Kapitel 5: 17-20
Jesus sagt in der Bergpredigt, dass, wer das geringste Gebot Gottes missachtet und die Menschen demgemäß lehrt wird hinsichtlich des Königreichs der Himmel als Geringster betrachtet werden.
Was meint Jesus mit diesen Worten? Ist Jesus noch strenger als das mosaische Gesetz?

Vers-zu-Vers Betrachtung mit Kommentaren von Achim Höpner

Betrachtung von Mat 5:17-20

Mat 5:17 Denkt nicht, ich sei gekommen, um das GESETZ oder die PROPHETEN aufzulösen. Nicht um aufzulösen, bin ich gekommen, sondern um zu erfüllen;

Jesus weist zunächst auf den Zweck seines Dienstes hin, der darin besteht das Gesetz und die Prophezeiungen aus Gottes Wort zu erfüllen. Das bezieht sich in erster Linie auf das, was über den Messias, sein Leben und Wirken, und seinen Tod vorausgesagt worden ist. Vor allem mußte er in Erfüllung der Opfervorkehrungen sein Leben als ein Lösegeld für die Menschheit geben. (Mat 20:28) Jesus will darauf aufmerksam machen, dass die Grundsätze des Gesetzes nachwievor gelten. Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, .. wie er anschließend fortfährt.
Tatsächlich gilt vieles vom Gesetz aber nicht mehr, seien es die Opfervorkehrungen und Speisevorschriften.

18 denn wahrlich, ich sage euch: Eher würden Himmel und Erde vergehen, als dass auch nur ein kleinster Buchstabe oder ein einziges Teilchen eines Buchstabens vom GESETZ verginge und nicht alles geschähe.

Jesus gebraucht in Mat 24:35 eine ganz ähnliche Formulierung: Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden auf keinen Fall vergehen. Die Bibel spricht von neuen Himmeln und einer neuen Erde, die alten Himmel und die alte Erde werden vergehen. (Off21:1). Das ist sicher, denn es ist ein Versprechen Gottes. Ebenso sicher ist, dass sich die Worte Jesu erfüllen werden.
Hier gebraucht Jesus das Gesetz nicht im Sinne der Gebote, sondern der Verheißungen Gottes, die im Gesetz oft Vorbilder hatten. Gottes Wort wird sich erfüllen.

Mat 5:19 Wer immer daher eines dieser geringsten Gebote auflöst und die Menschen demgemäß lehrt, der wird hinsichtlich des Königreiches der Himmel ‚Geringster‘ genannt werden. Wer immer sie hält und lehrt, dieser wird hinsichtlich des Königreiches der Himmel ‚groß‘ genannt werden.

Wenn Gott sich so sehr bemüht sein Wort zu halten, sollten auch wir uns bemühen sein Wort, d.h. seine Gebote zu halten und unser, bei der Hingabe gegebenes Versprechen, „gemäß dem Willen Gottes zu leben“. halten.
Wir müssen uns auch davor hüten unsere eigene Gerechtigkeit aufzurichten. Die Gebote Gottes würden wir auflösen, wenn wir behaupteten die Gebote würden nicht für uns gelten. Noch schlimmer ist es, wenn wir andere von unserer verkehrten Ansicht überzeugen wollten. Etwa indem wir behaupten, dass es kein Gebot Gottes sei oder nicht so wichtig, oder nicht mehr gültig.

Wer im Geringsten treu ist, ist in vielem treu. (Luk 16:10)

Wir sollten uns und andere auch nicht mit der Irrmeinung täuschen, es genüge bereits die großen Gesetze zu befolgen; Nicht zu morden und nicht ehezubrechen. Wir sollten vielmehr bereits auf unsere Einstellung und die vermeintlich geringeren Gebote beachten. Niemanden hassen, oder verachten. Wenn wir keinen Hass gegen jemanden hegen, dann werden wir auch nicht morden. Und wenn wir unsere Frau nicht verachten, dann werden wir auch nicht die Ehe brechen.

Wir sollten uns dabei aber nicht zu sehr auf die wirklich weniger wichtigen Dinge konzentrieren, denn sonst könnten wir es versäumen den gewichtigeren Dingen Aufmerksamkeit zu schenken. (Mat 23: 23,24) „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr den Zehnten gebt von der Minze und dem Dill und dem Kümmel; aber ihr habt die gewichtigeren Dinge des GESETZES außer acht gelassen, nämlich das Recht und die Barmherzigkeit und den Glauben. Diese Dinge hätte man tun, die anderen Dinge jedoch nicht außer acht lassen sollen. Blinde Leiter, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber hinunterschluckt!

Falsch wäre es auch von den Schafen Jesu mehr zu fordern, als was Gott fordert. Jesus sagte in Mat 23:4 über die Schriftgelehrten und Pharisäer seiner Zeit: „Sie binden schwere Lasten zusammen und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen“.

Mat 5:20 Denn ich sage euch, daß ihr, wenn eure Gerechtigkeit, die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, keinesfalls in das Königreich der Himmel eingehen werdet.

Wichtig ist es Gottes Maßstäben zu entsprechen, um in das Königreich der Himmel einzugehen.
Mit Jesus Tod tritt allerdings eine Änderung der Gerechtigkeit Gottes ein. Der Gesetzesbund mit seinen vielen Regeln und Bestimmungen ist nicht mehr maßgebend (Rö 10:4), sondern das Gesetz des Christus, das sich in dem Ausspruch zusammenfassen lässt: „Du sollst Gott lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn und deiner ganzen Kraft und deinen Nächsten lieben wie dich selbst“.

Streng genommen ist es nicht möglich dieses Gebot zu halten. Wer kann schon von sich behaupten ständig seine Liebe zu Gott und seinem Nächsten zum Ausdruck zu bringen? Dennoch erwartet Gott von uns, dass wir uns bemühen und, wenn wir Gottes Wort lehren, auch andere dazu aufzufordern dieses Gebot zu beachten.

Wenn es uns nicht gelingt das Größte Gebot (der Liebe) zu halten, so gilt das auch für geringere Gebote, wie unseren Mitmenschen freundlich zu begegnen. Gerade wenn wir unter Stress stehen merken wir das. Dennoch sollten wir uns bemühen stets freundlich zu sein. Wir sollten auch nicht meinen, es sei nicht notwendig freundlich zu sein.

Inwiefern muss unsere Gerechtigkeit die Gerechtigkeit der Pharisäer bei weitem übertreffen? Jesus erwähnt anschließend auszugsweise die 10 Gebote, die gemäß dem Gesetz zu halten waren. Aber eine rein formales Beachten dieser Gebote genügt nicht. Klar dürfen wir niemanden töten, aber es ist schon falsch jemanden zu hassen, zu zürnen oder zu beleidigen. Klar sollten wir nicht die Ehe brechen, aber es gibt so Vieles wodurch wir unserem Ehebund und Ehepartner schaden können, wie z.B. eine andere zu begehren und mit ihr zu flirten. Jesus wies daruf hin, dass wir auf unser Herz achten müssen. Gott möchte, dass wir seine Gebote auf unser Herz schreiben.

Zusammenfassung: