Harmagedon


A.   Begriff

Was ist Harmagedon?

Harmagedon ist nicht gleichbedeutend mit der Apokalypse. Apokalypse bedeutet Offenbarung und bezeichnet  das letzte Bibelbuch bzw. den Inhalt des letzten Bibelbuches. Gott offenbart darin, was in der Zukunft, am Tag des Herrn (Off 1:10), geschehen würde. Da die Offenbarung in Zeichen bzw. Symbolen (Off 1:3) geschrieben wurde, deren Bedeutung nicht unmittelbar klar ist, wird sie auch die geheime Offenbarung genannt. Man muss sich damit beschäftigen, um sie verstehen zu können. Und am besten in der Zeit leben, in der sie sich erfüllt. Nur in diesem Bibelbuch kommt der Ausdruck Harmagedon - genau einmal - vor.

In Offenbarung 16:16. Dort lesen wir: „Und sie versammelten sie an den Ort, der auf hebräisch Har-Magẹdon genannt wird“.
Har-Magedon bedeutet wörtlich Berg von Megiddo.

Auch wenn es diesen Berg nicht gibt, so gab es doch die höher gelegene Stadt Megiddo, was Truppensammlung bedeutet.


B.   geschichtlicher Kontext

Betrachten wir zunächst einmal den geschichtlichen Kontext des Bibelverses:

In der Gegend von Megiddo fanden in vorchristlicher Zeit wichtige Schlachten statt, in die Gottes Volk verwickelt war. Zum Beispiel ließ sich der jüdische König Josia in alter Zeit einmal dazu verleiten gegen den ägyptischen König in den Krieg zu ziehen. Der ägyptische König Necho wollte Josia davon abhalten und versicherte diesem, dass er im Auftrag Gottes unterwegs war. „Doch Josia wandte sein Angesicht nicht von ihm ab, sondern er verkleidete sich, um gegen ihn zu kämpfen, und hörte nicht auf die Worte Nẹchos aus dem Mund Gottes. So kam er zum Kampf in die Talebene von Megịddo“. 2. Chronika 35:22.
Josia starb in dem Kampf und mit ihm die Hoffnung, dass Juda dem babylonischen Exil entgehen konnte.
Josia war offensichtlich von unreinen inspirierten Geistern dazu verleitet worden gegen Ägypten zu kämpfen. Warum ließ Gott das zu? Offensichtlich war es Gottes Wille, dass Juda ins Exil gehen würde, das hatte er ja schon vor vielen Jahren vorhersagen lassen (Jes 39:5-8). Allerdings hatte Jesaja auch zuvor dem kranken Hiskia gesagt, dass er sterben würde. Aber auf Hiskias Gebet hin, verlängerte Jehova sein Leben. Deshalb war es durchaus denkbar, dass Jehova jetzt auch seinem Volk Barmherzigkeit erweisen würde. Denn solange Josia lebte beachtete das Volk Gottes Wort.
Josia hatte viele Reformen durchgeführt. In 2. Chr. 34:31-33 lesen wir: „Und der König (Josia) blieb an seiner Stelle stehen und schloss dann den Bund vor Jehova, Jehova fortan zu folgen und seine Gebote und seine Zeugnisse und seine Bestimmungen mit seinem ganzen Herzen und mit seiner ganzen Seele zu halten, um die Worte des Bundes zu tun, die in diesem Buch geschrieben waren. 32 Ferner ließ er alle, die sich in Jerusalem und Bẹnjamin vorfanden, [demselben] beitreten. Und die Bewohner von Jerusalem gingen daran, nach dem Bund Gottes, des Gottes ihrer Vorväter, zu tun. 33 Danach entfernte Josịa all die Abscheulichkeiten aus all den Ländern, die den Söhnen Israels gehörten, und er veranlasste alle, die sich in Israel vorfanden, den Dienst aufzunehmen, um Jehova, ihrem Gott, zu dienen. Alle seine Tage wichen sie nicht davon ab, Jehova, dem Gott ihrer Vorväter, zu folgen“.
Erst nach dem Tod Josias wich das Volk von dem guten Weg, den es eingeschlagen hatte, wieder ab und verlor deshalb Gottes Schutz.


C.   Kontext in der Offenbarung

Betrachten wir jetzt den Kontext des Bibelverses in der Offenbarung und die vorausgehenden Verse 12 bis 15:

12 Und der sechste Engel goss seine Schale auf den großen Strom Euphrat aus, und sein Wasser vertrocknete, damit für die Könige vom Sonnenaufgang der Weg bereitet werde.

13 Und ich sah drei unreine Geister, gleich Fröschen, aus dem Maul des Drachen und aus dem Maul des wilden Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten ausgehen. 14 Sie sind tatsächlich dämonische Geister und vollbringen Zeichen, und sie ziehen aus zu den Königen der ganzen bewohnten Erde, um sie zu versammeln zum Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen.

15 „Siehe! Ich komme wie ein Dieb. Glücklich ist, wer wach bleibt und seine äußeren Kleider bewahrt, damit er nicht nackt einhergehe und man seine Schande sehe.“

Im Kontext geht es um die 7 Schalen des Grimmes Gottes, die von 7 Engeln ausgegossen werden. Hier ist in Vers 12 der sechste Engel an der Reihe.  Zunächst betrifft es den Fluss Euphrat, an dem die Stadt Babylon lag. Die Wasser verdunsten, so dass für die Könige vom Sonnenaufgang der Weg bereitet wird.  In alter Zeit wurde Babylon von den Königen vom Osten (wo die Sonne aufgeht), Cyrus und Darius, erobert. Dazu leiteten sie die schützenden Wasser des Euphrat vor der Stadt ab, so dass sie auf dem Flussbett in die Stadt eindringen konnten. Die falsche Religion (Babylon die Große) verliert ihre Unterstützer und ihre Macht und so können die Menschen durch Verkündigung der Wahrheit aus der geistigen Gefangenschaft befreit werden. Heute ist es in erster Linie Auftrag der Gesalbten Mit-Könige Jesus Christi gegen Babylon vorzugehen. Dahinter steht der Heilige Geist. Unterstützung bekommen sie dabei sogar von den Vereinten Nationen, welche Babylon, die Hure, ebenfalls hassen (Off 17:15-17).
Im Vers 13 ist jetzt aber von dem unheiligen, bzw. unreinen Geist die Rede, versinnbildlicht durch Frösche, die gemäß dem mosaischen Gesetz unrein waren. Es handelt sich um satanische Propaganda (aus dem Maul des Drachen), um politische Propaganda (aus dem Maul des wilden Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten). Bei dem falschen Propheten handelt es sich offensichtlich um das zweihörnige wilde Tier mit Hörnern gleich einem Lamm, das aber wie ein Drache spricht. Off 13:11-15. Es führt irre durch die Zeichen, die ihm gewährt werden und bewirkt, dass dem wilden Tier ein Bild gemacht wird durch das es angebetet wird. So erweist es sich als ein falscher Prophet. (Off 19:20). Bei dem Begriff „falscher Prophet“ denkt man auch an religiöse bzw. ideologische Propaganda, die in der Politik eine wichtige Rolle spielt.
Im Vers 14 werden diese unreinen Geister dämonische Geister genannt. Was ist darunter zu verstehen? Handelt es sich dabei tatsächlich um Dämonen? Aus der Offenbarung erfahren wir im 12. Kapitel, das Satan und seine Dämonen zur Erde herabgeschleudert worden sind und die ganze bewohnte Erde irreführen. Mächtige Geistwesen scheinen also eine Rolle dabei zu spielen die Menschen zu täuschen und zum Widerstand gegen Gott zu verleiten. Diese Geister vollbringen Zeichen. Sie beeindrucken die Menschen durch ihre Worte, Taten und Werke, die offensichtlich auf Gottes Segen zurückzuführen sind. Diese unreinen Geister verleiten die Könige der Erde zum Widerstand gegen Gottes Gerechtigkeit. Wobei es keine Rolle spielt ob sich die Geister, oder die Könige (Mächtige) und deren Untergebenen bewusst sind, dass sie irregeführt werden und eigentlich Gott Widerstand leisten. So können sich auch Menschen als Dämonen erweisen, weil sie Gott und seinem Heiligen Geist Widerstand leisten.
Wichtig ist es wach zu bleiben und sich nicht irreführen zu lassen.
Gemäß Vers 15 müssen wir unsere äußeren Kleider, das Kennzeichen unserer christlichen Identität, bewahren. Doch dazu müssen wir ständig auf der Hut sein.
So wie der König Josia in alter Zeit, der sich unverfünftigerweise dem ägyptischen König entgegenstellte und sich sogar noch verkleidete! Schon gar nicht möchten wir andere irreführen und dazu verleiten sich in Wirklichkeit gegen Gott zu stellen.


D.   Schlussfolgerungen

Damit sind wir wieder bei unserem eigentlichen Themavers. Im Vers 16 heißt es: „Und sie versammelten sie an den Ort, der auf hebräisch Har-Magẹdon genannt wird“. Es kommt zur Schlacht. Zumindest sind die Nationen bereit zur Schlacht. Vielleicht können sie aber doch noch zur Umkehr oder zum Einlenken bewogen werden? Oder wir können verhindern, dass sich die Nationen auf eine Auseinandersetzung mit Gott einlassen? Vielleicht können oder müssen wir den Nationen ja entgegekommen? Auf jeden Fall müssen wir der satanischen Propaganda die göttliche Gerechtigkeit entgegen setzen. „Die Waffen unserer Kriegsführung sind dabei aber nicht fleischlich, sondern machtvoll durch Gott (seinen Geist) um starke Verschanzungen umzustürzen. Wir stoßen falsche Vernunftschlüsse unserer Gegner durch die Erkenntnis Gottes um“. (2.Ko 10:4,5). Wenn wir eine genaue, aktuelle Erkenntnis des göttlichen Willens besitzen, brauchen wir die geistige Auseinandersetzung nicht zu fürchten. Mithilfe des Geistes Gottes werden wir wirkungsvoll die göttliche Gerechtigkeit unterstützen können. Dazu müssen wir uns aber vor der Propaganda der Welt und Babylon der Großen hüten, die sich Gottes Missfallen zugezogen hat. Auch wenn sie sich dessen nicht bewusst sein mag, so widersetzt sie sich den göttlichen - und letztendlich auch den menschlichen - Interessen.