der Christus zu sein (Matthäus 26:63).

Petrus konnte durch Heiligen Geist Jesus als den Messias identifizieren.

5.  Jesus – ist das Wort Gottes

Prolog - Johannes 1:1-18

Hier meine eigene Übersetzung:

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei [dem] Gott, und Gott [göttlich] war das Wort.

2 Dieses war im Anfang bei [dem] Gott. 3 Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde nichts, was geworden ist. 4 In ihm [dem Wort] war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. 6 Da war ein Mensch, von Gott gesandt, sein Name war Johannes. 7 Dieser erlangte Zeugnis, damit er von dem Licht zeuge, damit alle durch ihn glauben sollten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte von dem Licht zeugen. 9 Das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, kam in die Welt. 10 Es [das Licht, Wort] war in der Welt, und durch dieses wurde die Welt als solche offenbar, und die Welt erkannte es nicht. 11 Es kam zu den Seinen, und die Seinen nahmen es nicht an; 12 so viele es aber annahmen, denen gab es die Befugnis, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen [Gottes] Namen glauben, 13 die nicht aus Blut, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. 14 Und das Wort wurde Fleisch und weilte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, die Herrlichkeit des Einziggezeugten des Vaters, voller Gnade und Wahrheit. (15 Johannes zeugt von ihm und hat es ausgerufen – „Dieser war es, von dem ich sagte- Der nach mir Kommende ist vor mich gekommen, dass er vor mir war“). 16 Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und zwar Gnade um Gnade. 17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit sind durch Jesus Christus gekommen. 18 Niemand hat Gott jemals gesehen; der einziggezeugte Sohn [Gott], der am Busenplatz des Vaters ist, der hat ihn offenbart.

Ist Jesus gleichzusetzen mit dem Wort (Logos)? Oder bezieht sich der Logos auf die geäußerte Absicht Gottes? Sicherlich kommt immer zuerst der Plan und danach die Umsetzung. Ohne Gottes Vorsatz kam nichts ins Dasein.

(1. Mose 1:26, 27) Und Gott sprach weiter: „Lasst uns Menschen machen in unserem Bilde, gemäß unserem Gleichnis; und sie sollen sich untertan halten die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel und die Haustiere und die ganze Erde und jedes sich regende Tier, das sich auf der Erde regt.“ Und Gott ging daran, den Menschen in seinem Bilde zu erschaffen, im Bilde Gottes erschuf er ihn; männlich und weiblich erschuf er sie.
Gott wollte Menschen schaffen und hat das dann mit anderen Geistwesen umgesetzt.

Für die griechischen Philosophen und für die Verfechter einer unsterblichen Seele, war eine vormenschliche Existenz Jesu im Anfang bei Gott sicherlich reizvoller. Dann wäre der vormenschliche Jesus schon bei der Schöpfung des Menschen dabei gewesen. Es scheint auch vernünftiger zu sein, dass Gott die Verantwortung für die Erde nicht einem Menschen überträgt.



Nach seiner Auferstehung war Jesus offensichtlich wieder ein Engel. Er nahm verschiedene menschliche Körper an, deshalb erkannten seine Jünger ihn auch nicht immer sofort.

(Matthäus 3:16-4:1) 16 Als Jesus getauft war, kam er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel wurden geöffnet, und er sah Gottes Geist wie eine Taube herabfahren und auf ihn kommen. 17 Siehe! Da kam auch eine Stimme aus den Himmeln, welche sprach: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ 4 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wildnis hinaufgeführt, um vom Teufel versucht zu werden.
Man nimmt an, dass Jesus sich nach seiner Taufe an seine vormenschliche Existenz im Himmel, zumindest teilweise, erinnern konnte, und dies erst einmal in der Wildnis verarbeiten musste.

Johannes berichtet von drei Begebenheiten an denen der auferstandene Jesus den Aposteln erschien. Zuerst erschien Jesus zweimal mit einem Leib, wie nach seiner Kreuzigung, konnte aber Räume überwinden (20:19, 26-29). Ein drittes Mal erschien er den Jüngern am See (21:12-14). Jesus war nach seiner Himmelfahrt, 40 Tage nach seiner Auferstehung, endgültig ein Geistwesen. Künftig würde er nicht mehr in Menschengestalt erscheinen. Wobei zwei Engel die Wiederkunft Jesus prophezeiten; in derselben Weise, wie sie ihn in den Himmel gehen sahen. (Apostelgeschichte 1:8-11).

Lukas berichtet in seinem Evangelium von zwei Jüngern, denen Jesus nach der Auferstehung begegnete. Er war äußerlich nicht zu erkennen, wohl aber an seinen Worten, seiner Art zu reden und am Brechen des Brotes. Auch weil er ihnen die Schriften völlig eröffnete, musste es sich um Jesus handeln  (Lukas 24:13-32).


7.  Jesus – ist ein König

Gemäß Jesu eigenen Worten ist ihm „alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben worden“ (Mat 28:18). Auch, wenn das seltsam klingen mag. Wieso sollte Gott jemandem solche Macht geben? Welche Macht bleibt da noch Gott selbst? Offensichtlich meinte Jesus, er hätte diese Macht von Gott in Bezug auf die Erde erhalten. Die Engel und die Vertreter des Königreiches sind ihm unterstellt. Wobei der allmächtige Gott sich bestimmt nicht ganz ausschließen lassen wird. Jesus sitzt zur Rechten Gottes, aber nicht auf Gottes Thron (Psalm 110:1,2; Offenbarung 5:1-6).

Jesus wird von den geistlichen Führern beschuldigt, sich als ein König auszugeben.  

33  „Da ging Pilatus wieder in den Palast des Statthalters hinein und rief Jesus und sprach zu ihm: „Bist du der König der Juden?“ 34 Jesus antwortete: „Sagst du das aus dir selbst, oder haben dir andere von mir erzählt?“ 35 Pilatus antwortete: „Ich bin doch nicht etwa ein Jude? Deine eigene Nation und die Oberpriester haben dich mir ausgeliefert. Was hast du getan?“ 36 Jesus antwortete: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Königreich nicht von daher.“ 37 Deshalb sagte Pilatus zu ihm: „Nun denn, bist du ein König?“ Jesus antwortete: „Du selbst sagst, daß ich ein König bin. Dazu bin ich geboren worden und dazu bin ich in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der auf der Seite der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“ (Johannes 18:33-37).

Jesus strebt aber kein irdisches Königreich an, sondern ein himmlisches. Was viele alttestamentarische und nationalistische Juden sicherlich enttäuscht haben wird. Aber Jesus wusste, dass dieses Israel, die Stadt Jerusalem, und der Tempel, keine Zukunft hatten: Jerusalem sollte ringsum von Feinden eingeschlossen, erobert und der Tempel zerstört werden (Lukas 19:41-43, 21:20-22).

Die sieben Ich bin – Worte

Die Kernaussage ist Exodus 3:14, wo Gott über sich sagt: „Ich bin, der ich bin“. Das „Ich bin“ soll auf die ewige Existenz Gottes verweisen. Andere übersetzen den Text allerdings mit: „Ich werde mich erweisen, als der [was] ich mich erweisen werde.“. Gott nennt demnach Moses nicht seinen Namen, er würde sich erst noch einen Namen machen. Das hat er damals auch, als er die 10 Plagen über Ägypten brachte und sein Volk aus der Sklaverei befreite, erwarb er sich den Ruf der Allmächtige Gott zu sein. Denn keiner der Götter Ägyptens und auch nicht der Pharao konnten dies verhindern.


Jesus vermehrt wenige Brote und Fische auf wundersame Weise, so dass über 5000 Personen davon satt werden (6:1-15).

Am nächsten Tag erinnert Jesus sie daran, wie Gott ihre Vorfahren in der Wildnis durch Manna vom Himmel versorgte.

(6:31) „Unsere Vorväter aßen das Manna in der Wildnis, so wie geschrieben steht: ‚Er gab ihnen Brot aus dem Himmel zu essen.‘ “

Aber Gott würde jetzt für etwas Besseres sorgen:

(6:32,33) „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Moses gab euch das Brot vom Himmel, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. 33 „Denn das Brot Gottes ist Herabzukommen vom Himmel und der Welt Leben zu geben.“

Wer oder was ist das Brot Gottes, das vom Himmel herabkommt?

(6:35) „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird überhaupt nicht hungrig werden, und wer an mich glaubt, wird nie durstig werden“.

Wenn wir an Jesus glauben, werden wir keinen Mangel haben.

(6:51) „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; wenn jemand von diesem Brot isst, wird er immerdar leben; und in der Tat, das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch zugunsten des Lebens der Welt.“

Gott gibt der Menschheit das Brot des Lebens - das Leben seines Sohnes - für das Leben der Welt.

(6:53) „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch.“

Was meinte Jesus damit, wir müssten sein Fleisch essen und sein Blut trinken? Jesus würde seinen Leib, sein Leben, als ein Lösegeld für viele geben, wodurch wir leben können (Matthäus 20:28; 26:26-28). Und durch sein vergossenes Blut sind uns die Sünden vergeben. Das Abendmahl erinnert uns daran.

Was erwartet Gott im Gegenzug?

(6:54,55) „Wer sich von meinem Fleisch nährt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen; 55 denn mein Fleisch ist wahre Speise, und mein Blut ist wahrer Trank.“

Gott erwartet von uns, zu glauben, sein Wort anzunehmen und es zu verinnerlichen.  Dann können wir für immer leben.



(8:12) „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird keineswegs in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens besitzen.“

Inwiefern ist Jesus das Licht der Welt? Jesus, der geliebte Sohn Gottes, kam in die Welt und so können alle Menschen Gott, den Vater erkennen (1:9). Denn, so Jesus, „wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (14:9). Nur Jesus kennt den Vater, deshalb kann nur er den Vater offenbaren und nur durch ihn können wir den Vater erkennen (Matthäus 11:27).

Jesu Worte führen zur Erleuchtung, da er die göttliche Wahrheit kennt und lehrt. Er weiß, was Gott wirklich von den Menschen erwartet. Jesus kennt auch Gottes Vorsatz und kann uns helfen, zu erkennen in welcher Zeit wir leben und was in Zukunft auf die Menschheit zukommt. Jesu Worte und Taten geben den Menschen eine gut begründete Hoffnung.  Er verheißt denen, die an ihn glauben eine Auferstehung zum Leben – zum ewigen Leben.

Jesus fügt noch hinzu, wer ihm nachfolge, würde das Licht des Lebens besitzen. Als Jünger Jesu ist unser Lebensweg erleuchtet. Wir können die richtigen, gottgefälligen Entscheidungen treffen, die uns helfen auf dem Weg des Lebens zu bleiben und den Sinn des Lebens nicht zu verfehlen. „Gottes Wort ist eine Leuchte für unseren Fuß und ein Licht für unseren Weg“ (Psalm 119:105).

Außerdem sind wahre Christen das Licht der Welt. Sie können und sollen ihr Licht vor anderen leuchten lassen, damit auch diese sich dem Licht zuwenden und Gott verherrlichen (Matthäus 5:14-16). Um sich als Söhne des Lichts zu erweisen, müssen sie fortwährend im Licht wandeln (12:35, 36). Leider gibt es Menschen, die die Finsternis bevorzugen, schlechte Dinge treiben und das Licht deshalb meiden (3:19-21). Andere kommen nicht zum Licht, weil sie es nicht als solches wahrnehmen. Der Gott dieses Systems der Dinge verblendet den Sinn der Menschen (2.Korinther 4:3,4). Es gibt viele Irrlichter in der Welt, selbst unter vermeintlichen Christen.

3 Alles ist durch das Wort/Jesus geworden und ohne das Wort/Jesus ist nichts geworden. 4 In dem Wort/Jesus war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht erfasst (1:3-5).

Jesus kam als ein Licht in die Welt, doch die Welt hat ihn (im Allgemeinen) nicht erkannt. Viele glaubten allerdings an ihn. „Darum sagten die Pharisäer unter sich: „Ihr richtet gar nichts aus. Seht! Die Welt ist ihm nachgelaufen“ (12:19).

Einerseits stellt er die Sünde des Unglaubens und des Ungehorsams bloß (3:36). Andererseits spendet er den Menschen Glauben, Trost und eine Hoffnung.

Das tut er auch durch die vielen Heilungen an den Kranken (Matthäus 4:23). Johannes berichtet von der Heilung eines Blindgeborenen (9:1-7).  Dieser kam zum Sehen. Die geistlichen Führer dachten sie würden sehen, aber wurden von Jesus getadelt (9:39-41). Wir sind von Geburt an geistig blind und müssen uns um Erleuchtung bemühen. Wenn wir Jesus nachfolgen werden wir nach und nach die ganze Wahrheit erkennen und wirklich frei werden. „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger, 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen (Johannes 8:31, 32). „Der Pfad der Gerechten ist wie das hellglänzende Licht, das heller und heller wird, bis es voller Tag ist“ (Sprüche 4:18).




(7-8) 7 Daher sprach Jesus wieder: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür der Schafe. 8 Alle die, die an meiner statt gekommen sind, sind Diebe und Plünderer; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.

Jesus ist die Tür zur ersten Hürde, in der sich alle befinden, die unter dem Gesetzesbund stehen.

Er erfüllte das Gesetz und die Propheten und ermöglichte es den Israeliten vom Gesetz befreit zu werden. All die Tieropfer, die dargebracht werden mussten, schatteten das größeren Opfer Jesu Christi nur vor und waren nach seinem Tod hinfällig (Daniel 9:27). Das Gesetz war gleich einem Zaun, der die Nation von den anderen Völkern abtrennte. 

(9) 9 Ich bin die Tür; jeder, der durch mich eintritt, wird gerettet werden, und er wird ein- und ausgehen und Weide finden.

Jesus ist zudem die Tür zu einer zweiten Hürde, dem Neuen Bund, der durch Jesu vergossenes Blut rechtskräftig wird. Wer an Jesu glaubt und Gottes Gesetz in Herz und Sinn verankert hat, gehört zu Gottes Neuem Volk, dem Israel Gottes (Jeremia 31:31-33). Durch Jesu Opfertod eröffnet sich außerdem Menschen die Möglichkeit in den Himmel zu kommen.



Andere waren gekommen und hatten behauptet, der Messias oder Christus zu sein, aber sie erwiesen sich nicht als der wahre Hirte, von dem Jesus folgendes sagt: „Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie hinaus (10:3).“ Der „Türhüter“ der ersten Schafhürde war Johannes der Täufer. Als Türhüter bzw. vorausgesandter Bote „öffnete“ Johannes dem wahren Hirten, Jesus, indem er ihn als den Hirten kenntlich machte. Die Schafe, die Jesus beim Namen ruft und herausführt, sind Menschen unter dem Gesetzesbund, die auf Jesus hören. Seine Jünger waren die ersten. Schließlich geleitet sie Jesus in eine andere Hürde, die den Neuen Bund darstellt.

Jesus erläutert seine Rolle noch weiter und sagt: „Ich bin der vortreffliche Hirte, und ich kenne meine Schafe, und meine Schafe kennen mich, so wie der Vater mich kennt, und ich den Vater kenne; und ich gebe meine Seele zugunsten der Schafe hin (10:13-15).“

Jesus sorgt sich um die Schafe seines Vaters. Seine Liebe geht so weit, dass er sein Leben für sie hingibt.

Jesus: „Ich habe andere Schafe, die nicht aus dieser Hürde sind; auch diese muss ich bringen, und sie werden auf meine Stimme hören, und sie werden eine Herde werden unter einem Hirten (10:16).“

Die „anderen Schafe, die nicht aus dieser (ersten) Hürde“ sind, sind Menschen, die nicht unter dem Gesetzesbund stehen. Durch Jesus haben beide Gruppen Zugang zum Vater (Eph 2:18). Doch obwohl die Schafe nicht aus derselben Hürde stammen, werden sie „eine Herde unter einem Hirten“. Judenchristen und Heidenchristen vereint das Gesetz des Christus (Gal 6:  1). Es ist wichtig dem Hirten nachzufolgen, das bedeutet auf seine Stimme zu hören, sich von ihm leiten zu lassen und in der Hürde zu bleiben.



5.    Ich bin die Auferstehung und das Leben 11:25

(11:25,26) „Ich bin die Auferstehung und das Leben. „Wer an mich glaubt, wird leben, selbst wenn er stirbt,26 und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“

Durch Jesus können Menschen auferstehen, und wer aufersteht, hat die Hoffnung, nie sterben zu müssen. So wie Jesus Lazarus auferwecken konnte, so kann er jeden am letzten Tag zur Auferstehung bringen (11:24). Wer an ihn glaubt wird nicht für immer tot sein, sondern für immer leben.

(5:24-27) „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer auf mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben, und er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod zum Leben hinübergegangen. 25 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Die Stunde kommt, und sie ist jetzt, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die darauf geachtet haben, werden leben.

Jesus sprach von Personen, die ‘ewiges Leben haben’, weil sie seine Worte anhören und befolgen und an den Vater glauben, der ihn sandte.

(5:26,27) 26 Denn so, wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gewährt, Leben in sich selbst zu haben. 27 Und er hat ihm Gewalt gegeben, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist.

(5:28,29) „Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören 29 und herauskommen werden, die, welche Gutes getan haben, zu einer Auferstehung des Lebens, die, welche Schlechtes getrieben haben, zu einer Auferstehung des Gerichts“.

(6:39, 40) „Dies ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern dass ich es am letzten Tag zur Auferstehung bringe. 40 Denn dies ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und Glauben an ihn ausübt, ewiges Leben habe, und ich will ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen.“

Folglich kam der Tod durch die Übertretung Adams über das Menschengeschlecht (Römer 5:12). Wegen der ererbten Unvollkommenheit Adams konnten seine Nachkommen von ihm kein ewiges Leben erben, ja nicht einmal die Hoffnung auf ewiges Leben haben. Erste Auferstehung, Buchrollen, Off 20:, Eph 2:1,5)

6.    Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben 14:6


Der Weg zu Gott in den Himmel führt nur über Jesus. Jesus schloss beim Abendmahl einen Bund mit seinen Nachfolgern, damit diese im Himmel mit ihm über die Erde regieren können. Selbst wenn wir Gott nur kennenlernen wollen, dann müssen wir Jesus betrachten. „Wer mich gesehen hat, hat auch den Vater gesehen“ (Johannes 14:9). Jesus tat Gottes Willen mit aller Konsequenz bis zu seinem Lebensende. Er hat uns ein Beispiel hinterlassen, damit wir seinen Fußstapfen genau nachfolgen (1.Petrus 2:21). Jesus offenbart die Wahrheit über Gott, den liebenden Vater, der das Beste für seine Geschöpfe möchte. Jesus ist das Leben, weil er durch seinen Opfertod die Menschheit vom Tod erlösen und zum ewigen Leben führen kann.



Jesus spricht in Kapitel 15 von sich als den wahren Weinstock, seine Jünger sind die Reben, von denen er Frucht erwartet, deshalb reinigt er sie. Damit die Rebe Frucht bringt, muss sie am Weinstock bleiben. Wir müssen in Jesus bleiben und Jesus in uns. Nur so können wir Frucht hervorbringen. Die Rebe, die keine Frucht hervorbringt wird entfernt und schließlich ins Feuer geworfen. Beim Lehren müssen wir Jesu Worte und Gebote weitergeben und dürfen diesen nicht widersprechen. Dann hilft Jesus uns. Als Reben – Christen - müssen wir mit dem Weinstock – Jesus - verbunden bleiben. Seine Worte reinigen uns und helfen uns, entsprechende Früchte hervorzubringen. Wir sollten uns zurechtweisen und schulen lassen. Besonders, wenn wir Jünger machen wollen, muss Jesus Christus im Mittelpunkt stehen. Als Christen sind wir abhängig von Jesus. Petrus hatte zuvor gesagt: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens“ (Joh 6:68).



Ein Tempel ist eine Einrichtung zur Anbetung. Wenn wir uns Gott nahen wollen, dann geht es nur über Jesus Christus. Wir müssen anerkennen, dass wir nur durch ihn in einem guten Verhältnis zu Gott stehen können. Durch ihn haben wir die Vergebung unserer Sünden und nur durch ihn können wir leben.

18 Die Juden gaben ihm daher zur Antwort: „Welches Zeichen kannst du uns zeigen, da du diese Dinge tust?“ 19 Als Antwort sagte Jesus zu ihnen: „Reißt diesen Tempel nieder, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten.“ 20 Deshalb sagten die Juden: „Dieser Tempel ist in sechsundvierzig Jahren gebaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten?“ 21 Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes (2:18-21).

Es gab einen Opferaltar. Jesus ist das Lamm, das geschlachtet werden musste. Jesus hat sich selbst als Opfer dargebracht.

Als Hohepriester war er dazu autorisiert.

Es gab Leuchter, Jesus ist das Licht der Welt.

Es gab den Schaubrottisch, auf dem Brote dargebracht wurden. Jesus ist das Brot des Lebens.

Es gab das Becken mit Wasser (Meer), wir sind durch Jesu Blut gereinigt.

Im Tempel gab es auch einen Räucheraltar. Das dort dargebrachte Räucherwerk steht für Gebete. Wir müssen unsere Gebete im Namen Jesu an Gott richten.


Die sieben Wunder Jesu

Das Johannesevangelium berichtet wenigstens von 7 Wundern Jesu, die Johannes als „Zeichen“ bezeichnet. Sie bezeugen, dass Jesus tatsächlich der Messias und Sohn Gottes war. (20:30, 31) 30 Allerdings tat Jesus auch vor den Jüngern viele andere Zeichen, die nicht in dieser Buchrolle niedergeschrieben sind. 31 Diese aber sind niedergeschrieben worden, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr, weil ihr glaubt, durch seinen Namen Leben habt.

1.    Wasser in Wein

(2:1-12) Auf dem Hochzeitsfest in Kana verwandelt Jesus reichlich Wasser in köstlichen Wein. Jesus ist ein umgänglicher Mensch. Er wollte, dass sich andere ihres Lebens erfreuten. Und er hatte Mitleid mit dem Hochzeitspaar, weil ihnen der Wein ausgegangen war. Nur die Diener, die die Krüge mit Wasser gefüllt hatten, wussten zunächst von dem Wunder.

2.    Vermehrung der Brote und Fische

(6:5-13) Darüber berichten alle vier Evangelien. Jesus speist eine Menschenmenge von 5000 Männern plus Frauen und Kindern, mit Broten und Fischen. Der Bericht des Johannes erzählt, wie es danach weiterging. Siehe Schriftstellen Joh 6.

3.    Jesus wandelt über das Wasser

(6:19,20) Jesus möchte den Menschen, die von seinem Brotwunder begeistert sind und ihn zu ihre, König machen wollen, entkommen und geht nachts auf dem See Genezareth und steigt zu seinen Jüngern ins Boot.

4.    Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten

(4:46-53) Jesus heilt einen Kranken durch ein Wort, ohne ihn zu bei ihm zu sein.  Das zeigt, dass Jesus kein Wunderheiler ist. Nicht er heilt die Menschen, sondern sein Gott und Vater durch den Heiligen Geist. Wobei sich Jesus auf den Heiligen Geist verlassen kann.

5.    Heilung des Gelähmten

(5:1-8) Jesus heilt einen Mann, der seit 38 Jahren gelähmt war. Er sagt einfach „Steh auf!“ zu ihm und schon kann er umhergehen. Jesus sagt noch: „Sündige nicht mehr, damit dir nicht Schlimmeres widerfahre“. Was könnte schlimmer sein, als 38 Jahre gelähmt zu sein? Und wie soll es der Mensch vermeiden, zu sündigen, wenn doch alle Menschen Sünder sind und Jesus deshalb für sie sterben muss? War der Mensch deshalb krank, weil er gesündigt hatte? Die Krankheit also eine Strafe Gottes? Nein, um die Angelegenheit richtig zu stellen, berichtet die Bibel jetzt von einer zweiten Heilung Jesu.

6.    Heilung des Blindgeborenen

(9:1-7) Das zweite Heilungswunder nach der Heilung des Gelähmten.
Bei der Heilung des Blindgeborenen kann kein Zusammenhang zwischen Sünde und Krankheit hergestellt werden, da der Mensch schon seit Geburt diese Behinderung hat. Jesus bestätigt dies. Der Blinde muss selbst etwas zu seiner Heilung beitragen. (9:6, 7) 6 Nachdem Jesus diese Dinge gesagt hatte, spuckte er auf die Erde und formte mit dem Speichel einen Lehm und legte seinen Lehm auf die Augen des Mannes 7 und sagte zu ihm: „Geh, wasche dich im Teich von Siloam!“ (was übersetzt „Ausgesandt“ bedeutet). Und so ging er hin und wusch sich und kam sehend zurück.

Warum machte Jesus das? Vielleicht wollte er klarstellen, dass dieser Mann tatsächlich blind war. Wer lässt sich sonst diesen Lehm auf die Augen schmieren? Die Umstehenden konnten beobachten, wie sich der blinde Mann zum Teich aufmachte. Und mit dem Lehm auf den Augen konnte er sicher nichts sehen. Er musste also tatsächlich blind gewesen sein.

So wie der Blinde, sind wir von Geburt an geistig blind und brauchen geistige Erleuchtung. Wir sollten nicht so sein wie die geistigen Führer, die meinten sie würden sehen. Es gibt immer etwas dazuzulernen.

7.    Auferweckung des Lazarus

(11:1-44) Jesus erweckt seinen Freund Lazarus von den Toten, und das kurz vor seinem eigenen Tod und seiner eigenen Auferweckung. Die Synoptiker berichten nicht von diesem Wunder, obwohl es so beeindruckend und wichtig ist.  Zum einen stärkt es unseren Glauben, aber auch Jesu Glauben an die eigene Auferstehung, und zum anderen bringt es die Gegner Jesu auf. Sie glauben nicht daran, sondern halten es für einen Schwindel.


Beziehung Jesu zu seinem Vater

Jesus war das Verhältnis zu seinem Vater sehr wichtig. Er hat eine innige Beziehung zu Gott, seinem Vater. Gott liebt ihn und er liebt Gott. Jesus wusste um die Unterstützung Gottes, deshalb bat er nicht jedes Mal darum. Trotzdem war er sich seiner Abhängigkeit von Gott bewusst. (11:41, 42) Nun hob Jesus seine Augen zum Himmel empor und sprach: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42 Zwar wusste ich, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Volksmenge, die ringsum steht, habe ich geredet, damit sie glauben könnten, dass du mich ausgesandt hast.“ Er stellte klar, dass Gott größer ist als er (14:29).

(12:27, 28) Jetzt ist meine Seele beunruhigt, und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde. Doch deswegen bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen.“ Darum kam eine Stimme vom Himmel: „Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wieder verherrlichen.“ Jesus bat sich nicht vom Tod los, er wusste ja, dass der Zweck seines Dienstes gerade darin bestand. Ihm war es wichtig alles zu Gottes Ehre zu tun.

In 5:19-30 kommt Jesus auf sein Verhältnis zu Gott, dem Vater zu sprechen.

19 Der Sohn kann gar nichts aus sich selbst tun, sondern nur das, was er den Vater tun sieht. Denn was immer jener tut, das tut auch der Sohn in gleicher Weise. 20 Denn der Vater hat Zuneigung zum Sohn und zeigt ihm alle Dinge, die er selbst tut. 21 Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. 22 Denn der Vater richtet überhaupt niemand, sondern er hat das gesamte Gericht dem Sohn übergeben, 23 damit alle den Sohn ehren, so wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
26 Denn so, wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gewährt, Leben in sich selbst zu haben. 27 Und er hat ihm Gewalt gegeben, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. 30 Ich suche nicht meinen eigenen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.


(17:3) Jesus Christus war der Gesandte Gottes.

Gebete an Gott im Namen Jesu

(14:13, 14) 13 Und worum immer ihr in meinem Namen bittet, das will ich tun, damit der Vater in Verbindung mit dem Sohn verherrlicht werde. 14 Wenn ihr um etwas in meinem Namen bittet, will ich es tun.

(15:16) 16 Nicht ihr habt mich auserwählt, sondern ich habe euch auserwählt, und ich habe euch dazu bestimmt, dass ihr hingeht und fortgesetzt Frucht tragt und dass eure Frucht bleibe, damit, was immer ihr den Vater in meinem Namen bittet, er euch gebe.

(16:23, 24) 23 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bittet, so wird er es euch in meinem Namen geben. 24 Bis zur gegenwärtigen Zeit habt ihr um gar nichts in meinem Namen gebeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollgemacht werde.

(14:28) „Der Vater ist größer als ich“.

Beziehungen Jesu zu Gruppen

1.    zu den Engeln

Jesus wird von Engeln unterstützt.

So manche, denen Jesus begegnete, waren wohl Engel. Sie waren auf die Begegnung mit Jesus vorbereitet und wussten, was sie zu sagen und zu tun hatten. (1:50, 51) „Er sprach ferner zu ihm [Nathanael]: ‚Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel aufgetan und die Engel Gottes zum Menschensohn auf- und niedersteigen sehen‘ “.

(Matthäus 24:1, 2). Als Jesus nun wegging und sich aus dem Tempel begab, traten jedoch seine Jünger herzu, um ihm die Bauten des Tempels zu zeigen. 2 In Erwiderung sprach er zu ihnen: „Seht ihr nicht alle diese Dinge? Wahrlich, ich sage euch: Keinesfalls wird hier ein Stein auf dem anderen gelassen, der nicht niedergerissen werden wird.“

Engel informierten Jesus

Jesus wusste, dass die Samariterin am Brunnen fünfmal verheiratet gewesen war und jetzt mit jemanden zusammenlebte, der nicht ihr Mann war (4). Woher hatte Jesus diese Information? Offensichtlich durch den Heiligen Geist. Dieser wird ihm auch sonst Informationen zur Verfügung gestellt haben.

(2:24-25) „Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er sie alle kannte und weil er es nicht nötig hatte, dass jemand Zeugnis über den Menschen ablegte, denn er selbst erkannte, was im Menschen war“.

Wann aber waren es Menschen, denen Jesus begegnete und wann waren es Engel? Die Frage lässt sich kaum beantworten, da sie sich äußerlich nicht unterscheiden:

Engel waren am Grab Jesu und verkündeten seine Auferstehung.

(20:11-13) 11 Maria aber blieb draußen in der Nähe der Gedächtnisgruft stehen und weinte. Dann, während sie weinte, bückte sie sich nach vorn, um in die Gedächtnisgruft hineinzublicken, 12 und sie sah zwei Engel in Weiß dasitzen, einen beim Kopf und einen bei den Füßen [der Stelle], wo der Leib Jesu gelegen hatte. 13 Und sie sagten zu ihr: „Frau, warum weinst du?“

(Markus 16:5, 6) 5 Als sie [die Marias] in die Gedächtnisgruft eintraten, sahen sie einen jungen Mann, mit einem weißen langen Gewand bekleidet, auf der rechten Seite sitzen, und sie waren bestürzt. 6 Er sprach zu ihnen: „Seid nicht so bestürzt. Ihr sucht Jesus, den Nazarẹner, der gekreuzigt wurde. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier.

Die Engel sahen aus wie Männer.

Der auferstandene Jesus steht über den Engeln. Gott möchte offensichtlich, dass die Engel die Autorität Jesu anerkennen. Vieles können wir nicht völlig verstehen, weil Gott eben auch Engel hat, die zu seiner Familie gehören, und um die er sich auch kümmern muss.

Jesus weist in Kapitel 1:51 auf die Unterstützung der Engel hin. „Er [Jesus] sprach ferner zu ihm: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel aufgetan und die Engel Gottes zum Menschensohn auf- und niedersteigen sehen.“

Interessant sind die Begegnungen Jesu mit den Dämonen, die im Johannes-Evangelium überhaupt nicht erwähnt werden. Vor der Sintflut trieben mächtige, ungehorsame Engel ihr Unwesen auf der Erde. Sie konnten dann zwar in den Himmel zurückkehren, aber sich nicht mehr auf der Erde herumtreiben (2. Petrus 2:4). Aber zur Zeit Jesus bedrängten sie die Menschen, indem sie Besitz von ihnen nahmen.  Aber Jesus zeigte, dass er Gewalt über sie hatte.

2.    zu seinen Jüngern

Jesus lehrte seine Jünger vieles über den Vater, das Königreich und schulte sie für den Auftrag, das Evangelium trotz Widerstand zu verkünden. Er ertrug ihr Unverständnis und ihre Schwächen und korrigierte sie geduldig und liebevoll. Jesus wollte, dass seine Jünger eine Beziehung zum Vater pflegten, um schließlich zu Gott in den Himmel zu gelangen und dort für immer zu dienen.

(13:1) „Jetzt, vor dem Passahfest, da Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt hinaus zum Vater zu gehen, liebte er die Seinen, die in der Welt waren und die er geliebt hatte, bis ans Ende.“ Er wusch ihnen beim letzten Abendmahl die Füße. Vielleicht ließ er sich dabei von Maria inspirieren, die ihm einige Tage zuvor mit dem kostbaren Öl die Füße eingerieben und mit ihrem Haar abgetrocknet hatte.

Siehe Maria, die Schwester des Lazarus.

Jesus hatte enge Vertraute. Dazu zählen die Apostel Jakobus, Johannes und Petrus.

3.    zum Volk

Jesus tat unter dem Volk sehr viel Gutes: Er heilte und speiste Menschen und brachte ihnen Gott und die Wahrheit näher, lehrte sie viele nützliche Dinge auf beeindruckende Weise mit Gleichnissen und Veranschaulichungen. Viele kamen durch ihn zum Glauben und kehrten von ihrem schlechten Weg um. Er stellte mutig die Irrlehren (Sauerteig) der religiösen Führer bloß.

4.    zu seinen Gegnern

Jesus wurde zwar in Bethlehem geboren, aber er wuchs in Nazareth in Galiläa auf. Nach Jerusalem ging die Familie wohl nur zu den vorgeschriebenen Festen. Jesus legte sich immer mehr mit den geistigen Führern der Juden an. Er wusste ja, dass diese ihn schließlich töten mussten und wohl deshalb beschimpfte, beleidigte und verurteilte er sie im Laufe seines Dienstes immer mehr.

(8:37-47) 37 Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid; ihr aber sucht mich zu töten, weil mein Wort keine Fortschritte unter euch macht. 38 Was ich bei meinem Vater gesehen habe, das rede ich; und daher tut ihr die Dinge, die ihr von [eurem] Vater gehört habt.“ 39 Als Antwort sagten sie zu ihm: „Unser Vater ist Abraham.“ Jesus sprach zu ihnen: „Wenn ihr Abrahams Kinder seid, so tut die Werke Abrahams. 40 Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, die ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan. 41 Ihr tut die Werke eures Vaters.“ Sie sagten zu ihm: „Wir sind nicht durch Hurerei geboren worden; wir haben einen Vater, Gott.“ 42 Jesus sprach zu ihnen: „Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und bin hier. Auch bin ich ja nicht aus eigenem Antrieb gekommen, sondern jener hat mich ausgesandt. 43 Wie kommt es, dass ihr nicht versteht, was ich rede? Weil ihr nicht auf mein Wort hören könnt. 44 Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu tun. Jener war ein Totschläger, als er begann, und er stand in der Wahrheit nicht fest, weil die Wahrheit nicht in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er gemäß seiner eigenen Neigung, denn er ist ein Lügner und der Vater der [Lüge]. 45 Weil ich dagegen die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. 46 Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wie kommt es, dass ihr mir nicht glaubt, wenn ich die Wahrheit rede? 47 Wer aus Gott ist, hört auf die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht zu, weil ihr nicht aus Gott seid.“

Offensichtlich wollte Jesus seine Gegner immer mehr provozieren, damit sie ihn schließlich umbringen würden. Andernfalls wären sie wohl kaum dazu bereit gewesen. So konnte Jesus auch auf einige Gefahren hinweisen, die mit einer Vorstehertätigkeit verbunden sind: Stolz, Geldliebe, Egoismus, Untreue, Hartherzigkeit.
Außerdem gilt es zu bedenken, dass das jüdische religiöse System dem Untergang geweiht war, 70 n. Chr. würde der Tempel zerstört werden und die jüdische Geistlichkeit würde es nicht mehr geben. Jeder, der dann noch ein Teil davon war, würde mit untergehen.

5.    zu Frauen

Er interessierte sich für Frauen und trat für sie ein. Am Jakobsbrunnen sprach er mit einer Samariterin, was für Juden damals wohl sehr ungewöhnlich war. „Die Juden verkehren nämlich nicht mit Samaritern“ (4:9). Das zeigt, dass er offen war für Menschen anderer Abstammung.  Er offenbarte der Frau am Brunnen, dass er der Messias sei. Und sie brachte durch ihr Zeugnis viele Landsleute zum Glauben.

Die Ehebrecherin verurteilte er nicht, sondern befreite sie aus ihrer Lage (Joh 8). In manchen Abschriften ist der Vorfall mit der Ehebrecherin nicht enthalten. Vielleicht deshalb, weil sonst dem Ehebruch Vorschub geleistet wird. Jesus hat der Ehebrecherin vergeben, da müssen andere das auch tun, wenn sie behaupten Christen zu sein. Jesus hat ihr aber nicht vergeben. Er hat sie nur „nicht verurteilt“.

Maria Magdalena erschien er als Erster nach seiner Auferstehung an der Gedächtnisgruft und sie verkündigte diese Gute Botschaft den Jüngern. So ehrte er sie. (20:15-18 Jesus sprach zu ihr: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“. Da sie meinte, es sei der Gärtner, sagte sie zu ihm: „Herr, wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wohin du ihn gelegt hast, und ich will ihn wegnehmen.“ 16 Jesus sagte zu ihr: „Maria!“ Sich umwendend, sagte sie auf Hebräisch zu ihm: „Rabbuni!“  (was „Lehrer!“ bedeutet). 17 Jesus sprach zu ihr: „Hör auf, dich an mich zu klammern. Denn ich bin noch nicht zum Vater aufgefahren. Geh jedoch zu meinen Brüdern hin und sag ihnen: ‚Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott.‘ “ 18 Maria Magdalene kam und brachte den Jüngern die Botschaft: „Ich habe den Herrn gesehen!“ und dass er diese Dinge zu ihr gesprochen habe.

6.    zu den Juden

Die Juden

Im Johannes-Evangelium kommt der Begriff „die Juden“ 76 mal vor. Bei den Synoptikern nur jeweils 6 mal. Es fällt auf, dass häufig nicht differenziert wird, es wird immer wieder von „den Juden“ gesprochen. Und im ersten Teil meistens in einem schlechten Zusammenhang. Offensichtlich ging es darum, sich von dem Judentum zu distanzieren. Die Stadt Jerusalem war erobert worden und vor allem der Tempel zerstört worden.

König der Juden

Aber war Jesus nicht der König der Juden? Nein. Jesus ist ein König, aber sein Königreich ist nicht von dieser Welt. Darauf legt das Johannes-Evangelium Wert.

(18:33-37) 33 „Da ging Pilạtus wieder in den Palast des Statthalters hinein und rief Jesus und sprach zu ihm: „Bist du der König der Juden?“ 34 Jesus antwortete: „Sagst du das aus dir selbst, oder haben dir andere von mir erzählt?“ 35 Pilạtus antwortete: „Ich bin doch nicht etwa ein Jude? Deine eigene Nation und die Oberpriester haben dich mir ausgeliefert. Was hast du getan?“ 36 Jesus antwortete: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Königreich nicht von daher.“ 37 Deshalb sagte Pilạtus zu ihm: „Nun denn, bist du ein König?“ Jesus antwortete: „Du selbst sagst, dass ich ein König bin. Dazu bin ich geboren worden und dazu bin ich in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der auf der Seite der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“

In (Matthäus 27:11 Lukas 23:3) antwortet Jesus auf die Frage, ob er der König der Juden sei: „Du sagst es.“ Ohne des Berichtes von Johannes, könnte man meinen, Jesus habe sich dazu bekannt der „König der Juden“ zu sein.
Aber was bedeutet das eigentlich „Du sagst es“?

Das kann als Bestätigung, als Frage, oder als Behauptung verstanden werden.
Als Bestätigung: „Du selbst sagst es.“
Als Frage: „Sagst du das selbst?“
Als Behauptung: „Das sagst du!“

7.    zu den Heiden

Jesus war zu den Kindern Israels gesandt. Gott wollte den (Neuen Bund) eine Woche, bzw. 7 Tage oder 7 Jahre ausschließlich für die Juden offenhalten. Vin Beginn seiner Predigttätigkeit bis zu seinem Tod und noch dreieinhalb weitere Jahre hatte nur das Bündnisvolk Israel die Gelegenheit teil des Neuen Israel Gottes zu werden. (Daniel 9:27) 27 Und er soll [den] Bund für die vielen eine Woche lang in Kraft halten; und zur Hälfte der Woche wird er Schlachtopfer und Opfergabe aufhören lassen.. . .

(Matthäus 15:21-28) 21 Jesus ging von dort weg und zog sich dann in die Gegenden von Tỵrus und Sịdon zurück. 22 Und siehe, eine phönịzische Frau aus jenem Gebiet kam heraus und schrie laut, indem sie sprach: „Habe Erbarmen mit mir, Herr, Sohn Davids. Meine Tochter ist stark dämonisiert.“ 23 Er aber antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger herzu und begannen ihn zu bitten: „Schick sie weg; denn sie schreit beständig hinter uns her.“ 24 Er gab zur Antwort: „Ich bin zu niemand gesandt worden als zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“ 25 Als die Frau kam, begann sie ihm zu huldigen und sprach: „Herr, hilf mir!“ 26 In Erwiderung sagte er: „Es ist nicht recht, den Kindern das Brot zu nehmen und es kleinen Hunden hinzuwerfen.“ 27 Sie sprach: „Ja, Herr; aber die kleinen Hunde fressen doch auch die Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.“ 28 Darauf erwiderte ihr Jesus und sprach: „O Frau, dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du es wünschst.“ Und ihre Tochter war von jener Stunde an geheilt.

Aber wenn mit Ausländern zu tun hatte, dann nahm er sich ihrer Leiden an.

Er wies seine Jünger an, zunächst nur den Kindern Israels zu predigen. (Matthäus 10:5, 6) 5 Diese Zwölf sandte Jesus aus und gab ihnen folgende Weisungen: „Begebt euch nicht auf die Straße der Nationen, und tretet nicht in eine samarịtische Stadt ein, 6 sondern geht statt dessen immer wieder zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.

Samariterin am Brunnen,

Jesus heilte auch einen gelähmten Diener eines Römischer Offiziers.

(Matthäus 8:5-13) 5 Als er nach Kapẹrnaum hineinkam, trat ein Offizier an ihn heran, bat ihn inständig 6 und sprach: „Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und leidet schreckliche Qualen.“ 7 Er sprach zu ihm: „Wenn ich dorthin komme, will ich ihn heilen.“ 8 Der Offizier gab ihm zur Antwort: „Herr, ich bin es nicht wert, daß du unter mein Dach trittst, aber sprich nur ein Wort, so wird mein Diener gesund werden. 9 Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Befehlsgewalt steht, und habe Soldaten unter mir, und sage ich zu diesem: ‚Geh hin!‘, so geht er hin, und zu einem anderen: ‚Komm!‘, so kommt er, und zu meinem Sklaven: ‚Tu dies!‘, so tut er’s.“ 10 Als Jesus das hörte, staunte er und sagte zu denen, die ihm folgten: „Ich sage euch die Wahrheit: Bei niemand in Israel habe ich so großen Glauben gefunden. 11 Ich sage euch aber, daß viele von östlichen Gegenden und westlichen Gegenden kommen und mit Abraham und Ịsa·ak und Jakob im Königreich der Himmel zu Tisch liegen werden, 12 während die Söhne des Königreiches in die Finsternis draußen hinausgeworfen werden. Dort wird [ihr] Weinen und [ihr] Zähneknirschen sein.“ 13 Dann sagte Jesus zu dem Offizier: „Geh! So, wie du geglaubt hast, so geschehe dir.“ Und der Diener wurde in jener Stunde geheilt.

 (Lukas 7:1-10) 7 Nachdem er alle seine Reden vor den Ohren des Volkes vollendet hatte, ging er nach Kapẹrnaum hinein. 2 Der Sklave eines gewissen Offiziers nun, der ihm teuer war, war leidend und lag im Sterben. 3 Als er von Jesus hörte, sandte er ältere Männer der Juden zu ihm, um ihn zu bitten, daß er komme und seinen Sklaven sicher durchbringe. 4 Dann begannen die, die zu Jesus kamen, ihn ernstlich zu bitten, indem sie sprachen: „Er ist würdig, daß du ihm das gewährst, 5 denn er liebt unsere Nation, und er selbst hat für uns die Synagoge gebaut.“ 6 Da machte sich Jesus mit ihnen auf den Weg. Als er aber nicht weit von dem Haus entfernt war, hatte der Offizier bereits Freunde abgesandt, um ihm zu sagen: „Herr, bemühe dich nicht, denn ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach kommst. 7 Darum betrachtete ich mich nicht für würdig, zu dir zu kommen. Doch sprich ein Wort, und laß meinen Diener gesund werden. 8 Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Befehlsgewalt steht, und habe Soldaten unter mir, und sage ich zu diesem: ‚Geh hin!‘, so geht er hin, und zu einem anderen: ‚Komm!‘, so kommt er, und zu meinem Sklaven: ‚Tu dies!‘, so tut er’s.“ 9 Als nun Jesus diese Dinge hörte, verwunderte er sich über ihn, und er wandte sich zu der Volksmenge, die ihm folgte, und sprach: „Ich sage euch: Nicht einmal in Israel habe ich so großen Glauben gefunden.“ 10 Und als die Abgesandten ins Haus zurückkamen, fanden sie den Sklaven bei guter Gesundheit.

Ein Römischer Offizier und seine Hausgemeinschaft waren übrigen auch die ersten Heidenchristen, die zum Königreich Gottes berufen wurden (Apostelgeschichte  Kapitel 10).

Jesus heilte auch einen Diener eines königlichen Beamten.

(Johannes 4:46-53) 46 So kam er dann wieder nach Kạna in Galilạ̈a, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. Und da war ein gewisser Diener des Königs, dessen Sohn in Kapẹrnaum krank war. 47 Als dieser hörte, daß Jesus von Judạ̈a nach Galilạ̈a gekommen sei, ging er zu ihm hin und begann ihn zu bitten, doch herabzukommen und seinen Sohn gesund zu machen, denn er lag im Sterben. 48 Doch Jesus sprach zu ihm: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, werdet ihr keinesfalls glauben.“ 49 Der Diener des Königs sagte zu ihm: „Herr, komm herab, ehe mein kleines Kind stirbt.“ 50 Jesus sprach zu ihm: „Geh hin; dein Sohn lebt.“ Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm redete, und ging hin. 51 Doch schon als er hinabging, kamen ihm seine Sklaven entgegen, um zu sagen, daß sein Knabe lebe. 52 Daher erkundigte er sich bei ihnen nach der Stunde, in der sich sein Befinden gebessert hatte. Demnach sagten sie zu ihm: „Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber.“ 53 Daher erkannte der Vater, daß es in derselben Stunde gewesen war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: „Dein Sohn lebt.“ Und er wurde mit seinem ganzen Hause gläubig.

Phönizerin.


Einzelpersonen

Maria, seine Mutter

Jesu Mutter war in Wirklichkeit wohl nur seine Leihmutter. Er redet sie deshalb stets mit „Frau“ an.

Sowohl in (2:3) „Aber Jesus sagte zu ihr: „Was ist mir und dir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“  Als auch in (19:26-27). Als nun Jesus seine Mutter und den Jünger, den er liebte, dabeistehen sah, sagte er zu seiner Mutter: „Frau, siehe, dein Sohn!“. Darauf sprach er zu dem Jünger: „Siehe, deine Mutter!“ Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie in sein eigenes Heim.
Die Befruchtung fand außerhalb des Leibes der Maria statt und die befruchtete Eizelle wurde in ihren Leib eingepflanzt. Jesus ist nicht mit Maria verwandt und wohl nicht mal ein Jude, da auch Joseph nicht sein Vater ist. Nur auf dem Papier war Joseph der Vater Jesu (Luk 3:23). Das gleiche gilt für Maria.

Judas, der Verräter

Judas wird im Johannes-Evangelium schlecht gemacht. So wird das harte Urteil, das Jesus über ihn im Matthäus- und Markus-Evangelium aussprach, gerechtfertigt. Wird Judas schlechtgemacht, damit Jesus besser dasteht? Jesus hatte Judas hart verurteilt: „Es wäre besser für den Verräter, wenn er nie geboren worden wäre“. Und Judas hat sich anschließend offensichtlich erhängt. Wobei es an anderer Stelle heißt, er wäre zu Tode gestürzt bzw. herabgefallen. Nun, auf jeden Fall wird das harte Urteil durch den Bericht des Johannes nachvollziehbar, wobei aber Judas bewusst schlechter gemacht wird, als in den anderen Evangelien. Auf jeden Fall sollten wir nicht vorschnell urteilen. Wir kennen nie alle Zusammenhänge, Fakten und Hintergründe.

Nur Johannes berichtet, dass Judas ein gewohnheitsmäßiger Dieb war. Er allein ist es hier, der Anstoß daran nahm, dass Jesus mit dem teuren Öl eingerieben wurde (12:4-6).

(6:69-71) Jesus wusste von Anfang an, dass Judas nicht glaubte, und dass dieser ihn schließlich verraten würde. „Habe ich nicht euch Zwölf auserwählt? Einer von euch jedoch ist ein Teufel.“ Er redete aber von Judas, [dem Sohn] des Sịmon Iskạriot; denn dieser stand im Begriff, ihn zu verraten, obwohl er einer von den Zwölfen war.

Johannes erwähnt nicht, dass Judas, der ihn ausliefern sollte, ihn mit einem Kuss verriet. Stattdessen schreibt er, dass Jesus sich mutig und entschlossen selbst zu erkennen gibt.

(Johannes 18:3-6). 3 Daher holte Judas die Abteilung Soldaten und Beamte von den Oberpriestern und von den Pharisäern und kam mit Fackeln und Lampen und Waffen dorthin. 4 Jesus nun, der alles wusste, was über ihn kam, trat vor und sprach zu ihnen: „Wen sucht ihr?“ 5 Sie antworteten ihm: „Jesus, den Nazarener.“ Er sagte zu ihnen: „Ich bin es.“ Nun stand auch Judas, sein Verräter, bei ihnen. 6 Als er jedoch zu ihnen sagte: „Ich bin es“, wichen sie zurück und fielen zu Boden.

Johannes erwähnt auch nicht, dass Judas die 30 Silberlinge zurückgab, weil er Gewissensbisse hatte.

(Matthäus 27:3-5) Als dann Judas, der ihn verraten hatte, sah, das er[Jesus] verurteilt worden war, hatte er Gewissensbisse und brachte die dreißig Silberstücke den Oberpriestern und älteren Männern zurück 4 und sagte: „Ich habe gesündigt, als ich gerechtes Blut verriet.“ Sie sprachen: „Was geht das uns an? Das ist deine Sache!“ 5 Da warf er die Silberstücke in den Tempel und zog sich zurück und ging hin und erhängte sich.

Der Teufel gibt es Judas ein, Jesus zu verraten, der Satan fährt in Judas (13:2,27).

Jesus wendet eine Prophezeiung auf Judas in 13:18 an: „Doch ist es, damit sich das Schriftwort erfülle: ‚Der sich stets von meinem Brot ernährte, hat seine Ferse gegen mich erhoben.“ Aber: Jesus hat Judas selbst unter Gebet als einen der 12 Apostel ausgewählt. Judas war beim letzten Abendmahl anwesend und verriet Jesus noch am gleichen Abend mit einem Kuss. So trug Judas dazu bei, dass sich Gottes Heilsplan erfüllte.

(Matthäus 26:14-16) 14 Hierauf ging einer von den Zwölfen, der Judas Iskạriot hieß, zu den Oberpriestern 15 und sagte: „Was wollt ihr mir geben, dass ich ihn an euch verrate?“ Sie setzten ihm dreißig Silberstücke fest. 16 Von da an suchte er fortwährend nach einer guten Gelegenheit, ihn zu verraten.

Judas sollte wohl den Oberpriestern mitteilen, wo Jesus sich aufhielt, damit sie ihn heimlich verhaften könnten. (Matthäus 26:20-25) 20 Als es nun Abend geworden war, lag er mit den zwölf Jüngern zu Tisch. 21 Während sie aßen, sprach er: „Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten.“ 22 Tief betrübt darüber, fing jeder einzelne von ihnen an, zu ihm zu sagen: „Herr, ich bin es doch nicht etwa?“ 23 Er erwiderte und sprach: „Der seine Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. 24 Allerdings geht der Menschensohn weg, so wie über ihn geschrieben steht, wehe aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre besser für ihn, wenn dieser Mensch nicht geboren worden wäre.“ 25 Judas, der im Begriff stand, ihn zu verraten, gab ihm zur Antwort: „Ich bin es doch nicht etwa, Rabbi?“ Er sprach zu ihm: „Du selbst hast [es] gesagt.“

Offensichtlich rechneten die Jünger damit, dass sie es sein könnten, die Jesus verraten würden. Wieso? Offensichtlich könnte der Geist sie dazu bringen, dies zu tun. Waren denn seine Jünger vom Geist geleitet? Es ist seltsam, dass die Jünger Jesu, am Vortag seines Todes, beim Abendmahl, darüber streiten, wer von ihnen der Größte ist. Das gibt aber Jesus die Gelegenheit, sie zu korrigieren. Er wäscht ihnen sogar die Füße, offensichtlich sogar Judas. Später reicht er ihm den Bissen aus der Schüssel (13:26). „Daher antwortete Jesus: ‚Der ist es, dem ich den Bissen geben werde, den ich eintauche.‘ Nachdem er also den Bissen eingetaucht hatte, nahm er ihn und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.“

Bei der Festnahme bezeichnet Jesus dann nach Matthäus Judas noch als Freund. Wahrscheinlich als Reaktion auf Judas Begrüßung „Guten Tag, Rabbi!“ (Matthäus 26:48-50) 48 Nun hatte ihnen sein Verräter ein Zeichen gegeben, indem er sprach: „Wen immer ich küsse, der ist es; nehmt ihn in Gewahrsam.“ 49 Und geradewegs auf Jesus zugehend, sagte er: „Guten Tag, Rabbi!“ und küsste ihn sehr zärtlich. 50 Jesus aber sprach zu ihm: „Freund, zu welchem Zweck bist du hier?“ Dann traten sie herzu und legten Hand an Jesus und nahmen ihn in Gewahrsam.

Ist das Feindesliebe und Großmütigkeit? Und nicht eher Vergeltung? Wir müssen aufpassen, dass wir nicht selbst zum Verräter werden, und Jesus, unserem Herrn, schlechte Dinge unterstellen. Dennoch fällt auf, das Judas hier schlecht gemacht wird, und man fragt sich schon, ob das sein musste. Bileam ist auch schlecht gemacht worden, obwohl er vielleicht einfach nur den Willen Gottes getan hat. Judas hat zumindest insofern den Willen Gottes getan, weil jemand ja Jesus verraten musste und an die geistlichen Führer im Garten ausliefern. Für Jesus bestand Gottes Wille darin zu sterben, für Judas darin, Jesus zu verraten. Ist er deshalb böse? Und was ist mit denen, die bei dem Prozess den Tod Jesu gefordert und geschrien haben: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder“ (Matthäus 27:25). Bestimmt kommt es auf die Beweggründe an. Warum jemand etwas Bestimmtes sagt und tut. Sonst könnten wir die heiligen Diener Gottes verurteilen, ohne es zu bemerken. Jesus ist vor seiner Passion noch mal von den geistlichen Führern versucht oder vielleicht eher ermahnt worden? (Matthäus 22:15, 16) 15 Dann gingen die Pharisäer hin und hielten miteinander Rat, um ihn in seiner Rede zu fangen. 16 So sandten sie ihre Jünger zusammen mit Parteianhängern des Herodes zu ihm, welche sagten: „Lehrer, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst, und du kümmerst dich um niemand, denn du schaust nicht auf die äußere Erscheinung der Menschen. Wir sollten uns nicht von dem äußeren Schein und niemanden  blenden lassen.

(Matthäus 27:3-10) 3 Als dann Judas, der ihn verraten hatte, sah, dass er verurteilt worden war, hatte er Gewissensbisse und brachte die dreißig Silberstücke den Oberpriestern und älteren Männern zurück 4 und sagte: „Ich habe gesündigt, als ich gerechtes Blut verriet.“ Sie sprachen: „Was geht das uns an? Das ist deine Sache!“ 5 Da warf er die Silberstücke in den Tempel und zog sich zurück und ging hin und erhängte sich. 6 Die Oberpriester aber nahmen die Silberstücke und sagten: „Es ist nicht erlaubt, sie in den heiligen Schatz zu werfen, denn sie sind der Blutpreis.“ 7 Nachdem sie sich miteinander beraten hatten, kauften sie damit das Feld des Töpfers, um [darauf] Fremde zu begraben. 8 Daher ist dieses Feld bis auf den heutigen Tag „Blutfeld“ genannt worden. 9 Damals erfüllte sich das, was durch Jeremia, den Propheten, gesagt wurde, welcher sprach: „Und sie nahmen die dreißig Silberstücke, den Preis für den Abgeschätzten, auf den einige der Söhne Israels einen Preis gesetzt hatten, 10 und sie gaben sie für das Feld des Töpfers, so wie es Jehova mir geboten hatte.“

(Apostelgeschichte 1:18, 19) Dieser nun erwarb sich mit dem Lohn für Ungerechtigkeit ein Feld, und kopfüber stürzend, barst er krachend mitten entzwei, und alle seine Eingeweide wurden verschüttet. 19 Es wurde auch allen Bewohnern Jerusalems bekannt, so dass jenes Feld in ihrer Sprache Akeldạma, das heißt Blutfeld, genannt wurde.

Diese Passage ist ein späterer Einschub von Lukas oder noch später von jemand anderen. Er widerspricht auffallend dem Bericht des Matthäus.

(Markus 14:21) 21 Allerdings geht der Menschensohn weg, so wie über ihn geschrieben steht, wehe aber jenem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre besser für diesen Menschen, wenn er nicht geboren worden wäre.

Jesus fällt dieses harte Urteil über Judas selbst. Jesu Worte mussten sich jetzt erfüllen. Judas musste einen ganz schlechten Ruf bekommen. Das Johannes-Evangelium trägt dazu bei. Das klingt befremdend. Zumal Judas offensichtlich nichts weiter gemacht hat, als Jesus an die Obrigkeit auszuliefern. Was ja Gottes Plan war. Was wäre denn passiert, wenn er es nicht getan hätte? Es scheint als hätte Judas seinen Zweck erfüllt, jetzt kann er entsorgt werden. Hat Judas nur die Rolle, die er von Gott bekommen hat gespielt. Wenn das und anderes aber nur inszeniert war, dann ist Jesu Wirken natürlich nicht mehr ganz so herrlich.

Sacharia 11:12,13 12  Dann sagte ich zu ihnen: „Wenn es euch gut erscheint, dann gebt mir meinen Lohn. Wenn aber nicht, dann behaltet ihn.“ Und sie zahlten mir meinen Lohn*: 30 Silberstücke. 13  Darauf sagte Jehova zu mir: „Wirf ihn in den Tempelschatz – die großartige Summe, die ich ihnen wert war.“ Da nahm ich die 30 Silberstücke und warf sie zum Schatz des Hauses Jehovas.

Petrus, der Fels

Petrus nimmt eine untergeordnete Rolle ein. Er war auch schon länger tot. Der Bericht erklärt, wie es kommen konnte, dass Petrus Jesus dreimal verleugnete. Zuerst ging es darum, in den Hof des Hohepriesters zu kommen. Petrus wollte unbedingt bei seinem Herrn sein. Deshalb meinte er, die Türhüterin anlügen zu müssen, Jesus zu verleugnen, um reinkommen zu können.

(18:15-17) 15 Sịmon Petrus nun und noch ein anderer Jünger folgten Jesus. Dieser Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und er ging mit Jesus in den Hof des Hohenpriesters hinein, 16 Petrus aber stand draußen an der Tür. Daher ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Türhüterin und führte Petrus herein. 17 Da sagte das Dienstmädchen, die Türhüterin, zu Petrus: „Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen?“ Er sagte: „Ich bin [es] nicht.“

Das zweite Mal wurde er von einem Dienstmädchen beschuldigt und schließlich bestand die Gefahr, als derjenige verhaftet zu werden, der dem Sklaven des Hohepriesters das rechte Ohr abgehauen hat. Johannes erwähnt nicht, dass Jesus das Ohr des Sklaven wiederherstellte. Menschenfurcht war eine Schwäche des Petrus.

Wobei Jesus ihm am Ende in einem Nachtrag noch ankündigte, wie Petrus sterben sollte: (21:18, 19) 18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, pflegtest du dich selbst zu gürten und umherzugehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich hintragen, wohin du nicht wünschst.“ 19 Das sagte er, um anzuzeigen, durch was für eine Todesart er Gott verherrlichen würde. Als er dies nun gesagt hatte, sprach er zu ihm: „Folge mir nach.“

Petrus würde im Alter wohl pflegebedürftig sein oder weggesperrt werden. Er würde dann vieles nicht mehr tun können: Einfach mal ins Wasser springen und zu Jesus schwimmen. Vielleicht haben sich manche der ersten Christen gefragt, warum Jesus zulässt, dass Petrus einen solchen Tod sterben musste. Er würde auf die Hilfe anderer angewiesen sein. Zumindest würde er so Demut und Geduld entwickeln können. Die Worte Jesu waren für Petrus in dieser Stunde bestimmt kein Trost, aber wohl Teil des göttlichen Plans.

Maria, die Schwester des Lazarus

(12:1-3) So kam dann Jesus sechs Tage vor dem Passah in Bethanien an, wo sich Lazarus befand, den Jesus von den Toten auferweckt hatte. 2 Daher veranstalteten sie dort ein Abendessen für ihn, und Martha bediente, Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch lagen. 3 Maria nahm daher ein Pfund echtes, sehr kostbares, wohlriechendes Nardenöl, und sie rieb Jesus die Füße [damit] ein und trocknete seine Füße mit ihrem Haar ab. . .

Allerdings wird schon im Kapitel zuvor geschrieben, dass Maria den Herrn mit dem Öl eingerieben hatte, obwohl das damals noch in der Zukunft lag.

(11:1, 2) Nun war ein gewisser Mann krank, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Martha. 2 Es war nämlich die Maria, die den Herrn mit wohlriechendem Öl eingerieben und seine Füße mit ihrem Haar abgetrocknet hatte, deren Bruder Lazarus krank war. Wieso erwähnt der Bibelschreiber das hier, wenn es doch erst im nächsten Kapitel passieren wird? Dann hätte er geschrieben: … es war die Maria, ihn später mit wohlriechendem Öl einrieb. Oder hatte Maria ihn bereits vorher schon einmal mit Öl eingerieben?

In Lukas 7:36-38 tut das eine Frau 36 Nun bat ihn [Jesus] einer von den Pharisäern immer wieder, doch mit ihm zu speisen. Deshalb ging er in das Haus des Pharisäers und lag zu Tisch. 37 Und siehe, eine Frau, die in der Stadt als eine Sünderin bekannt war, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers bei einem Mahl liege und sie brachte ein Alabastergefäß mit wohlriechendem Öl, 38 und sie stellte sich hinten zu seinen Füßen hin, weinte und fing an, seine Füße mit ihren Tränen zu benetzen, und sie trocknete sie mit dem Haar ihres Hauptes ab. Auch küsste sie seine Füße zärtlich und rieb sie mit dem wohlriechenden Öl ein.

Übernahm Maria dabei die Rolle der Sünderin? Hier verwendet die Frau nämlich ebenfalls Öl und trocknet die Füße Jesu mit ihrem Haar ab. Und bloß, weil die Frau als Sünderin verschrien war, muss sie das ja nicht gewesen sein. Vielleicht gaben ein paar der Anwesenden entsprechende Kommentare, wodurch der Anschein erweckt wurde. Es wirkt eher inszeniert. Und wie es in dem Bibelbericht weitergeht zeigt, dass es wichtig war sie als Sünderin darzustellen. Zu beachten ist auch, dass Jesus nur widerwillig die Einladung annahm. Aber der Pharisäer oder sollte man besser sagen, der Heilige Geist wollte es unbedingt. Wieso? Es geht um eine ganz wichtige fundamentale christliche Lehre, wie der weitere Verlauf zeigt.

(Lukas 7:39-50) 39 Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, [es] sah, sagte er bei sich: „Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er, wer und was für eine Frau es ist, die ihn anrührt, dass sie eine Sünderin ist.“ 40 Jesus entgegnete ihm aber und sprach zu ihm: „Sịmon, ich habe dir etwas zu sagen.“ Er sprach: „Lehrer, sag es!“ 41 „Zwei Männer waren die Schuldner eines gewissen Geldverleihers; der eine hatte eine Schuld von fünfhundert Denaren, der andere aber von fünfzig. 42 Da sie nichts hatten, womit sie hätten zurückzahlen können, erließ er es beiden in freigebiger Weise. Welcher von ihnen wird ihn daher mehr lieben?“ 43 Sịmon gab zur Antwort: „Ich vermute, daß es der ist, dem er in freigebiger Weise mehr erlassen hat.“ Er sprach zu ihm: „Du hast richtig geurteilt.“

Wem viel erlassen wurde, der wird sich dankbar zeigen.

44 Darauf wandte er sich der Frau zu und sprach zu Sịmon: „Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus eingetreten; du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben. Diese Frau aber hat meine Füße mit ihren Tränen benetzt und sie mit ihrem Haar abgetrocknet. 45 Du hast mir keinen Kuss gegeben; diese Frau aber hat von der Stunde an, da ich hereinkam, nicht aufgehört, meine Füße zärtlich zu küssen. 46 Du hast mein Haupt nicht mit Öl eingerieben, diese Frau aber hat meine Füße mit wohlriechendem Öl eingerieben.

47 Deshalb sage ich dir: Ihre Sünden, obwohl viele, sind vergeben, weil sie viel geliebt hat; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.“

Die Frau hat Jesus und bestimmt auch anderen viel Liebe erwiesen. Deshalb sind ihre Sünden, obgleich viele, vergeben. Im Christentum geht es nicht bloß darum das Schlechte zu meiden, es geht darum das Gute zu tun, anderen Liebe zu erweisen.  Ein lebendiger aktiver Christ wird auch Fehler machen und Sünden begehen. Darf aber auf die Barmherzigkeit Gottes vertrauen. Liebe deckt eine Menge von Sünden zu. (1. Petrus 4:8) „Habt vor allem inbrünstige Liebe zueinander, denn Liebe deckt eine Menge von Sünden zu.“ Gott erwartet von uns, dass wir einander lieben und vergeben. Tun wir das, wird auch er uns vergeben.

48 Dann sagte er zu ihr: „Deine Sünden sind vergeben.“ 49 Daraufhin fingen die, die mit ihm zu Tisch lagen, an, bei sich zu sagen: „Wer ist dieser, der sogar Sünden vergibt?“ 50 Er aber sprach zu der Frau: „Dein Glaube hat dich gerettet; geh hin in Frieden.

Die Frage ist, warum die Frau überhaupt bei diesem Mahl erschien? Hatte sie mitbekommen, dass Jesus dort war? Rieb sie deshalb seine Füße mit Öl ein und hoffte sie auf die Vergebung ihrer Sünden? Oder war es der Heilige Geist, der sie veranlasste bei dem Mahl zu erscheinen und Jesus solch außergewöhnliche Liebe zu erweisen? Um damit eine wichtige christliche Lehre zu vermitteln. Auf jeden Fall ist die Begebenheit eine Lektion für Simon und auch für uns. Achten wir auf das Gute. Auch bei unseren Geschwistern und weniger auf ihre Fehler. Gott ist nicht ungerecht und wird Taten der Liebe anrechnen (Hebräer 6:10). Sicherlich wäre es falsch die guten Taten mit den Sünden aufzuwiegen, aber es wäre auch falsch unsere Sünden überzubewerten.

Vieles spricht dafür, dass die Begebenheit vom Heiligen Geist inszeniert war? Und war die Frau hier in Wirklichkeit Maria, die Schwester des Lazarus? Wenn das inszeniert war, war dann auch die Auferweckung des Lazarus inszeniert? Sicherlich ist Gott Herr über Leben und Tod. Er kann das Leben nehmen und wieder geben. Aber wieso berichten die anderen Evangelisten nicht darüber?

Gut, dass Johannes die Heilung des Gelähmten und Blindgeborenen berichtet. Beide waren seit vielen Jahren krank und das war allgemein bekannt. So können selbst strenge Kritiker glauben, dass diese und andere Wunder tatsächlich geschehen sind.


Themen

Sind die geschilderten Ereignisse im Johannesevangelium tatsächlich genau so geschehen? Haben die Beteiligten genau so geredet?  Jesus selbst hat durch seine Gleichnisse Wahrheiten vermittelt. Dasselbe kann durch Inszenierungen erreicht werden. Ein Zweck des Johannes-Evangeliums ist wohl die Vergangenheit mit der Gegenwart in Verbindung zu bringen. Jesu Wirken und Aussagen können im Rückblick aus himmlischer Sicht richtig eingeordnet werden. Johannes transformiert die Wahrheit in eine neue Kultur und Zeit. Es geht um die Wirklichkeit. Jesus ist wirklich der Sohn Gottes, die Wunder Jesu dienen als Zeichen. Jesus ist wirklich ein König.

Jesus sagte seinen Jüngern, er hätte ihnen noch vieles zu sagen, aber sie vermochten es nicht zu tragen (Johannes 16:12). Das Johannesevangelium hätte die Leser früher einfach überfordert.

Heiliger Geist

Es gibt den Parakleten, den Heiligen Geist. Das altgriechische Wort παρακαλεῖν paraklet bedeutet „herbeirufen“, „einladen“.

Er fungiert als Ersatz. Jesus ist weg, der Geist ist da. (16:7) „Denn, wenn ich nicht weggehe, wird der Helfer keinesfalls zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden.“

Es meint den (Rechts-)Beistand, der die Jünger Jesu an alles erinnern und sie alles lehren wird. (14:26) „Der Helfer aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, dieser wird euch alle Dinge lehren und euch an alle Dinge erinnern, die ich euch gesagt habe.“

Der Heilige Geist würde auch in die Wahrheit leiten, die Zukunft verkünden und Jesus verherrlichen.  (16:13-14) 13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus eigenem Antrieb reden, sondern was er hört, wird er reden, und er wird euch die kommenden Dinge verkünden. Jener wird mich verherrlichen, denn er wird von dem Meinigen empfangen und wird es euch verkünden.

Interessant, dass es hier über den Geist der Wahrheit heißt, „was er hört, wird er reden.“.

Jesus kündigt auch den Geist der Wahrheit an. (14:15-17) 15 Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten; 16 und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Helfer geben, damit er für immer bei euch sei: 17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann.

(15:26) 26 „Wenn der Helfer gekommen ist, den ich euch vom Vater her senden will, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, wird dieser Zeugnis von mir ablegen“.

Bemerkenswert ist auch, dass Jesus seinen Jüngern Heiligen Geist einhaucht. Durch den Geist erlangen sie die Autorität Sünden zu vergeben. (20:23) „Wenn ihr irgendwelchen Personen die Sünden vergebt, so sind sie ihnen vergeben; wenn ihr die von irgendwelchen Personen behaltet, so sind sie behalten.“ Voraussetzung ist natürlich, dass sie sich dabei von Gottes Geist leiten lassen, spätere christliche Aufseher beanspruchten das immer wieder zu Unrecht für sich.

Wobei es auch unreine Geister, Dämonen gibt, auf die Johannes aber nicht eingeht. Manche Dämonenaustreibungen waren auch seltsam. Die Dämonen schrien: „Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn des Höchsten, warum quälst du uns vor der bestimmten Zeit?“ (Matthäus 8:29). Demnach waren diese Engel nicht nur böse, sondern auch dumm, weil sie Zeugnis für Jesus ablegten. Oder waren sie in Wirklichkeit Engel mit dem Auftrag, einen Dämon zu spielen? Sicherlich mögen Dämonen das Leben der Menschen erschwert haben und Jesus gab ihnen zu verstehen, was sie erwartet, wenn sie nicht umkehren. Aber wenn das inszeniert war, was war denn sonst noch alles inszeniert? Was waren tatsächlich ungeplante Begegnungen zwischen Menschen und Jesus?

Leben

Leben ist ein zentraler Begriff im Johannes-Evangelium. 5:24 24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer auf mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben, und er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod zum Leben hinübergegangen.

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe“ (3:16).

Auferstehung

Eng mit dem Leben ist die Auferstehung verbunden. Schließlich sterben die Menschen bis jetzt immer noch. Ohne Auferstehung kein Leben.

„Und der Wille dessen, der mich gesandt hat, ist, dass ich von all denen, die er mir gegeben hat, niemand verloren gehen lasse, sondern dass ich sie an jenem letzten Tag vom Tod auferwecke. Ja, es ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, das ewige Leben hat; und an jenem letzten Tag werde ich ihn auferwecken“ (6:39,40).


Sind Welches Verhältnis sollten Christen zur Welt haben?


Johannes betont die Vorhersehung bzw. Vorherbestimmung Gottes.
Simon wird schon bei seiner Berufung gesagt, er würde einmal Kephas genannt werden.

(Johannes 1:41-42) Dieser fand zuerst seinen eigenen Bruder, Simon, und sagte zu ihm: „Wir haben den Messias gefunden“ (was übersetzt Christus bedeutet). 42 Er führte ihn zu Jesus. Jesus schaute ihn an und sprach: „Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du wirst Kephas genannt werden“ (was übersetzt Petrus ist).

Jesus wusste von Anfang an, wer ihn verraten würde, nämlich Judas. (6:70, 71) 70 Jesus antwortete ihnen: „Habe ich nicht euch Zwölf auserwählt? Einer von euch jedoch ist ein Teufel [Verleumder].“ 71 Er redete aber von Judas, [dem Sohn] des Simon Iskariot; denn dieser stand im Begriff, ihn zu verraten, obwohl er einer von den Zwölfen war.

Jesus prophezeite Petrus, wie er leiden und sterben würde.

(21:18, 19) „Als du jünger warst, pflegtest du dich selbst zu gürten und umherzugehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich hintragen, wohin du nicht wünschst.“ 19 Das sagte er, um anzuzeigen, durch was für eine Todesart er Gott verherrlichen würde.

Johannes würde lange leben. (21:21-23) “ 22 Jesus sprach zu ihm: „Wenn es mein Wille ist, dass er bleibe, bis ich komme, was geht das dich an? Folge du mir nach.“ 23 Deshalb ging dieses Wort unter die Brüder aus, dass jener Jünger nicht sterben werde. Jesus sagte indes nicht zu ihm, dass er nicht sterben werde, sondern: „Wenn es mein Wille ist, dass er bleibe, bis ich komme, was geht das dich an?“

Bedeuten diese Prophezeiungen, dass unser Leben vorherbestimmt ist? Oder gar, dass Gott die Zukunft kennt?

Gemäß der Bibel bestimmt Gott bestimmte Entwicklungen und Personen, um seinen Vorsatz zu verwirklichen. Er befähigt auch Menschen dazu, die notwendigen Voraussetzungen zu erfüllen, um ihm heiligen Dienst darbringen zu können. Er tut das aber offensichtlich nicht mit allen Menschen. Und bei Ereignissen dann, wenn es mit der Verwirklichung seines Vorsatzes zu tun hat, Gott berücksichtigt den freien Willen des Menschen.


Auch wenn das hier anders klingen mag: (12:37-40) 37 Obwohl er [Jesus] indes so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn, 38 damit das Wort des Propheten Jesaja erfüllt werde, das besagte: „Jehova, wer hat an das geglaubt, was wir gehört haben? Und der Arm Jehovas, wem ist er geoffenbart worden?“ 39 Der Grund, weshalb sie nicht glauben konnten, ist, da Jesaja wiederum sagte: 40 „Er hat ihre Augen blind gemacht und ihr Herz verhärtet, damit sie mit den Augen nicht sehen und mit dem Herzen den Gedanken erfassen und umkehren und ich sie heilen werde.“

Nicht Gott verhärtet die Herzen der Menschen, sondern sie selbst verhärten ihr Herz, indem sie immer wieder die Botschaft ablehnen, werden sie immer fester in ihrer Haltung und Ablehnung. Das geht aus Jesaja 6:9 hervor.

Letztendlich entscheiden nicht wir über den Glauben, sondern Gott. Auch über den Unglauben. (6:45) „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, der Vater, der mich gesandt hat, ziehe ihn.“ Wobei es auch am Menschen liegt, der aufgerufen ist, zu suchen, zu bitten und anzuklopfen (Matthäus 7:7).


Inszenierung


Das Johannes-Evangelium macht klar, dass während des Wirken Jesu vieles inszeniert wurde.


Schriftstellen

Johannes 6:14-69

Seine Jünger rudern am nach der Brotspeißung am Abend ohne Jesus ab. Jesus schreitet über das Meer auf sie zu und steigt in das Boot ein. Aber so wird er die Volksmenge nicht los. Die findet ihn am nächsten Tag am anderen Ufer und möchte ihn zum König machen (6:15). Jesus provoziert jetzt die Menschenmassen, wohl weil er nicht möchte, dass ihm ständig so viele Leute folgen. Er unterstellt ihnen, dass sie nur gekommen sind, weil sie von den Broten gegessen haben und satt geworden sind: (6:25-27) 25 Als sie ihn dann auf der anderen Seite des Meeres fanden, sagten sie zu ihm: „Rabbi, wann bist du hierhergekommen?“ 26 Jesus antwortete ihnen und sprach: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. 27 Wirkt nicht für die Speise, die vergeht, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt, die der Menschensohn euch geben wird; denn diesen hat der Vater, ja Gott, mit seinem Siegel versehen.“

Jesus provoziert dann weiter, indem er sich als das Brot vom Himmel bezeichnet.

(6:48-51) 48 Ich bin das Brot des Lebens. 49 Eure Vorväter aßen das Manna in der Wildnis und starben trotzdem. 50 Dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, dass wer davon esse, nicht sterbe. 51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; wenn jemand von diesem Brot isst, wird er immerdar leben; und in der Tat, das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch zugunsten des Lebens der Welt.“

Jesus treibt es dann auf die Spitze: (6:53-55) 53 Deshalb sagte Jesus zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst. 54 Wer sich von meinem Fleisch nährt, und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen; 55 denn mein Fleisch ist wahre Speise, und mein Blut ist wahrer Trank.

Seine Rede verfehlte ihren Zweck nicht.

(6:66-69) 66 Deswegen wandten sich viele seiner Jünger ab, den hinter ihnen [liegenden] Dingen zu, und gingen nicht mehr mit ihm. 67 Daher sagte Jesus zu den Zwölfen: „Ihr wollt doch nicht etwa auch weggehen?“
Simon Petrus antwortete ihm: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.“

Wenn wir erkannt haben, dass Jesus der einzige Weg zum ewigen Leben ist, dann sollten wir für den leben, der für uns gestorben ist (2. Korinther 5:15).

Wir mögen bestimmte Dinge nicht verstehen und sogar Anstoß daran nehmen, aber später können wir das Gesagte dann doch einordnen, wenn wir dranbleiben. Was meinte Jesus damit, wir müssten sein Fleisch essen und sein Blut trinken? Jesus würde seinen Leib als ein Lösegeld für viele geben, wodurch wir leben können, und durch sein vergossenes Blut sind uns die Sünden vergeben. Beim Abendmahl erinnern wir uns daran.

Dass Jesus die Menschenmassen, die ihn umringten, einfach zu viel geworden sind, wird bestätigt, wie es danach im Kapitel 7 weitergeht. Jesu Brüder gehen nach Jerusalem zum Fest, aber Jesus selbst geht erst später, und zwar allein und inkognito, und erst als die Hälfte des Festes vorüber ist, geht er in den Tempel, um zu lehren. (7:1-14).

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