Kapitel 11

Bibelkommentar

Paulus schreibt über das Volk Israel. Am Ende wird ganz Israel gerettet werden. Bedeutet dies Christen und Israeliten werden in unserer Zeit vereinigt und beide gerettet?

Vers-zu-Vers Betrachtung des 11. Kapitel des Römerbriefes von Paulus. (Neue Welt-Übersetzung)

Mit Kommentaren von Achim Höpner

Paulus vergleicht im 11. Kapitel das Volk Gottes mit einem Olivenbaum. Ursprünglich war das Volk Israel dieser Olivenbaum, jetzt aber bilden die Christen den Olivenbaum.

(Römer 11:1-36) Ich frage also: Gott hat doch nicht etwa sein Volk verworfen? Das geschehe nie!

Gott hat die Israeliten nicht als Ganzes verworfen. Auch Menschen jüdischer Abstammung haben die Möglichkeit Teil des neuen Volkes Gottes zu werden, dem Israel Gottes. Gemäß Gal 6:16 sind dies diejenigen, die nach Gottes Maßstäben leben. Zuvor schreibt Paulus in Vers 15: Denn weder Beschneidung ist etwas noch Unbeschnittenheit, sondern eine neue Schöpfung [ist etwas].

Denn auch ich bin ein Israelit, vom Samen Abrahams, vom Stamm Bẹnjamin. 

Paulus ist ein Beweis dafür, dass die Israeliten nicht als Ganzes verworfen worden sind, er selbst ist ein Israelit, darf sich als Gottes Auserwählter zu dem Königreich Gottes zählen, mit der Aussicht auf himmlisches Leben.

2 Gott hat sein Volk nicht verworfen, das er zuerst anerkannt hat.

Gott hatte einen Bund mit dem ganzen Volk Israel, mit jedem Einzelnen geschlossen. Jetzt hat er das Volk nicht als Ganzes, d.h. nicht jeden Einzelnen verworfen. Wobei das Volk als Solches schon verworfen worden ist. Jesus kündigte an: Das Königreich wird von euch genommen werden und einer Nation gegeben werden, die dessen Früchte hervorbringt (Mat 21:43). Gott würde nicht mehr mit dem buchstäblichen Israel handeln, sondern der neuen Nation, dem Israel Gottes.

Nun, wißt ihr nicht, was die Schrift in Verbindung mit Elịa sagt, wie er vor Gott gegen Israel vorstellig wird? 3 „Jehova, sie haben deine Propheten getötet, sie haben deine Altäre ausgegraben, und ich allein bin übriggeblieben, und sie trachten mir nach der Seele.“ 4 Doch was sagt ihm der göttliche Ausspruch? „Ich habe siebentausend Männer für mich übrigbleiben lassen, [Männer,] die das Knie nicht vor Baal gebeugt haben.“5 So hat sich nun auch in der gegenwärtigen Zeitperiode ein Überrest gemäß einer Auserwählung zufolge unverdienter Güte gezeigt.

Nicht ganz Israel war früher für Gott annehmbar, auch jetzt erlangt nur ein kleiner Teil (Überrest) Gottes Anerkennung, und zwar diejenigen, die Gott auserwählt und die Glauben an Jesus Christus ausüben.

6 Wenn es nun durch unverdiente Güte ist, ist es nicht mehr zufolge von Werken; sonst erweist sich die unverdiente Güte nicht mehr als unverdiente Güte. 7 Was nun? Gerade das, was Israel ernstlich suchte, hat es nicht erlangt, die Auserwählten aber haben es erlangt. Die übrigen hatten ihr Empfindungsvermögen abgestumpft, 8 so wie geschrieben steht: „Gott hat ihnen einen Geist tiefen Schlafes gegeben, Augen, um nicht zu sehen, und Ohren, um nicht zu hören, bis auf den heutigen Tag.“

Viele Juden suchten im 1. Jahrhundert die Anerkennung Gottes durch Festhalten am Gesetzesbund zu erlangen. Als Nation waren sie aber unempfänglich für den Geist Gottes, sondern verwarfen den Grundeckstein Jesus Christus.

9 Und David sagt: „Möge ihr Tisch ihnen zur Schlinge und zur Falle und zur Ursache des Strauchelns und zur Vergeltung werden; 10 mögen ihre Augen verfinstert werden, damit sie nicht sehen, und ihren Rücken beuge allezeit.“ 11 Daher frage ich: Sind sie gestrauchelt, um vollständig zu fallen? Das geschehe nie!

Die Israeliten sind nicht als Ganzes für immer verworfen. Gott gibt Israeliten mit der richtigen Herzenseinstellung die Möglichkeit der Reue und Abkehr von ihrer überholten Anbetung.

Sondern durch ihren Fehltritt wird Menschen von den Nationen Rettung zuteil, um sie zur Eifersucht zu reizen. 12 Wenn nun ihr Fehltritt Reichtum für die Welt bedeutet und ihre Verminderung Reichtum für Menschen von den Nationen, wieviel mehr wird es ihre Vollzahl bedeuten! 13 Nun rede ich zu euch, die ihr Menschen von den Nationen seid. Insofern als ich in Wirklichkeit ein Apostel für die Nationen bin, verherrliche ich meinen Dienst, 14 ob ich irgendwie [die, die] mein eigenes Fleisch [sind,] zur Eifersucht reize und einige aus ihnen rette.

Menschen aus den Nationen eröffnet sich die Möglichkeit gerettet zu werden und Israel zur Eifersucht zu reizen. Wenn einzelne Israeliten sehen, wie die Anstrengungen der Heidenchristen gesegnet werden und sie in ein Verhältnis zu Jehova zu gelangen, so werden sie selbst Anstrengungen unternehmen, um für Gott wieder annehmbar zu sein. Je mehr Heidenchristen zum Volk Gottes gehören, desto mehr Segen erlangen die Nationen und desto größer ist die Kraft, die sie auch die fleischlichen Israeliten ausüben, damit diese auch Teil des Königreiches Gottes werden.

15 Denn wenn ihre Verwerfung Versöhnung für die Welt bedeutet, was wird ihre Annahme [anderes] bedeuten als Leben aus den Toten? 

Menschen aus der Welt (den Nationen) eröffnet sich die Möglichkeit ebenfalls gerettet zu werden und schließlich zu den 144.000 Auserwählten (Off 14:1,4) zu gehören.

Israeliten, die von Gott angenommen werden, können ihm heiligen Dienst darbringen, mit der Aussicht auf ewiges Leben.

16 Ferner, wenn [der Teil, der als] Erstlingsfrucht [genommen wird,] heilig ist, ist es auch die Masse; und wenn die Wurzel heilig ist, sind es auch die Zweige.

Paulus vergleicht das Volk Gottes mit einem Olivenbaum. Ursprünglich war das Volk Israel dieser Olivenbaum, jetzt aber bilden die Christen den Olivenbaum.

17 Wenn indes einige der Zweige ausgebrochen wurden,

Israeliten, die nicht Jesus Christus annahmen, wurden aus dem Olivenbaum ausgebrochen und zählten nicht mehr zum Volk Gottes.

du aber, obwohl du ein wilder Olivenbaum bist,

die Heidenchristen waren ursprünglich Teil der Welt, ein wilder Olivenbaum, um den sich Gott nicht kümmerte.

zwischen sie eingepfropft

Heidenchristen wurden durch ihren Glauben an Jesus Christus Teil des Olivenbaums (Volk Gottes)

und des Olivenbaums Wurzel der Fettigkeit teilhaftig wurdest,

die Heidenchristen profitierten nun auch sie von einem Verhältnis zu Gott und Gottes Verheißungen.

18 so überhebe dich nicht über die Zweige.

Heidenchristen haben keinen Grund sich als etwas Besseres zu betrachten als die buchstäblichen Israeliten, schon gar nicht als die Mitchristen jüdischer Abstammung, die ja nach wie vor zum Baum (Volk Gottes) gehören.

Überhebst du dich aber über sie: nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel [trägt] dich.

Der christliche Glaube basiert auf dem Bund, den Gott mit Israel geschlossen hat. Heidenchristen bilden somit nicht die Grundlage des christlichen Glaubens. Diese Wurzel gehen auf Abraham und dessen Nachkommen zurück.

19 Du wirst nun sagen: „Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft werde.“ 20 Richtig!

Die Schlussfolgerung, dass andere Zweige Israel ausgebrochen worden sind, damit ich (die Heidenchristen) eingepfropft werden konnte, ist falsch.

20 Richtig!

Richtig bezieht sich auf den ersten Teil der Aussage: „Einige Zweige sind ausgebrochen worden“.

Wegen [ihres] Unglaubens sind sie ausgebrochen worden, du aber stehst durch Glauben. Hege nicht mehr überhebliche Gedanken, sondern fürchte dich.

21 Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, wird er auch dich nicht verschonen. 

Wenn Gott nicht davor zurückschreckte die buchstäblichen Israeliten aus seinem Volk (Baum) zu entfernen, so wird er auch nicht davor zurückschrecken geistige Israeliten (Christen) zu entfernen

22 Sieh also Gottes Güte und Strenge. Gegen die, die gefallen sind, Strenge, gegen dich aber Gottes Güte, vorausgesetzt, dass du in seiner Güte bleibst; sonst wirst auch du abgehauen werden. 23 Auch werden sie, wenn sie nicht in ihrem Unglauben bleiben, eingepfropft werden; denn Gott vermag sie wieder einzupfropfen. 

Gott wird einzelne Israeliten, die Glauben an Jesus Christus ausüben, (wieder) zu seinem Volk hinzufügen.

24 Denn wenn du aus dem von Natur wilden Olivenbaum herausgeschnitten und entgegen der Natur in den edlen Olivenbaum eingepfropft wurdest, wieviel eher werden diese, die natürliche [Zweige] sind, in ihren eigenen Olivenbaum eingepfropft werden!

Die Israeliten haben als Gottes ehemaliges Bündnisvolk eine gute Voraussetzung .Sie haben jahrhundertelange Erfahrung mit Gott und dessen Maßstäben. Deshalb ist es für die Israeliten im Allgemeinen leichter (wieder) in Gottes Volk aufgenommen zu werden.

25 Denn ich will nicht, Brüder, dass ihr über dieses heilige Geheimnis unwissend seid, damit ihr euch nicht in den eigenen Augen für verständig haltet: dass eine Abstumpfung des Empfindungsvermögens Israel zum Teil widerfahren ist, bis die Vollzahl der Menschen aus den Nationen hereingekommen ist, 

Das Königreich der Himmel wird sich letztendlich aus 144000 Mitkönigen mit Jesus zusammensetzen, Menschen jüdischer und nichtjüdischer Herkunft. Eine bestimmte, aber noch nicht bekannte, Zahl wird aus den Nationen (Nichtjuden) kommen. Diese von Gott Auserwählten bilden die Vollzahl aus den Nationen.

26 und auf diese Weise wird ganz Israel gerettet werden,

ganz Israel: Alle wahren gesalbten Christen. Beide Gruppen werden gerettet werden: Die Judenchristen und die Heidenchristen.

so wie geschrieben steht: „Der Befreier wird aus Zion kommen und gottlose Handlungen von Jakob abwenden. 

Die buchstäblichen Israeliten, die nicht den neuen Glauben annehmen handeln gottlos bzw. ungerecht. Sie widersetzen sich Gottes Wegen können aber, wenn sie den Befreier aus Zion (Jesus Christus) annehmen, erlöst werden.

27  Und dies ist meinerseits der Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehme.“ 

Gott wir ihrer Sünden nicht mehr gedenken, falls sie in den neuen Bund eintreten
(Jer 31:31-33).

28  Allerdings sind sie hinsichtlich der guten Botschaft Feinde um euretwillen, doch hinsichtlich [Gottes] Auserwählung sind sie Geliebte um ihrer Vorväter willen. 

Die Israeliten sind Feinde des Evangeliums, solange sie Jesus verwerfen. Doch um ihrer Vorväter (mit denen Gott einen Bund schloss) willen, werden sie auch von Gott geliebt.

29  Denn die Gaben und die Berufung Gottes sind Dinge, die ihn nicht gereuen werden. 

Gott wird die Gaben, Berufungen, Bündnisse die er geschlossen hat, nicht zu bereuen haben. Weder den alten Bund mit Israel, noch die Aufnahme der Nationen in den neuen Bund.

30  Denn so, wie ihr einst Gott ungehorsam wart, jetzt aber wegen ihres Ungehorsams Barmherzigkeit erlangt habt, 

Paulus Worte wecken den Anschein, dass die Heidenchristen nur aufgrund des Ungehorsams der Israeliten Barmherzigkeit erlangen konnten. Das aber meint Paulus eigentlich nicht. Den Heidenchristen wäre auch bei dem Gehorsam der Israeliten Barmherzigkeit zuteil geworden. Schließlich sollte der Neue Bund nur 1 Woche (=7 Jahre) ausschließlich Israel offenstehen. Siehe Da 9:27:“ Er soll den Bund für die Großen (Israeliten) eine Woche in Kraft halten, in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Opfergabe aufhören lassen“. Jesus und seine Jünger predigten zwischen 29 u.Z. und 36 (fast) ausschließlich den Israeliten. Sie wandten sich immer wieder an die verlorenen Schafe des Hauses Israel.

31  so sind auch diese jetzt ungehorsam gewesen, was euch zur Barmherzigkeit gereicht, damit auch ihnen selbst jetzt Barmherzigkeit erwiesen werde. 32 Denn Gott hat sie alle zusammen in den Ungehorsam eingeschlossen, damit er ihnen allen Barmherzigkeit erweise.

Die Heidenchristen waren vor ihrer Bekehrung ungehorsam gegenüber Gott gewesen. Die Israeliten bis auf die Jünger Jesu ebenfalls. Die Abstammung der Israeliten genügte also nicht für Gottes Anerkennung. Um diese zu erlangen mußten sie die Unverdiente Güte Gottes annehmen, die durch Jesus Christus zum Ausdruck kommt.

33  O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich [sind] seine Gerichte und unausspürbar seine Wege!

Gottes Wege sind höher als unsere Wege. Sie sind vielschichtig und nicht immer klar zu erkennen, wer aber wirklich sucht, wird Gott finden.

34  Denn „wer hat den Sinn Jehovas erkannt, oder wer ist sein Ratgeber geworden“? 35 Oder: „Wer hat ihm zuerst gegeben, so daß es ihm vergolten werden müßte?“ 

Haben wie den Sinn Gottes erkannt, so dass wir die Unmündigen unterweisen können?

36  Denn aus ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge. Ihm sei die Herrlichkeit immerdar. Amen.

Zusammenfassung:
Das Volk Gottes wird mit einem Olivenbaum verglichen. Dieser Baum steht für das Volk Gottes. In früherer Zeit war dies das Bundesvolk Israel. Ab Jesus sind es aber die gesalbten Christen. Die Christen setzen sch aus Judenchristen und Heidenchristen zusammen. Die Abstammung, ob Jude oder eine andere Nation spielt keine Rolle. Entscheidend ist die persönliche Hingabe an Gott durch Jesus Christus.